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Schnuller bis Schnupf-hannes (Bd. 5, Sp. 1369 bis 1372) | |||
Schnuller, m. Schnull-lappen, m. Schnupf-dose, f. Schnüpfel, m. Schnupfen, m. schnupfen, schw. schnüpfen Schnupf(en)-nase, f. Schnupfer, m. Schnüpfer Schnupf-hannes, m. Schnupf-tabak, m. Schnupftabaks-dose, f. Schnupftabaks-nase, f. Schnupf-tuch, n. schnuppe, Adj. Schnuppe, f. schnuppen Schnupper, m. Schnupperchen, n. schnuppern, schw. Schnupper-nase, f. Schnupper-schnüsse, f. Schnuppes, m. schnupsen, schw. Schnur1, f. Schnur2, f. Schnürche, f. schnüren, schw. Schnüren-vater, m. schnurfeln, schw. schnurgeln schnur-gerade, Adj. Schnur-gerüst, n. Schnür-leib, m. schnurpeln, schw. schnurpsen, schw. Schnurrant, m. schnurranten, schw. Schnurr-bart, m. Schnurrbart-binde, f. schnurr-bärtig, Adj. Schnurr-base, f. Schnurre, f. schnurren, schw. Schnurren, m. Schnurrer, m. Schnurres, m. Schnurres-binde, f. Schnurres-bohne, f. Schnurres-bub, m. Schnurres-bürste, f. Schnurres-geige, f. Schnurres-haar, n. Schnurres-peter, m. Schnurres-spitze, f. Schnurres-wackeler, m. Schnurres-wichse, f. Schnurres-wichser, m. Schnurr-gückel, m. Schnurr-haar, n. Schnurr-heimer, m. Schnurri, m. f. schnurrig, Adj. Schnurrigens, n. Schnurr-korb, m. Schnurr-krämer, m. Schnurr-musikant, m. Schnurr-pfeiferei, f. Schnur-schisser, m. Schnür-schuh, m. Schnur-senkel, m. Schnür-stiefel, m. schnur-stracks, Adv. schnurz, Adj. schnurz-egal, Adj. schnurz-piepegal, Adj. schnusen Schnuser Schnusse, f. Schnüsse, f. schnusseln schnussen Schnussen-putzer, m. Schnussert, m. Schnussi, f. schnussig, Adj. Schnuß-maul, n. Schnusten, m. Schnute, f. m. Schnuten, f. m. Schnutel-schaber, m. Schnuten-buckel, m. Schnuten-macher, m. Schnuten-mann, m. Schnuten-maul, n. Schnuten-putzer, m. Schnuten-tunker, m. Schnutesin, f. Schnute-voll, f. | 1. 'Beruhigungssauger aus Gummi für Säuglinge, auch der Gummisauger, der auf die Milchflasche gesteckt wird'; in früherer Zeit auch Lappen, der in Zucker, Honig u. ä. getränkt war oder Stoffbeutel mit einem süßen Inhalt, an dem das Kind gerne lutschte (die ältere Sachgeschichte scheint in vielen der unten genannten Syn. noch auf), Schnuller (nulər) [verbr., Klein Prov. 138 Müller Dietschw 67], Schnoller (nǫlər) [KU-Bedb, verbr. SWPf mancherorts übrige WPf, Bernhard 166 Juner 91 Wilms Alph. 50]; Dim. Schnollerche [ KU-Albb Jettb Zweibr KL-Fockbg/Limb U'sulzb]; Syn.: PfWB Dudel1 2a, PfWB Dudu2 1, PfWB Kümmelzucker, PfWB Lälle 2, PfWB Lotzert, PfWB Lumpensuckel 3, PfWB Lutschbeutel, PfWB Lutsche1 1, PfWB Lutschert 1a, PfWB Luttel 1, PfWB Mämme2 2b, PfWB Nällen, PfWB Nammchen, PfWB Noller 1, PfWB Nuckel, PfWB Nuddel 1, PfWB Nuller, PfWB Nuppel, PfWB Nutsche, PfWB Saiterlappen 2, PfWB Saugläppchen, PfWB Schlabber 1b, PfWB Schluckser 3, PfWB Schlurer, PfWB Schlutzer, PfWB Schlutzerläppchen, -lumpen, PfWB Schnudel 6, PfWB Schnulle 1, PfWB Schnull-lappen, PfWB Seiberlappen 1b, PfWB Seiberlatz 2, PfWB Stopfer, PfWB Suckel 1, PfWB Suckeler 2, PfWB Suckelläppchen, PfWB Sutzel, PfWB Zapfen, PfWB Zuckeler, PfWB Zuckerlumpen. Un leiht er dann in seiner Scheeß / Un duht mi'm Schnuller speele [Müller Luscht un Lewe 123]. — 2. 'künstliche Euterzitze zum Tränken eines Milchkalbes', Schnuller [ BZ-Hermbghf]; das Kalb mit de Flasch un em Schnoller großgezoh [ HB-Schwarzack]. — 3. die Nudelsorte Makkaroni, die von Kindern gerne mit schlürfendem Geräusch in den Mund gesaugt wird; Pl. Schnollere [Wilms Alph. 50]. — 4. 'Rauchwaren, Zigaretten' [Krieger 44]; vgl. PfWB schnullen 3. — 5. Neckname für ein Kaiserslauterer Stadtoriginal, de Schnoller [Kaislt]. er erledigte Sandtransporte für Bauunternehmer; während der Fahrten schlief er daumenlutschend ein [Gretl Wagner in: Kaiserslautern 1276— 1951. Festschrift zum 675-jährigen Jubiläum der Stadterhebung. Kaiserslautern 1951, S. 315]. — Südhess. V 672/73; RhWB Rhein. VII 1672, V K. 12; Els. II 501; Schwäb. V 1085; Hess.-Nass. III 378/79; Kluge-Seebold22 649; DWB DWb. IX 1386; Frankf. V 2804. [Bd. 5, Sp. 1370] [Bd. 5, Sp. 1371] Lerrer macht mer Schuh, / die Schuh sin vun Lerrer, / die Gans hot e Ferrer, / e Ferrer hot die Gans / un de Fuchs e langer Schwanz, / en Schwanz hot der Fuchs, / dem spring no, awwer flugs [ BZ-Hofstätt, HB-Kirrbg]; Var. s. PfWB Amen 1. Volksgl.: Fer Schnuppe, riech dreimol in der Schuh 'Gegen Sch. soll man dreimal am Schuh riechen' [Fogel Beliefs Penns Nr. 1611]. Fer Schnuppe, fahr mit em Finger zwische de Zeh därich un riech dran [Fogel Beliefs Penns Nr. 1613]. Un riecht mer drei mol in en Schuh, / Dann hot mer var em Schnuppe Ruh. / Mit Finger därrich die Zehe fahre, / Un dann e wennich rieche draa, / Do hoscht der Schnuppe bal verlore. / Mir hot's g'holfe - helf der aa! [Birmelin Penns Gezw. 67, PennsDeitschEck 13. 8. 1938]. Südhess. V 674; RhWB Rhein. VII 1640/41 Schnopp, Schnoppen; LothWB Lothr. 462 Schnuppen, ALLG I K. 54; ElsWB Els. II 502 Schnuppen; DWB DWb. IX 1387 ff.; Frankf. V 2804. 1. 'geräuschvoll den Nasenschleim oder Flüssigkeiten in der Nase hochziehen', schnuppe (nubə) [vereinzelt, lothr. SWPf Christmann Kaulb 19 Kamm 59 Mang 108, Don-Schowe Torscha]; Part. Perf. geschnuppt [Krämer Gal 191], g'schnubbt [Wilde 278 Lambert Penns 138]. Schnupp uf, zieg die Uhr uf!, sagt man zu einem Kind, dem die Nase läuft [ Don-Neufutok]. RA.: Der hat der se sch. geb 'Der hat Dich an etwas unangenehmes erinnert' [ KL-Bruchmühlb]. Do kannschde dran sch.! 'Nun mußt Du sehen, wie Du mit diesem Problem fertig wirst!' [ KL-Reichb]. Volksmed.: Schnupp kalt Wasser, dann hert die Nas uf se blure! [ KL-Reichb]. Schnupp warem Wasser, dann vergeht 'r (der Schnupfen) werrer! [ KL-Reichb]. Wammer geblokt is mit Ketär (Katarrh), soll mer alle Obed vun seim egne Wasser 'Urin' di Nas nuf schnuppe so as es in de Hals kummt. Mer solls aber rausschpaue [Fogel Beliefs Penns Nr. 1625]. — 2. 'Schnupftabak in die Nase hochziehen' [IB-Ensh (Glass II 58) LU-Altr, Schmitt Billh. 123 Lambert Penns 138 Krämer Gal 191]. Er schnubbt [PS-Rodalb (Bernhard 166)]. Er fangt aa aan se sch. 'Er fängt auch an, sich das Tabakschnupfen anzugewöhnen' [ LU-Alsh]. Meer dun eens sch. [ LU-Alsh]. De Tuwak werd geräicht, geschnuppt un gekaut [ KU-Schmittw/O]. Minn Grooßbabbe hadd noch e Woonvoll (wagenvoll) geschnubbd, daß war sellmohls soo Moole (Mode)! [IB-Ensh (Glass II 58)]. Wescht, ich sauf halt so arig un schnupp noch dezu [Münch Werke I 437]. Eich sauf un freß' un schnupp un raach [Münch Werke I 487]. RA.: Du derfscht net sch., du hoscht kän Hoer in de Nas, sagt man zu einem Jungen, der schon sch. möchte [ LU-Alsh]. Er raacht net, trinkt net, schnuppt net un lebt ganz wie e Sau [ KU-Kaulb RO-O'mosch]. Die hot g'schnubbt, sagt man von einer wurmigen [Bd. 5, Sp. 1372] Zwetschge [Wilde 278]. SprW.: Schnubb wer will. Awer nit so viel! [verbr. VPf (Wilde 240)]. Wer will sch., der muß duppe in die Bichs (Schnupftabakbüchse), sunscht kriet er nix [KU-Schmittw/O, verbr. VPf (Wilde 240), Bergz (Kamm 116) Theo Geiger in: Feierowend 13/1949 5]; vgl. PfWB tupfen 1aβ. Soldatenreim: Wer schickt (schicken2), hot e Maul wie e Sau; wer schnuppt, hot e Nas wie e Sau; wer raacht, der stinkt wie e Sau un wer gar nix treibt, lebt wie e Sau [ LA-Rhodt]. — 3. 'verstehen, bemerken, kapieren'. Uf Kerwe hann's die Mäd' geschnuppt, / Der Michel dät se hänns'le [Schandein Ged. 67]. — Südhess. V 673/74; RhWB Rhein. VII 1672/73 schnuppen; ElsWB Els. II 503 schnuppen and. Bed.; Hess.-Nass. III 379/80; Kluge-Seebold22 649. 1. a. 'durch eine Erkältung gerötete, geschwollene, triefende Nase', Schnuppenas ('nubə;nās) [ KB-Kriegsf, vereinzelt]; Syn. s. PfWB Nase I1. Mer hot e Sch. [ KB-Kriegsf]. Frech kitzelt's griene Gras sei Schnubbenas [Kraus Gutsjer 18]. — b. 'wer an Schnupfen leidet und laut den Naseninhalt hochzieht oder ausdauernd niest' [Glass Klutzkopp 113]. — 2. a. 'Nase eines Mannes, der gewohnheitsmäßig Schnupftabak konsumiert', Schnuppnaans (nubnns) [KU-Kaulb Schmittw/O Kus KL-Fischb lothr. SWPf]. — b. 'ein Mann, der gerne Schnupftabak schnupft', auch Schimpfw. [ KU-Kaulb Schmittw/O KL-Fischb]. — Südhess. V 674; RhWB Rhein. VII 1673; Frankf. V 2804.
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