Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schnusse bis Schnutel-schaber (Bd. 5, Sp. 1390 bis 1396)
 
Schnusse, f.
Schnüsse, f.
schnusseln
schnussen
Schnussen-putzer, m.
Schnussert, m.
Schnussi, f.
schnussig, Adj.
Schnuß-maul, n.
Schnusten, m.
Schnute, f. m.
Schnuten, f. m.
Schnutel-schaber, m.
Schnuten-buckel, m.
Schnuten-macher, m.
Schnuten-mann, m.
Schnuten-maul, n.
Schnuten-putzer, m.
Schnuten-tunker, m.
Schnutesin, f.
Schnute-voll, f.
schnutig, Adj.
Schnutteler
schnuttelig
schnutteln
Schnutz, m.
schnutzen, schw.
Schnutzi-butzi, m.
Schobel, m.
Schobel-stirn, f.
Schober
Schober-faß, n.
Schobo
Schock1, n.
Schock2
Schock3
Schocke, f.
Schockel, f.
Schockelchen, n.
Schockele-majem, m.
Schockel-gaul, m.
schockelig, Adj.
Schockel-lied, n.
schockeln, schw.
Schockel-pferd, n.
Schockel-stuhl, m.
Schockel-waage, f.
schocken, schw.
schockerig, Adj.
schockern, schw.
Schockes
Schocklemajem
Schock-schwerenot, f.
schock-weise, Adv.
Schode1
Schode2, f.
schofel, Adj.
Schofe(r)t, m.
Schöffe, m.
Schöffen-gericht, n.
Schöffen-weistum, n.
Schofför (Chauffeur), m.
Schoil, f.
Schokalsche
Schokel, m.
Schoker, m.
Schokert, m.
schokerzig
Schokes, m.
schokezig, Adj.
schokerzig, Adj.
schokig, Adj.
Schoko, m.
Schokolade, m.
schokoladen, Adj.
Schokolade(n)-gebäck, n.
Schokolade(n)-gebackenes, n.
Schokolade(n)-guts(el), n.
Schokolade(n)-hase, m.
Schokolade(n)-kuchen, m.
Schokolade(n)-luft, f.
Schokolade(n)-stern, m.
Schoksert, m.
Scholb, m.
Scholi
Scholle, f. m.
Schollen, f. m.
Schollen-birne, f.
Schollen-egge, f.
Schollen-fresser, m.
Schollen-hoppler, m.
Schollen-huppser, m.
Schollen-klopfer, m.
Schollen-krotte, f.
Schollen-träpper, m.
Schollen-walze, f.
schollern, schw.
Scholl-fuß, m.
Scholli, m.
schollig, Adj.
   Schnusse, Schnüssef.:
1. vom Tier.
a.
α. 'Schnauze, Rüssel des Schweines', Schnuß [verbr., Bayer Hackm. 63 Thielen 102 PfId. 127], Schniß [KU-Eßw lothr. SOPf HB-Breitft IB-Bebh Blieskst Erfw/Ehling Ormh LA-Bornh BZ-Apphf GH-N'potz PfId. 127]; Zs.: PfWB Sau-, Wutzenschnusse. —
β. 'gekochter Rüssel des geschlachteten Schweines, besonders beliebtes Fleischstück beim Schlachtessen' Schnuß [ KB-Kriegsf]; Dim. Schnißche [Rockhs]. Un dr Nochber! Guck doch nore: / So was duht seim Gumme (Gaumen) klau (glau). / Do die Schnuß! Un do die Ohre! / Sein m's liebschte vun dr Sau [Kühn Hamet 52]. Ach, wann's doch bloß schun morje wär / un's Quellflääsch deet schun dambe / vum Schnißche un vum Wambe [Wilms Land und Lewe 101]. —
b. 'Schnauze des Hundes' [ KU-Lohnw RO-Semb KL-Weltb]; Zs.: PfWB Hundsschnusse. —
c. 'Maul der Kuh, auch vorderer Teil des Kopfes' [KU-Adb A'glan Breitb Frankb O'staufb Ingb ZW-Bechhf RO-Lohnsf KL-Alsbn Lind Mehlb Neukch Wörsb]. —
d. 'Maul des Kalbes' [ KU-A'glan]. VR.: Witt e' Beer - stoß de Kobb widder die Deer; / Witt e' Abbel, geh Steg nuff und babbel, / Witt e' Nuß, lang 'm Kälwel an die Schnuß [Wilde 23]. —
e. 'Rüssel des Maulwurfes' [ RO-Dielkch]. Die Schnuß vom Mauerwulf [ WD-Niedkch]. —
2. vom Menschen.
a. 'Mund,

[Bd. 5, Sp. 1391]
Maul, die Lippen', derb, abfällig, Schnuß (nus) [verbr., Bayer Hackm. 63 Castleman Zwbr. 53 Heeger Tiere I 8 Kamm 59 Müller Dietschw 67 Albrecht 112 Krämer Gal 191], Schnuuß (nūs) [ NW-Weish/S LA-Venn], Schniß (nis) [KU-Bedb Eßw HB-Lu'thal O'bexb Ingb ZW-Bechhf lothr. SWPf, Heeger Tiere I 8 IB-Ensh (Glass 107) Müller Dietschw 66 Thielen 102 Don-St. Andreas], Schneß (nęs) [ WD-Niedkch]; Pl. Schnusse (nusə) [ KL-Mölschb], Schniß (nis) [ KU-A'glan Schmittw/O KL-Lind PS-Nd'simt NW-Neidfs], Schnisser (nisər) [ KU-Lohnw ZW-Bechhf]; Dim. Schniß'che (nisχə) [ KU-A'glan ZW-Battw KL-Lind Gal-Dornf], Schnißje [Kraus Gutsjer 26 Gal-Dornf], Schnisselche (nisəlχə) [ KU-A'glan]; Dim. Pl. Schnißjer [Kraus Unser Babbe 78]; Zs.: PfWB Dreckschnusse, PfWB Griebenschnuß, PfWB Grind-, PfWB Honig-, PfWB Sau- 1b, PfWB Süß-, PfWB Zuckerschnusse; Syn. s. PfWB Gusche 1b; e dicke Sch. 'dicklippiger Mund' [ PS-Burgalb]. Schlaa em uf die Sch.! [ KU-Kaulb]. Ich hau der äni uf die Sch. [ PS-Nd'simt]. Fuchtelt frech an deiner Liss un haut dir noht in die Schniss [Kraus Metzelsupp 20]. Do war kee Maul, wie meer ens han, / Do is e Schnuß enausgestann / Ganz dick un eklig un so rund [Münch Werke I 36]. Hat es Schnißje knallrot angemolt un die Leckelcher gedudelt [Kraus Herzdrickerte 5]. Hall endlich die Schniss, duu ald Läbbdaamäächersch (Lebtagmacher 'Krachmacher')! [IB-Ensh (Glass 107)]. Schnuß, so breet bis nuff ans Ohr [Hartmann Kinnerspr. 76]. De Jagobb dut halt, wie er muß: / Er halt an's Schlisselloch sei Schnuß [Albert Bei uns 19]. Kumm, Alti, nochemol e Kuß / Un noch een - mitte uf die Schnuß [Münch Werke I 503]. Jo, hall dei Maul un mach kee Stuß, / Sunscht kriescht de eeni uf dei Schnuß! [Münch Werke I 174]. Männsche, die Schniss wär mohl ruijch! Piffedeggel! [Glass Klutzkopp 113]. Dem sei Schniß, die isch noch greeßer wie e Pälzer Schwartemah [Kraus Pläseer 19]. Wanner sich dezwische hänkt, kriehter glei mit uff die Schnuß gehau [Damm Schoggelgaul 43]. Ich bau in die arisch leer Schniß / e kinschtliches dejres Gebiß [Kraus Arwed 56]. Kickerlis'che, zeig dein Schnißche! [Kölsch 15]. Nemm dei Mädel, Pälzer Bu, kiß se uff die Schniß! [Kölsch 53]. Hopp, hall's her, dei rotes Schnißje! Kriehscht e Kuß un noch e Kißje [Kraus Pädcher 47]. Dei Schnißje isch e Honigkruch [Kraus Gutsjer 29]. Die trocke Schniß! Wenn die kän Schoppe krieht, do werd die Musik mied [Kraus Pat 28]. RA.: e Schniß voll 'ein Mundvoll' [ KL-Vogb]; eem die Sch. treffe 'einen verhauen' [ KU-O'eisb KL-Wörsb KB-Zell]; ääm die Schnuß schtahle 'einen auf den Mund schlagen' [Kühn Palz 124]; jemand e Sch. onhängke 'jemandem widersprechen' [ Gal-Dornf]; uf die frech Sch. schlon (geschlaa, haue) [KU-Schmittw/

[Bd. 5, Sp. 1392]
O, KU-Eschau IB-Bliesmg/Bolch PS-Rodalb (Bernhard 218)]; die Sch. mit Entedreck [ Gal-Josbg], Entefett [ Gal-Reichenbach], Gluckedreck [mancherorts Gal Buch], Hexefett [mancherorts Gal Buch-St. Onufry], Hinkelsdreck [ Gal-Einsiedel], Katzedreck [ Gal-Hartfeld] schmeere, scherzhafter Rat an junge Männer, deren Bartwuchs nur langsam einsetzt. Er hot iwwerall die Sch. im Trog 'Er ist überall dabei, wenn es etwas zu ergattern, zu gewinnen gibt' [ KU-Kaulb Kreimb]. Die hot e Sch. wie mit Honich geschmeert 'Sie schmeichelt gerne anderen mit Worten' [ Gal-Kranzberg]. Dem verschlaah ich sei Schniss [Krieger 52]. Isch hau der gleich uff dai frächi Schnuß, Androhung von Schlägen [PS-Rodalb (Bernhard 166), Zweibr KL-Bann NW-Weish/S]. Du kriescht aans uf die Sch.!, dass. [ KU-A'glan]. Dem han ich uf die Sch. geschlaa, daß die rot Brih eraus gespritzt is [ KL-Wörsb]. Hall dei dummi Schniß [Feierowend 11/1955 2]. Dem hun ich die Sch. gestoppt 'Den habe ich zum Schweigen gebracht' [ Buch-Illisch]. Neckvers für die Bewohner von KL-Frankst: Frankesteener Russe, danze uf de Schnusse [ KL-Frankst]. —
b. 'dicklippiger, vorgestülpter Mund' [ KU-Obw/Tiefb RO-Semb Kaislt GH-Zeisk]; Zs.: PfWB Affen-, PfWB Dick-, PfWB Dogg-, PfWB Kukumern-, PfWB Lapp-, Negerschnusse. Do war kee Maul, wie meer ens han, / Do is e Schnuß enausgestann [Münch Werke I 36]. —
c. 'Mensch mit dicken, vorgestülpten Lippen' [ GH-Zeisk]; die Schnuß, Schimpfname für ein Mädchen [ PS-Ruppw]. —
d. 'Nase' [ KL-Katzw]. —
3. übertr.
a. 'vorlautes, loses Mundwerk, böse Zunge', Schimpfw., Schnuß [ KU-Altkch Rothsbg ZW-Contw KB-Albish Biedh LU-Alsh/Gr], Schniß [ KU-Krottb IB-Bebh]; Zs.: Pappel-, Plapper-, PfWB Teufels-, Hexen-, PfWB Sau- 1bβ, PfWB Schnabelschnüsse, -schnusse. RA.: e Schniss honn 'ein flottes Mundwerk haben' [IB-Ensh (Glass 107)]; e frech Sch. hun 'vorlaut sein' [ KU-Schmittw/O]. Hal doch doi (dein) Sch.! 'Sei still!' [KU-Lohnw Schmittw/O IB-Bierb KL-Katzw Weilb PS-Burgalb Rodalb (Bernhard 166) NW-Elmst, Juner 91 Münch Werke I 541 Krämer Gal 191]. Hal die Schnisser! [ ZW-Bechhf]. Der harr e Schneß! 'Der hat ein freches Mundwerk!' [ WD-Niedkch]. Sie hat e beesi Sch. [ KU-Albb]. Das horre giftich Sch.! [ RO-Rehborn]. Das horre frechi Sch. [ RO-Rehborn]. Halt dein frechi Sch. [ PS-Nd'simt]. Der hot mer e frechie Schniss angehängt, 'hat mich beleidigt' [Krieger 52]. —
b. 'Mensch mit einer bösen Zunge; böse Frau'; e Schnuß [ KU-Föckbg]; dumm Sch. [ KU-A'glan]. —
4. 'Kuß', Schnußche [Kaislt]; Syn. s. PfWB Kuß 1. —
5. weitere Bed. in PfWB Rumpfel-, PfWB Sauschnusse 2. — Südhess. V 687/88 Schnuß, Schnüß; RhWB Rhein. VII 1684 ff.; ElsWB Els. II 508, ALA II 18 'Maul der Kuh'; ALLG I 261 'Schnauze der Kuh'; Hess.-Nass. III 389;

[Bd. 5, Sp. 1393]
DWB DWb. IX 1210/11 unter Schnauze; Frankf. V 2808.
 
 
schnusseln in PfWB herumschnusseln; schnussen in PfWB beschnussen.
 
 
Schnussen-putzer m.: Berufsneckname für den Barbier, Rasierer, Friseur, Schnussebutzer [KU-Diedk Reiffb ZW-L'wied KL-Fischb Kaislt Hebel 98 Wilms Alph. 50]; vgl. Schnußschrapper, PfWB Schnutelschaber, PfWB Schnutenputzer 1.
 
 
Schnussert m.: 'Vielschwätzer', Schnussert [Thielen 102]; Syn. s. PfWB Quatschmaul. RhWB Rhein. VII 1687 Schnüssert.
 
  
Schnussi f.: 'Mund, Maul des Menschen', scherzh. Var. zu Schnuß, Schnussi (nusi) [ NW-Elmst]. Hall dei Sch.! [ NW-Elmst].
 
 
schnussig Adj.: 'mit Worten anfahrend, hochmütig', schnusich [Juner 91]; vgl. PfWB dreckschnüssig. RhWB Rhein. VII 1687 schnüssig.
 
  
Schnuß-maul n.: 'Mund des Menschen', Schnußmaul [ KB-Kriegsf]; Syn. s. PfWB Gusche 1 b. - x-schrapper m.: Berufsneckname für den Barbier, Rasierer, Friseur, Schnußschrapper [ Don-Torscha]; vgl. PfWB Schnussenputzer, PfWB Schnutelschaber, PfWB Schnutenputzer 1. RhWB Rhein. VII 1687 Schnußschräpper.
 
  
Schnusten m.: 'Erkältung mit Schnupfen und Husten', Wortspiel. M'r hot de Huppe un de Schnuschde [ KU-Diedk]; vgl. PfWB Schnupfen. RhWB Rhein. VII 1687/88 Schnuster.
 
  
Schnute f., Schnuten m.:
1. von Tieren.
a. 'Schnauze, Rüssel des Schweines', Schnut [FR-Bockh PfId. 127 Klein Prov. 138]. —
b. 'Maul der Kuh' [KU-Schmittw/O Frankth LU-Neuhf FR-Bockh NW-Frankeck Niedkch SP-Heiligst LA-Gommh Impfl Maik GH-Nd'lustdt Schwegh Vollmw]. Schlag doch de Kuh uf die Sch.! [ LU-Alsh]. —
c. 'Maul des Pferdes' [ KU-Schmittw/O SP-Hanhf BZ-Dernb GH-Berg]. —
d. 'Schnauze des Maulwurfes' [ LU-Böhl LA-Mörzh]. —
e. allg. von Tieren (Hund, Katze, Spitzmaus) [ KL-Schneckhs KB-Bischh Gauh Kriegsf LU-Ruchh BZ-Dernb Wernbg GH-Bellh Nd'lustdt]. —
2. vom Menschen.
a. 'Mund, Lippen des Menschen', meist derb oder verächtlich, als Dim. auch zärtlich gemeint, Schnut (nūd) [allg., Bertram § 130/131 Ehrhardt 133 Philipp Gimmel in: Die Pyramide vom 31. 8. 1930 Heeger Tiere I 8 Höh 59 Karch Gimmdg/Muttstdt 51 Klein Prov. 138 Müller Dietschw 67 Otterstetter 236 Thielen 102 Sunndag 14. 9. 1958 S. 5 Danner Penns 75 Don-Schowe]; Gen. m.: Schnuden (nūdən) [ LA-Herxh]; Pl. Schnude (nūdə) [KU-Lohnw, mancherorts Siebenlist 51], Schnure (nūrə) [ LU-Alsh]; Dim. Schnutche (nūdχə) [ KB-Boland LU-Alsh], Schnietche (nīdχə) [ KU-Obw/Tiefb LU-Alsh], Schniedel (nīdəl) [ NW-Geinsh BZ-Dernb]; Zs.: PfWB Humpenschnute; Syn. s. PfWB Gusche 1 b; die Schnut än

[Bd. 5, Sp. 1394]
Babb 'bemalt mit Lippenstift' [Kraus Pläseer 18]. Liewer kuß ich do e Iggel, wie so e schdobbelige Schnud! [E. Weber in: PfRSch. 23. 7. 1926]. Hald endlich mol dei Schnut, dei Schnawwel bei'm Esse, sonschd schlan ich dich ungespitzd in de Borrem nei [Alfred Kloos in: Westricher Kalender 1957, S. 103]. Guck, 'm Trabbefritz sein Klaaner hott n Siggar in de Schnut [Kühn Hamet 40]. Un soviel Mäde, / die Schnute voll Gutsjer [Kraus Gutsjer 54]. Zu gucke, wie die bläu'n 'verhauen' ehr Schnuute? [Siebenlist 51]. Adam, kenn Krakeel! Doo halten mol eier Sch.! [PfRSch. 4. 2. 1934]. Schlau Madämche, ihr dun s'Schnutche halle [Kraus Pläseer 49]. Un was am beschte for unser Schnut is [Münch Werke I 435]. Un Hochdeitsch spricht mit spitzer Schnut [Münch Werke II 342]. Blooß werrn die Zäh un die Schnud hinneno blitzeblo! [Damm Schoggelgaul 35]. Stelle Schnut un Gasherd ab, / schlubbe dabber in die Klabb [Kraus Metzelsupp 20]. Gib mir, sej so gut, mei Trudche, / gib mir s'Händche un es Schnutche [Kraus Gutsjer 33]. Es gibt Knödele, Worscht, knuschbrisch Fleisch for in jedem sei Schnut [Kraus Pat 55]. Schatz, e Schnut, wie du se hascht, / isch nit bloß zum Schwätze [Kraus Gutsjer 43]. De Dokter gucktem in die Schnuud, / dann määnter: »Freund, sie brauchen Mut« [Damm Nawwel 26]. S'Gesicht gegerbt, de Gloowe in de Schnut [Kraus Arwed 17]. RA.: die Schnude tunke 'bei anderen sich durchessen, von anderen bezahlen lassen' [Kaislt]; die Schnut wie e Kuh no rer Erdbeer spitze 'starkes Interesse zeigen' [Thielen So rerre mer 110]; iwwer die Sch. fahre 'jemanden barsch anreden' [ LU-Opp]; uf die Sch. schlaa'e [mancherorts]; eem die Sch. verbollere [ HB-Alth]; die Sch. verklobbe [Spey]. Schlag 'm uf die Sch.! 'Hau ihm eine runter!' [ NW-Haßl, mancherorts]. Ich gewe der aane uf die Sch. [ KU-A'glan]. Ich hag (schlaan) der eeni uf die Sch. [LU-Neuhf, KU-Körbn RO-Sippf Wilms Alph. 50]. Ich schlag d'r uf die Sch., daß se so dick werd wie 'n Wäschblaul (wie e Krott) [ NW-Kallstdt]. Hall die Gosch, sunscht schlach ich d'r eeni uf die Sch.! [Lu'haf]. Er hot e Sch. wie e Kucheblech, einen sehr breiten Mund [ ZW-Bechhf]. Wammern sieht, hot er de Klowe 'Tabakspfeife' in de Sch. [ ZW-Gr'bundb]. Proscht Schnut, heit geht der's widder gut!, Trinkspruch eines Mannes, der sich selbst zuprostet [Krieger 6, Sunndag 18/1956 S. 3 Trifels 20/1928]. —
b. 'dicklippiger, vorstehender, auch schiefer Mund', Schnut [ KU-Kaulb, mancherorts], Schnaut [Lambert Penns 137]; vgl. PfWB Schnutenmann, -maul; Zs.: PfWB Backofen-, PfWB Bampel-, PfWB Portmonnee-, PfWB Dick-, PfWB Hecht-, Kukumer-, PfWB Läbberschnute; e dick (dicki) Sch. [ KL-Weilb Weltb PS-Nd'simt KB-Rodb]. Was der e Sch. hot! [ RO-Lohnsf]. Der hot e dicke Sch. [ PS-Burgalb]. Der mit seine

[Bd. 5, Sp. 1395]
dicke Sch.! [ NW-Elmst]. RA.: scheppi Schnuud, Schimpfw. [Damm Nachtdischlamp 12]; e Sch. wie e Sauschnuß (e Sauschnißche) [ ZW-Bechhf]. —
c. 'schmollender, zum Weinen verzogener Mund', oft von Kindern [KU-Kaulb, verbr., Kamm 59 Albrecht 112]; vgl. PfWB Pfanne 3 c, PfWB Schnutenbuckel, -macher; Zs.: PfWB Schüppenschnute. Werklich, Schatz, duscht mir gefalle. Mach doch kän so Schnut! [Kraus Gutsjer 26]. Er gefallt ere nit, sie macht ä Sch. [Bayer Hackm. 63]. De rejßt sich samme, zieht kän Schnut [Kraus Pädcher 33]. Laafschd dorum de ganze Daag, / Maschd e krummes Schniedel [Kunnrädel 96]. RA.: e Sch. mache 'enttäuscht oder mißmutig den Mund verziehen, maulen, schmollen' [KL-Fischb, verbr. WPf und NPf mancherorts übrige Pf, Glass 108 Lambert Penns 138]; e Sch. dricke, dass. [PS-Rodalb (Bernhard 166, 218) Don-Schowe Torscha]. Der macht (mecht) e Sch., von einem, der enttäuscht und unzufrieden den Mund verzieht, [ KU-Schmittw/O, mancherorts], e Schnietche, dass. [Krieger 50]. Der macht en Schnuten [ LA-Herxh]. Mach emol e Schnutche! [ KU-Wolfst KB-Albish]. 's Kind macht e Schnutche, beim Weinen [ PS-Burgalb]. Es Kind macht e Schnietche, e Schipp odder sogar e Pännel, daß mer Eier druf backe kennt [Feierowend 11/1955 S. 2]. Die hot e Sch., mer kennt for a Daler kleen Geld druf zehle! [Land]. Er macht e Sch., die Träne laafen schun [ FR-Bockh]. Er verzieht die Sch. [ SP-Harths]. Die Sch. hänge losse bis uf de Bodde 'ein böses Gesicht machen' [Krieger 61]. Der loßt sei Sch. hänge, daß er ball druf trete kann [Krieger 50]. Der läßt die Sch. hänke wie e abgezahnter Gaul [ PS-Saalstdt]. —
d. 'Gesicht' [ LU-Muttstdt]. —
3. übertr.
a. 'vorlautes, loses Mundwerk, böse Zunge', Schimpfw. [ KB-Biedh, mancherorts]; Zs.: PfWB Pappel-, PfWB Revolver-, PfWB Schlappschnute; e frechi Sch. [ ZW-Marthh FR-Bockh]. Wo wenisch Gehärn hat un arisch viel Schnut [Kraus Gutsjer 27]. Mei jingschte Sohnemann, / der soi Schnud net halle kann [Damm Dreifaltichkäät 49]. RA.: e frechi Sch. han [ PS-Nd'simt, KU-Schmittw/O LU-Neuhf]. Hall dein (die) Sch.! 'Sei still!' [KU-Erdb Schmittw/O ZW-Stamb RO-Semb PS-Burgalb FR-Kindh LU-Altr Neuhf SP-Harths]. Hall dein frech (frechi) Sch.! [ KU-Lohnw PS-Nd'simt]. Der hot e frech (frechi) Sch. 'Der ist vorlaut' [ KU-Lohnw WD-Niedkch LU-Alsh NW-Erph]. Die hot e Sch. wie e Bettelmensch 'Sie kann raffiniert reden' [ LU-Friesh]. —
b. 'Kuß', bes. von kleinen Kindern, Schnut [ WD-Hoof HB-O'bexb]; Dim. Schnutche 'Kußmäulchen' [HB-Erb RO-Börrstdt KL-Stelzbg NW-Erph Frankeck, Thielen 102], Schnietche [ KU-A'glan]; Syn. s. PfWB Kuß 1. Geb mer e Schnutche! [ PS-Burgalb]. —
c. 'das geliebte Mädchen', Kosename, Schnutche [KU-W'mohr Umg. von NW-Hardbg

[Bd. 5, Sp. 1396]
Thielen 102]; Zs.: PfWB Dreck-, PfWB Hasenschnute; mein Schnutche! [ LU-Böhl]. —
4.
a. 'Brausekopf der Gießkanne' [ HB-Erb Kirrbg]. —
b. 'Ausguß, Schnabel an Gefäßen, einer Kanne' [ PS-W'fischb]; Syn. s. PfWB Zotte. —
5. weitere Bed. vgl. PfWB Dreck-, PfWB Grieben-, PfWB Grind-, Hammel-, PfWB Hasen-, PfWB Heidelbeeren-, PfWB Sau-, PfWB Schläbber-, PfWB Schlapp-, Wutzen-, PfWB Zukkerschnute. — Südhess. V 688 ff.; RhWB Rhein. VII 1688 ff.; ElsWB Els. II 494; Schwäb. V 1083; Hess.-Nass. III 389 ff.; DWB DWb. IX 1210/11 unter Schnauze; Frankf. V 2808/09; Eichhoff WA 78.
 
 
Schnutel-schaber m.: Berufsneckname für den Barbier, Rasierer, Schnudelschaber ('nūdəl̩ābər) [NW-Hardbg und Umg.]; vgl. PfWB Schnussenputzer, Schnußschrapper, PfWB Schnutenputzer 1. Hess.-Nass. III 391 Schnuten-.