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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schnecken-schwanz bis Schnecken-treiberei (Bd. 5, Sp. 1278 bis 1280)
 
Schnecken-schwanz, m.
Schnecken-spieß, m.
Schnecken-sprung, m.
Schnecken-spur, f.
Schnecken-tal, n.
Schnecken-tanz, m.
schnecken-tänzeln, schw.
Schnecken-tänzer, m.
Schnecken-tempo, n.
Schnecken-treiber, m.
Schnecken-treiberei, f.
Schnecken-wasser, n.
Schneckerekeck, m.?
Schneckere-tänze
Schneckert, m.
schneck-fett
Schneck-pfad, m.
Schnee, m.
Schnee-ballen, m.
Schnee-ball, m.
Schneeballen-baum, m.
Schneeballen-schlacht, f.
Schneeballen-werfen, n.
Schnee-bank, f.
schnee-bäucheln
Schnee-beere, f.
Schnee-berg, m.
Schneeberger-hof, m.
Schnee-besen, m.
Schnee-bise, f. m.
Schnee-biser, f. m.
Schneeblätter-baum, m.
Schneeblätter-busch, m.
schnee-blind, Adj.
Schnee-blume, f.
Schnee-bruch, m.
Schnee-brunzer, m.
Schnee-butzen, m.
Schnee-decke, f.
Schnee-druck, m.
Schneedruck-lücke, f.
Schnee-fall, m.
Schnee-fang, m.
Schnee-feld, n.
Schnee-flocke, f. m.
Schnee-flocken, f. m.
Schnee-fuß, m.
Schnee-gans, f.
schneegeln, schw.
Schnee-gestöber, n.
Schnee-gewitter, n.
Schnee-gewölk, n.
Schnee-glöckchen, n.
Schnee-halde, f.
Schnee-haufen, m.
schneeig, Adj.
Schnee-joseph, m.
Schnee-josephsin, f.
Schnee-kappe, f.
Schnee-kasten, m.
Schnee-könig, m.
Schnee-kratze, f.
Schnee-luft, f.  (m.)
Schnee-mann, m.
Schnee-matsch, m.
schneen
schneepeln, schw.
Schnee-regen, m.
Schnee-rolle, f.
Schnee-schanze, f.
Schnee-schaufler, m.
Schnee-schlitten, m.
schnee-schloßenweiß, Adj.
Schnee-schollen, m.
Schnee-schübel, m.
Schnee-schuh, m.
Schnee-schüpper, m.
Schnee-stollen, m.
Schnee-stüber, m.
Schnee-stuber, m.
Schnee-sturm, m.
Schnee-tag, m.
Schnee-treiben, n.
Schnee-tümmelwetter, n.
Schnee-walger, m.
Schnee-walze, f.
Schnee-wand, f.
Schnee-wasser, n.
Schnee-wehe, f.
schnee-weiß, Adj.
Schnee-wetter, n.
Schnee-wind, m.
Schnee-winter, m.
Schnee-wirbel, m.
Schnee-wittchen, n.
Schnee-wolke, f. m.
Schnee-wolken, f. m.
schneezeln, schw.
Schnee-zeug, n.
schneibeln
   Schnecken-schwanz m.: 'hinterer Körperteil der Schnecke', nur in der Verb. Krawunz(e)le un Schneckeschwänz Pl., etwa als neckische Antwort auf die Frage des Kindes, was es zu essen gebe [FR-Lambsh, verbr. Gal Don-Tscherwk]. Wenn ein kleines Kind fragt: »Was ist das?« und man will ihm nicht die richtige Auskunft geben, so antwortet man ebenso [ FR-Lambsh]; vgl. PfWB Krawunzel. — -spieß m.:
1. 'ein altes, rostiges, abgenutztes Messer', Schneckespiß (nęgə'bis) [ KU-Krottb], Schleckespiß (lęgə'bis) [ KU-Albess A'glan Dittw Ehw Etschbg Föckbg Frohnhf Körbn O'alb Schellw Ulm Wahnwg WD-Hoof]; vgl. PfWB Schneckengikser. —
2. 'angespitztes Holzstäbchen zum Aufspießen von Schnecken'. Die Schlecke micht mer kabutt merreme (mit einem) Schleckespiß [ WD-Niedkch]. — RhWB Rhein. VII 1581 Schneckenspiss. — -sprung m.: FlN. amtl. Schneckensprung; mda. Schneckesprung [ RO-Lohnsf]. a. 1770: Am Schneckensprung [SSp BrPr. 67 Bl. 32 l. (RO-Lohnsf)]. — -spur f.: 'Schleimspur von Schnecken', Schneckespur [ LU-Opp]. — -tal n.: FlN, amtl. Im Schneckental [ KL-Enkb]. a. 1661: schneckenthal [SSp Extrakt Hardenburger Weistum in Leiningen 69 Bl. 175 (NW-Hardbg)]. a. 1797: im schleckentahl, im Schnekkenthal [SSp BrPr. 184 (KL-Enkb)]. — -tanz m.: 'unnötige Umstände, Aufhebens, auch auffälliges Getue, übertriebene Höflichkeiten, Narrheiten', Schneckedanz [ KU-Eschau RO-Gundw KB-Dannfs Kriegsf LA-Rhodt Wollmh]; meist nur Pl. -dänz [verbr. ges. Pf, Bernhard 164 Heeger Tiere II 14 Kühn Hamet 134 Kühn Schnitze I 253 PfId. 127 Schandein Ged. 248 Thielen 101 Wilms 49], Schneckdänz [ KB-Kriegsf], Schneckeredänz [ IB-Rohrb RO-Nd'mosch], Schneckredänz [ RO-Als]; Dim. Pl. -dänzjer [Ingb], -dänzcher [Kühn Palz 55]; vgl. PfWB Narrheit; Syn. s. PfWB Schnakes 1; dumme Sch. [ KU-Neunkch]; Sch. mache [KU-Kollw Wolfst Kus IB-Eschring PS-Hengsbg FR-Albsh Frankth LA-Offb Land BZ-Dernb GH-Jockgr Kand], Sch. treiwe (treibe) [ KB-Eisbg FR-Carlsbg Grünstdt Tiefth NW-Lambr GH-Hay]; gern Sch. mache [ KU-Bedb]. Mach ken (kän) Sch.! [KU-Bedb RO-Dielkch PS-Fehrb Pirmas LU-Opp NW-Frankeck Kallstdt LA-Gommh Nd'hochstdt Wollmh Land BZ-Dierb GH-Kand]. Mach kän so Sch.! [Pirmas]. Mach mer (ma) ke Sch. [LU-Oggh LA-Mörzh BZ-Dernb, Wilms Alph. 49]. Mach mer kä Sch. vor! 'Laß mich in Ruhe mit dem unnötigen Reden (Flunkern)!' [ ZW-Battw LA-Edk BZ-Dernb]. Mach net so veel Sch.! 'Laß alle Förmlichkeiten, unnötigen Komplimente und Umständlichkeiten weg' [ KU-Kaulb]. Mach nur net lang Sch. 'Mach keine unwahren Ausflüchte'

[Bd. 5, Sp. 1279]
[ BZ-Dernb]. Das sein Sch. 'Das sind Dinge und Machenschaften, die nichts taugen' [ LU-Limbghf]. Do were net veel Sch. gemach 'Es werden keine überflüssigen Umstände und Vorbereitungen gemacht' [ KU-Kaulb]. Du mit deine Sch.! [ PS-Gersb]. Bleib mer mit deine Sch. vun de Ribbe! 'Verschone mich mit unnötigen Höflichkeiten!' [ NW-Frankeck]. Bleib m'r vun de Seit mit deine Sch.! [ NW-Kallstdt]. Ich kann die Sch. net leile (leiden) [ KU-Bedb]. Do gett's kei Sch. [ WD-Niedkch]. Er (Der) macht Sch. 'Er macht Possen, will immer etwas vormachen' [ KU-Schmittw/O IB-Erfw/Ehling RO-Dielkch]. Er macht so veel Sch. [ KB-Kriegsf]. Der macht Scheckedänz un Fissimatente [Krieger 20]. Er macht euch Sch. vor, gläben em norre nix! [ BZ-Dernb]. Un wann d' neiglotscht, innewendig, / Merkscht: sinn nix wie Schneckedänz! [Ranssweiler 43]. So Schneckedänz sein mir verhaßt [Münch Werke I 509]. Die feine Schneckedänz, die kammer schunn vermisse / Wammer Gequellte un sei Kaffi hott [Müller Schneiderche 82]. So dumme, wieschde Schneckedänz, / Mer määnt, die sin jetz' Mode [Keiler 97]. Kää krumme Toure mää, / immer brobbersche un pinktlich, / kää Schnäggedänz, / geschtrehlt, geberscht, / piggobello jede Daa [Damm Nawwel 59]. Degeche is e gewerfelter Mann e geschickter un braver Mann, e Deiwelskerl un Deiwelskinschtler, wo kee Fisimatente, Schparanze, Mängänkes un net lang Schneckedänz macht, wo lauder so iwwertriwwenes Zeich is [Feierowend 22/1956 2]. Machen Se kä Schnekkedänz [Feierowend 16/1953 2]. De Kopp stets voller Schneckedänz [Hartmann Teemaschin 104]. Des war doch annerscht wie die scheele Schneckedänz [Hartmann Unkel 58]. Korz a(n) gebunn, hat nie gelacht, / un hat kä' Schneckedänz gemacht [Albert Bei uns 29]. Filb: awer Schneckedänzcher mache / Mit Baueremääd: n deiere Schtuß [Kühn Palz 55]. Ich bidd' dich, loß die Schneckedänz' [Keiler 23]. Mache mir keine Schneckentänz vor! 'Täusche mich nicht!' [Klein Prov. 133]. RhWB Rhein. VII 1531 Schnackentänze; Els. II 696 Schnakentänz, Schnëckentänz; Hess.-Nass. III 342; DWB DWb. IX 1154 Schnäcketänz (scherzhafte Volksetymologie), 1221.
 
 
schnecken-tänzeln schw.: 'unnötige oder übertriebene Höflichkeiten austauschen'. Bei uns, do gebt's kee viel Scharwänzele, / Verbeigung oder Schneckedänzele [Münch Werke II 225].
 
  
Schnecken-tänzer m.: 'eingebildeter, sich geziert benehmender Kerl', Schneckedänzer [ NW-Gimmdg]. — -tempo n.: 'unverhältnismäßig langsame Geschwindigkeit', bes. bei sehr trägem Arbeiten oder schleppendem Fortgang einer Sache, -tempo (-dęmbō) [ KU-Diedk Pirmas LU-Altr Limbghf GH-Kand]; vgl. PfWB Schneckenpost; im Sch. (vorwärts kumme) [ PS-Gersb KB-Kriegsf LU-Opp NW-Frankeck Kallstdt], arweide [ LU-

[Bd. 5, Sp. 1280]
Oggh]. Das (des, 's) geht im Sch. [ KU-Diedk NW-Kallstdt LA-Mörzh BZ-Dierb]. Er geht im Sch. 'Er schleicht' [ LU-Friesh Lu'haf]. Mit Schnecketempo hunnertdreißich - / esch dann en Mensch do noch recht bei sich? [Runck Hand 82]. — -treiber m.:
1. 'wer nicht weiß, wie er die Zeit totschlagen soll, wer unsinnige Arbeiten langsam erledigt', -treiwer [ NW-Kallstdt LA-Hainf]. —
2. Neckname für die Bewohner von LA-Burrw, Schnecketreiwer [ LA-Hainf]. — -treiberei f.: 'unsinnige Arbeit, um die Zeit totzuschlagen'. Des is die reinschte Schnecketreiwerei [ LU-Opp]. —