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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Nikolaus bis Nimmerleins-tag (Bd. 5, Sp. 153 bis 156)
 
   Nikolaus m.:
1.
a. α. der hl. Nikolaus und sein Tag (6. Dez.), Nikolaus [ ZW-Bottb, mancherorts], Nike'loos [IB-Ensh (Glass 69)]; vgl. PfWB Nikolaustag. —
β. In Spey ist am 5. Dez. Klääner, am 6. Dez. Großer Nikolaus; s. Bed. 2a.
b. männl. VN, Nikeloos [ KL-Hütschhs], Niklas [ NW-Gimmdg LA-Venn], Niklos [ Don-Schowe Torscha St.-Andreas], Nikla [Christmann Kaulb 50 RO-Lettw], Klos [NPfGV Juli 1930, S. 52], Klaus [mancherorts]; Kurzform s. PfWB Nickel2 1. —
2.
a. 'volkstümliche vorweihnachtliche Gestalt in der Zeit vom 5. bis 24. Dez.', Nikolaus [vereinzelt ges. Pf, jüngere F.], Nikoloos [ HB-Schwarzack IB-Schnapp], Nikelaus [ KU-Theisbgstg ZW-Hornb Zweibr KL-Hoheck Kottw/Schwand], Nikelas [ LU-Böhl], Nikeloos [ KU-Schönbg WD-Niedkch Marth Saal], Niklaus [ KU-Dittw KL-Kindsb

[Bd. 5, Sp. 154]
Nanzdzw FR-Maxd LU-Oggh NW-Neidfs LA-Hainf GH-Max'au], Niklaas [ PS-Leim LU-Alsh/Gr], Niklas [ ZW-Battw KL-Miesb FR-Beindh Hettldh LU-Fußgh Iggh], Niklos [ KU-Brück], Niklääs [ GH-Max'au], Nekeloos [ IB-Habkch Ingb], Nikolaa [ KL-Lind], Nikla [ KU-A'glan HB-Jägbg KL-H'spey LA-Birkw Gleisw], Dim. (in der VPf verkleiden sich die kleinen Buben als N.) Niklääs'che [ WD-Niedkch IB-Bliesmg/Bolch], Niklääsel [ PS-Merzalb Rodalb SP-Harths LA-Edh Flemling Herxhwey Maik Roschb GH-Bellh Jockgr Knitth], d' Nikläsel [ LA-Offb], d' Niklässel [ LA-Herxh], 's Nikläle [ GH-Hatzbühl]; vgl. PfWB Nickel2 2bα; Syn. s. PfWB Pelznickel 1 u. K. 32. Aus der Vielfalt des Brauchtums: Der N., in weitem Mantel, Stiefeln, mit Pelzmütze oder Schlapphut, weißem Bart, mit Stock und großem Sack oder Köze auf dem Rücken, erscheint am 6. Dez. oder in den Tagen vor Weihnachten, mancherorts auch als Begleiter des Christkindes. In KU-Roßb kommt er in den Tagen vor Weihnachten zu den Kindern ins Haus und fragt mit tiefer Stimme: Waren die Kinder alle brav? Antwort der Eltern: Ija, sie ware brav. Nikolaus: Na, dann wolle mer emol sihn. Er holt dann Äpfel, Nüsse und Süßigkeiten aus dem Sack und legt sie den Kindern hin und sagt: Allo, ich will hoffe, darrener 'daß ihr' aa weirer brav bleiwe, sunscht bringt eich 's Kreschkinnche nix und verabschiedet sich mit: Allo, Genaacht beisamme! In HB-Beed gehen Kinder in der Adventszeit als Nikolaus und als Christkindchen verkleidet von Haus zu Haus und erhalten Geschenke. In Spey gehen am Klääne N. (s. Bed. 1 a β) die kleinen Buben in Sackkapuzen durch die Stadt und sammeln in den Geschäften, am Große N. ziehen die älteren Buben um und singen: Ich bin der kleine König ... (vgl. PfWB König 1bβ). Am Abend des 5. Dez. laufen in LA-Maik als N. verkleidete Knaben, die Nikläsel, mit Ketten, Schelle und Stock auf der Straße herum und ängstigen andere Kinder. Zum Brauchtum s. auch Kathrein(e); Schandein Bav. IV,2 353; Becker Vk. 105, 286, 294. KR.: Morje Owend is Nikolaus, do lossen se de Belznickel eraus [ NW-Frankeck]. Heit kummt de Niklaas. Was will er dann mit mir? Ich nehm en an de Zippelkapp un schmeiß en wedder die Dier [ LU-Neuhf]. Nikolaus, fang die Maus, un werf die Maus zum Fenschder (e)naus! [Der Trifels 24. 12. 1933]; Var. s. PfWB fangen 1a. —
b. 'Schreckgestalt, die Kinder ängstigen soll', Nikolaus [ IB-Hass], Nikelos [ HB-Lu'thal], Niklos [ HB-Kirrbg ZW-Mittb Zweibr], Kloos [ IB-Herbh]; vgl. PfWB Nickel2 2 b β; Syn. s. Butze(n)mann 1a. —
c. Ausruf bei einem lauten Knall oder Schuß: Bauf, Nikla [ NW-Dürkh LA-Venn]; Var. s. PfWB bauf. Do macht unser Lehrer korze Fuffzeh un haat dem Kerl ani uff s Dach un bauf Nikela [Kühn Palz 99]. —
3. sachl. 'Geschenk am Nikolaustag', Dim.

[Bd. 5, Sp. 155]
Nikelääsje [IB-Ensh (Glass 69)]. —
4. FlN, Abteilung des Stumpfwaldes, Alter St. Niklaus [PfPr. 8./9. 10. 1932]. — Südhess. IV 992/93; RhWB Rhein. VI 210 ff.; LothWB Lothr. 384; ElsWB Els. I 766.
 
  
Nikolaus-abend m.: der Abend des 6. Dez. Am Nicklausowed geht de Belznickel un 's Christkind um [ GH-Kuhdt]. Südhess. IV 993. — -jahr n.: »Lautern und Zweibrücken hatten Nikolausjahre vom 6. Dezember des einen bis zu dem des anderen Jahres« [Th. Zink Christtag in alter Zeit, in: NSZ Rheinfront Dez. 1933]. — -tag, Nikolausen-m.: Tag des hl. Nikolaus (6. Dez.), Nikolausdag, -daach, -daa; Niklaus-, Niklas-, Niklos-, s. PfWB Nikolaus 1 [verbr., Schandein Bav. IV,2 353], Nikeloosedaa [IB-Ensh (Glass 69)]. De Belzenickel geht rum vum Niklasdag bis an die Weihnachde [ LU-Alsh]. Zum Brauchtum s. PfWB Nikolaus 2a. a. 1347: sant Nyclaisdag [VeldLUrk. 415]. a. 1422: uf Niklastag [Hornb-Reg. 362]. Südhess. IV 994.
 
 
Nikotin n.: nach dem Schd., Nigodien (nigoˈdīn), Nigedien (nigəˈdīn) [mancherorts]. Südhess. IV 994.
 
  
Nikotin-vergiftung f.: nach dem Schd., Nigodienvergifdung [Land, vereinzelt], Nigedien- [ RO-Als LU-Altr LA-Gommh]. Raach net so viel, schunsch sterbschde an N.! [ KL-Reichb]. Südhess. IV 994.
 
 
Niljal s. PfWB Lineal; Nilje s. PfWB Lilie.
 
  
Nil-pferd n.:
1. nach dem Schd., Schülerspr., Nilpferd [vereinzelt], -perd [ KU-Herschw/Petth KL-Reichb PS-Gersb LA-Maik], -ferd [ KU-Schmittw/O RO-Als], Nillpferd [ LA-Gommh]. Haut hat der wie e N.! 'eine dicke Haut' [ KL-Reichb]. —
2. Schimpfw. für einen dummen Menschen; Du Nilpferd! [ PS-Fehrb]. — Südhess. IV 994; RhWB Rhein. VI 213.
 
  
nimmer, nimmi(h), nimme(h)Adv.: 'nicht mehr, nicht wieder, nicht länger', nimmer [KU-Nerzw, vereinzelt, Kobell 126], nimmi, nimmih(n) [weit verbr., PfId. 101 Christmann Kaulb 27 Mang 137 Schneckenburger 32, 36 Heeger Südostpf. 24 Kühn Hamet 126, verbr. Don Gal Buch, Buffington-Barba Penns 156 Krämer Gal 156], nimme, nimmeh(n) [mancherorts WPf nördl. u. mittl. VPf GH-Neubg Reichard Penns 25 Krämer Gal 156], nemme, nemmehn [verbr. östl. NPf vereinzelt nördl. VPf westl. WPf SWPf], nemmi, nemmihn [ KU-Breitb WD-Hoof Marth HB-N'alth RO-Feilbg], nimmich [verbr. Umg. Kus]; verstärkt: gar n., mei Lebdaach n., bei meiner Lebzeide n. [verbr.]; vgl. PfWB nicht 1. Dem betrerich (betrete ich) die Schwell nemmi [ WD-Niedkch]. Mer han schun lang nimmeh so gelacht [Krieger 23]. Ich speer mein Glierer nimmihn; die Bään troon mich n. (vor Müdigkeit) [ KU-Schmittw/O]. Er kann nimmi Bapp sage (so vollgefressen ist er) [ NW-Hardbg]. Die Gerscht braucht mer nimmihn se dresche (weil sie vom

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Hagel zerschlagen wurde) [ KU-Schmittw/O]. Sie losse enander nimmi 'sind verliebt' [ PS-Erfw]. Nimmeh gut wird ein Bursche mit einem Mädchen, von dem er einen Korb bekommen hat [ LU-Böhl]. Er kummt nimmehn driwwer naus 'findet keinen Trost' [ LU-Opp]. Der braucht (mer) nimmi se kumme 'Ich will nichts mehr von ihm wissen' [ KU-Bedb]. Die Kuh macht nemme 'ist unfruchtbar' [ KU-Frohnf, Albess Bedb WD-Niedkch]. Er bringt sein Fieß nimmi fort (weil er zu viel getrunken hat) [ KB-Bennhs], bringt 's Maul nimmich samme (vor Lachen) [ KU-A'glan]. Er is nimmi bei sich 'ist verrückt' [ KU-Gangl, LA-Roschb]. Er kann nimmi 'ist geschlechtlich unvermögend' [ LU-Opp]. 's geht nimmi, dass. [ KB-Kerzh]. Der macht nimmi lang mit, von einem Todkranken [ LA-Gommh]. Scherzh. Antwort auf die Frage Wie geht's?: Wann's besser ging, kennt mer's nemmeh aushalle [ KB-Biedh]. SprW.: De Kuhhannel kammer werrer ufhewe, Weiwerhannel nimmi [ KL-Reichb]. WR. s. PfWB Frühling 1; VR. s. PfWB drei 3, PfWB dudeln 2. a. 1305: daz nummer geschehen muze [OttbgUrkb. 266]. a. 1335: und sollent den zwein noch dem oberman neymer dez vigender werden [Vergleich zw. Walram v. Zweibr u. dem Grafen v. Zweibr-Bitsch]. Südhess. IV 978/79 nicht 1; LothWB Lothr. 384; ElsWB Els. I 701.
 
  
Nimmerleins-tag m.: 'nie eintretender Zeitpunkt', Mimmerlesdag, -daach [Bergz, mancherorts, PfId. 101], Nimmeles- [ Don-Schowe Torscha]; am N. 'niemals' [ BZ-Schweig]; vgl. Pfefferneujahrs-, PfWB Lämmerlestag. Südhess. IV 994; RhWB Rhein. VI 214; LothWB Lothr. 383; ElsWB Els. II 665.