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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schneppe1 bis Schnerre (Bd. 5, Sp. 1328 bis 1330)
 
Schneppe1, f.
Schneppe2
Schneppel-mützel, n.
schneppen
Schnepp(en)-kappe, f.
Schnepper, m.
Schnepper-kappe, f.
Schnepp-kette
Schnerch
Schnerkel
Schnerre
Schnerremer
schnerren
Schnerrmaul
Schnerze
schnettern
Schnetz, m.
schnetzen
Schnetzer, Pl.
schneuzen, schw.
Schneuz-haken, m.
Schneuz-tuch, n.
schnibbern, schw.
Schnibelschnabel, m.
Schnick, m.
schnick
schnicke
Schnickel, m.
Schnickel-fritz, m.
Schnickel-schnackels, n.
schnicken, schw.
Schnicken-fickens, n.
Schnicker, m.
Schnickes, m.
Schnick-schnack, m.
schnicksen, schw.
Schnie
Schniebe
Schniede
Schniefen-berg, ON
schniegeln, schw.
schnien
Schniep
schniere
schniffeln
Schniftenberger-hof, m.
Schnillje, f.
Schnillje-hut, m.
Schnillje-schal, m.
Schnillje-tuch, n.
schninzen
schnipfeln
schnipfen, schw.
Schnipfer, m.
Schnippchen1, n.
Schnippchen2
Schnippe, f.
Schnippel, m.
Schnippelchens-bohnen, Pl.
Schnippeler, m.
schnippeln, schw.
Schnipp(en)-kappe, f.
Schnipper, m.
schnipperig, Adj.
Schnippes, m.
schnippisch, Adj.
Schnipp-schnapp, n.
schnippsig, Adj.
Schnips, m.
Schnipsel, m.
schnipseln, schw.
schnipsen, schw.
Schnipser, m.
Schnipserei, f.
Schnipserin, f.
Schni-schna-schnak
Schniß
Schnitt, m.
Schnitt-bank, f.
Schnitt-birne, f.
Schnitt-blumen, Pl.
Schnitt-brühe
Schnittchen
Schnitte, f. m.
Schnitten, f. m.
Schnittel
Schnitter, m.
Schnitterin, f.
Schnitterlich, m.
Schnitters-leute, Pl.
Schnitt-fräse, f.
Schnitt-fräser, m.
Schnitt-gans, f.
Schnitt-holz, n.
schnittig, Adj.
Schnitt-laub, m.  n.
Schnitt-lauch, m.
Schnittlauch-locke, f.
Schnittlauch-salat, m.
Schnittlauch-soße, f.
   Schneppe1 f.:
1.
a. allg. 'äußerster Rand, Kante' Schnepp (nęb) [Rockhs LU-Altr LA-Siebdg BZ-Dierb, Eid 87 Kühn Schnitze I 253 Thielen 101 Rußl-Worms], Schnapp (nab) [ Don-Heufeld]; Dim. Schneppche (nębχə) [mancherorts Don Krämer Gal 189 mancherorts Buch Rußl-Neubaden Albrecht 111], Schneppel (nębəl) [ Don-Sekitsch]; vgl. PfWB Schnärre 8, PfWB Schnepper, PfWB Schnippe; steht am Sch. [ Gal-Dornf]. RA.: Er is uff der Schnepp 'Er ist unentschieden' [Lambert Penns 137]. —
b. 'Kante eines Stuhlsitzes, Ende einer Sitzbank', Schnepp [LA-Siebdg Thielen 101, mancherorts Gal], Schnapp [ Don-Heufeld]; Dim. Schneppche [mancherorts Gal Buch Rußl-Neubaden], Schneppl [ Don-Sekitsch]; uf de

[Bd. 5, Sp. 1329]
Schnepp sitze [ KU-Kaulb Schmittw/O RO-Lettw]; uf'm Schneppche sitze [ Gal-Obl]. Er hot sich uf die Schnepp gesetzt, auf den Rand [ BZ-Dernb]. Pass uff, Kennd, dasse nidd runnerfelle duschd, woode soo omm Schnabbe huckschd! 'Kind, paß auf, daß du nicht herunterfällst, du sitzt so knapp am Rand' [IB-Ensh (Glass 105)]. Er sitzt ufm Schnäppche [Krämer Gal 189]. —
c. 'Rand eines Tisches', Schnepp (nęb) [LU-Altr NW-Ellstdt Greth Hardbg Neidfs Seeb Weidth (Bertram § 319)], Schnapp (nab) [LU-Böhl NW-Königsb (Bertram § 316)]. —
d. 'Rand eines Abgrundes', Schnepp [ NW-Hardbg]; uff dr Schnepp schtehn [Kühn Hamet 134]; steht am Schneppche 'steht am Rande eines Abgrundes' [ Gal-Dornf]. Geh mr nit so noh uf die Schnäbb 'Geh nicht so weit vor' [Bayer Hackm. 62]. —
2. 'Mützenschirm, Kappenschild, Ledergriff an der Mütze', Schnepp [KU-Kaulb RO-Lettw KL-Stelzbg PS-Rodalb (Bernhard 165) Pirmas (Kieffer 71) Schmalbg LA-Siebdg BZ-Dierb, PfId. 127 Heeger Tiere II 12 Kühn Hamet 134 Kühn Schnitze I 253 Wilms Alph. 49 Don-Schowe Krämer Gal 190 Gal-Dornf Albrecht 111]; vgl. PfWB Dach 2 c, PfWB Kappendach 1, PfWB Kappenschüppe, PfWB Schneppenkappe; Mitz (Mütze) mit Schnepp [ KB-Kriegsf]. —
3.
a. 'spitzauslaufendes Stoffteil an Frauenkleidung'; vgl. PfWB Schneppelmützel. »Im Blieswinkel hat das Mützchen (Mutzen1 2 'Frauenjacke') hinten und vorne zwei zugespitzte Schneppen (Mutzen1 2)« [Schandein Bav. IV,2 274 F. Gundelwein Pfälzer Volkstrachten, in: PfW 11/1910 S. 28]. Das Mieder hat vorne e Sch. [ BZ-Dernb]. —
b. 'Stirnläppchen der Frauen'. »Junge Mädchen gingen im bloßen Kopfe, die Haare zu einem Chignon (Schinjon 'Haarknoten') zusammengeflochten, der von einer schwarzsamtnen gegen die Stirne zulaufenden Schneppe gehalten wird« [F. Gundelwein Pfälzer Volkstrachten, in: PfW 11/1910, S. 28]. —
4.
a. 'Ausgießvorrichtung einer Kanne, eines Gefäßes', Schnäb [Heeger Tiere II 12]; Syn. s. PfWB Zotte. —
b. 'Gefäß mit einer schnabelförmigen Ausgießvorrichtung, bes. Milchkanne', Schnepp [ PS-Vinn]. —
5. Gänseschneppe. Etymologisch verwandt mit Schnabel (Kluge-Seebold22 647). — Rhein. VII 1548 Z. 13 Schnappe 2aα, 1549 Schnappen, 1613 Schneppe; LothWB Lothr. 459 Schnepp; ElsWB Els. II 501 Schnäpp; Schwäb. V 1028 Schnäpp; Schweiz. IX 1255 Schnepf I; Hess.-Nass. III 358/ 59; DWB DWb. IX 1316/17; Frankf. V 2790/91.
 
 
Schneppe2 'Schnepfe'; 'Prostituierte' s. PfWB Schnepfe.
 
  
Schneppel-mützel n.: 'enganliegende Taille mit einem kleinen Wulst hinten, dem Schneppel', Teil einer alten Frauentracht, Schneppelmitzel Dim. [ GH-Bellh]; vgl. PfWB Mutzen1, PfWB Schneppe 3.
 
 
schneppen s. PfWB schnäppen.
 
  
Schnepp(en)-kappe f.: 'Schirmmütze', Schnep-

[Bd. 5, Sp. 1330]
pekapp [KU-A'glan Kaulb Kus WD-Niedkch IB-Ensh (Glass 106) Reinh ZW-Bechhf Bottb KL-Gimsb Nanzdzw Reichb Weltb Wörsb PS-O'simt Pirmas (Kieffer 71) Rodalb (Bernhard 165) FR-Albsh Buch-St. Onufry, Bayer Hackm. 62 Schandein Bav. IV,2 271 Schandein Ged. 248 Heeger Tiere II 12 Juner 89 Wilms Alph. 49], Schneppkapp [KL-Weilb Buch-Illisch, Braun Lääsebuuch 252 Thielen 101 Albrecht 111], Schnabbekapp [IB-Ommh (Walle 32)]; Pl. Schneppekappe [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Kappe 1a, PfWB Kappendach 1, PfWB Kappenschüppe, PfWB Schneppe 2, PfWB Schnepperkappe, PfWB Schüppenkappe. Hot ufem Kopp e' Schneppekapp; / So steiht die Gass er uf' un' ab [Schandein Ged. 67]. Ich traa dehääm e Schnäbbekabb - wääß net wie ald se iss, / die Schnall iss schun seit Johre ab / un's Futter iss veriss [Damm Nawwel 8]. Ihr Schläher in de Schnabbekabb [Kraus Pläseer 18]. Vk.: Alte Tracht: Lothringischer Kittel mit leinenen Hosen, beide aus blauem, hausgemachtem Leinen, duche Sch. (Sch. aus Tuchstoff) [ KU-A'glan]. Männertracht: langer Kirchenrock, blauer hemdartiger Arbeitskittel, Sch. [ KU-Kaulb]. Sch. als Kopfbedeckung des Zwickers in der Schuhfabrik [PS-Haust (Braun Lääsebuuch 252)]. VR.: Der mit der Schneppekapp, der is mer abgeschnappt; der mit dem runde Hut, der is meer gut [ Gal-Dornf]. RhWB Rhein. VII 1549 Schnäppenkappe; Lothr. 459; ElsWB Els. I 455; Hess.-Nass. III 359.
 
  
Schnepper m.:
1.
a. 'äußerster Rand, äußerste Kante eines Stuhles, einer Sitzbank', Schnepper (nębər) [ KL-Olsbr]; Dim. Schneppersche (nębərə) [Kaislt], Schnepperle (nębərlə) [ Rußl-Katht]; vgl. PfWB Schneppe 1. Du sitscht uf dem Schnepperlen [ BZ-Dernb]. Er sitzt uffm Schnäbbersche [Wilms Alph. 49]. Er hot sich uf's Schnepperle g'setzt [ BZ-Dernb]. Hock dich richtich hie, du brausch net uf'm Schneppersche se hocke, zu einem Kind, das auf der Stuhlkante sitzt [Kaislt]. Das Kind, das sich uffs Schnäbberle setzte, wäre ums godsich (gottsig 1 a) Heer(e)l runnergfalle, wäre um ein Haar heruntergefallen [Ph. Gimmel in: PfL 11. 9. 1925, S. 151]. —
b. 'äußerster Rand, äußerste Kante eines Tisches'. Das Glas steht auf dem Schnebberle [Germh]. —
2. 'Mützenschirm, Kappenschild', Schnepper [ WD-Niedkch]. — Hess.-Nass. III 360 and. Bed.; DWB DWb. IX 1317/18.
 
 
Schnepper-kappe f.: 'Schirmmütze', Schnepperkapp (nębərkab) [KU-Wahnwg WD-Niedkch, Müller Dietschw 66]; vgl. PfWB Schneppenkappe.
 
 
Schnepp-kette s. Schnäppkette.
 
 
Schnerch 'Schwiegertochter' s. PfWB Schnürche; Schnerkel s. PfWB Schnörkel; Schnerre s. PfWB Schnärre;