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Pfälzisches Wörterbuch 
 
schrunzelig bis Schrupp-feile (Bd. 5, Sp. 1459 bis 1461)
 
schrunzelig, Adj.
schrunzeln, schw.
schrunzlig
schruppchen, schw.
schruppen, schw.
Schrupper, m.
Schrupper-besem, m.
Schrupperei, f.
schruppern, schw.
Schrupper-stiel, m.
Schrupp-feile, f.
Schrupp-hobel, m.
Schrupp-kopf, m.
Schruppsel, n.
schruppsen, schw.
Schruze, f.
schruzen, schw.
sch-sch
scht, Interj.
Schub, m.
Schupf, m.
Schub-besen, m.
Schübe, f.
Schübel, m.
schübelecht, Adj.
Schubeler, m.
Schubel-klicker, m.
schubeln, schw.
Schubel-röllchen, n.
schuben, st.,  schw.
schupfen, st.,  schw.
schüpfen, st.,  schw.
Schuber1, m.
Schuber2
Schuber+-geld, n.
Schuber-sack, m.
Schubiack, m.
schübig, Adj.
Schub-karch, m.
Schub-karren; Schupf-, m.
Schuck-, m.
Schubkarch-arm, m.
Schubkarchs-, m.
Schubkarren-, m.
Schubkarch-baum, m.
Schubkarch-bock, m.
Schubkarch-korb, m.
Schubkarch-lande, f.
Schubkarch-laufen, n.
Schub-kärchler, m.
Schubkarch-rad, n.
Schubkarchs-, n.
Schubkarch-rennen, n.
Schubkarch-spange, f.
Schubkarch-stand, m.
Schubkarch-stollen, m.
Schubkarch-trage, f.
Schub-kasten, m.
Schub-lade, f.
Schublad(en)-kratzer, m.
Schublad(en)-schieber, m.
Schublad(en)-schmuser, m.
Schublad(en)-tänzer, m.
Schublad(en)-zieher, m.
Schubler
Schub-sack, m.
schubsen, schw.
Schubser, m.
schucheln
schüchter, Adj.
schüchtern
Schuck1, m.
Schuck2
Schuck3, m.
schuck, Interj.
Schucke
Schückelchen
schucken1, schw.
schucken2, schw.
Schucker, m.
schucker, Adj.
schuckerig, Adj.
schuckern, schw.
schückern, schw.
Schuckert, m.
Schuck-freier, m.
Schuck-karch
Schuckser, m.
Schudel-pudel, m.
Schuf
Schufer, m.
Schufer-buckel, m.
schuferig, Adj.
Schufer-platz, m.
Schuffe, f.
Schüffel, f.
Schüffel-haue, f.
schüffeln, schw.
Schüffel-streusel, n.
schüffern, schw.
   schrunzelig Adj.: 'runzelig, faltig, schrumpelig, schrundig, zusammengeschrumpft', bes. von der menschlichen, tierischen Haut, Leder, von Früchten, Speisen u. a., schrunzelich (rundsəliχ, runsəliχ) [RO-Semb FR-Heßh LU-Alsh Friesh LA-Diedf, Thielen 103], schrunzlich (rundsliχ, runsliχ) [PS-Nd'simt Rodalb LU-Neuhf NW-Erph Wachh LA-Böching Land BZ-Nd'horb GH-Westh, Kamm 59 Don-Schowe Torscha]; vgl. PfWB schrumpfelig 1a und b. 's Gesicht is sch. [ LU-Alsh]. Dein Stern (Stirn) is awwer sch.! [ RO-Semb]. Dess gude Schtick werd mit de Zeit / halt schrunzelich un fleckich, von einer Aktentasche [Damm Nachtdischlamp 74]. Die Grumbeere sinn schun ganz schrunzelich [ PS-Hintwdth]. — Südhess. V 776; RhWB Rhein. VII 1828.
 
  
schrunzeln schw.:
1. 'runzeln, rümpfen, in Falten legen', schrunzele (rundsələ, runsələ) [ PS-Nd'simt LU-Alsh Neuhf]; vgl. PfWB schrumpfeln 1 a; mit de Stern schrunzele 'die Stirn in Falten legen' [ PS-Nd'simt]. Er schrunzelt die Stern [ LU-Neuhf]. Ich habb's em gewisse, do hot er die Noos geschrunzelt 'Ich habe ihn zurechtgewiesen, da hat er die Nase gerümpft' [ LU-Alsh]. —

[Bd. 5, Sp. 1460]

2. 'einschrumpfen und dabei faltig werden', schrunzele [ RO-Semb LU-Friesh], schrunzle [ Don-Schowe Tscherwk]; vgl. PfWB schrumpfeln 1 b; Zs.: PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB zusammenschrunzeln. — Südhess. V 776; RhWB Rhein. VII 1828.
 
 
schrunzlig s. PfWB schrunzelig.
 
  
schruppchen schw.:
1.
a. 'schaben, reiben, scheuern, scharren', schruppche (rubχə) [KU-Schmittw/O WD-Niedkch KL-Matzb, PfMHk. 1925 296]; vgl. PfWB Geschruppche. —
b. 'hastig, gierig zusammenscharren, raffen' [ KU-Hundh WD-Niedkch]; vgl. PfWB schrappchen 2, PfWB schruppsen; Zs.: PfWB zusammenschruppchen. —
c. 'flüchtig, oberflächlich arbeiten' [ KL-Weilb]; Syn. s. PfWB schnudeln 1. —
2. 'tüchtig, viel essen' [ PS-Geisbg], vgl. PfWB schrumpfen 2; Syn. s. PfWB essen, PfWB wamschen. — Südhess. V 776/ 77; RhWB Rhein. VII 1832.
 
  
schruppen schw.:
1.
a. 'durch Scheuern, Reiben, Schaben reinigen', schruppe (rubə) [verbr., Christmann Kaulb 64 Karch Gimmdg/Muttstdt 235 Klein Prov. 143 Müller Dietschw 68 Schandein Ged. 249], schroppe (robə) [Germh, PfId. 129]; Part. Perf. g(e)schruppt (gərubd, grubd) [verbr.]; vgl. PfWB schruppern; Zs.: PfWB abschruppen; de Anzuch sch. [ ZW-Bottb]. De Gang muscht ordentlich sch., sunscht werd er net sauwer! [ NW-Haßl]. —
b. 'sich kratzen' [ Gal-Lindenfeld]; vgl. PfWB Schruppkopf. —
c. in der Wend.: de Esel schrubbe 'mit den Fingern an einer Fensterscheibe herunterfahren und dadurch einen brummenden Ton erzeugen' [ KU-Diedk]. —
2.
a. 'die Füße beim Gehen am Boden schleifen lassen' [ KL-Reuschb]; vgl. PfWB schlurpen 3. —
b. 'tanzen' [ KU-Bedb RO-Lettw HB-Erb Reiskch]; ener sch. 'ein Tänzchen machen' [ KU-Bedb]. —
3.
a. 'mit einer Feile, einem Hobel grobe Unebenheiten glätten' [mancherorts]; vgl. PfWB Schruppfeile, -hobel. —
b. 'ein Streichinstrument streichen' [KU-Bedb, Müller Luscht un Lewe 76]. —
c. 'koitieren' [Thielen 103]. —
d. 'tüchtig arbeiten' [ RO-Obd Rockhs]. —
e.
α. '(kurzes Gras, den dritten Grasschnitt) mit der Sense mähen' [ KU-Kaulb Schönbg RO-Breunigw]; vgl. PfWB Schruppsel. a. 1537 (Abschr. 1604): vnd wan das gras geschrupt wird, so soll der oberherren schultis der gemeinden leuden vnd heißen das hauw machen [Schöffenweistum RO-Falkst 22]. —
β. 'mit der Sichel mähen' [ KU-Hefw RO-Schiersf KL-Baalbn Fischb Schallodb Schneckhs Wörsb FR-Eppst Flomh Merth N'lein Saush NW-Dürkh Gönnh Kallstdt]. —
4. 'hauen, verhauen' [ IB-Ballw BZ-Schweighf]; Syn. s. PfWB verhauen. —
5. 'mit vollen Backen kauen; tüchtig, viel essen' [ZW-Wiesb PS-Burgalb, Höh 122 Bernhard 168 Juner 93]; Syn. s. PfWB essen, PfWB wamschen. Der hot Hunger gehatt, der hot geschruppt [ PS-Burgalb]. Der hat deß ganze Hähnsche geschrubbt [Bernhard 168]. — Südhess. V 777/78; Rhein. VII

[Bd. 5, Sp. 1461]
1829 ff.; LothWB Lothr. 467; ElsWB Els. II 518.
 
  
Schrupper m.:
1.
a. 'Bürste mit langem Stiel zum Scheuern des Bodens', Schrupper (rubər) [mancherorts, Bernhard 168 Christmann Kaulb 64 Hussong Kirkel 153 Klein Prov. 143 Schandein Sprachsch. 249]. —
b. vgl. PfWB Zahnschrupper. —
2.
a. 'Gerät des Metzgers zum Abschaben der Borsten des geschlachteten Schweins' [ RO-Dielkch]; vgl. PfWB Schrappen 1, PfWB Schräpper u. Abb. 59. —
b. vgl. PfWB Rummelnschrubber. — Südhess. V 778; RhWB Rhein. VII 1833.
 
 
Schrupper-besem m.: = PfWB Schrupper 1 a, Schrupperbäsem [ RO-Wartbg]. Südhess. V 778; RhWB Rhein. VII 1831 Schruppbesem.
 
 
Schrupperei f.: 'das ermüdende Bearbeiten der Wäsche mit einer Bürste'. Es härtschte vun dem Weschdaag dann, / des war die Schrubberei [Wilms Land und Lewe 45]. Rhein. VII 1831.
 
  
schruppern schw.: = PfWB schruppen 1 a, schruppere (rubərə) [ PS-Hintwdth Haust FR-Merth SP-Mechth BZ-Darst GH-Weingt]; vgl. PfWB strupfern. Südhess. V 779; RhWB Rhein. VII 1833 and. Bed.
 
  
Schrupper-stiel m.: 'Stiel für den Schrupper 1 a', Schruppersteel [ BZ-Albw]; er wird hier aus dem jährlich anfallenden Stamm des alten Christbaums gemacht. Südhess. V 779.
 
 
Schrupp-feile f.: 'Feile mit grobem Hieb', Schruppfeil [Kaislt]. RhWB Rhein. VII 1831. —