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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schröpf-kopf bis Schröter (Bd. 5, Sp. 1451 bis 1453)
 
Schröpf-kopf, m.
Schröpf-kunst, f.
Schröpf-schnäpper, m.
Schrot, m.,  n.,  f.
Schrot-baum, m.
Schrot-beil, n.
Schrot-bohrer, m.
schroten1, st.,  schw.
schroten2, schw.
Schroter, m.
Schröter, m.
Schröter-bock, m.
Schröter-kuh, f.
Schröter-männchen, n.
Schröter-ochse, m.
Schröter-weibchen, n.
Schrot-flinte, f.
Schrot-gang, m.
Schrot-hacke, f.
Schrot-holz, n.
schrötig
Schrot-korb, m.
Schrot-kugel, f.
Schrot-lauf, m.
Schrot-leiter, f.
Schrot-mehl, n.
Schrot-meißel, m.
Schrot-messer, n.
Schrot-mühle, f.
Schrot-pickel, m.
Schrot-schuß, m.
Schrot-seil, n.
Schrot-stange, f.
Schrott, m.
Schrott-dole, f.
Schrotten
Schrotten-haufen, m.
Schrotten-stempel, Pl.
Schrotten-walze, f.
Schrott-schäse, f.
schrubatzig, Adj.
schrubbchen
schrubben
Schrubber
schrubbern
Schrubb-kopf
Schruft, f.
Schrulle, f.
schrullig, Adj.
schrumm
schrummen, schw.
Schrumpel
schrumpelig
schrumpeln
Schrumpfchen, n.
Schrumpfel, f.
Schrumpfel-auge, n.
Schrumpfel-bunzel, f.
Schrumpfeler, m.
Schrumpfel-gesicht, n.
schrumpfelig, Adj.
schrumpfeln, schw.
Schrumpf(el)-pumpel, f.
schrumpfen, schw.
schrumpflig
Schrumpfung
Schrumpumpel
Schrunde, f.
Schrundel
Schrunden-gusche, f.
Schrunden-maul, n.
schrundig, Adj.
Schrung-rebe, f.
Schrunzel, f.
Schrunzel-bunzel, f.
schrunzelig, Adj.
schrunzeln, schw.
schrunzlig
schruppchen, schw.
schruppen, schw.
Schrupper, m.
Schrupper-besem, m.
Schrupperei, f.
schruppern, schw.
Schrupper-stiel, m.
Schrupp-feile, f.
Schrupp-hobel, m.
Schrupp-kopf, m.
Schruppsel, n.
schruppsen, schw.
Schruze, f.
schruzen, schw.
sch-sch
scht, Interj.
Schub, m.
Schupf, m.
Schub-besen, m.
Schübe, f.
Schübel, m.
schübelecht, Adj.
   Schröpf-kopf m.:
1. 'Gefäß, das beim Schröpfen angesetzt wird', veralt., Schreppkopp (rebkob) [mancherorts Lambert Penns 141], Schreffkopp (refkob) [ KU-Obw/Tiefb RO-Dielkch]. Der kriecht Schreppkepp (Pl.) ufgesetzt [ LA-Gommh]. Wann awer zwä Menschekinner so mitnanner verwechselt werren, daß dr unrichtig devun e Schreppkopp uffgesetzt kriet, der sell der hot 'n, den nemmt 'm kän Dokter mehn ab [Kühn Schnitze I 206/07]. Der soll krank sein un e Schreppkopp uffgesetzt krie [Kühn Schnitze I 107]. RA.: Er dut em de Sch. anhänge 'Er nutzt ihn aus' [ NW-Geinsh]. —
2. 'Blutegel (Hirudo medicinalis)', Schreppkopp [ ZW-Walshs RO-Steinb KL-Fischb LU-Limbghf Spey], Schropp- [ KL-Fischb], Schreff- [RO-Potzb Rehbn Sippf], Schraff- [ RO-O'mosch]; Syn. s. PfWB Blutsuckeler 1 und K. 57. —
3. 'kleines Fäßchen mit Wein oder Bier', scherzh. [ KU-Schmittw/O GH-Zeisk]. So e Schreppkeppche kann negscht 'beinahe' äiner saufe [ KU-Schmittw/O]. —
4. 'wer andere ausbeutet, übervorteilt' [ NW-Geinsh]. — Südhess. V 768; Rhein. VII 1814. — -kunst f.: 'die Fertigkeit, einem Patienten Schröpfköpfe anzusetzen'. Un er iß nooch alle Rejele vun dr edle Schreppkunscht behannelt worr [Kühn Schnitze I 209]. — -schnäpper m.: 'Werkzeug mit vorschnellenden Klingen zum Anritzen der Haut beim Aderlaß', Schreppschnäpper [ LU-Opp]; vgl. PfWB Aderlaßschnäpper.
 
  
Schrot m., n., f.:
1. 'zerkleinerte, grob gemahlene Körnerfrüchte', als Kraftfutter verwendet, Schrot (rōd) [verbr., Christmann Kaulb 18 Karch Gimmdg/Muttstdt 235 Mang 123 Müller Dietschw 68 Lambert Penns 141 Krämer Gal 193], Schrout (rǫud) [ KL-Lind NW-Geinsh

[Bd. 5, Sp. 1452]
Niedkch BZ-Albw GH-Nd'lustdt], Schrut (rūd) [ RO-Rehborn]; Pl. ungebräuchl.; Gen. n.: [vereinzelt ges. Pf (nach dem Schd.?)], Gen. m.: [ KU-Schmittw/O KL-Lind PS-Hintwdth Schmalbg KB-Bennhs BZ-Albw mancherorts Don Gal], Gen. f.: [WD-Niedkch ZW-Bechhf Lambert Penns 141]; Zs.: PfWB Gersten-, PfWB Hafer-, PfWB Korn-, PfWB Leinsamen-, PfWB Maisschrot. RA.: Des Johr kriet's Vieh Grumbeerestambes mit Sch. weil 's Hei net so dick es [ ZW-Battw]. De Sch. liet (lügt) net 'Man sieht es einem Stück Vieh an, wenn es mit Schrot gefüttert wird' [ KU-Schmittw/O]. —
2. 'Bleikügelchen in Schrotpatronen von Feuerwaffen' [verbr.]; Zs.: PfWB Hasen-, PfWB Hühnerschrot; mit Sch. schieße [Krämer Gal 193]. Doch 's meischt war's Schroot umsunscht als verknallt [Wilms Land und Lewe 38]. Nau holt er mol sei langi Flint ... / Un laad sie aa mit Sch. [Birmelin Penns Poems 99]. —
3. 'keilförmiger Einsatz im Amboß, auf dem man glühendes Eisen durch Draufschlagen mit dem Hammer trennt', Sprache der Schmiede und Nagelschmiede, das Schrot [Kus]. —
4. alte Gewichtseinheit, nur in der RA.: Der is vun echdem Sch. un Korn 'tüchtig, ehrlich' [Krieger 11]. Der Karl war noch vum rechte Schrot, en echter Freind, in Frääd un Not, un was er saat, war wohr un echt, - un trinke kann er aach net schlecht [Wilms Land und Lewe 98]. — Südhess. V 768; RhWB Rhein. VII 1816/17; LothWB Lothr. 467 Schrode; ElsWB Els. II 520.
 
 
Schrot-baum m.: '(paarweise verwendete) stärkere Stange, auf der Fässer in schiefer Ebene transportiert werden', z. B. aus dem Keller, auf Fahrzeuge usw., Schrotbaam, -bääm; Schrout-, s. PfWB Schrot und PfWB Baum [mancherorts, bes. Weinbauorte], häufig nur Pl. -bääm [mancherorts]; vgl. PfWB Schrotholz, PfWB -leiter, PfWB -stange. Südhess. V 769; RhWB Rhein. VII 1756 Schradbaum. — -beil n.: ein Küferwerkzeug; a. 1571: Item 1 dauen beyell Item 1 lankbeyell Item 1 schrott beyell [ZWeibr-KellR]. DWB DWb. IX 1780/81. — -bohrer m.: ein Zimmermannswerkzeug; a. 1425: an schrotbore vnd werche exe (Äxte) vnd anders das eyme zymerman zu gehhort [LeinArch. (Löhne)]. DWB DWb. IX 1781.
 
  
schroten1 st., schw.:
1.
a. 'Körnerfrüchte grob zermahlen', schrode (rōdə) [mancherorts VPf SPf vereinzelt übrige Pf, Lambert Penns 141 Krämer Gal 193], schroude (rǫudə) [ GH-Schwegh], schrore (rōrə) [mancherorts WPf NPf vereinzelt VPf, Müller Dietschw 68], schroure (rǫurə) [ BZ-Albw Dierb GH-Hördt], (rōurə) [Höh 122]; Part. Perf. geschrore [ NW-Frankeck], g(e)schrot [KU-Schmittw/O Lambert Penns 141]; Zs.: PfWB verschroten 1; geschrotner Hawwer [ LU-Alsh]; geschrorener Hawwer [ ZW-Gr'bundb]; Korn sch. [Krämer Gal 193]. Er schrot Geerscht for 's Veh [ KU-Schmittw/O]. —
b.
α. 'Obst (zum Keltern) zerkleinern', schrore [RO-Münstapp

[Bd. 5, Sp. 1453]
KL-Fischb]; Zs.: PfWB zusammenschroten. —
β. 'Kraut zerschneiden, hobeln', schrode [ KU-Diedk]. —
c. 'Holzstämme der Länge nach aufspalten' schrore [ LU-Maud], schroure [ LA-Gommh]. a. 1771: Ein Wildzaun von gerißenem und geschrothenem Holtz [PfMus. 1884 36 (NW-Hardbg)]. —
d. 'von Steinen Stücke abschlagen, Steine behauen'. Er hat Ziechele geschrore 'Er hat Ziegeln, Ziegelsteine behauen' [ NW-Frankeck]; Zs.: aus-, PfWB einschroten. a. 1596: felsen ... Ihm fahrweg hinweg zu schroden damit man die straß ... gebrauchen möge [WerschwSchR 262r]. —
e. vgl. PfWB verschroten 2. —
2.
a. 'mit vollen Backen essen, tüchtig kauen', schrode [PS-Rodalb (Bernhard 167)], schrore [ KU-Schmittw/O HB-Lu'thal KL-Matzb PS-Hintwdth], schroure [KL-Lind (Höh 122) GH-Hördt]; Syn. s. PfWB essen, PfWB wamschen. —
b. 'zerbeißen, abnagen', von Mäusen, schrore [ KU-Hundh], schroude [ GH-Schwegh]. Die Mais schrouden die Frucht 'Die Mäuse nagen die Körner aus den Ähren, Fruchthülsen und fressen sie' [ GH-Schwegh]. — Mhd. schrôten 'hauen, schneiden, abschneiden' ( Lexer Lexer II 804/05). — Südhess. V 769 schroten II; RhWB Rhein. VII 1815/16; LothWB Lothr. 467 schroden; ElsWB Els. II 519.
 
  
schroten2 schw.: 'Fässer mittels eines Schrotbaums, einer Schrotleiter (in schiefer Ebene) rollen, bewegen', z. B. aus dem Keller, auf Fahrzeuge usw., schrode [Rockhs KB-Gauh FR-Grünstdt], schroude [ LA-Edh]; vgl. PfWB Schrotbaum, -leiter; Zs.: ab-, PfWB aufschroten; PfWB Weinschroten. — Mhd. schrôten, schrâden 'rollen, wälzen', bes. 'Wein- und Bierfässer auf- und abladen' ( Lexer Lexer II 805). — Südhess. V 769 schroten I; RhWB Rhein. VII 1756 schraden; DWB DWb. IX 1789/90.
 
  
Schroter m.: 'Krauthobel', nur Dim. Schroder- che [ KU-Diedk]; vgl. PfWB Krautschröter.
 
  
Schröter m.:
1. 'Hirschkäfer (Lucanus cervus)', Schreder (rēdər) [verbr. mittl. SPf mancherorts SOPf, Heeger Tiere II 15], Schräider (ręidər) [ LA-Göckling BZ-Apphf], Schrerer (rērər) [mancherorts mittl. SPf SOPf], Schreðer [ Buch-Illisch], Schräirer (ręirər) [ NW-Lach Mußb LA-Birkw Böching Essing Göckling Ilbh Nd'hochstdt Nußd Rhodt Siebdg Venn BZ-Bindb Eußth Dernb Gleisz/Gleishb LA-Hainf], Schräiðer (ręiðər) [ LA-Siebdg], Schre'er (rēər) [ PS-Kröpp Münchw]; vgl. PfWB Schlierer 2; Verbr. s. K. 203; Zs.: PfWB Horn-, PfWB Mosen-, PfWB Weinschröter; Syn. s. PfWB Hirschkäfer 1. —
2. 'kleiner Kerl', Schreder [Bergz (Kamm 59)]; Syn. s. PfWB Zwerg. —
3. vgl. PfWB Amboß-, PfWB Krautschröter. — Zu Bed. 1 vgl. mhd. schrôtel 'Hirschkäfer' ( Lexer Lexer II 804). — Südhess. V 769/70; RhWB Rhein. VII 1757 Schräder; RhWB Rhein. VII 1818/19 Schröter; ElsWB Els. II 519; Schwäb. V 1151.