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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schweif bis schweimeln (Bd. 5, Sp. 1580 bis 1582)
 
Schweif, m.
Schweif-riemen, m.
Schweif-säge, f.
Schweif-wedler, m.
Schweige, f.
Schweigen, ON
schweigen, st.
Schweig+-hof, m.
Schweig-hofen, ON
Schweimel, m.
schweimeln, schw.
Schwein, n.
Schweine-bandwurm, m.
Schweine-bauch, m.
Schweine-blase, f.
Schweine-blut, n.
Schweine-bolle, f.
Schweine-braten, m.
Schweine-darm, m.
Schweine-fasel, m.
Schweine-fett, n.
Schweine-fleisch, n.
Schweine-fuß, m.
Schweine-geräube, n.
Schweine-gulasch, m.,  n.
Schweine-hachse, f.
Schweine-hächse, f.
Schweine-händler, m.
Schweine-hund, m.
Schweine-igel, m.
Schwein-, m.
Schweine-karbonade, f.
Schweine-käse, m.
Schweine-knochen, m.
Schweine-knöchel, m.
Schweine-kopf, m.
Schweine-kotelett, n.
Schweine-lappen, m.
Schweine-leber, f.
Schweine-lende, f. m.
Schweine-lenden, f. m.
Schweine-lummel, m.
Schweine-magen, m.
Schweine-metze, f.
Schweine-metzger, m.
Schweine-metzgerei, f.
schweinen, schw.
Schweine-nabel, m.
Schweine-niere, f.
Schweine-pest, f.
Schweine-pfeffer, m.
Schweine-priester, m.
Schweinerei, f.
Schweine-rippchen, n.
Schweinernes, n.
Schweine-rotlauf, m.
Schweine-rüssel, m.
Schweine-schmalz, n.
Schweine-schnitzel, n.
Schweine-seuche, f.
Schweine-speck, m.
Schweine-stall, m.
Schweine-vieh, n.
Schwein-, n.
Schweine-wald, m.
Schweine-wieschen, n.
Schweine-wurst, f.
Schweine-zunge, f.
Schwein-furt, f.
Schwein-grube, f.
Schwein-hag, m.
Schwein-igel
schweinigeln, schw.
Schwein-pelz, m.
Schweins-auge, n.
Schweins-backen, m.
Schweins-berg, m.
Schweins-blase, f.
Schweins-blut, n.
Schweins-borsten, Pl.
Schweins-braten, m.
Schweins-brust, f.
Schweins-bug, m.
Schweins-darm, m.
Schweins-delle, f.
Schweins-fuß, m.
Schweins-galopp, m.
Schweins-graben, m.
Schweins-guckelchen, n.
Schweins-hachse, f.
Schweins-kinnbacken, m.
Schweins-kopf, m.
Schweins-kotelett, n.
Schweins-lappen, m.
Schweins-leber, f.
Schweins-leder, n.
Schweins-mutter, f.
Schweins-niere, f.
Schweins-ohr, n.
Schweins-pfeffer, m.
   Schweif m.:
1. 'Schwanz, Schwanzquaste', Schwaaf [ Don-Ulmbach], Schweif [ KU-Heinzhs BZ-Hermbghf], Schweifel, Dim. [ ZW-Dietriching]; die aus der Pf gemeldeten Formen sind nach ihrer Lautform standardsprachlich, altmda. wäre

[Bd. 5, Sp. 1581]
Schwääf, Schwaaf zu erwarten. De blonde Schweif, aus Hanf geflocht, / hängt runner wie e nasser Docht [Damm Schoggelgaul 5]. RA.: Der schaut aus wie 's Hinkel unnerm Sch. 'unansehnlich' [ Don-Ulmbach]. —
2. vgl. PfWB Überschweif. — Südhess. V 900; RhWB Rhein. VII 2036.
 
  
Schweif-riemen m.: 'Riemen mit Schlaufe oder Ring an beiden Seiten des Zugtiergeschirrs, durch die der Zugstrang oder die Gabeldeichsel geht', Schwääfrieme [ KU-Krottb HB-Kirrbg ZW-Mörsb RO-Nd'mosch]; vgl. PfWB Schweberiemen. Südhess. V 900. — -säge f.: 'Spannsäge mit dünnem, schmalem Blatt', Schweifsää [ KU-Kaulb], -säg [ BZ-Dernb]. Südhess. V 900; RhWB Rhein. VII 2036. — -wedler m.: 'wer schöntut, liebedienert, schmarotzt', Schweifwedler [ GH-Schwegh]; Syn. s. PfWB Schmarotzer 2 a. Vgl. Südhess. V 901 schweifwedeln.
 
  
Schweige f.: 'Mundwerk', iron., nur in der Wend.: Hall dein Schweich! [ LA-Edk]; Syn. s. PfWB Gusche 1 b.
 
  
Schweigen ON: Ort im Kr. BZ, Schwääche (wχə) [mancherorts SOPf, Heeger Südostpf. 39], Schwääge [ LA-Venn]. Neckname für die Bewohner: Schwäächner Deifel (Schnecke) [Bergz (Kamm 126)]. Neckvers: In Schwääsche sitzt de Deifel uf de Stääsche 'Treppen' [Bergz (Kamm 125)]. — Aus ahd. sweiga, mhd. sweiga 'Vielhof mit Weide, Sennerei' [Christmann SN I 552 Dolch-Greule SN 431].
 
  
schweigen st.:
1. 'still sein, nicht sprechen', schweie (waiə) [vereinzelt WPf NPf östl. VPf, Müller Dietschw 68 (hier nur noch von den ältesten Leuten gebraucht) PfId. 130], schweiche, schweische (waiχə, waiə, wḁiχə, wḁiə) [vereinzelt mittl. und südl. VPf], schweige (waigə, waiγə, -ḁ-) [vereinzelt mittl. VPf]; Part. Perf.: geschwie (gəwī, gəwīə) [vereinzelt WPf NPf nördl. VPf], geschwe [PfId. 130], g(e)schwiche (gəwiχə, gwiχə) [vereinzelt SOPf, Heeger Südostpf. 16], g(e)schweche (gəweχə, gweχə) [vereinzelt SOPf, Heeger Südostpf. 9]; Zs.: PfWB ver-, PfWB stillschweigen. Ich hab lang genung geschwiche [ GH-Schwegh]. Schweig un trink, daß ebbes aus der werd [Zahn Einkehr 180]. RA.: Wo du net bischt, Herr Jesus Krischt, do schweie alle Fleere (Flöten) 'Wo das Geld fehlt, ist nichts los' [ KU-Schmittw/O, vereinzelt]. SprW.: Wann de Schweiche verlangscht, fang bei deer aan [ BZ-Dierb]. E G'häämnis bewahrt mer am beschde, wann mer selwer schweicht [ BZ-Dierb]. BR.: Wenn im Janner d' Schnooke geige, warren se 'm Marz wirrer schweige [ GH-Hatzbühl, ähnl. GH-Kand]. —
2. 'zum Verstummen bringen, schweigen machen', schweege (wēgə) [ NW-Haßl Spey]; Zs.: PfWB abschweigen. Ich hawwen net schweege bringe [ NW-Haßl]. — Bed. 1. mhd. swêgen; Bed. 2. mhd. sweigen (Kausativum zu swêgen) ( Lexer Lexer II 1352, Lexer 1372), das im Pfälzischen in

[Bd. 5, Sp. 1582]
der Zs. PfWB abschweigen noch besser bezeugt ist. — Südhess. V 901; RhWB Rhein. VII 2036 ff.; ElsWB Els. II 522 schwigen.
 
 
Schweig+-hof m.: 'Viehhof'; »So hatte unser Schweighof 1357 drei Weinberge« [Ecker 171]. — Mhd. sweighof 'Hof, auf dem viel Vieh gehalten und Käse bereitet wird' [ Lexer Lexer II 1353]; vgl. PfWB Schweigen, PfWB Schweighofen. — -hofen ON: Ort im Kr. BZ, Schwääkoffe (wkofə) [Christmann SN I 552 Dolch-Greule SN 431]; Neckname für die Bewohner: Schwäächhowner Sandhase [Bergz (Kamm 126), BZ-Kapswey Schweig Steinf]; vgl. PfWB Schweigen, Schweighof.
 
  
Schweimel m.: 'überaus große männliche Person'; der lang Schwäämel [ KU-Wolfst]; Syn. s. PfWB Riese1 1.
 
  
schweimeln schw.: 'schwanken, taumeln, unsicher gehen', schwäämele (wmələ) [ KU-Bedb Eschau Hundh Kus Patb Theisbgstg], schwaamele (wāmələ) [ KU-Adb Kaulb]; vgl. PfWB schrankeln 1 a; Syn. s. PfWB torkeln. Er schwäämelt nor noch so 'Er kann infolge Gebrechlichkeit nicht mehr richtig gehen' [ KU-Bedb]. — Abl. zu mhd. sweimen 'sich schwingen, schweben, schweifen' ( Lexer Lexer II 1353/54).