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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schwanz bis schwänzen (Bd. 5, Sp. 1550 bis 1554)
 
Schwanz, m.
Schwanz-affe, m.
Schwanz-appell, m.
Schwanz-bürste, f.
Schwanz-busch, m.
Schwanz-buschen, m.
Schwanz-buschel, m.
Schwanz-büschel, m.
Schwänzel-bübchen, n.
Schwänzel-klee, m.
schwänzeln, schw.
Schwänzel-rock, m.
schwänzen, schw.
Schwänzer, m.
Schwanz-feder, f.
Schwanz-griebe, f.
Schwanz-gurt, m.
Schwanz-haar, n.
schwanzig
schwänzig
Schwänzler, m.
Schwanz-meise, f.
Schwanz-parade, f.
Schwanz-pinsel, m.
Schwanz-putschen, m.
Schwanz-riemen, m.
Schwanzriemen-ring, m.
Schwanz-rock, m.
Schwanz-rübe, f.
Schwanz-spitze, f.
Schwanz-stern, m.
Schwanz-stück, n.
Schwanz-stumpfen, m.
Schwanz-visitation, f.
schwapp, Interj.
schwappchen, schw.
schwappchern, schw.
schwappchig, Adj.
Schwappe, f.
Schweappel, m.
Schwappeler, m.
schwappel-fett, Adj.
Schwappel-gusche, f.
Schwappel-holz, n.
schwappelig, Adj.
Schwappel-kopf, m.
Schwappel-licht, n.
Schwappel-maul, n.
schweappeln, schw.
schwappen, schw.
schwappern, schw.
schwäppern, schw.
Schwappler
Schwären, m.
schwären, schw.
Schwären-pflaster, n.
Schwären-stecher, m.
Schwärer, m.
schwarlen
Schwarm1, m.
Schwarm2
Schwarm-beutel, m.
Schwarm-biene, f.
schwarmen
schwärmen, schw.
schwarmen, schw.
Schwämer, m.
Schwärmerei, f.
Schwärm-fänger, m.
Schwärm-fangkasten, m.
Schwärm-kasten, m.
Schwärm-korb, m.
Schwärm-zelle, f.
Schwarz
Schwarte, f.
schwarten, schw.
Schwarten-kracher, m.
Schwarten-magen, m.
Schwartenmagen-füllsel, n.
Schwartenmagen-kopf, m.
Schwartenmagen-ohr, n.
Schwartenmagen-spieß, m.
Schwarten-zaun, m.
schwarz, Adj.
Schwarz
Schwarz-ameise, f.
Schwarz-amsel, f.
Schwarz-arbeiter, m.
Schwarz-Arschloch-Gäßchen, n.
schwarz-augig, Adj.
Schwarz-bach, f.
Schwarz-bäcker, m.
Schwarz-bart, m.
Schwarz-beere, f.
Schwarz-blättchen
Schwarz-bolle, f.
Schwarzbollen-kuchen, m.
schwarz-braun, Adj.
Schwarz-brenner, m.
Schwarz-brot, n.
   Schwanz m.:
1.
a. 'beweglicher Fortsatz am hintern Ende der Wirbelsäule bei Tieren', Schwanz (wḁns, wans) [verbr., Christmann Kaulb 70, 85, 88 Höh 78 Müller Dietschw 68 Lambert Penns 147 Beam Penns 98 Krämer Gal 194]; Pl. Schwänz (węns, wens) [verbr., Lambert Penns 147, auch Auslandspfälzer]; Dim. Sg. Schwänzje (swęnsjə, wensjə) [WPf NOPf, Christmann Kaulb 75], Schwänzche (węnsχə) [vereinzelt SWPf] (die zahlreichen Meldungen Schwänzche in Laienschreibungen aus der übrigen Pf sind von der Orthographie der Standardsprache beeinflußt. Nach Zischlauten wird -chə zu -jə. Dies wird auch durch Erhebungen des MRhSA (54.2 Gläschen) bestätigt), Schwänzi, Schwänsi [mancherorts äußerste NWPf], Schwänzelche [vereinzelt mittl. WPf mittl. VPf, Otterstetter 107, 130], Schwänzel [mittl. und südl. VPf O-PS]; Pl. Schwänzcher [WPf NOPf], Schwänzercher [mancherorts äußerste NPf], Schwänzelcher [mancherorts WPf mittl. VPf], Schwänzlich [mancherorts SOPf], Schwänzle [mancherorts östl. u. südl. VPf]; vgl. PfWB Pinsel 2 b, PfWB Pritsche 1 a, PfWB Griebe 2bβ, PfWB Sanef, PfWB Sichel 2 b, PfWB Schweif, PfWB Sterz, PfWB Wadel, PfWB Wedel; Zs.: PfWB Atzel- 1, PfWB Pferds-, Eichhörnchen-, PfWB Fuchs- 1, PfWB Gackels-, PfWB Gauls-, PfWB Geißen-, PfWB Gockels-, PfWB Hahnen-, PfWB Hasen- 1, PfWB Herings-, PfWB Hunds-, PfWB Hünkel(s)-, PfWB Katzen- 1, PfWB Krebs-, PfWB Krumm-, PfWB Kuh- 1, PfWB Lämmer- 1, PfWB Maulwurfs-, PfWB Ochsen- 1, Rahm-, PfWB Ratten-, PfWB Ringel-, PfWB Ripp-, PfWB Sau-, PfWB Schott-, PfWB Schwalben- 1, PfWB Sichel-, PfWB Stummel-, PfWB Stumpfschwanz; de Sch. stutze [ NW-Weish/S]. De Sch. is lang [ ZW-Bechhf]. Die Kuh schlenkert de Sch. [ KL-Ottb]. De Gaul schläät mit em Sch. noo de Micke [ NW-Frankeck]. De Fisch hat e Sch. [ ZW-Battw]. Es Schwänzel (des geschlachteten Schweins) kummt in die Lack un werd zum Sauerkraut gekocht [LA-Impfl]. Un hot mer beim Schlachtfescht es Schwänzche gehalte, / däs war als e Gaudi for Junge un Alte [Wilms Land und Lewe 39]. RA.: Schnecke uf die Schwänz schlaa 'Unnötiges tun, die Zeit totschlagen' [Pirmas]. Wenn ein Junge gerne rauchen möchte, sagt man zu ihm: Nemm de Katz ehr Sch. ins Maul! [RO-Rehborn, verbr., Kühn Schnitze I 59] oder Raach de Katz ehrn Sch.! [ LU-Ruchh, vereinzelt]. Do is e Karer (Kater) merreme glieriche Sch. dorch die Scheier 'Da hat jemand Brandstiftung begangen' [ KU-Schmittw/O]. Mer kann net die Kih (Gail) mit em Sch. an die Kripp binne 'Man kann Haustiere nicht hungern lassen' [ KB-Biedh, mancherorts, auch Don Gal Buch Rußl]. Der hot de Gaul am Schwanz ufgezäämt (aufgezäumt) 'Er hat eine Sache verkehrt angefangen' [ GH-Kand, vereinzelt]. Der hat de Gaul am Sch. angebunne 'eine

[Bd. 5, Sp. 1551]
Sache verkehrt gemacht' [ BZ-Annw]. Er dut de Gail die Schwänz ufbinne 'eined Sache zum Verkaufen aufputzen' [ KU-Ulm]. Do heert sich doch de Gaul am Schwanz uf! Ausdruck der Verwunderung [ KL-O'arnb]. Den Weg hat de Fuchs mit em Sch. gemeß, von einem Weg, der viel weiter ist als angegeben [ RO-Obd, mancherorts]; do is noch em Fuchs sein Sch. dran, dass. [ PS-Erfw, mancherorts]. Das hat goldene Schwänz 'Das ist mir zu teuer (beim Viehhandel)' [ KU-Wolfst]. Er hat sichs uf de Sch. gekloppt 'Er hat es entwendet' [ KU-Kreimb]. Demm gehn die Hänn wie em dodne Lamm de Sch., von einem Faulen [ Don-Alexhs, mancherorts Don Gal Buch]. Die sieht aus, wie wann mer der Kuh de Sch. hochhebt, von einer Häßlichen [Land]. Er geht do erum wie e Hund ohne Sch., von einem, der nicht recht weiß, was er soll; von einem Niedergeschlagenen [ KU-Schmittw/O, Gal-Lindenfeld]. 's is mer äänerlee, ob die Krodde Schwänz han orer keen 'Das ist mir völlig gleichgültig' [ RO-Lettw]. Die kennen de Krodde a kä Schwänz mache! 'Die können auch nicht alles' [NPfGV 1934 Nr. 8]. Der esch net schuld, daß die Fresch kään Schwänz hen 'Er kann nichts dafür' [BZ-Dierb, ähnl. Thielen So rerre mer 110]. Leck die Krott em Arsch, noo brauchscht kee Sch. ufhewe [ Don-Schowe]. Er will zwee Raawe an eem Sch. fange [ Gal-Sap]. Er loßt de Schwanz hänke, vom Hund, aber auch übertr- auf Menschen, die traurig, verzagt sind [KB-Biedh, verbr.]. Er zieht de Sch. en, vom Hund, aber auch übertr. auf Menschen, die klein beigeben, einen Rückzieher machen [ FR-Bockh, mancherorts]. Er nemmt de Sch. zwische die Bään 'Er nimmt Reißaus' [ KL-Hütschhs, mancherorts]. Scherzhafter Rat (an Kinder), einen Hasen oder Vogel zu fangen: Muscht em Salz uf de Sch. strääe (lee'e, zeddele, säe) [LU-Muttstdt, verbr.]. Kindern sagt man scherzweise: Du kannscht beim Schlachde es Schwänzje halde [LU-Opp, verbr.]. Scherzhafte Antwort auf die Frage: »Was gibt es zu essen?«: Verheirate Knipp un hooriche Schwänz [ KU-Diedk]. SprW.: Jedes Hindche lobt sei Schwänzje [ Gal-Brig, mancherorts Don Gal Buch]. Ere Gääs geheert halt keen langer Sch. [NPfGV 1934 Nr. 8]. Unser Herrgott loßt de Gääß de Schwanz nit zu lang wachse, sunscht wedelt se sich die Aage raus [ BZ-Wind]. Es is devor gesorcht, daß de Gäns die Schwänz net in de Himmel wachse [ KL-Reichb]. Mit Gewalt hebt mer e Gääß am Sch. erum [ LA-Gommh, vereinzelt]. Kummt mer iwwer de Hund, kummt mer aach iwwer de Schwanz [KU-Diedk, mancherorts, auch Penns Don Gal Buch Rußl]. Die Kuh mit 'm dreckichschde Sch. schlaat 's mengscht (am meisten) rum [ Don-Gottlob]. Volksgl.: Schneid re Katz Hoor vum Sch. ab un trag si im rechte Schuh, noo laaft der di Katz ner färt (fort) [Fogel Beliefs Penns Nr. 680]. De

[Bd. 5, Sp. 1552]
brihiche Hinkel binnt mer'n roter Bendel an der Sch. [Fogel Beliefs Penns Nr. 866]. Rätsel vom Hahn: Was steht uf'm Zaun un hot die Sichel im Schwanz? [Rech Lore 14]. Rätsel von der Nadel (vom Spinnrocken): 's is e eisernes (helzernes) Gailche, hot e flächsernes Schwänzche [ Gal-Moosberg, mancherorts Don Gal Buch]. Neckvers auf die Bewohner von BZ-Stein: Steener Gäns / mit de lange Schwänz [ BZ-Stein]. Neckvers auf Träger des VN Lorenz: Lorenz, / Pack die Gäns / an de Schwänz / un führ se bis nooch Bermesens [Palatina 27. 1. 1934]. Spottvers beim »Rübchen schaben« (s. PfWB schaben 1 b α): Fui, fui, Lenzel, 's Kätzel macht e Schwänzel [ BZ-Dierb, Var. Gal-Josbg]. VR.: Hääle, hääle Lenzche / 's Kätzche hal (hat) e Schwänzche / hal e Lechelche nächscht debei / steckt de NN sein Näs'che enei [ KU-Bedb]. Weitere VR. s. PfWB Pfeife 1 a, PfWB Taler 1 a, PfWB Franz 1, PfWB Krinoline, PfWB Messer1, PfWB Salomon 1, PfWB Straßburg.
b. in den Tierbezeichnungen Pfau-, Lang- 2, PfWB Rotschwanz, -schwänzchen 1. —
2.
a. 'männliches Glied, Penis', beim Menschen [mancherorts ges. Pf.]; Syn.: PfWB Bämperlein, PfWB Bezem, PfWB Pfeife 4 a, PfWB Bimpel 1, PfWB Bippel 1, PfWB Bläß 6 f, PfWB Brunzer 1 b, PfWB Deichsel 2, PfWB Dengelgeschirr, PfWB Ding I1cα, PfWB Dose 2bβ, PfWB Vogel 2dδ, PfWB Gackes 3 a, PfWB Gebärvater, PfWB Gelbrübe 2 b, PfWB Gemäch2, PfWB Gießkanne 2, PfWB Gottbescherchen, PfWB Hanselmann 2, PfWB Harter, PfWB Hebel 5, PfWB Klafuster, PfWB Knüppeldellerich, PfWB Riemen1 2 f, PfWB Schlämpes, PfWB Schnackel 1, PfWB Schnackes 1, PfWB Schnäppäpper, PfWB Schnäpper 6, PfWB Schnickel 3, PfWB Schnickes 1, PfWB Schnippel 3, PfWB Schnipper 1, PfWB Schwengel 2 a, PfWB Spatz 3 a, PfWB Spitze 3aα, PfWB Stange 3 b, PfWB Storzen, PfWB Stritzer, PfWB Zapfen, PfWB Zipfel. Sei Alde hḁnn ḁḁngebb wie e Tuud voll Migge, wellses eerschde Schwänzje wḁḁr, won se gehadd hḁnn, vom Stammhalter der Familie [Hussong Kirkel 41]. Die hḁnn nour een Schwänzje 'Die haben nur einen Jungen' [Hussong Kirkel 154]. RA.: sich de Sch. verbrenne 'sich eine Geschlechtskrankheit zuziehen' [ KU-Kaulb Kreimb]. —
b. 'Geschlechtsteil des Ochsen' [mancherorts]; Zs.: PfWB Farren- 1, PfWB Fasel-, PfWB Ochsenschwanz 2 a; Syn. s. PfWB Rute1 2 d. —
c. 'Geschlechtsteil des Rüden' [ GH-Nd'lustdt]. —
3. Schwanzähnliches [verbr.], im Bes.:
a. 'Frisur, bei der die Haare in Schwanzform getragen werden; Haarschwanz, Zopf' [ ZW-Gr'bundb RO-Dielkch PS-Erfw KB-Kriegsf LU-Oggh NW-Elmst GH-Kand Zeisk]; Zs.: Gauls 2, PfWB Haar-, PfWB Rattenschwanz 2 b. —
b. 'Kometenschweif'; de Sch. vum Kumeet [ LU-Alsh]; vgl. PfWB Schwanzstern. —
c. 'Schwanzförmiges an Pflanzen', meist Pl., z. B. 'Wurzelspitzen der Rüben' [vereinzelt, Wilde 217]; vgl. Gelbrüben-, PfWB Rübenschwänze; 'Kartoffelkeime' [ IB-Aßw], 'Faserspitzen an Maiskolben'

[Bd. 5, Sp. 1553]
[Wilde 167]. a. 1570: sollen sie die oberige schwentz vonn denn abgehawenen baumen auch vfladen vnnd heimfuren [GLArch. Copb. 847, 266]. —
d. vgl. die Pflanzenbez. Erlen-, Fuchs- 2aα-η, Kalmus-, Katzen- 2bα-β, Kitzen-, Lämmer- 2b-d, Lang- 1, PfWB Ochsen- 3, PfWB Ratten- 4a-c, PfWB Rotschwanz 2 a. —
e. vgl. PfWB Biber-, PfWB Fuchs- 2 b, PfWB Ratten- 3, PfWB Sauschwanz 2-3.
f. 'anhängende Dreckklümpchen', in der BR.: Die Schnecke hawe Schwänz, 's gebt kä Reje [ ZW-L'wied]; vgl. PfWB Schnecke 1. —
4.
a. 'Ende, Schluß' [mancherorts]; Zs.: Freitagsschwanz. Er huckt am Sch. 'Er ist der Letzte' [ LA-Venn LA-Ilbh]. »Nur hat fast jede Gemeinde ihr verrufenes Quartier, gewöhnlich das Ende, der Schwanz der Ortschaft« [Schandein Bav. IV,2 394]. BR.: Wie de Freidaa am Sch., so de Sunndaa ganz [ZW-Hornb, verbr.]. Die letscht Woch Mai (Ende Mai) is Winders Sch. [KU-Bedb, ZW-Bechhf PS-Burgalb Bernhard 213]. —
b. 'voller und aromatischer Nachgeschmack, Bukett beim Wein' [mancherorts]. De Woin hot e Schwänzel [ LA-Mörzh]. De Wain hot ken Sch. meh [ KB-Zell]. —
5.
a. 'einfältiger, ungeschickter, langsamer Mensch', auch Schimpfw. [ KU-Schmittw/O RO-Als]; vgl. PfWB Atzel- 2, PfWB Bampel-, PfWB Blau-, PfWB Dreck-, PfWB Dreh-, PfWB Fuchs- 2 c, PfWB Hasen- 2, PfWB Kuh- 2 a, PfWB Lack-, PfWB Lapp-, PfWB Rot- 2, PfWB Schlappschwanz; Syn. s. PfWB Tappes 1 a. —
b. vgl. die Neckn. Gelbrüben-, Gold-, Hähert-, Rübenschwänze.
6. vgl. PfWB Judenschwänze, PfWB Geschwänzte. —
7. in den FlN Katzen- 2 c, PfWB Sauschwanz 4; vgl. Ramge HFA K. 66. — Südhess. V 870 ff.; RhWB Rhein. VII 2002 ff; LothWB Lothr. 471, ALLG I 274; ElsWB Els. II 528, ALA II 29.
 
  
Schwanz-affe m.: 'wer sich auffällig, geckenhaft, lächerlich in Kleidung oder Benehmen gibt', Schwanzaff [ RO-Dielkch LU-Maud]. So 'n Sch.! [ LU-Maud]. — -appell m.: 'ärztliche Untersuchung beim Militär', Soldatenspr., -abbell [ LU-Opp]; vgl. PfWB Schwanzparade, PfWB -visitation; zu PfWB Schwanz 2 a. — -bürste f.: = PfWB Schwanzbusch, nur Pl. -berschde [ BZ-Albw Dörrb]. — -busch, -buschenm.: 'Haarbüschel am Schwanz der Kuh', -busch [ HB-Schwarzack IB-Reinh FR-Lambsh LU-Altr], -busche [ LA-Edh Rhodt]; vgl. PfWB Quaste 2 a, PfWB Schwanzbürste, PfWB -buschel, PfWB -griebe 2, PfWB -haar 2, PfWB -pinsel, PfWB -putschen. -buschel, -büschelm.: = PfWB Schwanzbusch, -buschel [ GH-Erlb], -bischel [ KU-Haschb/G IB-Ballw NW-Gimmdg Kallstdt Ruppbg SP-Mechth LA-Nußd BZ-Apphf Dimb Hergw Klingmst]. Südhess. V 874.
 
 
Schwänzel-bübchen n.: 'Kellner'. Und dann hält das Schwänzelbübche / Aach noch hohl sein Batschhand hin [Müller Luscht un Lewe 80]. — -klee m.: 'Inkarnatklee (Trifolium incarnat.)',

[Bd. 5, Sp. 1554]
Schwänzelklee [mancherorts mittl. VPf (Wilde 133)]. Südhess. V 876 Schwanzklee 'Esparsette'; RhWB Rhein. VII 2005 Schwanzklee.
 
  
schwänzeln schw.:
1.
a. 'den Schwanz bewegen, mit dem Schwanz wedeln', schwänz(e)le (węndsəle, węndslə, węnsələ, węnsle) [verbr., Lambert Penns 147 Krämer Gal 194]. De Hund (De Gaul) schwänzelt [LA-Birkw, verbr.]. De Hund schwänzelt vor lauder Pläsier [ FR-Bockh]. De Rotschwanz unn juckelt / unn schwänzelt unn buckelt [Christmann Grummet 13]. De Schnauz kummt aa glei' angedänzelt, / leckt ihm die Hand, un grinst un schwänzelt [Albert Bei uns 25]. RA.: so schnell wie e Gääß schwänzelt [NW-Deidh Hardbg Kallstdt Bergz (Kamm 92)]. De Wennelche hott gemacht, daß er sou schnell wie e Gääs schwänzelt, aus'm Keller raus kumme is [Kunnrädel 110]. —
b. 'in schwingender Bewegung sein, hin- und herschlagen, wackeln' [vereinzelt]. Mohn (Mag) ich doch deß Dings nett leide, / Wo dr Schtädter an sich hott / ... / Schwänzelt mit seim Bambelfrack [Kühn Palz 57]. VR.: Wann's Fassenacht is, / wann's Fassenacht is, / do schlacht mein Vadder e Bock, / do danzt mei Modder, / do danzt mei Modder, / do schwänzelt aa ehr Rock [ KL-Wörsb]. TL: Was schwänzelt meer mei Reckelche, / Was schwänzelt meer mei Rock? / Ich hun noch kee so Rock gehatt, / was so geschwänzelt hot [Krämer Gal 176]. —
2.
a. 'beim Gehen mit dem Hintern wakkeln, geziert gehen, tänzeln' [verbr., Bernhard 169 Klein Prov. 148]; vgl. PfWB scharwenzeln 2 a. Naddierlich sou Schdadtbebbelcher, die hämm's leicht. Bei denn werd emol dohie geschwänzelt unn emol dorthie gedänzelt [Kunnrädel 10]. Äni wo schwänzelt un reizt / awer noht geizt [Kraus Putscheblum 10]. Schlenker nit so hitzisch dei korzes Röckche! / Schwänzel nit so wääch wie e Kätzje rum, sonscht / werr ich meschugge! [Kraus Gutsjer 37]. —
b. 'lässig gehen, schlendern, bummeln' [mancherorts, Höh 130]; vgl. PfWB howenzeln 7; Zs.: PfWB herumschwänzeln 1; Syn. s. PfWB schlendern. —
3. 'jemanden umschmeicheln, den Hof machen' [NW-Hardbg Bergz (Kamm 60)]; vgl. PfWB howenzeln 4, PfWB scharwenzeln 1; Zs.: PfWB an-, PfWB herumschwänzeln 2. — Südhess. V 875; RhWB Rhein. VII 2006; LothWB Lothr. 471; ElsWB Els. II 528.
 
  
Schwänzel-rock m.: 'langschößiger Männerrock, Frack', Schwänzelrock [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB Schwänzer 1; Syn. s. PfWB Kirchenrock.
 
  
schwänzen schw.:
1.
a. 'die Haare zu einem Schwanz oder Zopf frisieren', schwänze [ LU-Alsh SP-Schiffstdt]; Zs.: PfWB aufschwänzen 1. Ich hab mich g'schwänzt [ SP-Schiffstdt]. Warum hoschden die Hoor g'schwänzt? [ LU-Alsh]. Die Gail werren g'schwänzt 'Die Pferde werden vom Pferdehändler für den Markt schön herausgeputzt' [ LU-Alsh]. —
b. 'den Schwanz (von Pferden,

[Bd. 5, Sp. 1555]
Hunden, Schafen) stutzen' [Lambert Penns 147]. —
2.
a. 'verhauen, verprügeln' [ GH-Kuhdt]; Syn. s. PfWB verhauen. —
rend=> ." level="4" value="51555.03"> 'jemanden (finanziell) ausnehmen, ausplündern, betrügen' [Lambert Penns 147 Klein Prov. 147]. Er hat mich drum geschwänzt [Klein Prov. 147]. —
c. vgl. die Zs.: PfWB fuchsschwänzen. —
3. 'den Schulunterricht, Gottesdienst, die Arbeit u. a. vorsätzlich versäumen' [verbr., Klein Prov. 1792]. Der schwänzt gere (gern) [ KL-Reichb]. Er hat heit d' Schul g'schwänzt [ PS-Erfw]. Der dut als 'hin und wieder' d' Schul sch. [ LA-Gommh]. — Südhess. V 875/76; RhWB Rhein. VII 2006/07; ElsWB Els. II 528.