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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schorn-stein bis Schornstein-schwalbe (Bd. 5, Sp. 1416 bis 1418)
 
Schorn-stein, m.
Schornstein-boborer, m.
Schornstein-busem, m.
Schornstein-butzel, f. m.
Schornstein-butzen, f. m.
Schornstein-feger, m.
Schornsteinfegers-blume, f.
Schornsteinfegers-kappe, f.
Schornstein-kammer, f.
Schornstein-putzer, m.
Schornstein-scharre, f.
Schornstein-schwalbe, f.
Schorn-weide, f.
Schorr, m.
schorr, Adj.
schorrig, Adj.
Schor(r)-bach, f.
Schor(r)-brunnen, m.
Schor(r)-stein, m.
Schor(r)-wiese, f.
Schorsch
Schor-wolle, f.
Schorz
Schosko, m.
Schoß1, m.  (f.)
Schoß2, m.
Schoß&#x-bank, f.
Schoß-beutel, m.
Schoß-blater, f.
Schoß-brett, n.
Schoß-dielen, m.
Schossee, f.,  n.
Schossee-gard, m.
Schossee-graben, m.
Schosseegraben-bankert, m.
Schossee-haus, n.
Schossee-karch, m.
Schossee-kratze, f.
Schossee-mann, m.
Schosseen-bickel, m.
Schossee-perme, m.
Schossee-rech, m.
Schossee-rinne, f.
Schossee-stein, m.
Schossee-stich, m.
Schossee-wacken, m.
Schossee-walze, f.
Schossel1, m.
Schossel2
Schossel-bande, f.
schosselig, Adj.
schosseln, schw.
Schößen-knöpfe, Pl.
Schößen-rock, m.
Schosser, m.
schosserig, Adj.
schossern, schw.
Schossert, m.
Schossett, f.
Schoß-hund, m.
schossiert, Adj.
Schoß-kätzchen, n.
Schoß-kuchen, m.
Schößling, m.
schößlingen, Adv.
Schoß-melde, f.
Schöß-, f.
Schoß-rock, m.
Schöß-, m.
Schoß-taille, f.
Schote, f.
schotelig, Adj.
Schoten, m.
Schoten-bläß, f.,  m.
schoten-blässig, Adj.
Schoten-bohnen, Pl.
Schoten-erbsen, Pl.
Schoten-franz, m.
Schoten-frucht, f.
Schoten-gickes, m.
Schoten-haus, n.
Schoten-heinrich, m.
Schoten-matthias, m.
Schoten-meckes, m.
Schoten-sabbel, m.
Schoten-zehnt, m.
schotig, Adj.
Schott
Schott-arsch, m.
schotteln, schw.
Schotter1, m.
Schotter2, m.
Schutter, m.
Schotter3, m.
Schotter-gabel, f.
Schotter-hünkel, n.
schotterig, Adj.
schottern1, schw.
schottern2, schw.
Schottert1, m.,  n.
   Schorn-stein m.:
1.
a. 'gemauerter Abzugsschacht für Feuerungsabgase, Kamin', Schornschde (orndə, oÄ(r)ndə) [verbr. (außer westl. WPf SWPf), PfId. 128 Müller Dietschw 67 Schneckenburger 26], (ǫrndə, aÄndə) [Heeger Südostpf. 10], Scharnschde (arndə, rndə) [KU-Bedb Roth Ulm RO-Messbhf FR-Albsh A'lein Christmann Kaulb 18 Mang 103, 219], Schannschde [ KU-Adb ZW-Bechhf RO-Bistschd LU-Böhl Dannstdt NW-Elmst], Schorschde (ōrdə, oÄ(r)də) [verbr. westl. WPf SWPf RO-Lettw, Kraus Allseiläbdah 45], Schornschdee [ KU-Rehw], Schornschdää [ ZW-Battw], Scharnschtee, Scharnschde, Schannschde [Lambert Penns 131], Schornschder [ RO-Hallgt], Schanschder [ LU-Böhl]; vgl. PfWB Kamin 1 b; Zs.: Abzugs-, Fabrik(s)schornstein. De Sch. dampt [ KL-Gimsb], is zugerußt [ LU-Alsh/Gr], muß gebutzt werre [ KB-Weihf]. Ein starker Tabakraucher raacht (qualmt) wie e Sch. [ ZW-Battw, mancherorts]. Erscht han se gemault, well's viel Raach un Ruß aus all Schorschte gejäht hätt [Kraus Arwed 10]. De Wind im Schornschtää pischbert [Damm Schoggelgaul 75]. RA.: Vun was soll de Sch. raache? 'Wovon sollen wir leben?' [Thielen So rerre mer 110]. Vun nix kann de Sch. net raache [ KU-Schmittw/O]. Vum Rewwach raacht de Sch. [ LU-Böhl]. Do raachd de Schornschde 'Die haben Geld' [Hussong Kirkel 153]. Er is em Sch. 'ist verrückt' [ NW-Dürkh]. Das kannsche der in de Sch. schreiwe 'Du brauchst nicht damit zu rechnen, daß du dein Geld wieder bekommst' [KU-Kaulb, verbr., Fogel Beliefs Penns Nr. 1500], mit dem Zusatz: daß es die Hinkel net auskratze [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Das kann de Wert (Wirt) in de Sch. schreiwe [ BZ-Dernb]. SprW.: Uf en große Bau g'heert en große Sch. [ LU-Neuhf]. Volksgl.: Die Fledermaus (Speckmaus) frißt de Speck im Sch. [ LA-Maik, KB-Mauchh]. Die nei Maad muß grad zum Schanschdeen nufgucke, no kriggt sie ken Heemweh [Fogel Beliefs Penns Nr. 719]. Kleinen Kindern erzählt man über ihre Herkunft: Der Storch läßt se dorch de Sch. ins Haus falle [ KL-Fischb, LA-Burrw]. Zum Volksgl. s. auch PfWB Regenwetter. Ein Rätsel s. PfWB Sonne 1 a. Wenn der Ofen rauchte, sprach man früher folgenden Reim: Raach, geh zum Scharnschde enaus, beiß

[Bd. 5, Sp. 1417]
der Katz die Aawe aus [ KU-Kaulb]. Einen weiteren VR. s. PfWB Schornsteinfeger. Spruch der Hochzeitbitter: So lang de Sch. raacht un 's Zäppche laaft dirfen ehr net heemgeh [Krämer Gal 192]. a. 1407: So mogen wir ein kemmer geschele vnd schornstein machen vnd setzen off denselben gemein gangk [Koch-Wille II S. 65 Nr. 26 (Burg Landeck bei BZ-Klingmst)]. a. 1515: vom schornsten in der kuchen zu fegen [GgHospR]. a. 1535: hat den kuchen schorsten gefegt [ZweibrLSchR]. a. 1745: Es soll ein jeder haußman gute achtung auff sein schornstein geben, daß jahr durch sauber halten [PfWeist. 718 (ZW-Gr'bundb)]. —
b. 'haubenartiger Abzugsteil des Sch., in dem Fleisch und Wurst geräuchert werden'; vgl. PfWB Kamin 2, PfWB Schornsteinbusem, -kammer. 's Flääsch hängt im Sch. [ KL-Morlt, KU-Schmittw/O Wolfst IB-Gersh Rockhs]. 's is nix mihn im Sch. 'Die Fleischvorräte sind aufgezehrt' [ KU-Schmittw/O]. —
2. = PfWB Nase, scherzh. [mancherorts ges. Pf]; Syn. s. PfWB Nase. — Südhess. V 723 ff.; RhWB Rhein. VII 1725/26; LothWB Lothr. 464; ElsWB Els. II 600; Eichhoff WA 23.
 
  
Schornstein-boborer m.: 'Schreckgestalt für Kinder', Schornschdeboborer [ GH-Kuhdt]; vgl. K. 77; Syn. s. PfWB Butzenmann 1 a. — -busem m.: 'haubenartiger Abzugsteil des offenen Rauchfangs über dem Feuer (auch in der Schmiede)', Schornschdebussem [verbr. mittl. u. südl. VPf, KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Schornstein 1 b, PfWB Rauchfang. Südhess. V 725; RhWB Rhein. VII 1728. — -butzel f., -butzen m.: 'Schreckgestalt für Kinder', Schornschdebutzel [Pirmas], -butzel u. -butze [ PS-Lu'wink]; vgl. K. 77; Syn. s. PfWB Butzenmann 1 a. — -feger m.:
1. 'Handwerker, der den Schornsteinschacht reinigt, oft geschwärzt von Ruß', Schornschdefeger, -feecher, -fejer u. a., s. PfWB Schornstein u. PfWB Feger [verbr.], ferner: Schornschderfeger [ KU-Bechb], Schornschefaaer [ GH-Neubg]; vgl. PfWB Kaminfeger, PfWB Schwarzmacher. De Sch. verdient sein Geld om leichtschde [ KU-Schmittw/O]. Der is (hot e G'sicht) so schwarz wie e Sch. [NW-Elmst, verbr.]. Unser Lousert isch gischder häämkumm wie e Sch. 'sehr schmutzig' [IB-Ensh (Glass 109)]. Der Sch. kratzt, wo's ihn nit beißt [ PS-Erfw]. Kinder schreckt man: De Sch. kimmt (holt dich) [ GH-Leimh, mancherorts]; vgl. PfWB Mann 3bα. Butz dein Nas, sunscht kummt de Sch. un butzt der se! (sagt die Mutter zum Kind, wenn es schnieft) [ LA-Edh]. Volksgl.: Begegnung des Brautpaares mit einem Schornsteinfeger bedeutet Glück in der Ehe [ LU-Muttstdt]. VR.: Schornschtefeger, wo gehschte hin? In de Schornschte kratze! Wann de zu meim Schätzche kummscht, do kriegschte aach e Batze [Hebel 102]; Var.: mach mer nor keen Faxe! [Feierowend 5/1950 2]. Schornschdefejer, butz dein Nas, mit em stumpe Besem! [ FR-Albsh, Kaislt]. Var.: ... morje kommd de Ouschderhaas

[Bd. 5, Sp. 1418]
[Hussong Kirkel 121, 153]. Schanschdefeger, kreideweiß, hot de ganze Kopp voll Lais [ LU-Böhl]. Var.: Schornschdefeger, kreideweiß, / Hot e Säckche voller Lais. / Kann er's nimmähn trage, / Werft er's uf de Wage. / Wann de Wage bricht, / Schmeißt er's uf de Mischt. / Wann de Mischt verfault, / Schmeißt er's uf de Gaul. / Wann de Gaul verreckt, / Schmeißt er's in de Dreck [ LU-Opp]. Weitere VR. (Berufsneckereien) s. PfWB kreideweiß, PfWB Rebenseicher, PfWB Zylinderhut. a. 1565: 13 albus einem Schornstenfeger geben der etliche schornsten im Closter gefegtt [WerschwSchR]. —
2. 'Rohrkolben (Typha latifolia)', Schornstefeger [FR-Watth (Wilde Notizen)]; Syn. s. PfWB Sammetstöckelchen. — Südhess. V 725; RhWB Rhein. VII 1728/29; Lothr. 464; ElsWB Els. I 98; Eichhoff WA 22.
 
 
Schornsteinfegers-blume f.: 'Schwertlilie (Iris germanica)', Schornschdefegersblumm [GH-Bellh (Wilde 225)]; vgl. PfWB Schwert 3 a.

 


Aus den Nachträgen
 
  
Schornsteinfegers-kappe f.: 'die Pflanze Eisenhut (Aconitum)', Schornschtefejerskapp [ LU-Schauh]; Syn. s. PfWB Sturmhut.


 
   Schornstein-kammer f.: 'Räucherkammer', Schornschdekammer [ LA-Gommh], Dim. -kämmerle [ LA-Herxh]. Südhess. V 725/26; RhWB Rhein. VII 1729. — -putzer m.: = PfWB Schornsteinfeger, Schorrschdebutzer [IB-Ensh (Glass 109)], Schornschde- [Krämer Gal 192], Schonnschde- [Danner Penns 18]. — -scharre f.: ein Werkzeug des Schornsteinfegers. a. 1571: Item 1 Schorstein Scharr [WerschwSchR]. — -schwalbe f.: 'Rauchschwalbe', im Volksgl.: Wann Schanschdeeschwalme in en Stub kumme, trage sie Wanze ins Bett [Fogel Beliefs Penns Nr. 1993]. RhWB Rhein. VII 1729.