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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schnapp-hannes bis Schnapp-reitel (Bd. 5, Sp. 1241 bis 1243)
 
Schnapp-hannes, m.
Schnapp-hünkel, n.
Schnapp-kappe
Schnapp-kar, n.
Schnapp-karch, m.
Schnapp-karren, m.
Schnapp-kasten, m.
Schnapp-kette, f.
Schnapp-korb, m.
Schnapp-messer, n.
Schnapp-reitel, m.
schnapp-reiteln, schw.
Schnapp-sack, m.
Schnapp-schloß, n.
Schnapp-visite, f.
Schnapp-waage, f.
Schnapp-wagen, m.
Schnaps, m.
Schnaps-ausschank, m.
Schnaps-beere, f.
Schnaps-birne, f.
Schnaps-brenner, m.
Schnaps-brennerei, f.
Schnaps-bruder, m.
Schnaps-bude, f.
Schnaps-butelle, f.
Schnaps-butik, f.
Schnäpseler, m.
schnäpseln, schw.
schnapsen, schw.
Schnapser, m.
Schnaps-eule, f.
Schnaps-fahne, f.
Schnaps-faß, n.
Schnaps-flasche, f.
Schnaps-gepfetze, n.
Schnaps-geruch, m.
Schnaps-geselle, m.
Schnaps-gesicht, n.
Schnaps-gicker, m.
Schnaps-glas, n.
Schnaps-goj, m.
Schnaps-grutzen, m.
Schnaps-gückel, m.
Schnaps-gumpel, f.
Schnaps-gurgel, f.
Schnaps-husten, m.
Schnaps-idee, f.
Schnaps-johannistraube, f.
Schnaps-kessel, m.
Schnaps-kneipe, f.
Schnaps-kolben, m.
Schnaps-kollege, m.
Schnaps-kram, m.
Schnaps-krug, m.
Schnaps-laden, m.
Schnaps-lump, m.
Schnaps-nase, f.
Schnaps-preuße, m.
Schnaps-produkt, n.
Schnaps-rausch, m.
Schnaps-sack
Schnaps-saufen, n.
Schnaps-süffer, m.
Schnaps-teufel, m.
Schnaps-trinker, m.
Schnaps-tropfen, m.
Schnaps-vergiftung, f.
Schnaps-weiler
Schnaps-wirtschaft, f.
Schnär
Schnärch
schnarcheln, schw.
schnarchen, schw.
schnarksen, schw.
Schnarkser, m.
Schnarkserei, f.
Schnarkserin, f.
Schnarrant
Schnärr-bein, n.
Schnärr-bogen, m.
Schnärrbogen-holz, n.
Schnärrbogen-schütze, m.
Schnärr-büchse, f.
Schnärr-bügel, m.
Schnärrchens, n.
schnärr-dudeln, schw.
Schnärre, f.
Schnarren, m.
schnärren, schw.
Schnärrer, m.
Schnarres
Schnärr-fissell, n.
Schnärr-fuß, m.
Schnärr-gasse, f.
schnarrig, Adj.
Schnärr-kopf, m.
Schnärr-maul, n.
Schnärr-ring, m.
Schnärze
   Schnapp-hannes m.: 'Mann, der zu allem nickt und zustimmt, mit allem einverstanden ist', Schnapphannes (nabhanəs) [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Hannes 2 c, PfWB Schnappgrete. RhWB Rhein. VII 1546 and. Bed. — -hünkel n.: spöttisch für einen Menschen, der beim Gehen hinkt, Schnapphinkel (nabhiŋgəl) [ FR-Albsh Bockh Tiefth]. Du alt Sch.! [ FR-Albsh]. — -kappe s. PfWB Schneppenkappe. — -kar n.: 'Vogelbauer aus Holzlatten', Schnappkar (nabkār) [SOPf Heeger Nachl.]; eine Vorrichtung zum Vogelfang, bei der der Deckel durch den hineingeflogenen Vogel zum Zuschnappen gebracht wird; vgl. PfWB Kar 2, PfWB Meisenkäfig 1 a, PfWB Meisenkar. -karch m.:
1. 'meist zweirädriger Wagen, der über die Achse nach hinten gekippt werden kann und von einem Zugtier gezogen wird', Schnappkarch (nabkarχ) [LU-Maud, verbr. VPf mancherorts übrige Pf], -kärch (-kęrχ) [ RO-Lettw KL-Baalbn], -korch (-kǫrχ) [ KU-Kübbg RO-Steinb], -karsch (-kar) [ KL-W'lein LU-Friesh], -karich (kariχ) [ KL-Frankst LU-Altr BZ-Dernb], -kaisch (-kai) [ ZW-Hornb], Schnäppkarch (nębkarχ) [ KL-Siegb], -kärch (-kęrχ) [ KB-Bennhs Gauh]; Pl. -kärch (-kęrχ) [ ZW-Battw]; Dim. Schnappkärchel (nabkęrχəl) [ BZ-Dimb]; vgl. PfWB Karchzaine; Syn.: PfWB Pflugskarch, PfWB -karren, PfWB Pfuhlkarch, -pritsche, PfWB -wagen, PfWB Polterkarch, PfWB -karren, PfWB Bordkasten, Pudel-, PfWB Dielkasten, PfWB Tummel(wagen), PfWB Karch, PfWB Karchschnippe, PfWB Karren, PfWB Kastenkarch, -kar-

[Bd. 5, Sp. 1242]

ren, PfWB -wagen, PfWB Kippkarren, PfWB Mistkarch, PfWB -karren, PfWB -wagen, Sand-, PfWB Scher(en)karch, PfWB Schnäppe 3, PfWB Schnappkarren, PfWB -kasten, PfWB Schubkarch, PfWB -karren, Stein-, PfWB Stoßkarch, PfWB -karren, PfWB Wagen; weitere Bezeichnungen s. PfWB Bordenwagen, PfWB Karch, PfWB Karren, Schub-, Schütt-, PfWB Stoßkarch, PfWB Wagen; s. Abb. 78; K. 59 Bordwagen, K. 70 Karch/Karren. Der Sch. wurde meist einspännig mit Pferd, früher (vor 1930) manchmal auch zweispännig gefahren [RO-Sippf]. Er war der gewöhnlich benutzte Wagen [ LU-Alsh/Gr]. In der Mitte unter dem Kasten 2 mit den Landen befindet sich die Achse mit zwei hohen Rädern [ SP-Mechth], (vier Räder [ KB-Gauh BZ-Dernb]). Die Schere 2 a zum Einspannen sitzt fest am Karch [ KL-Hütschhs], (Deichsel [ KB-Gauh], Deichsel mit Doppeljoch [RO-Sippf]). Das vordere Brett des Kastens steht fest, das hintere (Türchen 3 b, PfWB Schild 2 b) ist abnehmbar. Nach Entfernen des Kastennagels kippt er hintenüber und lädt rasch ab (Klein Wag. 114). Mit ihm fuhr man Mist [ NW-Bobh]. Besonderheiten: Sch. in den achtziger Jahren (1880) verbunden mit dem steifen Joch [ RO-Teschmosch]; Sch. hat wie ein Schubkarch zwei Hörner [ KL-Reichb]. E Schnappkarch voll Flasche, e Deelwah(n) (Dielenwagen) voll Glesser [Christmann Grummet 45]. —
2. 'Karren mit zwei Hebegriffen zum Befördern kleinerer Lasten, Schubkarch' [ ZW-Battw KL-Stelzbg]. — RhWB Rhein. VII 1546 Schnappkarre, -kasten; LothWB Lothr. 457 Schnappkarrich; Schwäb. V 1031 Schnappkarre; Hess.-Nass. III 361 Schneppkarren; DWB DWb. IX 1175 Schnappkarren, 1319 Schneppkarre. — -karren m.: = PfWB Schnappkarch, Schnappkarre (nabkarə) [ WD-Niedkch HB-Kirrbg IB-Bierb Blickw Ensh ZW-Battw Ixh PS-Wallhalb NW-Frankeck LA-Edk], -korre (-kǫrə) [ HB-Lu'thal], Schnäppkarre (nębkarə) [ FR-Merth]; Syn. s. PfWB Schnappkarch. — RhWB Rhein. VII 1546 Schnappkarre, -kasten; LothWB Lothr. 457 Schnappkarrich;

[Bd. 5, Sp. 1243]
Schwäb. V 1031 Schnappkarre; Hess.-Nass. III 361 Schneppkarren; DWB DWb. IX 1175 Schnappkarren, 1319 Schneppkarre; Frankf. V 2773. — -kasten m.: = PfWB Schnappkarch, Schnappkaschde (nabkadə) [ LU-Altr]. — -kette f.: Bed.?, a. 1784: Schneppkett [Rockhs (NPfGV 1932 78)]. — -korb m.: ein Schandinstrument, diente dem Eintauchen der Verurteilten ins Wasser. a. 1570: »Sie wurden in den Schnappkorb verurteilt, um von der Scherbrück ins Wasser geschnappt zu werden« [Küchler 42]; vgl. PfWB Schnäppe 2, PfWB schnappen 4, PfWB Schnappgalgen, PfWB Schneller 6. — -messer n.: 'zusammenklappbares Taschenmesser'; nur im Sprw.: Wer zum Hulackr (Ulacker 'grobes Taschenmesser') gebor is, git sei Lebtaa kee Schnappmesser [ Don-Gottlob]. RhWB Rhein. VII 1547; ElsWB Els. I 721; Schwäb. V 1031/32; DWB DWb. IX 1175. — -reitel m.:
1. 'Vogelschlinge', Schnapprärel (nabrrəl) [SOPf (Heeger Nachl.)]. Der Anderes doch in der Mihl / Hot als im Garte, draus im Feld / So Schnapperärel ausgestellt / Un' fangt sich Vechel ebbes viel [Schandein Ged. 195, 248]. —
2. Neckname für einen Mann in Kaiserslautern, der beim Gehen mit dem rechten Bein hinkt, de Schnapprärl [Damm Schoggelgaul 18, Gretl Wagner in: Kaiserslautern 1276 - 1951. Festschrift zum 675jährigen Jubiläum der Stadterhebung S. 323]. —
3. FlN. a. 1726: Schnapprädel beim Wurm [GGA Nr. 502 (NW-Mußb)]. — Schwäb. V 1032 and. Bed.