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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schnalle bis Schnapp (Bd. 5, Sp. 1229 bis 1231)
 
Schnalle, f.
Schnälle
schnallen, schw.
Schnall(en)-schuh, m.
Schnall(en)-treiber, m.
Schnall(en)-zunge, f.
Schnall-riemen, m.
schnalzen, schw.
Schnalzer, m.
Schnalz-tuch, n.
Schnapp, m.
Schnäpp
Schnappach, ON
Schnäppäpper, m.
Schnappatz, Gen.?
Schnapp-beere, f.
Schnapp-bogen, m.
Schnapp-bord, n.
Schnappe1, f.
Schnappe2
Schnäppe1, f.
Schnappen
schnappen, schw.
schnäppen, schw.
Schnäppen-kappe
Schnapper, m.
Schnäpper, m.  (f.)
Schnäpper-bart, m.
Schnäpperer, m.
schnäpperig, Adj.
Schnäpper-maul, n.
schnäppern, schw.
Schnäpper-täsche, f.
Schnapp-fuß, m.
Schnapp-galgen, m.
Schnapp-grete, f.
Schnapp-hahn, m.
Schnapphahn-berg, m.
Schnapphahnen+-hütte, f.
Schnapphahnen-land, n.
Schnapphahner-weg, m.
Schnapp-hannes, m.
Schnapp-hünkel, n.
Schnapp-kappe
Schnapp-kar, n.
Schnapp-karch, m.
Schnapp-karren, m.
Schnapp-kasten, m.
Schnapp-kette, f.
Schnapp-korb, m.
Schnapp-messer, n.
Schnapp-reitel, m.
schnapp-reiteln, schw.
Schnapp-sack, m.
Schnapp-schloß, n.
Schnapp-visite, f.
Schnapp-waage, f.
Schnapp-wagen, m.
Schnaps, m.
Schnaps-ausschank, m.
Schnaps-beere, f.
Schnaps-birne, f.
Schnaps-brenner, m.
Schnaps-brennerei, f.
Schnaps-bruder, m.
Schnaps-bude, f.
Schnaps-butelle, f.
Schnaps-butik, f.
Schnäpseler, m.
schnäpseln, schw.
schnapsen, schw.
Schnapser, m.
Schnaps-eule, f.
Schnaps-fahne, f.
Schnaps-faß, n.
Schnaps-flasche, f.
Schnaps-gepfetze, n.
Schnaps-geruch, m.
Schnaps-geselle, m.
Schnaps-gesicht, n.
Schnaps-gicker, m.
Schnaps-glas, n.
Schnaps-goj, m.
Schnaps-grutzen, m.
Schnaps-gückel, m.
Schnaps-gumpel, f.
Schnaps-gurgel, f.
Schnaps-husten, m.
Schnaps-idee, f.
Schnaps-johannistraube, f.
Schnaps-kessel, m.
Schnaps-kneipe, f.
Schnaps-kolben, m.
Schnaps-kollege, m.
Schnaps-kram, m.
Schnaps-krug, m.
Schnaps-laden, m.
Schnaps-lump, m.
Schnaps-nase, f.
Schnaps-preuße, m.
   Schnalle f.:
1.
a. '(Metall)schließe für Kleidungsstücke (Gürtel, Riemen, Weste, Hose)', Schnall (nal) [KU-Hundh Körbn Wolfst ZW-Battw RO-Lettw KL-Hütschhs Reichb NW-Wachh, Lambert Penns 136 Krämer Gal 189], (nḁl) [ KU-Kaulb]; Pl. Schnalle (nalə) [ KU-Körbn ZW-Battw KL-Hütschhs Reichb NW-Wachh], (nḁlə) [ KU-Kaulb]; Dim. Schnällche (nęlχə) [ KU-Kaul ZW-Battw KL-Hütschhs NW-Wachh], Schnällsche (nęlə) [ KU-Wolfst]; Dim. Pl. Schnällcher (nęlχər) [ ZW-Battw NW-Wachh]; vgl. PfWB Tür-, PfWB Gamaschen-, PfWB Hosen-, PfWB Kappen-, PfWB Schuhschnalle; Schnällscher un Vereinsabzäche [Braun Lääsebuuch 213]. KR.: Fille, falle, / mit der Schnalle, / mit der Hos, / was ist denn los? [Kaislt um 1938]. Karlemann hot Hose an, hinne un vorne Schnalle dran! [Carl Pfalz im Jahr 75]. —
b. 'Gürtel' [ LU-Altr]. —
c. 'Schließe am Lederriemen von Zugtieren' [ PS-Geisbg]. —
d. 'hintere Klappe aus Stoff an der Knabenhose', veraltet [ KL-Morlt]; vgl. PfWB Hosenschnalle. —
e. ' Teil des Hosenträgers' [ WD-Niedkch RO-Schweisw]; vgl. PfWB Hosenträgerschnalle. —
2. 'kurzer Halbbogen der Rebe'; Schnalle mache 'das Anbinden der Reben' [Scharff 160]. —
3. eine frühe Kirschensorte mit dünnen, schwarzen Früchten, Maikirsche [ NW-Kallstdt]. —
4.
a. 'weibliches Geschlechtsteil' [ Don-Schowe]; Syn. s. PfWB Bunz. —
b. 'Geschlechtsteil der Jagdhündin' [ RO-Dielkch]. —
5. Schimpfw. für Frauen; vgl. PfWB Hausteufel 2; 'geschwätzige Frau' [Müller Dietschw 66], 'böse Frau' [ KU-Eschau KL-Katzw], 'schlechte Frau' [ LA-Wollmh], 'häßliche Frau' [KB-Kriegsf IB-Ensh (Glass 106)], alt Schnall [ KU-Bedb RO-Hallgt KL-Wörsb]; aldi Schnall 'alte Frau' [ PS-Gersb]; ä alt Schnall 'unordentliche Frau' [ KL-Fockbg/Limb]; die wierisch Schnall [Kraus Gloori Bagaasch 29]. Des is e richtich Schnall 'Das ist eine liederliche Frau' [ KU-Bedb]. Das is e aldi Schnall 'Das ist eine bösartige Frau' [ KL-Reichb]. —
6. 'unsittliche Frau; Frau, die von der Prostitution lebt', Schnall [KU-Schmittw/O RO-Messbhf KB-Dannfs Bergz (Kamm 58), Thielen 100]; 'mannstolle Frau' [ FR-Quirnh]; vgl. PfWB Dorfschnalle; Syn. s. PfWB Hure 1 a.

[Bd. 5, Sp. 1230]
RhWB Rhein. VII 1540; LothWB Lothr. 457 Schnall, Schnaller; ElsWB Els. II 500; Schwäb. V 1026; Hess.-Nass. III 318/ 19; Kluge-Seebold22 645; DWB DWb. IX 1161 ff.; Frankf. V 2770/71.
 
 
Schnälle 'Fingerschnippen' s. PfWB Schnelle.
 
  
schnallen schw.:
1.
a. 'etwas mit einem Gürtel oder Riemen befestigen, umbinden', schnalle (nalə) [RO-Lettw, Lambert Penns 136 Krämer Gal 189]; vgl. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB herunter-, PfWB hinaufschnallen. 's Karlche unn de Willibald, / schnallin um sich's blächne Häwl [BZ-Stein (Ehrhardt 64)]. RA.: Der geheert uf e Wildsau geschnallt un (bei Altrip) iwer de Rhein (de Blechhammer) geschmuggelt, wenn einer dummes Zeug macht, das von ärgerlichen Folgen begleitet ist [Kaislt, KL-Einsdhf]. Schnall dein Drehbrett! 'Sieh zu, daß du nach Hause kommst' [ RO-Obd]. —
b. 'einen Gürtel an der Schnalle enger oder weiter stellen', nur in der RA.: de Hosserieme enger schnalle 'Es sind schlechte Zeiten mit magerer Kost' [ KB-Kriegsf, KL-Hütschhs]; de Rieme zwee Löcher enger schnalle [ ZW-Gr'bundb]; de Schmachtrieme enger schnalle [ WD-Niedkch]. Ich muß (de Leibrieme) e Loch enger schnalle 'Ich habe nichts zu essen' [ KU-A'glan]. Er muß de Gertel enger schnalle [Bergz (Kamm 86)]. Die Zeide sin so arig schlecht, die Rieme duhn mer enger schnalle, bis mer vor Kohldamp umfalle [Krieger 43]. —
2. 'verstehen, rasch begreifen', neuerer Sprachgebrauch; ebbes sch. [mancherorts]. Er hat's geschnallt [Kaislt]. —
3. 'betrügen'. Der hot dich geschnallt! [Schandein Sprachsch. 62]; Syn. s. PfWB betrügen. —
4. 'reichlich essen, alles aufessen'. Mensch, hadd dersell allään denne Gockel geschnalld! [IB-Ensh (Glass 106)]. —
5. 'sich betrinken', nur in der RA.: sich ene schnalle 'sich einen Rausch antrinken' [Don-Lenauheim]; Syn. s. PfWB betrinken. — RhWB Rhein. VII 1541; ElsWB Els. II 500; Schwäb. V 1026/27; Hess.-Nass. III 319; DWB DWb. IX 1163/64.
 
  
Schnall(en)-schuh m.: 'mit einer Schnalle zu schließender Schuh', Schnalleschuh (naləū) [ KU-Schmittw/O ZW-Bottb KL-Reichb Weltb Wörsb LA-Maik GH-Nd'lustdt], Schnallschuh (nalū) [ IB-Bebh], Schuhe mit breiten gelben oder weißen Schnallen, gehörten zur Festtagskleidung der Männer (Tracht). RhWB Rhein. VII 1540/ 41; Hess.-Nass. III 319. — -treiber m.: Schimpfw. für Zuhälter, Schnalletreiwer (nalədraiwər) [ KU-Schmittw/O NW-Geinsh]. Schwäb. V 1027. — -zunge f.: 'metallener Stift an der (Schuh)schnalle, der durch das Loch des Lederriemens geführt wird', Schnallezung (nalədsuŋ) [ ZW-L'wied].
 
  
Schnall-riemen m.: 'Gürtel mit Schnalle', Schnallrieme [ NW-Wachh].
 
  
schnalzen schw.:
1. 'durch Abschnellen des Mittelfingers von der Daumenspitze zum Daumenballen hin einen knallenden Ton erzeugen',

[Bd. 5, Sp. 1231]
bes. zum Anfeuern der Kameraden beim Kinderspiel oder beim Melden im Unterricht, schnalze (naldsə) [KU-Herschw/Petth Hundh Körbn Schmittw/O KL-Fischb Hütschhs Siegb PS-Fehrb KB-Mauchh Gauh FR-Bockh LU-Altr Alsh/Gr Maud Opp NW-Frankeck Geinsh SP-Heiligst Mechth LA-Birkw Gommh Maik BZ-Dierb GH-Nd'lustdt Schandein Ged. 248], schnalse (nalsə) [LU-Altr NW-Hardbg, Journ. 4/1787 215]; Part. Perf. geschnalzt (gənaldsd) [LU-Alsh/Gr Krämer Gal 189], g'schnalzt (gnaldsd) [ BZ-Dierb]. Schnalz emol mett de Finger! [ KL-Reichb]. Der schnalzt gern mit de Fing'r [ NW-Haßl]. —
2. verschiedene Geräusche im Mund verursachen:
a. 'mit der Zunge einen knallenden Ton erzeugen' [KU-Schmittw/O NW-Kallstdt Krämer Gal 189]; mit de Zung schnalze [ LU-Alsh/Gr]. —
b. 'mit schnalzendem Zungengeräusch Tiere herbeilokken', Schweine [ FR-Tiefth NW-Wachh], Vögel [ FR-Albsh]. —
c. 'mit einem Zungenfehler sprechen' [ KU-Körbn]. Er schnalzt met de Zung [ RO-Alsbr]. —
d. 'mit der Zunge hörbar schlürfen, etwas schlürfend über die Zunge in den Mund ziehen (Speisen, Rauch)' [ NW-Hardbg]. Wie denne schun ehr Klöbche schmackt; / Un wie se schnalzen mit de Zunge [Kühn Hamet 30]. —
e. 'geräuschvoll küssen'. Un ich mecht se all umhalse, / For um Kiß enuf zu schnalze [Münch Werke I 189, 227]. —
3. 'klatschen' [Klein Prov. 132]. —
4. 'schnellen, bes. das Herausschnellen der Fische aus dem Wasser' [ LU-Altr]. —
5. 'sich herausputzen, fein anziehen'; Zs.: PfWB aufschnalzen; Syn. s. PfWB aufputzen 3. Die hot sich g'schnalzt! [ BZ-Dierb]. — RhWB Rhein. VII 1541; ElsWB Els. II 501; Schwäb. V 1028; Hess.-Nass. III 319; Kluge-Seebold22 645; DWB DWb. IX 1165 ff.; Frankf. V 2771.
 
  
Schnalzer m.:
1. 'Kugel beim Klickerspiel', Schnalzer (naldsər) [ LU-Altr]; Syn. s. PfWB Schießklicker. —
2. 'Sprung der Fische aus dem Wasser' [ LU-Altr]; vgl. PfWB Schneller 7, PfWB Schnelzer 2. —
3. 'schlechter Wein' [ KB-Mörsf]; Syn. s. PfWB Rachenputzer 1 a. — Hess.-Nass. III 319 and. Bed.; DWB DWb. IX 1167 and. Bed.
 
  Schnalz-tuch n.: 'im Nacken gebundenes Kopftuch der Frauen', Schnalztuch [Albrecht 111].
 
  
Schnapp m.:
1. 'Schuhmacher', aus der pfälz. Musikantensprache, Schnab [Zink in: Bei uns daheim 19. 5. 1926]; Syn. s. PfWB Schuhmacher. —
2. ein Kinderspiel [ KB-Kriegsf]. —
3. Pfaffenschnäppchen 'Begonie'. — RhWB Rhein. VII 1545/46 and. Bed.; Schwäb. V 1028 and. Bed.