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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schnudel-peter bis schnuffelig (Bd. 5, Sp. 1365 bis 1366)
 
Schnudel-peter, m.
Schnudel-regen, m.
Schnudel-sack, m.
Schnudel-tunkens, n.
Schnudel-wetter, n.
Schnudler
Schnudlerin
schnudlig
Schnuffel, m.,  f.
Schnüffel, m.,  f.
Schnuff(e)ler, m.
Schnüff(e)ler, m.
schnuffelig, Adj.
schnüffelig, Adj.
schnuffeln, schw.
schnüffeln, schw.
Schnuffel-nase, f.
Schnüffel-nase, f.
Schnuffel-ratze, f.
Schnuffel-rutsche, f.
Schnuffel-voll, n.
Schnulle, f.
schnullen, schw.
Schnuller, m.
Schnull-lappen, m.
Schnupf-dose, f.
Schnüpfel, m.
Schnupfen, m.
schnupfen, schw.
schnüpfen
Schnupf(en)-nase, f.
Schnupfer, m.
Schnüpfer
Schnupf-hannes, m.
Schnupf-tabak, m.
Schnupftabaks-dose, f.
Schnupftabaks-nase, f.
Schnupf-tuch, n.
schnuppe, Adj.
Schnuppe, f.
schnuppen
Schnupper, m.
Schnupperchen, n.
schnuppern, schw.
Schnupper-nase, f.
Schnupper-schnüsse, f.
Schnuppes, m.
schnupsen, schw.
Schnur1, f.
Schnur2, f.
Schnürche, f.
schnüren, schw.
Schnüren-vater, m.
schnurfeln, schw.
schnurgeln
schnur-gerade, Adj.
Schnur-gerüst, n.
Schnür-leib, m.
schnurpeln, schw.
schnurpsen, schw.
Schnurrant, m.
schnurranten, schw.
Schnurr-bart, m.
Schnurrbart-binde, f.
schnurr-bärtig, Adj.
Schnurr-base, f.
Schnurre, f.
schnurren, schw.
Schnurren, m.
Schnurrer, m.
Schnurres, m.
Schnurres-binde, f.
Schnurres-bohne, f.
Schnurres-bub, m.
Schnurres-bürste, f.
Schnurres-geige, f.
Schnurres-haar, n.
Schnurres-peter, m.
Schnurres-spitze, f.
Schnurres-wackeler, m.
Schnurres-wichse, f.
Schnurres-wichser, m.
Schnurr-gückel, m.
Schnurr-haar, n.
Schnurr-heimer, m.
Schnurri, m.  f.
schnurrig, Adj.
Schnurrigens, n.
Schnurr-korb, m.
Schnurr-krämer, m.
Schnurr-musikant, m.
Schnurr-pfeiferei, f.
Schnur-schisser, m.
Schnür-schuh, m.
Schnur-senkel, m.
Schnür-stiefel, m.
schnur-stracks, Adv.
schnurz, Adj.
schnurz-egal, Adj.
schnurz-piepegal, Adj.
   Schnudel-peter m.: 'wer seine Arbeit schlampig und nachlässig macht', Schnuddelpeder [ LU-Opp], Schnull- [ LU-Böhl]; Syn. s. PfWB Schlampes 2. Er is e Schnurrlperer [ KU-Föckbg]. RhWB Rhein. VII 1664; Hess.-Nass. III 393. — -regen m.: 'feier Regen', Schnuddelreeche [ PS-Geisbg]. — -sack m.:
1. 'wer oberflächlich, hastig, schlampig arbeitet'. 's is e Schnurrelsack [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Schlampes 2. —
2. 'wer hastig und undeutlich spricht'. Schnurrelsack, mach langsam, daß mer dich versteht! [ KL-Reichb]. — Südhess. V 669 Schnuddelsack; RhWB Rhein. VII 1664. — -tunkens n.:
1. Bezeichnung für verschiedene Speisen.
a. 'Zwiebelsalat', Schnulldungges [Braun Lääsebuuch 200]. —
b. 'Tunke aus Essig, Salz, Zwiebeln und Rahm', Schnulldungkes [BZ-Stein (Ehrhardt 19, 20)]; vgl. PfWB Schnuckeltunkens. —
c. 'Speise mit wenig Fleisch in viel Brühe', Schnuddldunkes [Bayer Hackm. 63]. —
d. = PfWB Schweinepfeffer, Schnuddeldunkes [ LA-Venn BZ-Albw]; vgl. PfWB latzen 1 a. —
e. 'mit Wurst belegte Brotscheibe', Schnuddeldunkes [VPf]. —
2. ein Scherzwort (Bedeutung?), Schnulldunkes [Bergz (Kamm 59)]. — Südhess. V 669 Schnuddeltunkes. — -wetter n.: 'unfreundliches Wetter mit lange anhaltendem (feinem) Regen, bei dem der Straßenschmutz zu einen dünnen Brei aufweicht; Nebelregen', Schnuddelwedder [ KU-Hefw Kus ZW-Schmitshs RO-Obd Rockhs], Schnurr(e)lwedder [ HB-Höch ZW-Battw KB-Dreis KL-Hoheck Stelzbg], Schnullwedder [KB-Standbl BZ-Dierb], Schnujelwedder [ RO-Dörrmosch], Schnorrlwedder [ KL-Rodb], Schnudelwerrer [ RO-Rehborn KL-Mackb PS-Ruppw FR-Grünstdt], Schnurr(e)lwerrer [HB-Brenschb, verbr. WPf NPf vereinzelt übrige Pf], Schnorrlwerrer [ KU-Obw/Tiefb], Schnullwerrer [KU-Körbn, mancherorts NPf], Schnudelweller [ IB-Wolfh], Schnullweller [ KU-Bedb], Schnurrlweðer [ KU-Kaulb]; Syn. s. PfWB Sudelwetter 1; Sch., keens vum scheenschte [ZW-Stamb]. Südhess. V 669 Schnuddelwetter.
 
 
Schnudler s. PfWB Schnudeler; Schnudlerin s. PfWB Schnudelerin; schnudlig s. PfWB schnudelig.
 
  
Schnuffel, Schnüffelm., f.:
1. Teil des menschlichen Gesichtes.
a. 'der Mund, die beiden Lippen', derb, die Schnuffel (nufəl) [Pirmas (Kieffer 72) NW-Dürkh (PfId. 127) Neidfs], Schniffel (nifəl) [ZW-Marthh PS-Burgalb LU-Alsh Maud SP-Harths LA-Venn Bergz (Kamm 58), Heeger Tiere I 8 Otterstetter 236 Schmitt Billh. 62]; Dim. Schniffelche (nifəlχə) [ LU-Alsh]; Syn. s. PfWB Gusche 1 b. Ich haag der eeni uf die Schniffel!, Androhung von Schlägen [ LU-Neuhf]. Ich schlag der uf de Schniffel [ GH-Zeisk]. Schlag 'm uf de Schniffel! [ NW-Haßl]. Er awer strahlt wie en Dreckkäffer un hot doch

[Bd. 5, Sp. 1366]
en Schniffel wie e Hölzschugg [T. Geiger in: Feierowend 6/1954 S. 2]; vgl. PfWB Sauschnüffel 2 'Holzschuharten'. —
b. 'dicke, vorgestülpte Lippen', Schniffel [ LU-Alsh NW-Geinsh GH-Zeisk]; Zs.: PfWB Afrikanerschnuffel, Dick-, PfWB Sauschnüffel 1 b. —
c. 'vorgeschobener Kiefer' [ NW-Erph Geinsh]. —
d. 'Nase', scherzh., die Schnuffel [ FR-Lambsh]; Syn. s. PfWB Nase I1. —
e. 'dicke, fleischige Nase', Schniffel [ NW-Geinsh]. —
2. Maul von wühlenden Tieren.
a. 'Schweinerüssel, Schweineschnauze', Gen. m.: Schnüffel [LU-Neuhf LA-Gommh Herxh Herxhwey Impfl Nd'hochstdt Venn Wollmh BZ-Dernb Dierb Dörrb GH-Bellh N'potz Vollmw Westh Zeisk], Gen. f.: die Schnuffel [ NW-Freinsh Kallstdt BZ-Dernb]; vgl. PfWB Kurzschnüffelchen 'Schweinerasse mit kurzem Rüssel', Sauschnüffel 1 a. —
b. 'Schnauze oder Rüssel des Maulwurfs', der Schniffel [ LA-Gommh]. —
c. vgl. PfWB Geißenschnuffel. —
3. übertr.
a. 'Mensch mit dicken, vorgewölbten Lippen' [ LA-Herxh]. —
b. 'Mensch mit grobem Benehmen und Umgangston'. Du bischt en ungezogener Schniffel! [ BZ-Dernb]. —
c. 'Polizeidiener', schnüffelt in den Angelegenheiten anderer, Schnuffel [Rockhs]; vgl. PfWB Polizeidiener, PfWB Büttel. — Südhess. V 669/70; RhWB Rhein. VII 1670; LothWB Lothr. 462; ElsWB Els. II 496, ALA II 18; Hess.-Nass. III 377; DWB DWb. IX 1385; Frankf. V 2803.
 
  
Schnuff(e)ler, Schnüff(e)lerm.:
1.
a. 'wer durch Riechen herausfinden will, was gekocht wird', Schnuffeler [IB-Ensh (Glass 108)]. —
b. Schimpfw. für jemanden, der seine Nase nicht ins Taschentuch schneuzt, sondern den Nasenschleim zurückzieht [ KU-Schmittw/O]. —
2. 'wer gerne andere aushorcht und ausspäht, neugieriger Mensch, Horcher, Aktenstöberer, Spion', Schnuffeler (nufələr) [ KU-Kaulb Kreimb Schmittw/O FR-Bockh], Schnuffler [Pirmas (Kieffer 72) LA-Venn, NPfGV 11/1935, Lambert Penns 138 Krämer Gal 191], Schniffler [IB-Ensh (Glass 107) PS-Rodalb (Bernhard 165) BZ-Dernb]; vgl. PfWB Schnauser 2. Der ald Schnuffela isch schunn willa in da Kich! [Glass Klutzkopp 114]. —
3. 'Mann, der Frauen nachstellt, Schürzenjäger', Schnuffler [Kus], Schniffler [Kus]; Syn. s. Schürzenjäger. — Südhess. V 670; Rhein. VII 1670 Z. 12; ElsWB Els. II 497 Schnuffler; Frankf. V 2804.
 
  
schnuffelig, schnüffeligAdj.: x
1. 'übermäßig neugierig', schnofflich [Danner Penns 24]. —
2. 'leicht und fein regnend', vom Wetter. Das Wedder isch schniffelich [ ZW-Hornb]; vgl. PfWB rieseln 2. —
3. 'verlockend, appetitlich' (?). Wie mr dann endlich um dene schnifflich gedeckte Disch gesess' han ... [Sunndag 34/1965 2]. —
4. vgl. PfWB dickschnüffelig. — Südhess. V 670; RhWB Rhein. VII 1671.