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schnäkig bis Schnall(en)-zunge (Bd. 5, Sp. 1227 bis 1230) | |||
schnäkig, Adj. Schnäk-maul, n. Schnäk-nase, n. Schnäk-schnüsse, f. Schnäksel, n. Schnalle, f. Schnälle schnallen, schw. Schnall(en)-schuh, m. Schnall(en)-treiber, m. Schnall(en)-zunge, f. Schnall-riemen, m. schnalzen, schw. Schnalzer, m. Schnalz-tuch, n. Schnapp, m. Schnäpp Schnappach, ON Schnäppäpper, m. Schnappatz, Gen.? Schnapp-beere, f. Schnapp-bogen, m. Schnapp-bord, n. Schnappe1, f. Schnappe2 Schnäppe1, f. Schnappen schnappen, schw. schnäppen, schw. Schnäppen-kappe Schnapper, m. Schnäpper, m. (f.) Schnäpper-bart, m. Schnäpperer, m. schnäpperig, Adj. Schnäpper-maul, n. schnäppern, schw. Schnäpper-täsche, f. Schnapp-fuß, m. Schnapp-galgen, m. Schnapp-grete, f. Schnapp-hahn, m. Schnapphahn-berg, m. Schnapphahnen+-hütte, f. Schnapphahnen-land, n. Schnapphahner-weg, m. Schnapp-hannes, m. Schnapp-hünkel, n. Schnapp-kappe Schnapp-kar, n. Schnapp-karch, m. Schnapp-karren, m. Schnapp-kasten, m. Schnapp-kette, f. Schnapp-korb, m. Schnapp-messer, n. Schnapp-reitel, m. schnapp-reiteln, schw. Schnapp-sack, m. Schnapp-schloß, n. Schnapp-visite, f. Schnapp-waage, f. Schnapp-wagen, m. Schnaps, m. Schnaps-ausschank, m. Schnaps-beere, f. Schnaps-birne, f. Schnaps-brenner, m. Schnaps-brennerei, f. Schnaps-bruder, m. Schnaps-bude, f. Schnaps-butelle, f. Schnaps-butik, f. Schnäpseler, m. schnäpseln, schw. schnapsen, schw. Schnapser, m. Schnaps-eule, f. Schnaps-fahne, f. Schnaps-faß, n. Schnaps-flasche, f. Schnaps-gepfetze, n. Schnaps-geruch, m. Schnaps-geselle, m. Schnaps-gesicht, n. Schnaps-gicker, m. Schnaps-glas, n. Schnaps-goj, m. Schnaps-grutzen, m. Schnaps-gückel, m. Schnaps-gumpel, f. Schnaps-gurgel, f. Schnaps-husten, m. Schnaps-idee, f. Schnaps-johannistraube, f. Schnaps-kessel, m. Schnaps-kneipe, f. Schnaps-kolben, m. Schnaps-kollege, m. Schnaps-kram, m. | 1. a. 'wählerisch, heikel im Essen, Speisen am Tisch verschmähend, daran herummeckernd, im Teller herumstochernd', schnäkich (ngiχ) [verbr. ges. Pf, Bayer Hackm. 62 Kühn Hamet 133 Kühn Schnitze I 253 Schandein Ged. 248 Walle 32], auch von Vieh, das wählerisch im Futter ist [ KL-Mehlb], schnäkisch (ngi) [ KU-Albess Quirnb Steinb W'mohr WD-Bub HB-Lu'thal IB-Bliesmg/Bolch RO-Dörnb PS-Hilst Nothw FR-A'lein N'lein Quirnh Roxh NW-Lambr SP-W'see LA-Edk BZ-Schweighf], schnekich (nēgiχ) [mancherorts ges. Pf], schnakich (nāgich) [mancherorts NWPf], schnaikich (naigiχ) [ KU-Kaulb], schneäkisch (neęgi) [ KU-Wahnwg], schniekich, schnackich [Lambert Penns 137]; Syn.: PfWB pienselig 2, PfWB pinterlich, PfWB blämsch, PfWB diffizil 2aβ, PfWB empfindlich 2 a, PfWB essenig, PfWB verleckt, PfWB verschleckt, PfWB verschnäukelt, PfWB verschnaust, PfWB verschnuckt, PfWB flämsch, PfWB flemmisch, PfWB fresserig, PfWB fressig, PfWB gähhungrig, PfWB gefräßig, PfWB geier, PfWB geierig, PfWB heikelig 2, PfWB klämsch 1, PfWB kläusper, PfWB kläusperig, PfWB kläusperlich, PfWB klusper, PfWB knatschig, PfWB knätschig 2 b, PfWB knäuschelig, PfWB knausper, PfWB knausperig, PfWB knäusperig, PfWB knauzel, PfWB kör 1, PfWB körisch 1, PfWB langmaulig, PfWB laußen 2, PfWB lecker 2, PfWB leckerig, PfWB leckmäulig, PfWB naschig, PfWB näselig 2, PfWB nötlich 2 b, PfWB obstinat 2aα, PfWB schläppig, PfWB schleckerig, PfWB schleckig, PfWB schmätterfräßig, PfWB schnabelig 2, PfWB schnäkelig, PfWB schnäkerig, PfWB schnäket, PfWB schnausig 1, PfWB schnippisch 2, schnucke- [Bd. 5, Sp. 1228] lig 2, schnuckig, schnucksig, späh, spinzelig, unäßig, unressig, wählerisch; schnägich sinn (sein) 'nicht viel essen, nicht alles essen' [IB-Ensh (Glass 106), KU-Friedhs Rockhs GH-Kand]; sch. wie e Katz [ KL-Weilb]. Schnäkich Gääß! 'Wählerisches Mädchen!' [ PS-Erfw]. Schnäkicher Hund! [ PS-W'fischb]. Ich (ist) der so schnäkich [Juner 89]. Jetz ischer aa noch schnäägisch! [PS-Rodalb (Bernhard 164)]. Isch dass doo e schnäägiches Minsch! [IB-Ensh (Glass 106)]. Dänne ihr Kinn (Kinder) sinn so schnäkich [ IB-Ommh]. Schnäkiche Dinger, wann die achile (essen) deden (täten), daß se Kerl geebten (gäben)!, von schnäkigen Kindern [ NW-Gimmdg]. Sie is arig schneekich [Feierowend 5/1953 24]. RA.: sch. wie e Gääß [ KU-Bedb]. Volksgl.: Eine Schwangere soll alle Speisen essen, damit das Kind nicht sch. wird [ LA-Queichh]. — b. 'naschhaft, feinschmeckerisch, auf Leckerbissen versessen', schnäkich (ngiχ) [mancherorts ges. Pf, Müller Dietschw 66 PfId. 126 Schandein Bav. IV,2 261 Don-Schowe Torscha], schnekich (nēgiχ) [Krämer Gal 189], schnokich (nōgiχ) [ Gal-Obl], schnaikich (naigiχ) [ Don-Franzfeld]; vgl. PfWB schläppig; e schnekich Maul [ KU-Obw/Tiefb FR-Bockh], e schnäkicher Gaume [ FR-Bockh]. Der esch schnäket un schnäkich 'Der möchte nur bessere Sachen essen' [ LA-Bornh]. Ich han heit e mol e schnegischer Hunger [Wilms Alph. 49]. RA.: e schnäkiche Hunger hun 'Lust auf gutes, feines Essen haben' [ KU-Schmittw/O]; so e schnäkicher Hunger han [ KU-Bedb]. Die hot e schnekich Maul [ FR-Bockh]. Er hot sein Maul uf me schnäkische Platz 'Er ißt gerne gut' [ KU-Diedk, ZW-Krähbg], uf eme schnäkije Fleck [ KL-Einsdhf]. — c. 'appetitlos, Abscheu vor dem Essen habend' [mancherorts ges. Pf]. Ich han so ä schnäkiger Hunger [ KU-Haschb/R]. — d. 'Vorliebe für besondere Speisen haben als Zeichen der Schwangerschaft', schnäkig sin [ KU-Bedb]. — 2. allg. 'wählerisch, heikel, schlecht zufrieden zu stellen', schnaikich [Albrecht 111]. Wenn jemand unverheiratet bleibt, sagt man, er war so schnäkich [NW-Kallstdt LA-Impfl]; vgl. PfWB Schnäke 1 d. Die is zu schnäkich, die veschlaat sich die bescht Partie 'Sie ist zu wählerisch beim Aussuchen eines Bräutigams' [Krieger 29]. Jemand, der nicht weiß, was er will, ist schnäkich [ ZW-Marthh]. Jetz machen Se ke lange Sticker / unn dhun se nit so aarig schnäkig! [Hartmann Teemaschin 37]. — 3. 'mager, dünn'. Das Gras is schnäkig 'Das Gras besteht aus langen Halmen ohne Bodemgras' [ RO-Obd Rockhs]. — RhWB Rhein. VII 1568 schnäukig; LothWB Lothr. 459 schneikich; ElsWB Els. II 499 schneikig, ALA I K. 292; Schwäb. V 1039 schnäukig; Dornseiff5 296/97. [Bd. 5, Sp. 1229] A'glan Kus KL-Wörsb FR-Bockh], Schnäikmaul (nęigmaul) [ KU-Kaulb Obw/Tiefb Schmittw/O]; Pl. Schnäikmailer [ KU-Obw/Tiefb]. RhWB Rhein. VII 1567/68 Schnäukmaul. — -nase n.: 'Mensch, der wenig ißt', Schneknas (nēgnās) [ IB-Herbh]. RhWB Rhein. VII 1568 and. Bed. — -schnüsse f.: 'Naschmaul, Schnäkmaul'. Aldi Schnäägschniss, warschema schunn willer onn de Pralinee! [IB-Ensh (Glass II 58)]. 1. a. '(Metall)schließe für Kleidungsstücke (Gürtel, Riemen, Weste, Hose)', Schnall (nal) [KU-Hundh Körbn Wolfst ZW-Battw RO-Lettw KL-Hütschhs Reichb NW-Wachh, Lambert Penns 136 Krämer Gal 189], (nḁl) [ KU-Kaulb]; Pl. Schnalle (nalə) [ KU-Körbn ZW-Battw KL-Hütschhs Reichb NW-Wachh], (nḁlə) [ KU-Kaulb]; Dim. Schnällche (nęlχə) [ KU-Kaul ZW-Battw KL-Hütschhs NW-Wachh], Schnällsche (nęlə) [ KU-Wolfst]; Dim. Pl. Schnällcher (nęlχər) [ ZW-Battw NW-Wachh]; vgl. PfWB Tür-, PfWB Gamaschen-, PfWB Hosen-, PfWB Kappen-, PfWB Schuhschnalle; Schnällscher un Vereinsabzäche [Braun Lääsebuuch 213]. KR.: Fille, falle, / mit der Schnalle, / mit der Hos, / was ist denn los? [Kaislt um 1938]. Karlemann hot Hose an, hinne un vorne Schnalle dran! [Carl Pfalz im Jahr 75]. — b. 'Gürtel' [ LU-Altr]. — c. 'Schließe am Lederriemen von Zugtieren' [ PS-Geisbg]. — d. 'hintere Klappe aus Stoff an der Knabenhose', veraltet [ KL-Morlt]; vgl. PfWB Hosenschnalle. — e. ' Teil des Hosenträgers' [ WD-Niedkch RO-Schweisw]; vgl. PfWB Hosenträgerschnalle. — 2. 'kurzer Halbbogen der Rebe'; Schnalle mache 'das Anbinden der Reben' [Scharff 160]. — 3. eine frühe Kirschensorte mit dünnen, schwarzen Früchten, Maikirsche [ NW-Kallstdt]. — 4. a. 'weibliches Geschlechtsteil' [ Don-Schowe]; Syn. s. PfWB Bunz. — b. 'Geschlechtsteil der Jagdhündin' [ RO-Dielkch]. — 5. Schimpfw. für Frauen; vgl. PfWB Hausteufel 2; 'geschwätzige Frau' [Müller Dietschw 66], 'böse Frau' [ KU-Eschau KL-Katzw], 'schlechte Frau' [ LA-Wollmh], 'häßliche Frau' [KB-Kriegsf IB-Ensh (Glass 106)], alt Schnall [ KU-Bedb RO-Hallgt KL-Wörsb]; aldi Schnall 'alte Frau' [ PS-Gersb]; ä alt Schnall 'unordentliche Frau' [ KL-Fockbg/Limb]; die wierisch Schnall [Kraus Gloori Bagaasch 29]. Des is e richtich Schnall 'Das ist eine liederliche Frau' [ KU-Bedb]. Das is e aldi Schnall 'Das ist eine bösartige Frau' [ KL-Reichb]. — 6. 'unsittliche Frau; Frau, die von der Prostitution lebt', Schnall [KU-Schmittw/O RO-Messbhf KB-Dannfs Bergz (Kamm 58), Thielen 100]; 'mannstolle Frau' [ FR-Quirnh]; vgl. PfWB Dorfschnalle; Syn. s. PfWB Hure 1 a. [Bd. 5, Sp. 1230] — RhWB Rhein. VII 1540; LothWB Lothr. 457 Schnall, Schnaller; ElsWB Els. II 500; Schwäb. V 1026; Hess.-Nass. III 318/ 19; Kluge-Seebold22 645; DWB DWb. IX 1161 ff.; Frankf. V 2770/71. 1. a. 'etwas mit einem Gürtel oder Riemen befestigen, umbinden', schnalle (nalə) [RO-Lettw, Lambert Penns 136 Krämer Gal 189]; vgl. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB herunter-, PfWB hinaufschnallen. 's Karlche unn de Willibald, / schnallin um sich's blächne Häwl [BZ-Stein (Ehrhardt 64)]. RA.: Der geheert uf e Wildsau geschnallt un (bei Altrip) iwer de Rhein (de Blechhammer) geschmuggelt, wenn einer dummes Zeug macht, das von ärgerlichen Folgen begleitet ist [Kaislt, KL-Einsdhf]. Schnall dein Drehbrett! 'Sieh zu, daß du nach Hause kommst' [ RO-Obd]. — b. 'einen Gürtel an der Schnalle enger oder weiter stellen', nur in der RA.: de Hosserieme enger schnalle 'Es sind schlechte Zeiten mit magerer Kost' [ KB-Kriegsf, KL-Hütschhs]; de Rieme zwee Löcher enger schnalle [ ZW-Gr'bundb]; de Schmachtrieme enger schnalle [ WD-Niedkch]. Ich muß (de Leibrieme) e Loch enger schnalle 'Ich habe nichts zu essen' [ KU-A'glan]. Er muß de Gertel enger schnalle [Bergz (Kamm 86)]. Die Zeide sin so arig schlecht, die Rieme duhn mer enger schnalle, bis mer vor Kohldamp umfalle [Krieger 43]. — 2. 'verstehen, rasch begreifen', neuerer Sprachgebrauch; ebbes sch. [mancherorts]. Er hat's geschnallt [Kaislt]. — 3. 'betrügen'. Der hot dich geschnallt! [Schandein Sprachsch. 62]; Syn. s. PfWB betrügen. — 4. 'reichlich essen, alles aufessen'. Mensch, hadd dersell allään denne Gockel geschnalld! [IB-Ensh (Glass 106)]. — 5. 'sich betrinken', nur in der RA.: sich ene schnalle 'sich einen Rausch antrinken' [Don-Lenauheim]; Syn. s. PfWB betrinken. — RhWB Rhein. VII 1541; ElsWB Els. II 500; Schwäb. V 1026/27; Hess.-Nass. III 319; DWB DWb. IX 1163/64.
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