| Pfälzisches Wörterbuch | ![]() | ||
Schnusse bis Schnutel-schaber (Bd. 5, Sp. 1390 bis 1396) | |||
Schnusse, f. Schnüsse, f. schnusseln schnussen Schnussen-putzer, m. Schnussert, m. Schnussi, f. schnussig, Adj. Schnuß-maul, n. Schnusten, m. Schnute, f. m. Schnuten, f. m. Schnutel-schaber, m. Schnuten-buckel, m. Schnuten-macher, m. Schnuten-mann, m. Schnuten-maul, n. Schnuten-putzer, m. Schnuten-tunker, m. Schnutesin, f. Schnute-voll, f. schnutig, Adj. Schnutteler schnuttelig schnutteln Schnutz, m. schnutzen, schw. Schnutzi-butzi, m. Schobel, m. Schobel-stirn, f. Schober Schober-faß, n. Schobo Schock1, n. Schock2 Schock3 Schocke, f. Schockel, f. Schockelchen, n. Schockele-majem, m. Schockel-gaul, m. schockelig, Adj. Schockel-lied, n. schockeln, schw. Schockel-pferd, n. Schockel-stuhl, m. Schockel-waage, f. schocken, schw. schockerig, Adj. schockern, schw. Schockes Schocklemajem Schock-schwerenot, f. schock-weise, Adv. Schode1 Schode2, f. schofel, Adj. Schofe(r)t, m. Schöffe, m. Schöffen-gericht, n. Schöffen-weistum, n. Schofför (Chauffeur), m. Schoil, f. Schokalsche Schokel, m. Schoker, m. Schokert, m. schokerzig Schokes, m. schokezig, Adj. schokerzig, Adj. schokig, Adj. Schoko, m. Schokolade, m. schokoladen, Adj. Schokolade(n)-gebäck, n. Schokolade(n)-gebackenes, n. Schokolade(n)-guts(el), n. Schokolade(n)-hase, m. Schokolade(n)-kuchen, m. Schokolade(n)-luft, f. Schokolade(n)-stern, m. Schoksert, m. Scholb, m. Scholi Scholle, f. m. Schollen, f. m. Schollen-birne, f. Schollen-egge, f. Schollen-fresser, m. Schollen-hoppler, m. Schollen-huppser, m. Schollen-klopfer, m. Schollen-krotte, f. Schollen-träpper, m. Schollen-walze, f. schollern, schw. Scholl-fuß, m. Scholli, m. schollig, Adj. | 1. vom Tier. a. α. 'Schnauze, Rüssel des Schweines', Schnuß [verbr., Bayer Hackm. 63 Thielen 102 PfId. 127], Schniß [KU-Eßw lothr. SOPf HB-Breitft IB-Bebh Blieskst Erfw/Ehling Ormh LA-Bornh BZ-Apphf GH-N'potz PfId. 127]; Zs.: PfWB Sau-, Wutzenschnusse. — β. 'gekochter Rüssel des geschlachteten Schweines, besonders beliebtes Fleischstück beim Schlachtessen' Schnuß [ KB-Kriegsf]; Dim. Schnißche [Rockhs]. Un dr Nochber! Guck doch nore: / So was duht seim Gumme (Gaumen) klau (glau). / Do die Schnuß! Un do die Ohre! / Sein m's liebschte vun dr Sau [Kühn Hamet 52]. Ach, wann's doch bloß schun morje wär / un's Quellflääsch deet schun dambe / vum Schnißche un vum Wambe [Wilms Land und Lewe 101]. — b. 'Schnauze des Hundes' [ KU-Lohnw RO-Semb KL-Weltb]; Zs.: PfWB Hundsschnusse. — c. 'Maul der Kuh, auch vorderer Teil des Kopfes' [KU-Adb A'glan Breitb Frankb O'staufb Ingb ZW-Bechhf RO-Lohnsf KL-Alsbn Lind Mehlb Neukch Wörsb]. — d. 'Maul des Kalbes' [ KU-A'glan]. VR.: Witt e' Beer - stoß de Kobb widder die Deer; / Witt e' Abbel, geh Steg nuff und babbel, / Witt e' Nuß, lang 'm Kälwel an die Schnuß [Wilde 23]. — e. 'Rüssel des Maulwurfes' [ RO-Dielkch]. Die Schnuß vom Mauerwulf [ WD-Niedkch]. — 2. vom Menschen. a. 'Mund, [Bd. 5, Sp. 1391] Maul, die Lippen', derb, abfällig, Schnuß (nus) [verbr., Bayer Hackm. 63 Castleman Zwbr. 53 Heeger Tiere I 8 Kamm 59 Müller Dietschw 67 Albrecht 112 Krämer Gal 191], Schnuuß (nūs) [ NW-Weish/S LA-Venn], Schniß (nis) [KU-Bedb Eßw HB-Lu'thal O'bexb Ingb ZW-Bechhf lothr. SWPf, Heeger Tiere I 8 IB-Ensh (Glass 107) Müller Dietschw 66 Thielen 102 Don-St. Andreas], Schneß (nęs) [ WD-Niedkch]; Pl. Schnusse (nusə) [ KL-Mölschb], Schniß (nis) [ KU-A'glan Schmittw/O KL-Lind PS-Nd'simt NW-Neidfs], Schnisser (nisər) [ KU-Lohnw ZW-Bechhf]; Dim. Schniß'che (nisχə) [ KU-A'glan ZW-Battw KL-Lind Gal-Dornf], Schnißje [Kraus Gutsjer 26 Gal-Dornf], Schnisselche (nisəlχə) [ KU-A'glan]; Dim. Pl. Schnißjer [Kraus Unser Babbe 78]; Zs.: PfWB Dreckschnusse, PfWB Griebenschnuß, PfWB Grind-, PfWB Honig-, PfWB Sau- 1b, PfWB Süß-, PfWB Zuckerschnusse; Syn. s. PfWB Gusche 1b; e dicke Sch. 'dicklippiger Mund' [ PS-Burgalb]. Schlaa em uf die Sch.! [ KU-Kaulb]. Ich hau der äni uf die Sch. [ PS-Nd'simt]. Fuchtelt frech an deiner Liss un haut dir noht in die Schniss [Kraus Metzelsupp 20]. Do war kee Maul, wie meer ens han, / Do is e Schnuß enausgestann / Ganz dick un eklig un so rund [Münch Werke I 36]. Hat es Schnißje knallrot angemolt un die Leckelcher gedudelt [Kraus Herzdrickerte 5]. Hall endlich die Schniss, duu ald Läbbdaamäächersch (Lebtagmacher 'Krachmacher')! [IB-Ensh (Glass 107)]. Schnuß, so breet bis nuff ans Ohr [Hartmann Kinnerspr. 76]. De Jagobb dut halt, wie er muß: / Er halt an's Schlisselloch sei Schnuß [Albert Bei uns 19]. Kumm, Alti, nochemol e Kuß / Un noch een - mitte uf die Schnuß [Münch Werke I 503]. Jo, hall dei Maul un mach kee Stuß, / Sunscht kriescht de eeni uf dei Schnuß! [Münch Werke I 174]. Männsche, die Schniss wär mohl ruijch! Piffedeggel! [Glass Klutzkopp 113]. Dem sei Schniß, die isch noch greeßer wie e Pälzer Schwartemah [Kraus Pläseer 19]. Wanner sich dezwische hänkt, kriehter glei mit uff die Schnuß gehau [Damm Schoggelgaul 43]. Ich bau in die arisch leer Schniß / e kinschtliches dejres Gebiß [Kraus Arwed 56]. Kickerlis'che, zeig dein Schnißche! [Kölsch 15]. Nemm dei Mädel, Pälzer Bu, kiß se uff die Schniß! [Kölsch 53]. Hopp, hall's her, dei rotes Schnißje! Kriehscht e Kuß un noch e Kißje [Kraus Pädcher 47]. Dei Schnißje isch e Honigkruch [Kraus Gutsjer 29]. Die trocke Schniß! Wenn die kän Schoppe krieht, do werd die Musik mied [Kraus Pat 28]. RA.: e Schniß voll 'ein Mundvoll' [ KL-Vogb]; eem die Sch. treffe 'einen verhauen' [ KU-O'eisb KL-Wörsb KB-Zell]; ääm die Schnuß schtahle 'einen auf den Mund schlagen' [Kühn Palz 124]; jemand e Sch. onhängke 'jemandem widersprechen' [ Gal-Dornf]; uf die frech Sch. schlon (geschlaa, haue) [KU-Schmittw/ [Bd. 5, Sp. 1392] O, KU-Eschau IB-Bliesmg/Bolch PS-Rodalb (Bernhard 218)]; die Sch. mit Entedreck [ Gal-Josbg], Entefett [ Gal-Reichenbach], Gluckedreck [mancherorts Gal Buch], Hexefett [mancherorts Gal Buch-St. Onufry], Hinkelsdreck [ Gal-Einsiedel], Katzedreck [ Gal-Hartfeld] schmeere, scherzhafter Rat an junge Männer, deren Bartwuchs nur langsam einsetzt. Er hot iwwerall die Sch. im Trog 'Er ist überall dabei, wenn es etwas zu ergattern, zu gewinnen gibt' [ KU-Kaulb Kreimb]. Die hot e Sch. wie mit Honich geschmeert 'Sie schmeichelt gerne anderen mit Worten' [ Gal-Kranzberg]. Dem verschlaah ich sei Schniss [Krieger 52]. Isch hau der gleich uff dai frächi Schnuß, Androhung von Schlägen [PS-Rodalb (Bernhard 166), Zweibr KL-Bann NW-Weish/S]. Du kriescht aans uf die Sch.!, dass. [ KU-A'glan]. Dem han ich uf die Sch. geschlaa, daß die rot Brih eraus gespritzt is [ KL-Wörsb]. Hall dei dummi Schniß [Feierowend 11/1955 2]. Dem hun ich die Sch. gestoppt 'Den habe ich zum Schweigen gebracht' [ Buch-Illisch]. Neckvers für die Bewohner von KL-Frankst: Frankesteener Russe, danze uf de Schnusse [ KL-Frankst]. — b. 'dicklippiger, vorgestülpter Mund' [ KU-Obw/Tiefb RO-Semb Kaislt GH-Zeisk]; Zs.: PfWB Affen-, PfWB Dick-, PfWB Dogg-, PfWB Kukumern-, PfWB Lapp-, Negerschnusse. Do war kee Maul, wie meer ens han, / Do is e Schnuß enausgestann [Münch Werke I 36]. — c. 'Mensch mit dicken, vorgestülpten Lippen' [ GH-Zeisk]; die Schnuß, Schimpfname für ein Mädchen [ PS-Ruppw]. — d. 'Nase' [ KL-Katzw]. — 3. übertr. a. 'vorlautes, loses Mundwerk, böse Zunge', Schimpfw., Schnuß [ KU-Altkch Rothsbg ZW-Contw KB-Albish Biedh LU-Alsh/Gr], Schniß [ KU-Krottb IB-Bebh]; Zs.: Pappel-, Plapper-, PfWB Teufels-, Hexen-, PfWB Sau- 1bβ, PfWB Schnabelschnüsse, -schnusse. RA.: e Schniss honn 'ein flottes Mundwerk haben' [IB-Ensh (Glass 107)]; e frech Sch. hun 'vorlaut sein' [ KU-Schmittw/O]. Hal doch doi (dein) Sch.! 'Sei still!' [KU-Lohnw Schmittw/O IB-Bierb KL-Katzw Weilb PS-Burgalb Rodalb (Bernhard 166) NW-Elmst, Juner 91 Münch Werke I 541 Krämer Gal 191]. Hal die Schnisser! [ ZW-Bechhf]. Der harr e Schneß! 'Der hat ein freches Mundwerk!' [ WD-Niedkch]. Sie hat e beesi Sch. [ KU-Albb]. Das horre giftich Sch.! [ RO-Rehborn]. Das horre frechi Sch. [ RO-Rehborn]. Halt dein frechi Sch. [ PS-Nd'simt]. Der hot mer e frechie Schniss angehängt, 'hat mich beleidigt' [Krieger 52]. — b. 'Mensch mit einer bösen Zunge; böse Frau'; e Schnuß [ KU-Föckbg]; dumm Sch. [ KU-A'glan]. — 4. 'Kuß', Schnußche [Kaislt]; Syn. s. PfWB Kuß 1. — 5. weitere Bed. in PfWB Rumpfel-, PfWB Sauschnusse 2. — Südhess. V 687/88 Schnuß, Schnüß; RhWB Rhein. VII 1684 ff.; ElsWB Els. II 508, ALA II 18 'Maul der Kuh'; ALLG I 261 'Schnauze der Kuh'; Hess.-Nass. III 389; [Bd. 5, Sp. 1393] DWB DWb. IX 1210/11 unter Schnauze; Frankf. V 2808. 1. von Tieren. a. 'Schnauze, Rüssel des Schweines', Schnut [FR-Bockh PfId. 127 Klein Prov. 138]. — b. 'Maul der Kuh' [KU-Schmittw/O Frankth LU-Neuhf FR-Bockh NW-Frankeck Niedkch SP-Heiligst LA-Gommh Impfl Maik GH-Nd'lustdt Schwegh Vollmw]. Schlag doch de Kuh uf die Sch.! [ LU-Alsh]. — c. 'Maul des Pferdes' [ KU-Schmittw/O SP-Hanhf BZ-Dernb GH-Berg]. — d. 'Schnauze des Maulwurfes' [ LU-Böhl LA-Mörzh]. — e. allg. von Tieren (Hund, Katze, Spitzmaus) [ KL-Schneckhs KB-Bischh Gauh Kriegsf LU-Ruchh BZ-Dernb Wernbg GH-Bellh Nd'lustdt]. — 2. vom Menschen. a. 'Mund, Lippen des Menschen', meist derb oder verächtlich, als Dim. auch zärtlich gemeint, Schnut (nūd) [allg., Bertram § 130/131 Ehrhardt 133 Philipp Gimmel in: Die Pyramide vom 31. 8. 1930 Heeger Tiere I 8 Höh 59 Karch Gimmdg/Muttstdt 51 Klein Prov. 138 Müller Dietschw 67 Otterstetter 236 Thielen 102 Sunndag 14. 9. 1958 S. 5 Danner Penns 75 Don-Schowe]; Gen. m.: Schnuden (nūdən) [ LA-Herxh]; Pl. Schnude (nūdə) [KU-Lohnw, mancherorts Siebenlist 51], Schnure (nūrə) [ LU-Alsh]; Dim. Schnutche (nūdχə) [ KB-Boland LU-Alsh], Schnietche (nīdχə) [ KU-Obw/Tiefb LU-Alsh], Schniedel (nīdəl) [ NW-Geinsh BZ-Dernb]; Zs.: PfWB Humpenschnute; Syn. s. PfWB Gusche 1 b; die Schnut än [Bd. 5, Sp. 1394] Babb 'bemalt mit Lippenstift' [Kraus Pläseer 18]. Liewer kuß ich do e Iggel, wie so e schdobbelige Schnud! [E. Weber in: PfRSch. 23. 7. 1926]. Hald endlich mol dei Schnut, dei Schnawwel bei'm Esse, sonschd schlan ich dich ungespitzd in de Borrem nei [Alfred Kloos in: Westricher Kalender 1957, S. 103]. Guck, 'm Trabbefritz sein Klaaner hott n Siggar in de Schnut [Kühn Hamet 40]. Un soviel Mäde, / die Schnute voll Gutsjer [Kraus Gutsjer 54]. Zu gucke, wie die bläu'n 'verhauen' ehr Schnuute? [Siebenlist 51]. Adam, kenn Krakeel! Doo halten mol eier Sch.! [PfRSch. 4. 2. 1934]. Schlau Madämche, ihr dun s'Schnutche halle [Kraus Pläseer 49]. Un was am beschte for unser Schnut is [Münch Werke I 435]. Un Hochdeitsch spricht mit spitzer Schnut [Münch Werke II 342]. Blooß werrn die Zäh un die Schnud hinneno blitzeblo! [Damm Schoggelgaul 35]. Stelle Schnut un Gasherd ab, / schlubbe dabber in die Klabb [Kraus Metzelsupp 20]. Gib mir, sej so gut, mei Trudche, / gib mir s'Händche un es Schnutche [Kraus Gutsjer 33]. Es gibt Knödele, Worscht, knuschbrisch Fleisch for in jedem sei Schnut [Kraus Pat 55]. Schatz, e Schnut, wie du se hascht, / isch nit bloß zum Schwätze [Kraus Gutsjer 43]. De Dokter gucktem in die Schnuud, / dann määnter: »Freund, sie brauchen Mut« [Damm Nawwel 26]. S'Gesicht gegerbt, de Gloowe in de Schnut [Kraus Arwed 17]. RA.: die Schnude tunke 'bei anderen sich durchessen, von anderen bezahlen lassen' [Kaislt]; die Schnut wie e Kuh no rer Erdbeer spitze 'starkes Interesse zeigen' [Thielen So rerre mer 110]; iwwer die Sch. fahre 'jemanden barsch anreden' [ LU-Opp]; uf die Sch. schlaa'e [mancherorts]; eem die Sch. verbollere [ HB-Alth]; die Sch. verklobbe [Spey]. Schlag 'm uf die Sch.! 'Hau ihm eine runter!' [ NW-Haßl, mancherorts]. Ich gewe der aane uf die Sch. [ KU-A'glan]. Ich hag (schlaan) der eeni uf die Sch. [LU-Neuhf, KU-Körbn RO-Sippf Wilms Alph. 50]. Ich schlag d'r uf die Sch., daß se so dick werd wie 'n Wäschblaul (wie e Krott) [ NW-Kallstdt]. Hall die Gosch, sunscht schlach ich d'r eeni uf die Sch.! [Lu'haf]. Er hot e Sch. wie e Kucheblech, einen sehr breiten Mund [ ZW-Bechhf]. Wammern sieht, hot er de Klowe 'Tabakspfeife' in de Sch. [ ZW-Gr'bundb]. Proscht Schnut, heit geht der's widder gut!, Trinkspruch eines Mannes, der sich selbst zuprostet [Krieger 6, Sunndag 18/1956 S. 3 Trifels 20/1928]. — b. 'dicklippiger, vorstehender, auch schiefer Mund', Schnut [ KU-Kaulb, mancherorts], Schnaut [Lambert Penns 137]; vgl. PfWB Schnutenmann, -maul; Zs.: PfWB Backofen-, PfWB Bampel-, PfWB Portmonnee-, PfWB Dick-, PfWB Hecht-, Kukumer-, PfWB Läbberschnute; e dick (dicki) Sch. [ KL-Weilb Weltb PS-Nd'simt KB-Rodb]. Was der e Sch. hot! [ RO-Lohnsf]. Der hot e dicke Sch. [ PS-Burgalb]. Der mit seine [Bd. 5, Sp. 1395] dicke Sch.! [ NW-Elmst]. RA.: scheppi Schnuud, Schimpfw. [Damm Nachtdischlamp 12]; e Sch. wie e Sauschnuß (e Sauschnißche) [ ZW-Bechhf]. — c. 'schmollender, zum Weinen verzogener Mund', oft von Kindern [KU-Kaulb, verbr., Kamm 59 Albrecht 112]; vgl. PfWB Pfanne 3 c, PfWB Schnutenbuckel, -macher; Zs.: PfWB Schüppenschnute. Werklich, Schatz, duscht mir gefalle. Mach doch kän so Schnut! [Kraus Gutsjer 26]. Er gefallt ere nit, sie macht ä Sch. [Bayer Hackm. 63]. De rejßt sich samme, zieht kän Schnut [Kraus Pädcher 33]. Laafschd dorum de ganze Daag, / Maschd e krummes Schniedel [Kunnrädel 96]. RA.: e Sch. mache 'enttäuscht oder mißmutig den Mund verziehen, maulen, schmollen' [KL-Fischb, verbr. WPf und NPf mancherorts übrige Pf, Glass 108 Lambert Penns 138]; e Sch. dricke, dass. [PS-Rodalb (Bernhard 166, 218) Don-Schowe Torscha]. Der macht (mecht) e Sch., von einem, der enttäuscht und unzufrieden den Mund verzieht, [ KU-Schmittw/O, mancherorts], e Schnietche, dass. [Krieger 50]. Der macht en Schnuten [ LA-Herxh]. Mach emol e Schnutche! [ KU-Wolfst KB-Albish]. 's Kind macht e Schnutche, beim Weinen [ PS-Burgalb]. Es Kind macht e Schnietche, e Schipp odder sogar e Pännel, daß mer Eier druf backe kennt [Feierowend 11/1955 S. 2]. Die hot e Sch., mer kennt for a Daler kleen Geld druf zehle! [Land]. Er macht e Sch., die Träne laafen schun [ FR-Bockh]. Er verzieht die Sch. [ SP-Harths]. Die Sch. hänge losse bis uf de Bodde 'ein böses Gesicht machen' [Krieger 61]. Der loßt sei Sch. hänge, daß er ball druf trete kann [Krieger 50]. Der läßt die Sch. hänke wie e abgezahnter Gaul [ PS-Saalstdt]. — d. 'Gesicht' [ LU-Muttstdt]. — 3. übertr. a. 'vorlautes, loses Mundwerk, böse Zunge', Schimpfw. [ KB-Biedh, mancherorts]; Zs.: PfWB Pappel-, PfWB Revolver-, PfWB Schlappschnute; e frechi Sch. [ ZW-Marthh FR-Bockh]. Wo wenisch Gehärn hat un arisch viel Schnut [Kraus Gutsjer 27]. Mei jingschte Sohnemann, / der soi Schnud net halle kann [Damm Dreifaltichkäät 49]. RA.: e frechi Sch. han [ PS-Nd'simt, KU-Schmittw/O LU-Neuhf]. Hall dein (die) Sch.! 'Sei still!' [KU-Erdb Schmittw/O ZW-Stamb RO-Semb PS-Burgalb FR-Kindh LU-Altr Neuhf SP-Harths]. Hall dein frech (frechi) Sch.! [ KU-Lohnw PS-Nd'simt]. Der hot e frech (frechi) Sch. 'Der ist vorlaut' [ KU-Lohnw WD-Niedkch LU-Alsh NW-Erph]. Die hot e Sch. wie e Bettelmensch 'Sie kann raffiniert reden' [ LU-Friesh]. — b. 'Kuß', bes. von kleinen Kindern, Schnut [ WD-Hoof HB-O'bexb]; Dim. Schnutche 'Kußmäulchen' [HB-Erb RO-Börrstdt KL-Stelzbg NW-Erph Frankeck, Thielen 102], Schnietche [ KU-A'glan]; Syn. s. PfWB Kuß 1. Geb mer e Schnutche! [ PS-Burgalb]. — c. 'das geliebte Mädchen', Kosename, Schnutche [KU-W'mohr Umg. von NW-Hardbg [Bd. 5, Sp. 1396] Thielen 102]; Zs.: PfWB Dreck-, PfWB Hasenschnute; mein Schnutche! [ LU-Böhl]. — 4. a. 'Brausekopf der Gießkanne' [ HB-Erb Kirrbg]. — b. 'Ausguß, Schnabel an Gefäßen, einer Kanne' [ PS-W'fischb]; Syn. s. PfWB Zotte. — 5. weitere Bed. vgl. PfWB Dreck-, PfWB Grieben-, PfWB Grind-, Hammel-, PfWB Hasen-, PfWB Heidelbeeren-, PfWB Sau-, PfWB Schläbber-, PfWB Schlapp-, Wutzen-, PfWB Zukkerschnute. — Südhess. V 688 ff.; RhWB Rhein. VII 1688 ff.; ElsWB Els. II 494; Schwäb. V 1083; Hess.-Nass. III 389 ff.; DWB DWb. IX 1210/11 unter Schnauze; Frankf. V 2808/09; Eichhoff WA 78.
| ||
| © 2002—2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ![]() | ||