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schwer bis schwer-fallen (Bd. 5, Sp. 1598 bis 1601) | |||
schwer, Adj., Adv. Schwer-arbeiter, m. Schwere, f. Schwer(e)-hacken, Pl. schwerehacken-nocheinmal, Interj. Schwer(e)-hagel, Pl. Schwer(e)-nackel, n., f. Schwer(e)-nichtsel, f. Schwer(e)-not, f. Schwer(e)-nöter, m. schwer-fallen, st. schwer-fällig, Adj., Adv. Schwer-gewicht, n. Schwer-gut, n. Schwer-hacke schwer-hörig, Adj. Schwer-hörigkeit, f. schwer-krank, Adj. Schwer-leid, n. schwerlich, Adv. schwer-machen, schw. Schwer-mut, m., f. schwer-mütig, Adj. Schwer-nackel schwer-nehmen, st. Schwer-nixel Schwer-not schwer-reich, Adj. Schwersch-tochter Schwert, n. Schwert-blume, f. Schwertel Schwert+-feger, m. Schwert-lilie, f. Schwert-maul, n. Schwert-ritter, m. Schwert-teil, Gen.? Schwer-verwundeter, m. Schwester, f. Schwester-liebe, f. schwestern, schw. Schwestern-haus, n. Schwesters-bube, m. Schwester-schule, f. Schwester(s)-kind, n. Schwester(s)-mädchen, n. Schwester(s)-sohn, m. Schwester(s)-tochter, f. Schwester(s)-tracht, f. Schwetzingen, ON schwibben, schw. schwibbeln, schw. schwibbern, schw. Schwib-bogen, m. Schwichern Schwicke, f. schwicken, schw. Schwick-gerte, f. Schwieger, f., m. Schwieger-eltern, Pl. Schwieger-gote, f. Schwiegerin, f. Schwieger-leute Schwieger-mama, f. Schwieger-mutter, f. Schwieger-papa, m. Schwieger(s)-leute, Pl. Schwieger-sohn, m. Schwieger-tochter, f. Schwieger-vater, m. Schwiele, f. schwielig, Adj. Schwienen, Gen. Schwier schwieren, schw. Schwile Schwilme Schwilwe schwimmen, st. Schwimmer, m. Schwimm-fuß, m. Schwimm-hosen, Pl. Schwimm-lichtel, n. Schwimm-vogel, m. Schwin-berg, m. Schwinchen Schwind(e), Gen.? Schwindel, m. Schwindel-anfall, m. schwindelig, Adj. Schwindel-kraut, n. schwindeln, schw. Schwinden, n., f. schwinden, st. Schwindler, m. schwindling Schwind-sucht, f. schwind-süchtig, Adj. Schwindsuchts-backen, m. Schwindsuchts-stengel, m. | 1. a. 'von großem Gewicht, nicht leicht', schwer (wēr) [verbr., Christmann Kaulb 11, 66, 88 Höh 80 Karch Gimmdg/ Muttstdt 236 Mang 119 Schneckenburger 19, 49 Lambert Penns 147 Krämer Gal 195], (wr) [mancherorts SOPf SPf westl. WPf vereinzelt übrige Pf]; Kompar.: schwerer [verbr.], Superl. am (de) schwerschd(e) [verbr.]; Zs.: PfWB himmel-, PfWB sau-, PfWB zentnerschwer; e schwerer Steen [Krämer Gal 195]; e schweri Hau (Hack) [ SP-Mechth, mancherorts]; die schwer Walz (Ee) 'die schwere Ackerwalze (Egge)' [ FR-Tiefth]; schwere Peer 'Pferde einer schweren Rasse' [ KU-Bedb]; e schwerer Schlag 'Tiere von einer schwergewichtigen Rasse' [ KU-Kaulb]. De Stään es schw. [ KU-Schmittw/O]. Des wiecht sch. [ KB-Kerzh]. De Brief is zu sch. [Kaislt]. Er kann sch. traache (hewwe) 'Er kann schwere Lasten tragen (heben)' [ GH-Kand]. Die Kuh traat schwer 'Die Kuh ist hochträchtig' [ KL-Mölschb, mancherorts]. RA. und Vergl.: sch. wie Blei [KL-Ottb, verbr.]; sch. wie e Maldersack [Bergz (Kamm 85)]. Alle Glirrer (Glieder) simmer sch. wie Blei [ KU-Dietschw]. Was hoscht? - En Schwere! - Hättscht der en Leichde genumme! Wortspiel mit dem Gleichklang von Schwären und schwer sowie dem Gegensatzpaar schwer-leicht [ BZ-Dernb, vereinzelt]. SprW.: am Gelernde traacht mer net sch. [ BZ-Dierb]. — b. 'ein [Bd. 5, Sp. 1599] bestimmtes Gewicht habend' [mancherorts]. Die Sau is zwää Zentner sch. [Kaislt]. — 2. a. 'plump, ungeschickt, schwerfällig, benommen' [verbr.]; sch. uftrede 'plump, fest auftreten' [ KL-Ottb, mancherorts]; e schweri Hand 'eine plumpe, ungelenke, schreibungeübte Hand, Handschrift' [ KL-Hütschhs, mancherorts]; e sch. Zung 'schwerfällige Zunge, bes. infolge Trunkenheit' [ KB-Kriegsf, mancherorts]; e schweri Redd han 'schwerfällig reden' [ BZ-Nd'horb]; en schwere Kopp 'ein benommener Kopf' [ NW-Geinsh]. — b. 'eine zusammengeballte, klumpige, dichte, feuchte Konsistenz habend', [verbr.]. De Borrem is sch. 'Der Boden ist lehmig, tonig', im Ggs. zu lockerem, leichtem Sandboden [KU-Brück, verbr.]. 's Hei is noch sch. 'Das Heu ist noch nicht trocken' [ HB-Brenschb, mancherorts]. Es komme schwere Wolke [ RO-Obd]. De Newel leit dick un schwer im Dal [Münch Werke I 109]. — 3. a. 'schwierig zu bewältigen, anstrengend, mühsam' [verbr.]; e schweri Aarwet [Krämer Gal 195]; e schwerer Beruf [ PS-Lu'wink]; e schwerer Gang 'Ein Gang, der nicht leicht fällt' [ KU-Schmittw/O]; e schwerer Dod [ KU-Bedb, mancherorts]; e schwer Geburt [ KB-Kriegsf]. Das Fenschder geht sch. 'läßt sich schwer öffnen oder schließen' [ LU-Opp]. Er is arig sch. gestorb [Rockhs]. Des kammer sch. begreife [ KU-Schmittw/O]. Es is sch. angang 'Es gab Probleme' [ KL-Nanzdzw]. Das es saumäßig sch. [ KB-Kriegsf]. Er tragt sch. [ GH-Kand]. Er lernt sch. [ GH-Kand]. 's loßt sich sch. bewege [ LU-Alsh]. Es liegt mer so sch. im Mage, vom Essen, aber auch übertr. [ PS-Erfw, mancherorts]. Es war e Arwet, sch. un bitter [Münch Werke 21]. RA.: Das war e schweri Geburt 'Das war schwierig fertigzubringen' [LA-Gommh, verbr.]. Er is sch. vun Begriff 'begriffsstutzig' [ KU-Schmittw/O]. SprW.: 's Sterwe is die schwerscht Arwet, die koscht em 's Lewe [ PS-Geisbg]. 's is schwerer, e Mäde se hiede wie e Sack voll Fleh [ Gal-Brotschk, mancherorts Gal Buch]. Sagsprichwort: »Aller Aafank is schwer«, saat der Berrelmann un nimmt sein leere Sack uf de Buckel [KL-Gimsb u. Umg.]. a. 1500: Doruf wardt im geantwort, das im schwere were der letzten schrift inhalt anzunemen [Krebs ProtDomk. Nr. 49]. — b. 'schwierig zu ertragen, psychisch belastend, betrüblich, schwermütig' [verbr.]; e schweres Herz [Krämer Gal 195]; e schweres Schicksal [Kaislt]; schwere Stunne mitmache [ LU-Limbghf]. Das leit mer sch. uf de Seel [Krämer Gal 195]. Er hat sch. (dran) se traae 'Er trägt Kummer, Sorgen' [ KL-Weilb, mancherorts]. »Wer nämlich schwermüthig ist, von dem sagt man, er habe schweres, dickes Geblüt oder stamme aus einer schweren Familie« [Pauli Heilm. 69]. — 4. a. 'reich, gehaltreich' [verbr.]; e schwerer Bauer [KU-Kaulb, Schandein Bav. IV,2 205]. De Wein es sch. [ BZ-Gleisz]. Wann er e [Bd. 5, Sp. 1600] annere kriet, wo schwerer is, läßt er die wieder laafe 'der läßt seine jetzige Braut sitzen, wenn er eine reichere bekommen kann' [ ZW-Battw]. — b. 'von großer Intensität, heftig, gravierend' [verbr.]; e schweri Kranket [ NW-Kallstdt]; e schweri Strof (Strafe) [ LA-Wollmh]; e schwer Gewidder [ LU-Alsh]. Do kummt e schwer Werrer 'ein Gewitter, Unwetter' [ KL-Reichb]. a. 1590: mit schwerer Seuch behaft [LeyArch. A. 2730 (LA-Burrw)]; auch zur Bez. bestimmter Krankheiten, bes. Epilepsie (vgl. PfWB Schwerenot): a. 1590: ein Mann so die schwer Krenk hat [Ley-Arch. A. 2730 (LA-Burrw)]. a. 1592: zweien armen Männern, deren einer mit der schweren sucht behafft gewesen [HornbSchR]. — 5. 'erheblich, sehr, viel' [verbr.]. Der hat mich sch. beschummelt [Krieger 61]. Du werscht dich sch. hiede! (hüten) [ KU-Kaulb]. Das hat 'm sch. zugesetzt [Kaislt]. Er verdient sch. Geld [ BZ-Dernb]. 's hat mich sch. Geld gekoscht [ HB-Schwarzack]. Dem muß mer sch. fläddiere (viel schöntun, schmeicheln), sunscht macht er nix [ IB-Ommh]. Do geht's sch. her 'Da geht es hoch her, da ist was los' [ HB-Kirrbg]. Er hot sch. bieße (büßen) misse [ LU-Opp]. — Südhess. V 916 ff.; RhWB Rhein. VII 2059 ff.; LothWB Lothr. 473; ElsWB Els. II 529. [Bd. 5, Sp. 1601] [ BZ-Dernb]. — -nichtsel f.: nur in Ausrufen, Verwünschungen (verhüllend für Schwerenot), Schwernixel (wērnigsəl) [ KL-Hirschhn]. Du sellscht die Sch. krie! [ KL-Hirschhn]. Südhess. V 920 Schwernichts; Els. II 529 Schwernix; Hess.-Nass. III 530 Schwerenixe. — -not f.: eine Krankheit, im bes. 'Fallsucht, Epilepsie' [mancherorts, Heeger Vhk. 123], 'Pest' [ Gal-Obl], 'Verstopfung' [Braun Lääsebuuch 210], das Wort ist jedoch meist nur noch in Verwünschungen oder Flüchen gebräuchlich, ohne daß der Bezug zu einer bestimmten Krankheit mitgedacht ist, Schwernot (wērnōd, węr-) [KU-Bedb Kaulb RO-Als Dielkch Messbhf Rockhs KL-O'arnb Siegb PS-Erfw KB-Kriegsf LU-Böhl NW-Elmst Frankeck Kallstdt GH-Kand, Lambert Penns 146 Krämer Gal 195], -nout (-nǫud) [ LA-Rhodt Wollmh BZ-Albw Dernb], Schwerenot (wērənōd) [RO-Lettw Schandein Ged. 249], -nout [ LU-Altr], Schwerrenot (węrənōd) [ LA-Mörzh], Schwarnot [ Gal-Obl]; vgl. PfWB Gichtern 1, PfWB Krummenot, PfWB schwer 4 b, Schwerehakken, PfWB -hagel, PfWB -nackel, PfWB -nichtsel; Zs.: Himmelheilig-, Kreuz-, PfWB Schockschwerenot. Krie die Sch.! [ KL-O'arnb]. Du sellscht die Sch. kriche! [ LA-Rhodt]. Wann d' numme die Sch. kriege dätscht! [ LA-Mörzh]. Er hot die Sch. in, von einem durchtriebenen, listenreichen Menschen [ KU-Kaulb]. Südhess. V 918 Schwer(e)not; RhWB Rhein. VII 2061 (unter schwer 1f); Els. II 529 (unter schwer 1). — -nöter m.: 1. 'durchtriebener, verschmitzter, unzuverlässiger Kerl; Nichtsnutz, Tunichtgut', Schwerneder (wērnēdər) [KU-Schmittw/O NW-Frankeck LA-Venn BZ-Dernb, Lambert Penns 146], Schwereneder (wērənēdər) [RO-Messbhf Bayer Hackm. 65 Schandein Bav. IV,2 233], Schwernerer (węrnērər) [ RO-Lettw]. Du bischt e richtiger Schwereneeder! [Feierowend 5/1953 24]. Wo schteckt r dann, der Schwereneder? [Kühn Schnitze II 52]. — 2. 'Schürzenjäger, weibstoller Mann', Schwereneder [ PS-L'mühl]; Syn. s. Schürzenjäger. — Südhess. V 918; RhWB Rhein. VII 2062 (unter schwer 1f); LothWB Lothr. 473.
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