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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schnärrbogen-holz bis Schnarres (Bd. 5, Sp. 1254 bis 1259)
 
Schnärrbogen-holz, n.
Schnärrbogen-schütze, m.
Schnärr-büchse, f.
Schnärr-bügel, m.
Schnärrchens, n.
schnärr-dudeln, schw.
Schnärre, f.
Schnarren, m.
schnärren, schw.
Schnärrer, m.
Schnarres
Schnärr-fissell, n.
Schnärr-fuß, m.
Schnärr-gasse, f.
schnarrig, Adj.
Schnärr-kopf, m.
Schnärr-maul, n.
Schnärr-ring, m.
Schnärze
Schnärzer, m.
schnattchern, schw.
Schnatten
schnatteln, schw.
Schnatter, f.
Schnätter, f.
Schnätterängdäng-hut, m.
Schnätterängdäng(s), n.
Schnätterätätt, f.
Schnatter-gans, f.
schnatterig, Adj.
Schnatterin, f.
Schnatter-maul, n.
schnattern, schw.
schnättern, schw.
Schnatter-wiese, f.
schnatz, Adj.
Schnatze, f. m.
Schnatzen, f. m.
schnatzelig, Adj.
schnätzeln, schw.
schnätzen, schw.
schnätzig, Adj.
Schnätz-kappe, f.
Schnätz-tuch, n.
Schnaub, m.
schnauben, schw.
Schnauber, m.
Schnaubian, m.
Schnaub-tuch, n.
schnauen
Schnaufe, f.
schnaufen, schw.
Schnaufens, n.
Schnaufer, m.
Schnauferei, f.
Schnaufzer, m.
schnäuken
Schnaupe, f.
schnaupeln, schw.
Schnauper, m.
Schnause, f.
schnausen, schw.
Schnauser, m.
Schnauserin, f.
schnausig, Adj.
Schnaus-katze, f.
Schnaus-peter, m.
Schnauz, m.
Schnauz-bart, m.
Schnäuzchen, n.
Schnauze, f.
Schnauze-haushaltung, f.
schnauzeln, schw.
schnauzen, schw.
Schnauzer, m.
Schnauzer-fisch, m.
Schnauzerin, f.
Schnauzer-kuchen, m.
Schnauz-haar, n.
schnauzig, Adj.
Schnauz-igel, m.
Schnäzchen
Schnecke, f. m.
Schneck, f. m.
Schnecken-acker, m.
Schnecken-bätze, f.
Schnecken-berg, m.
Schnecken-birnbaum, m.
Schnecken-dreck, m.
Schnecken-ei, n.
Schnecken-fett, n.
schnecken-fett, Adj.
Schnecken-fraß, m.
Schnecken-fresser, m.
Schnecken-frisur, f.
Schnecken-fuß, m.
Schnecken-gabel, f.
Schnecken-gässer, m.
Schnecken-gikser, m.
Schnecken-grund, m.
  Schnärrbogen-holz n.: 'Eschenholz', es ist geeignet für die Herstellung von Pfeil und Bogen, Schnerrboeholz [Glantal (Wilde 55)]. — -schütze m.: 'wer mit Pfeil und Bogen spielt'. Un war mol Schnerrbohschitz [Kraus Metzelsupp 11].
 
 
Schnärr-büchse f.:
1. 'Blasrohr', Kinderspielzeug, Schnerrbix [Pirmas (Kieffer 71)]. —
2. Schimpfwort für eine Frau. Alti Schnerrbichs! [Kraus Putscheblum 51]. — RhWB Rhein. VII 1556. — -bügel m.: 'mit Schnur gespannter Bogen, mit dem Kinder Pfeile abschießen', Schnärrbie'el (nęrbīəl) [ KB-Jakobsw]; vgl. PfWB Schnärrbogen; Syn. s. PfWB Armbrust.
 
  
Schnärrchens n.: 'Spiel mit Klickern, mit dem Klicker schnellen', Schnärrches dun (nęrχəs dūn) [ RO-Odh]; vgl. PfWB Klickerchens, PfWB Klickerles.
 
  
schnärr-dudeln schw.: 'eintönig Luft durch die Lippen blasen', schnärrdudle ('nęr̩dūdlə) [ NW-Gimmdg]; vgl. PfWB dudeln 1 a.
 
  
Schnärre f.:
1.
a. 'Schleuder aus einem gegabelten Holz, an dessen Enden eine Gummischnur mit einem Lederstück befestigt ist', Kinderspielzeug, Schnärr (nęr) [Frankth NW-Dürkh Hardbg SP-Dudhf]; vgl. PfWB Schleuder 1 a. —
b. 'Schießbogen mit Schaft, Armbrust' [ KB-Kerzh FR-Bissh Mühlh LA-Edh BZ-Albw]; Syn. s. PfWB Armbrust; s. K. 15. —
c. 'Schnur, Sehne am Bogen' [ LA-Siebdg]. —
d. 'Schlinge' [Don-Lenauheim]; vgl. PfWB schnärren. —
2. 'gedrehte Knallkordel an der Peitsche', Schnäär (nr) [ HB-Alth N'alth Peppk Seyw IB-Ballw Biesing Bliesmg/Bolch Erfw/Ehling Gersh Habkch Nd'würzb Rohrb Ingb]; Syn. s. PfWB Treibschnur, PfWB Schmicke 1; s. K. 335. —
3. 'Brummkreisel aus einer Nuß und einer Kartoffel gefertigt' [ Don-Lovrin]. —
4. 'hastige, ruckartige Bewegung, Stoß'; jemand e

[Bd. 5, Sp. 1255]
Sch. gewe [ RO-Obd]. Er hot'm e Sch. geb 'Er hat ihm einen Stoß versetzt' [ KL-Eulbis]. Un hat e Schnerr me'm Kopp gemach (der Hund) [Albert Oppschuhmacher 42]. —
5.
a. 'Klumpfuß, der beim Gehen ruckartige Bewegungen macht' [ LU-Limbghf]. —
b. 'ein Mensch, der eine Beinprothese trägt' [ LU-Limbghf]. —
6.
a. 'Streifzug durch das Dorf, um Neuigkeiten auszutragen oder Besuche zu machen, sich in der Spinnstube treffen', bes. von jungen Leuten, Schnärr [KU-Eisb Jettb Jul Rutsw/G Schellw HB-Einöd, Juner 89], Schnarr [ KU-Bedb Frankb]; vgl. PfWB Schnurre 1 a; uff die Sch. gehe [ KU-Schellw HB-Einöd]. Un geh los. Uff die Schnerr! [Damm Schoggelgaul 41]. —
b. 'Handtasche, oft von Frauen getragen, wenn sie ausgehen', Schnärr [Ingb]. —
7.'eine dem Wind stark ausgesetzte Stelle auf einem Berg'. Uf dere Sch. zieht's, do jaht (jagd) aam de Wind fort [ RO-Als]; vgl. PfWB Windschnärre, PfWB Windschnurre. —
8. 'Kante eines wackeligen Möbelstückes'. Der sitzt doch uf de Sch., der fällt doch erunner! [ RO-Als]; vgl. PfWB Schneppe 1, PfWB Schnippe 1. —
9. 'Protokoll, Strafanzeige' [Thielen 101]; vgl. PfWB Protokoll. —
10. Schimpfw. (mit unterschiedlicher Bedeutung) für Frauen:
a. 'neugierige (ältere) Frau, die gerne (im Dorf) herumläuft, spioniert, tratscht und Neuigkeiten verbreitet' [KU-Eschau Lauteck LU-Muttstdt, Müller Dietschw 66 Glass 106]; vgl. PfWB Bohnenschnurre, PfWB Hausteufel 2, PfWB Schnurre; Zs.: PfWB Bohnenschnärre; Sch., aldi! [ KL-Eulbis]; die ald Sch.! [ KB-Jakobsw FR-Tiefth LA-Edk]; Schnerr, alti Schnerr! [Kühn Hamet 134 Kühn Schnitze I 254]. Das is e rechti aldi Sch.! [Pirmas]. —
b. 'ältere (ledige) Frau' [ RO-Obd]; alde Schnärr! [ KL-Katzw]; Schnerr, alti Schnerr! [Kühn Hamet 134 Kühn Schnitze I 254]. —
c. 'albernes Mädchen', Schnärr [Lambert Penns 163]. —
d. 'hageres Mädchen' [Thielen 101]. —
e. 'Dirne, Hure' [Thielen 101]; Syn. s. PfWB Hure. — RhWB Rhein. VII 1556; LothWB Lothr. 457 Schnär 'Hanfschnur', 459 Schnerr 'Schnurre'; ElsWB Els. II 504 Schnär; Hess.-Nass. III 361 Schnerr(e); DWB DWb. IX 1186, DWB 1320 Schnerre.
 
 
Schnarren m.: 'Narbe, Schramme', Schnarre (narə) [WD-Niedkch RO-Sippf]; vgl. PfWB Rone, PfWB Schmarre, PfWB Schmarren; Syn. s. PfWB Narbe 1.
 
  
schnärren schw.:
1.
a. 'schleudern, schnellen, fortschnellen, plötzlich loslassen; einen Ruck machen, auch als Reflex', schnärre (nęrə) [verbr., Bayer Hackm. 63 Bernhard 165 Bertram § 286 Eid 87 Glass 106 Schandein Sprachsch. 63 Thielen 101 Wilms Alph. 50, Lambert Penns 136 Don-Tscherwk (Albrecht 111) Krämer Gal 190]; Part. Perf. geschnärrt (gənęrd) [verbr. WPf NOPf, PfId. 166], g'schnärrt (gnęrt) [verbr. mittl. und südl. VPf vereinzelt WPf]; Zs.: PfWB ab-, auf-, PfWB darauf-, PfWB ein-, PfWB fort-,

[Bd. 5, Sp. 1256]
PfWB hinüber-, PfWB wider-, PfWB zurückschnärren; -schnerren; Syn. s. PfWB schnellen 1; sch. losse [Juner 89]; sch. lonn [IB-Ensh (Glass 106)]. Loß sch.! 'Laß gehen!' [ KL-O'mohr]. Loß das Sääl (Seil) sch.! [Bayer Hackm. 63]. Lass jetzde 's Gummi schnärre! [IB-Ensh (Glass 106)]. Der Zweig schnärrt in d' Höich [ BZ-Dernb]. E Heck is mr ins Aag geschnerrt [Kühn Hamet 134 Kühn Schnitze I 254]. Du därfscht die Hecken net sch. losse, die sch. deim Hinnermann jo ins G'sicht [ BZ-Dernb]. Un hält mich als emol e Ranke / Un stechen mich die Dern (Dornen), / Noot machen eich (ich) mer mei Gedanke / Un loß die Ranke schnerrn [Ranssweiler 107]. De Riegel schnärrt ins Schloß [ BZ-Dernb]. »'s isch jo nit wohr!« kreischt der Hannjakob, schnerrt in die Höh unn guckt sich um [PfRSch. 10. 12. 1926]. Un wie er so merem Fuß an de Reche stoßt, es der in die Höh geschnerrt [Westrich (PfId. 166)]. Dem es was werrer die Nas geschnerrt [ KU-Kaulb]. Och, dr Valtin schnerrt die Haxe 'Der Valentin wirft seine Beine herum' [Kühn Hamet 66]. Die hann e' Schnur, die schneidt so gut, / Wann die nor e'mol schnärre dut - / Dann is der Block erzwe [Schandein Ged. 72]. Un loss' die Hoffnung niemols schnerre, / 's mißt alles widder besser werre [Münch Werke II 373]. Spitzbubereje, Schlenze, Knöpp, die schnerre dabber in die Köpp [Kraus Gloori Bagaasch 8]. RA.: Dem is was d'wirrer geschnerrt 'Ihm ist anscheinend etwas Unangenehmes widerfahren, er ist betrübt' [ KB-Kriegsf]. Dem is' Rädche geschnärrt 'Er ist verrückt' [ HB-O'bexb, mancherorts]. Kinderspiel: »Mit der Schnur wurde der Danzknopp (beim Kreiselspiel) umwickelt und dann mit einem Ruck schnerre geloßt« [Carl Pfalz im Jahr 70, Don-Lovrin]. —
b. 'mit dem Finger schnellen', bes. beim Klickerspiel, wenn der Klicker mit einem Finger fortgeschnellt wird [ KU-Haschb/G Reiffb Reipkch Schmittw/O HB-Kirrbg RO-Cölln Feilbg KL-Stockbn KB-Kriegsf Mauchh Rams, Don-Sekitsch]; vgl. PfWB knäupeln und K. 243. —
c. 'den Kopf ruckartig bewegen' [Thielen 101]. Das schnärrt mirem Kopp 'Sie schnellt den Kopf hoch' [ KU-A'glan]. Ursachen solcher Kopfbewegungen können Erkrankung, Hochmut oder Erschrecken sein. Sch. mit dem Kopf ist das Zeichen dafür, daß man sich gekränkt fühlt [ KU-Bedb]. —
d. 'jemandem eine Ohrfeige geben'. Wann eich denne inne werre, / Wo die Mensche so beliet, / Dun eich em e anne schnerre, / Daß er nix mih heert un sieht [Ranssweiler 97]. —
2. '(sich) rasch bewegen, gehen, fahren' [mancherorts, Otterstetter 131 211 Thielen 101 Gal-Josbg]. Er schnärrt 'Er fährt' [ NW-Dürkh]. Sie schnärrt dohie [ Gal-Josbg]. Jawohl, hopp dapper! / Laaf, saus' un schnerr [Münch Werke I 514]. Kumpel loß die Finger schnärre, dess muß heit noch fertich werre! [Damm Nachtdischlamp 52].

[Bd. 5, Sp. 1257]
Meer wern modern un wann sich's lohnt, / do schnerr'n mer aach noch uff de Mond [Wilms Land und Lewe 35]. —
3.
a. 'drehende Bewegungen machen, um sich selbst kreisen' [ Don-Sekitsch]. Mei Weltachs schnerrt, 's is grad e Spaß, / Als wie e Triller (Kreisel) uf de Gass' [Münch Werke I 24]. Ich bring die Weltachs nimmi zum Schnerre [Münch Werke I 428]. Die Belgier gucken drum ganz munner / Vun ihre Drehterm owe runner / Un han se als aus lauter Bosse / Als wie e Reitschul schnerre losse [Münch Werke I 153]. —
b. 'tanzen', einen sch. [ KB-Kriegsf]. Uff de Kerwe duht mer schnerre / Walzer Bolka unn Kalobb [Kunnrädel 84]. —
4. 'hinken, ein Bein nachschleppen', sch. [Bertram § 286 Höh 130 Thielen 101]; vgl. PfWB schnappen 3 a. —
5. 'bummeln gehen, herumstolzieren, auf Vergnügungstour gehen', bes. von Frauen, schnärre [vereinzelt, Gal-Josbg]; sch. gehn [HB-Einöd IB-Ensh (Glass 106) Pirmas Wilms Alph. 50]. Die doo Mommsell gedds gonnz häälich (heilige) Johr schnerre! [IB-Ensh (Glass 106)]. —
6.
a. 'laute Musik machen, lauthals singen'. Un's juckt eem orndlich in de Been, / Wann die e flotter Walzer schnerre [Münch Werke II 269]. Dann schnerre mer die »Wonnegans« / Un's Lied vom »stille Dal« [Müller Butterbärwel 22]. —
b. 'schön reden' [ KU-Reiffb]. —
c. 'jemanden unfreundlich ansprechen, zur Rede stellen', schnarre [Lambert Penns 137]; Part. Perf. g'schnarrt [Lambert Penns 137]. Uf eemol schnerrt se aus em Nescht: / »Hall doch dei Maul un krie' die Pescht!« [Münch Werke I 199]. O, ja! Die iss so dick un g'sund, / So frech un so rauhbaschdich, / Sie schnärrt ihn aa as wie en Hund, / Verscheld ihn ganz wieschtgaschdich (wüstgarstig) [Birmelin Penns Gezw. 61]. —
7. '(sich) irren, sich täuschen, sich versehen', [verbr., Kamm 58 Kühn Hamet 134 Rohr 208 Thielen 101 Bernhard 165 Eid 87 Juner 90 Kraus Pläseer 32 Kühn Schnitze I 254 Müller Dietschw 66 Otterstetter 218 Schandein Ged. 248 PfId. 127, mancherorts Don Krämer Gal 190 Buch-A'frat Rußl-Katht]; vgl. PfWB irren 1 b. Schnärr dich (nore) net! [KL-Eulbis, KU-A'glan Krieger 45]. Wann De Dich nor net schnerrschd! [Weber in: PfRSch. 28. 7. 1926, Krieger 32]. Do schnärrscht de dich geheerich [ RO-Obd]. Er hot sich g'schnärrt [Lu'haf BZ-Dernb, Wilms Alph. 50]. Der werd sich sch. [Land]. Du hoscht dich g'schnärrt [ Don-Bulkes]. Wann die määnt, ich deeter zuerscht grieße, hatse sich geschnerrt! [Damm Dreifaltichkäät 71]. Seller, weller gemäänt hat, er wißt ebbes, hat sich geschnerrt [Damm Schoggelgaul 66]. Desmol hascht dich aber geschnärrt [Bayer Hackm. 63]. Wers net glaabt, der schnerrt sich [Krieger 56]. »Uff Oschtere will ich en nei Kläd«, sagt die Tochter zur Mutter. Diese antwortet: »Du werscht dich schnärre,

[Bd. 5, Sp. 1258]
merr brauchen das Geld notwennicher, du muscht noch warte!« [ PS-Erfw]. Un esch e Philesoph / Aach noch so gelehrt, / So hot er sich doch / Schun oft g'errt un g'schnerrt [Rohr 15]. Dann kann ich Eich nor san, Ehr Herre, / daß Ehr Eich all geheerich schnerre [Albert Bei uns 6]. Ich meen als, do hott sich ener geschnerrt [Feierowend 28/1950 4]. Un siehschde wohl, sie schnerr'n sich nett: Do leit de Owerehrl (Ofenreitel, Spitzname eines Wilderers) im Bett [Albert Bei uns 30]. Ehr werren euch schnerre, wann ehr meene, de Fritz dät sich lumpe losse! [Schuler Baurekerb 26]. Mei Ur-Urahn, de Lewewert (Löwenwirt), / Der hat sich selde mol geschnerrt! [Kieffer Bilderb. 21]. Doch do han se sich bees geschnerrt, / Das war e Rechnung ohne Wert (Wirt) [Münch Werke I 126]. Wann meer uns nor nit selwer schnerre [Münch Werke I 305]. Do mißt ich mich schun arig schnerre, / Wann ihr noch sollte brotlos werre [Münch Werke II 232]. Wer macht'n Zores, wenn sich äner schnärrt? [Kraus Arwed 18]. So hann ich halt mich recht geschnerrt, / 's is all - ich steh alle' [Schandein Ged. 42]. RA.: Er schnärrt sich en soin Sack 'Er irrt (verrechnet) sich zu seinen Gunsten' [ KB-Kriegsf, KU-Bedb KL-Wörsb]. Er hat sich in sein Sack geschnärrt, dass. [ ZW-Bottb]. —
8. 'jemanden betrügen' [ Don-Kernei St. Andreas]. —
9. 'Blähungen streichen lassen' [ BZ-Dörrb]; vgl. PfWB furzen, PfWB Wind; änne(r) sch. losse [PS-Rodalb (Bernhard 165) KB-Kriegsf LU-Opp, Juner 90]. Er loßt ener schnerre [Wilms Alph. 50]. Er hott en sch. losse [ LA-Gommh]. Ich konn joo allerhonnd vatroon, awwer wenn derdoo allegebott (andauernd) beijem Esse änner schnärre lißd, donn reicht's mer! [IB-Ensh (Glass 106)]. Dann han se als gedenkt, die Herre: / »Ehr liewe Leit, loßt der se schnerre!« [Albert Bei uns 44]. Mir losse gär e Pupser schnärre, / sin's liebscht saugrob un dumm [Kraus Gloori Bagaasch 9]. —
10. 'einen (Wein, Schnaps) trinken'; ener sch. [mancherorts ges. Pf, Höh 125 Thielen 101]; Syn. s. PfWB betrinken, PfWB trinken 1 a. Er hat noch enner geschnärrt [ KL-Erlb]. Das is e Grund, ihr Herre, / E prima Fläschel Wein zu sch. [Münch Werke I 493]. Un bei uns do hinne schnerrt mer [Müller Luscht un Lewe 3]. —
11. 'etwas spendieren, eine Runde ausgeben, sich etwas kosten lassen'; ebbes schnerre losse [Kühn Hamet 134 Kühn Schnitze I 254]. Heit do losse mr ebbes schnerre, Schpeezel, heit iß Bole (Polen) uff! [Kühn Palz 37]. Balzer, du könnscht heut emol ebbes schnerre losse [Kühn Hamet 76]. —
12. 'mit der Schlinge fangen, wildern' [Don-Lenauheim]; vgl. PfWB Schnärre. - Mhd. snërhen 'binden, knüpfen, zusammenziehen' ( Lexer Lexer II 1033), mhd. snarren 'schnarren, schmettern, schwatzen' ( Lexer Lexer II 1025). —
13. 'sterben' in PfWB daraufschnärren. — RhWB Rhein. VII 1555/56; Lothr. 459/60, ElsWB Els. II 504/05 schnerren;

[Bd. 5, Sp. 1259]
Schwäb. V 1034; Hess.-Nass. III 326, 361/62; Kluge-Seebold22 646 schnarren; DWB DWb. IX 1320, Frankf. V 2793/94 schnerren.
 
 
Schnärrer m.: 'Ruck, Stoß, plötzliche Bewegung', Schnärrer [vereinzelt, Krämer Gal 190]. Unn zu allem Glick war do drinn gstanne, daß de Dollar heit widder en orndliche Schnerrer nuff zu gemacht hot [Hartmann Unkel 77]. RhWB Rhein. VII 1556; Schwäb. V 1034.
 
 
Schnarres 'Schnurrbart' s. PfWB Schnurres.