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Schmier-fett bis Schmier-krämer (Bd. 5, Sp. 1185 bis 1187) | |||
Schmier-fett, n. Schmier-fink, m. Schmier-geld, n. Schmier-hafen, m. Schmier-heft, n. schmierig, Adj. Schmier-jakob, m. Schmier-jockel, m. Schmier-käse, m. Schmier-kessel, m. Schmier-kirbe Schmier-krämer, m. Schmier-kuchen, m. Schmier-lagel, n. Schmier-lappen, m. Schmier-lappes, m. Schmier-laus, f. Schmierle, m. Schmier-liese, f. Schmier-loch, n. Schmier-löffel, m. Schmier-maul, n. Schmier-öl, n. Schmier-pause, f. Schmier-ring, m. Schmier-sache, f. Schmier-sack, m. Schmier-seife, f. Schmiersel, n. Schmiersel-brot, n. Schmierung, f. Schmier-vieh, n. Schmier-wetter, n. Schmier-wurst, f. Schmierwurst-schmiere, f. schmiesen Schmiesgeld Schmille Schmilwe Schmilwegras schmilzen Schminke, f. schminken, schw. Schmirakel Schmise Schmiß, m. Schmisser, m. schmissig, Adj. Schmits-hausen, ON Schmitt Schmitter-hof, ON Schmitt-weiler, ON Schmitz, m. Schmitze, f. schmitzen, schw. Schmitz-heck, ON Schmitzich-spiel, n. Schmitz-mann, m. schmodchen schmodig Schmokes schmollchen Schmolle schmollen1, schw. schmollen2, schw. Schmollen-fliege, f. Schmollen-huppser Schmoller, m. Schmollers-lumpen, m. Schmolles, m. Schmolles-backen, m. schmollieren, schw. schmollig1, Adj. schmollig2, Adj. Schmollis, m. Schmollis-bruder, m. Schmoll-kopf, m. Schmolwe Schmolz, m. Schmonzes, m. schmoppelig, Adj. Schmorakel, m. Schmoras, Gen.? schmoren1, schw. schmoren2, schw. schmorig1, Adj. schmorig2 Schmor-kohl, m. schmorzen1, schw. schmorzen2, schw. schmotterig Schmu, m. (f.) Schmuck1, m. Schmuck2, f. schmücken, schw. Schmucken-kordel, f. Schmuck-lilie, f. Schmuck-stück, n. schmudchen, schw. Schmuddel, m. | 1. 'unsaubere, unordentliche, Person mit beschmutzten Kleidern', Schmeerfink [ KB-Kriegsf LU-Friesh BZ-Dernb]; Syn. s. PfWB Drecksack 1 a, PfWB Schlampes 2. — 2. 'jemand, der schlecht und flüchtig arbeitet'. Er esch 'n Schmeerfink [ BZ-Queichhmb]. — RhWB Rhein. VII 1484; ElsWB Els. I 123; Schwäb. V 1005; Hess.-Nass. III 300. — -geld n.: 'Geld, mit dem jemand bestochen wird', Schmeer- [Bd. 5, Sp. 1186] geld [ KU-Schmittw/O LU-Opp BZ-Dernb]; vgl. PfWB schmieren 4 b. Der nimmt Sch. an [ LU-Opp]. RhWB Rhein. VII 1484; Schwäb. V 1005. — -hafen m.: 'Nasenloch' (?), nur im VR.: Uff'm Äckerle stehen zwee Steckelcher, / uff de Steckelcher is en Futterkaschte, / uff'm Futterkaschte is en Rumpelkaschte, / uff'm Rumpelkaschte is e Klappermühl, / uff de Klappermühl sin zwee Schmeerhäwelcher, / uff de Schmeerhäwelcher sin zwee Spiegelcher, / uff de Spiegelcher is e Glattplatt, / uff de Glattplatt is en großer Berg, / wu jung un alt druff erumspaziert [Hebel 113]. — -heft n.: 'Heft für Entwürfe von Aufsätzen, aus dem in das Reinheft übertragen wird, Schmeerheft [ KU-Schmittw/O]. 1. a. allg.: 'streichbar, gut schmierbar', schmeerich (mēriχ) [LA-Nußd, mancherorts, Krämer Gal 189], schmeerischt (mērit) [ BZ-Albw], schmierich [Lambert Penns 136 Krämer Gal 189]. — b. 'dreckig, glitschig, klebrig', vom Boden, schmeerich [KU-Dittw IB-Ensh (Glass 105) PS-Th'eischw], von einer nassen Stelle im Acker [ NW-Friedh]. Es werd sch. 'Der gefrorene Boden taut auf' [ ZW-Marthh]. Die Strooß is sch. 'kotig' [ KU-Bedb KB-Kriegsf]. — c. 'verschmutzt, besudelt', schmeerich [ KU-Reichsth]; schmeerige Hosse [ WD-Niedkch]. Die Wäsch es sch. [ RO-Duchr/O'hs]; vgl. PfWB karchschmierig. — d. 'feucht, regnerisch', vom Wetter, schmeerich [ZW-Gr'bundb Stamb]. Werrer wie e Baureasch: Schmeerisch, rauh un winnisch [Ranssweiler 60]. — 2. 'reif, nicht mehr hart', vom Käse, schmeerich [ LA-Herxhwey BZ-Böllbn GH-Knitth Mindlach Nd'lustdt]. De Kees isch sch. [ BZ-Böllbn]. »Im Winter stehen die Käsbrettle in der Zapperahm überm Ofen. Und alle paar Tag wird der Käs in einen leichten Wein getunkt, damit er den richtigen Gär erhält. Dann kommt er ins Ritscherle, oder bei Massenbetrieb in den Steinguthafen, allwo er in enger Gemeinsamkeit jene schmackhafte Anhänglichkeit ausbildet, die der Kenner schmeerig nennt« [PfW 1910 11. Jg. S. 173]. — 3. 'durcheinander, unordentlich', schmierig [Zweibr ZW-Bubhs Ernstw], schmeerich [ NW-Wachh]. — 4. übertr. 'schmeichlerisch'. Wennich joon alles lille konn, awwer nidd so schmeeriche Liet wie doddie! 'Ich kann alles leiden, nur keine solchen Schmeichler!' [IB-Ensh (Glass 105)]. — RhWB Rhein. VII 1493; LothWB Lothr. 455 schmerzich; ElsWB Els. II 486; Schwäb. V 1006 schmirig; Hess.-Nass. III 300. 1. 'jemand, der nicht auf Sauberkeit hält, besudelte Kleidung trägt, seine Sachen (Hefte, Bücher) beschmutzt', Schimpfw. bes. für Jungen, Schmeerjockel (mērjogəl) [ KU-Kaulb Schmittw/O NW-Kallstdt Don-Schowe], Schmier- [Don-Modosch, Keiper in: ZfdMa. 1910 130]; vgl. PfWB Karchschmierjokkel; Syn. s. PfWB Drecksack 1 a, PfWB Schlampes 2. [Bd. 5, Sp. 1187] Er es e Schmeerjob [ KB-Kriegsf]. — 2. 'jemand, der unordentlich arbeitet, bes. einer, der schlecht schreibt', Schmeerjockel (mērjogəl) [ LA-Venn, KU-Kaulb]. — ElsWB Els. I 406; Schwäb. V 1006 Schmirjockel; Hess.-Nass. III 300. — -käse m.: 1. a. 'Quark, der mit Salz, Pfeffer, Rahm u. a. verrührt und auf das Brot gestrichen wird'. Aus der frischen Kuhmilch wird durch Gerinnung Dickmilch (Sauermilch) gewonnen. Nach dem Ablaufen der Molke bleibt der frische Quark (Käse 1 a, PfWB Käsematte, der weiche oder weiße Käse) als fester Bestandteil zurück. Aus ihm wird Handkäse geformt. Oder er wird verrührt (anmachen 3) mit Milch, Rahm, Salz, Zwiebeln und dann als Käseschmiere oder Schmierkäse auf dem Brot gegessen. Schmierkäs (mīrks) [PS-Lu'wink, mancherorts WPf, Lambert Penns 136], -kees (-kēs) [ ZW-Mittb NW-Seeb LA-Gommh], Schmeerkääs [KU-Altkch KL-Schneckhs KB-Dreis Don-Lenauheim Lovrin], -kees [ KU-Roßb Schmittw/O ZW-Dietriching PS-Bruchw/Bärb Rumb Windsbg KB-Weihf LU-Friesh LA-Venn BZ-Hofstätt GH-Erlb], Schmäär- kees (mrkēs) [ LA-Gommh]; vgl. PfWB Käse 1 a, 1 b; s. K. 221. — b. 'gefaulter, breiiger Käse; überreifer Handkäse', Schmeerkääs [ WD-Niedkch GH-Zeisk], Schmierkääs [ KU-Godhs HB-Nd'bexb IB-Herbh], Schmierkees, mit Kümmel [ KU-Patb], Schmeerkees, der zerlaufene Käse im Käsehafen oder Käseständer [ BZ-Nd'ottb]; vgl. PfWB zanger. — c. 'Limburger', eine Käsesorte, Schmierkääs [ BZ-Klingmst], Schmierkees [ BZ-Steinf]; vgl. PfWB Limburg. — d. 'aus Quark mit Salz und Gewürz dickflüssig gekochter Käse', Schmierkees [ KU-Heinzhs], wurde hier früher Kochkäse genannt. — 2. 'schmarotzender Mensch', [ KU-Schmittw/O]; Syn. s. PfWB Schmarotzer 2 a. — RhWB Rhein. VII 1484, IX K. 21; ElsWB Els. I 473; Hess.-Nass. III 300/01. — -kessel m.: 'großer, meist kupferner Kessel, in dem Latwerge gekocht wird', Schmeerkessel (mērkęsəl) [ KU-Bedb]; vgl. Latwerg(en)kessel, PfWB Leckschmierkessel. RhWB Rhein. VII 1484. — -kirbe s. PfWB Apfelschmierkirbe. — -krämer m.: 'unsauberer Mensch, Schmutzfink', urspr. Bez. für den Wagenschmierhändler, Schmeerkrämer [ LA-Venn]; vgl. PfWB Krämer 2; Syn. s. PfWB Drecksack 1 a, PfWB Schlampes 2. RhWB Rhein. VII 1485. —
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