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Schnatter-maul bis Schnätz-tuch (Bd. 5, Sp. 1260 bis 1262) | |||
Schnatter-maul, n. schnattern, schw. schnättern, schw. Schnatter-wiese, f. schnatz, Adj. Schnatze, f. m. Schnatzen, f. m. schnatzelig, Adj. schnätzeln, schw. schnätzen, schw. schnätzig, Adj. Schnätz-kappe, f. Schnätz-tuch, n. Schnaub, m. schnauben, schw. Schnauber, m. Schnaubian, m. Schnaub-tuch, n. schnauen Schnaufe, f. schnaufen, schw. Schnaufens, n. Schnaufer, m. Schnauferei, f. Schnaufzer, m. schnäuken Schnaupe, f. schnaupeln, schw. Schnauper, m. Schnause, f. schnausen, schw. Schnauser, m. Schnauserin, f. schnausig, Adj. Schnaus-katze, f. Schnaus-peter, m. Schnauz, m. Schnauz-bart, m. Schnäuzchen, n. Schnauze, f. Schnauze-haushaltung, f. schnauzeln, schw. schnauzen, schw. Schnauzer, m. Schnauzer-fisch, m. Schnauzerin, f. Schnauzer-kuchen, m. Schnauz-haar, n. schnauzig, Adj. Schnauz-igel, m. Schnäzchen Schnecke, f. m. Schneck, f. m. Schnecken-acker, m. Schnecken-bätze, f. Schnecken-berg, m. Schnecken-birnbaum, m. Schnecken-dreck, m. Schnecken-ei, n. Schnecken-fett, n. schnecken-fett, Adj. Schnecken-fraß, m. Schnecken-fresser, m. Schnecken-frisur, f. Schnecken-fuß, m. Schnecken-gabel, f. Schnecken-gässer, m. Schnecken-gikser, m. Schnecken-grund, m. Schnecken-haken, m. Schnecken-haus, n. Schnecken-hausen, ON Schnecken-hohl, f. Schnecken-nudel, f. Schnecken-nudelns, n. Schnecken-pfad, m. Schnecken-post, f. Schnecken-schinder, m. Schneckenschorum, ON Schnecken-schwanz, m. Schnecken-spieß, m. Schnecken-sprung, m. Schnecken-spur, f. Schnecken-tal, n. Schnecken-tanz, m. schnecken-tänzeln, schw. Schnecken-tänzer, m. Schnecken-tempo, n. Schnecken-treiber, m. Schnecken-treiberei, f. Schnecken-wasser, n. Schneckerekeck, m.? Schneckere-tänze Schneckert, m. schneck-fett Schneck-pfad, m. Schnee, m. Schnee-ballen, m. Schnee-ball, m. Schneeballen-baum, m. | 1. 'laut schreien von Gänsen und Enten in aufeinanderfolgenden Tönen', schnaddere (nadərə, nḁdərə) [verbr. Höh 119], schnaddre (nadrə) [HB-Kirrbg BZ-Albw, Lambert Penns 137 Don-Bulkes Gal-Bagbg Gelsendorf Josbg Kaisersdorf Obersdorf Stanislau Krämer Gal 190], schnarrere (narərə) [vereinzelt WPf], schnarre (narə) [ ZW-L'wied BZ-Albw], schnallere (nalərə) [IB-Ensh (Glass 106)]; Part. Perf. geschnaddert, geschnarrert [WPf Krämer Gal 190], g'schnaddert [VPf Lambert Penns 137]; vgl. PfWB Geschnatter, PfWB schnattchern. Die Ent (Gans) schnaddert [ KL-Wörsb, mancherorts], schnarrert [ WD-Niedkch]. Die Ente (Gäns) schnaddere [mancherorts]. Die Gäns dun schnaddre [ BZ-Albw]. Die Ende dun schnarre [ BZ-Albw]. — 2. übertr., bes. von Frauen, 'plaudern, viel und schnell reden'; vgl. PfWB verschnattert; Syn. s. PfWB schwätzen. Die schnaddert druf los 'Die redet ohne Unterbrechung' [ LU-Opp]. Sie kann schnattere wie e Gans [T. Geiger in: Feierowend 6/1954 2]. Na, Greetel, sag dein' Bieweldext, 's esch jetz' genunk geschnaddert! [Keiler 133]. RA.: Die (Er) schnaddert wie e Gans [ KU-Schmittw/O ZW-Bechhf BZ-Annw Gal-Lindenfeld]. Du schnadderscht jo wie e Ent (Gans)! [ KU-Hefw]. — 3. 'vor Kälte zittern und schaudern, mit den Zähnen klappern, frieren', schnaddere [ KU-Adb Bedb ZW-Dellf KL-Samb Wörsb PS-Salzwg NW-Weidth SP-Berghs LA-Dammh Venn GH-Hatzbühl, Don-Schowe Torscha], schnarrere [ KU-Körbn ZW-L'wied Mauschb], schnaddre [Bd. 5, Sp. 1261] [LA-Offb BZ-Wind, Lambert Penns 137], schnallere [IB-Ensh (Glass 106)]; vgl. PfWB schukkern. Ich schnadder vor Kält [ RO-L'meil]. Der schnaddert vor Kält [ IB-Biesing KL-Erlb LA-Arzh GH-Vollmw]. Er schnaddert ganz vor Kält [ GH-Hay]. Ämal han ich ä Hitz zum Verbrenne, dann frierts mich wie e Hunn un ich schnadder vor Kält, sagt jemand, der Fieber hat [ ZW-Battw]. Mer hän geschnattert - awwer wie / un wochelang kää Sunn gesieh [Damm Nachtdischlamp 67]. RA.: Der schnaddert wie e Ent (Gans), von jemandem, der friert [ NW-Frankeck BZ-Münchw]. — 4. 'mit dem Schnabel im schlammigen Boden eines Gewässers wühlen, gründeln', von Enten [ ZW-Schmitshs PS-Vinn]. — 5. 'mit dem Klicker schnellen', schnäddere (nędərə) [ FR-Studh]; Syn. s. PfWB schnellern 2 a. — RhWB Rhein. VII 1532 schnaddern; Lothr. 456/57 schnaddern; ElsWB Els. II 509 schnatteren, schnätteren; Schwäb. V 1035/36 schnatteren; Hess.-Nass. III 328; DWB DWb. IX 1196 ff.; Frankf. V 2777. 1. 'Riß, Schnitt, Verletzung, Narbe', f.: Schnatz (nads) [HB-Einöd Mimb IB-Bierb Ommh (Walle 34) Witth], Schnätz (nęds) [ RO-Lettw LU-Ruchh], m.: Schnatze (nadsə) [Ingb Zweibr, PfId. 126]; Syn. s. PfWB Narbe 1; e Schnatze an de Stier 'ein Loch an der Stirn, im Kopf' [Ingb]. Äija Bub hat jo e Schnatz am Backe! [ IB-Ommh]. De Jokeb hat e Schnatz am Kopp; der muß sich gerännt hann [ IB-Ommh]. Wo haschen (hast du denn) jetz denne Schnatze her? [IB-Ensh (Glass 106)]. In de Stamm geht dief enin / de Schnatze, wo der glierisch Blitz gehau hat [Kraus Grickelmaus 17]. Ich hucke vor m'Disch, / s'gebliemte Wachsduuch / mit Ratze un Schnatze, / un luh off die Schissel voll Obst [Kraus Grickelmaus 50]. — 2. 'enge Spalte in der Erde oder im Fels' [Zweibr LU-Ruchh]. Schnatze im alte Hiwwel (Hübel): dausend, vieldausende Johre / hat es Wasser gegrabt, dief, immer diefer enin [Kraus Grickelmaus 51]. [Bd. 5, Sp. 1262] — 3. a. 'Haarzopf des Mädchens', der Schnatz [ Don-Liebl Ulmbach]. — b. 'Haube', Dim. Schnätzche (nędsχə) [ Don-Bulkes]. — 4. a. 'vorwitzige, vorlaute, freche weibliche Person', Dim. Schnatzel [ RO-Lettw Messbhf]. — b. 'mannstolle Frau', Schnatz [ RO-Semb]. — 5. a. 'Winzigkeit, das geringste Etwas', nur in der Wend.: Un wann ich was zu klage hätt / Un deet 's eich saa, ehr Leit, ich wett, / Ehr gebten mer keen Schnatz defor [Wilms 45]. — b. 'schwächliches, mageres Kind, bes. Mädchen', Dim. Schnätzche [ KU-Schönbg ]. — 6. 'Regenschauer' s. PfWB Schnorzen. — Abl. zu mhd. snate, snatte 'Strieme, Wundmal' ( Lexer Lexer II 1025). — RhWB Rhein. VII 1557/58 Schnatz, Schnatzel, Schnatzen; Lothr. 457/58 Schnatz, Schnätz; ElsWB Els. II 508/09 Schnatt(e), Schnätte, 510 Schnaze; Schwäb. V 1035 Schnatte, 1037 Schnatz; Hess.-Nass. III 328 ff.; Kluge-Seebold22 646 Schnat(e), Schnatte; DWB DWb. IX 1192 ff. Schnat, Schnatte, IX 1199 Schnatz.
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