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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schwer(e)-nackel bis Schwer-hörigkeit (Bd. 5, Sp. 1600 bis 1602)
 
Schwer(e)-nackel, n.,  f.
Schwer(e)-nichtsel, f.
Schwer(e)-not, f.
Schwer(e)-nöter, m.
schwer-fallen, st.
schwer-fällig, Adj.,  Adv.
Schwer-gewicht, n.
Schwer-gut, n.
Schwer-hacke
schwer-hörig, Adj.
Schwer-hörigkeit, f.
schwer-krank, Adj.
Schwer-leid, n.
schwerlich, Adv.
schwer-machen, schw.
Schwer-mut, m.,  f.
schwer-mütig, Adj.
Schwer-nackel
schwer-nehmen, st.
Schwer-nixel
Schwer-not
schwer-reich, Adj.
Schwersch-tochter
Schwert, n.
Schwert-blume, f.
Schwertel
Schwert+-feger, m.
Schwert-lilie, f.
Schwert-maul, n.
Schwert-ritter, m.
Schwert-teil, Gen.?
Schwer-verwundeter, m.
Schwester, f.
Schwester-liebe, f.
schwestern, schw.
Schwestern-haus, n.
Schwesters-bube, m.
Schwester-schule, f.
Schwester(s)-kind, n.
Schwester(s)-mädchen, n.
Schwester(s)-sohn, m.
Schwester(s)-tochter, f.
Schwester(s)-tracht, f.
Schwetzingen, ON
schwibben, schw.
schwibbeln, schw.
schwibbern, schw.
Schwib-bogen, m.
Schwichern
Schwicke, f.
schwicken, schw.
Schwick-gerte, f.
Schwieger, f.,  m.
Schwieger-eltern, Pl.
Schwieger-gote, f.
Schwiegerin, f.
Schwieger-leute
Schwieger-mama, f.
Schwieger-mutter, f.
Schwieger-papa, m.
Schwieger(s)-leute, Pl.
Schwieger-sohn, m.
Schwieger-tochter, f.
Schwieger-vater, m.
Schwiele, f.
schwielig, Adj.
Schwienen, Gen.
Schwier
schwieren, schw.
Schwile
Schwilme
Schwilwe
schwimmen, st.
Schwimmer, m.
Schwimm-fuß, m.
Schwimm-hosen, Pl.
Schwimm-lichtel, n.
Schwimm-vogel, m.
Schwin-berg, m.
Schwinchen
Schwind(e), Gen.?
Schwindel, m.
Schwindel-anfall, m.
schwindelig, Adj.
Schwindel-kraut, n.
schwindeln, schw.
Schwinden, n.,  f.
schwinden, st.
Schwindler, m.
schwindling
Schwind-sucht, f.
schwind-süchtig, Adj.
Schwindsuchts-backen, m.
Schwindsuchts-stengel, m.
Schwing-band
Schwinge, f.
Schwingel, m.
schwingeln, schw.
schwingen, st.
Schwinger, m.
   Schwer(e)-nackel n., f.: = PfWB Schwerenichtsel. Du sellscht 's Schwernackel kriege!

[Bd. 5, Sp. 1601]
[ BZ-Dernb]. — -nichtsel f.: nur in Ausrufen, Verwünschungen (verhüllend für Schwerenot), Schwernixel (wērnigsəl) [ KL-Hirschhn]. Du sellscht die Sch. krie! [ KL-Hirschhn]. Südhess. V 920 Schwernichts; Els. II 529 Schwernix; Hess.-Nass. III 530 Schwerenixe. — -not f.: eine Krankheit, im bes. 'Fallsucht, Epilepsie' [mancherorts, Heeger Vhk. 123], 'Pest' [ Gal-Obl], 'Verstopfung' [Braun Lääsebuuch 210], das Wort ist jedoch meist nur noch in Verwünschungen oder Flüchen gebräuchlich, ohne daß der Bezug zu einer bestimmten Krankheit mitgedacht ist, Schwernot (wērnōd, węr-) [KU-Bedb Kaulb RO-Als Dielkch Messbhf Rockhs KL-O'arnb Siegb PS-Erfw KB-Kriegsf LU-Böhl NW-Elmst Frankeck Kallstdt GH-Kand, Lambert Penns 146 Krämer Gal 195], -nout (-nǫud) [ LA-Rhodt Wollmh BZ-Albw Dernb], Schwerenot (wērənōd) [RO-Lettw Schandein Ged. 249], -nout [ LU-Altr], Schwerrenot (węrənōd) [ LA-Mörzh], Schwarnot [ Gal-Obl]; vgl. PfWB Gichtern 1, PfWB Krummenot, PfWB schwer 4 b, Schwerehakken, PfWB -hagel, PfWB -nackel, PfWB -nichtsel; Zs.: Himmelheilig-, Kreuz-, PfWB Schockschwerenot. Krie die Sch.! [ KL-O'arnb]. Du sellscht die Sch. kriche! [ LA-Rhodt]. Wann d' numme die Sch. kriege dätscht! [ LA-Mörzh]. Er hot die Sch. in, von einem durchtriebenen, listenreichen Menschen [ KU-Kaulb]. Südhess. V 918 Schwer(e)not; RhWB Rhein. VII 2061 (unter schwer 1f); Els. II 529 (unter schwer 1). — -nöter m.:
1. 'durchtriebener, verschmitzter, unzuverlässiger Kerl; Nichtsnutz, Tunichtgut', Schwerneder (wērnēdər) [KU-Schmittw/O NW-Frankeck LA-Venn BZ-Dernb, Lambert Penns 146], Schwereneder (wērənēdər) [RO-Messbhf Bayer Hackm. 65 Schandein Bav. IV,2 233], Schwernerer (węrnērər) [ RO-Lettw]. Du bischt e richtiger Schwereneeder! [Feierowend 5/1953 24]. Wo schteckt r dann, der Schwereneder? [Kühn Schnitze II 52]. —
2. 'Schürzenjäger, weibstoller Mann', Schwereneder [ PS-L'mühl]; Syn. s. Schürzenjäger. — Südhess. V 918; RhWB Rhein. VII 2062 (unter schwer 1f); LothWB Lothr. 473.
 
  
schwer-fallen st.: 'nicht leicht, nicht gern tun können oder wollen', schwerfalle [verbr., Krämer Gal 195]. 's dut mer sch. [Kaislt]. Die Orwet (Arbeit) fällt 'm schwer [ KU-Schmittw/O]. Awwer des (das Hochdeutsch reden) fallt mer schwer [ LA-Gommh]. 's Fortgihn (Fortgehen) is 'm schwergefall [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Was mer gern macht, fallt eem net schwer [ KU-Trahw, mancherorts, auch Don Gal Buch]. Südhess. V 918 Z. 19 unter schwer.
 
  
schwer-fällig Adj., Adv.: 'sich mühsam bewegend, plump', schwerfällich [mancherorts]; e schwerfällicher Mensch [Krämer Gal 195]. Er geht so sch. [ KB-Kriegsf]. Südhess. V 919; Rhein. VII 2062.

[Bd. 5, Sp. 1602]

 
   Schwer-gewicht n.:
1.
a. 'ein außergewöhnlich schweres Exemplar seiner Gattung', z. B. Tier, Mensch; auch Gewichtsklasse beim Boxen, Schwergewicht [vereinzelt, Lambert Penns 147]. Wann der sich uf de Stuhl hockt, des Sch., dann kracht er [Kaislt]. —
b. 'die Gesamtheit der Körperschwere, der Schwerpunkt' Er hat sich mit seim ganze Sch. drufgeleecht (um z. B. einen Hebel mit seinem ganzen Körpergewicht niederzudrücken) [ BZ-Dernb]. —
2. übertr. 'Hauptaugenmerk, wichtigster Aspekt' [vereinzelt]. Er hat's Sch. (einer Rede) uf de Schluß geleecht [ BZ-Dernb]. — Südhess. V 919. — -gut n.: 'Tabak mit dicken Blättern und Battrippen', nur zu Schnupf- und Kautabak verwendbar, Schwergut [Wilde 237 Eyselein 224]; vgl. PfWB Leichtgut. Wer Sch. raache will, muß vun g'sunde Eltre abstamme [Wilde 239]. — -hacke s. PfWB Schwerehacken.
 
  
schwer-hörig Adj.:
1. 'mit schlechtem Gehör ausgestattet', schwerheerich, -heerisch [verbr.], -heerig [mancherorts VPf]; vgl. PfWB harthörig 1. Er isch sch. [ LA-Gommh]. —
2. 'nicht gehorchend' [mancherorts]; vgl. PfWB harthörig 2. — Südhess. V 919; RhWB Rhein. VII 2062.
 
  
Schwer-hörigkeit f.: wie schd., Schwerheerichkeet [ KU-Brück PS-Gersb], -keit [ RO-Als LU-Oggh NW-Wachh BZ-Dernb]; vgl. PfWB Harthörigkeit. Südhess. V 919.