Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
schmausen bis schmeicheln (Bd. 5, Sp. 1152 bis 1154)
 
schmausen, schw.
Schmauserei, f.
Schmaus-pfad, m.
schmeckeln
schmecken, schw.
Schmecker, m.
Schmeckerling
Schmekkes
Schmeichelei, f.
Schmeichel-katze, f.
schmeicheln, schw.
Schmeichler, m.
Schmeichlerei, f.
schmeichlig, Adj.
schmeier
schmeigen, schw.
schmeiger, Adj.
schmeigerlich, Adj.
Schmeiß-bach, f.
Schmeißbacher-mühle, f.
Schmeiße, f.
Schmeißelns, n.
schmeißen, st.
Schmeißer, m.
Schmeiß-fliege, f.
Schmeiß-garn, n.
Schmeiß-klicker, m.
Schmeiß-kugel, f.
Schmeiß-mücke, f.
Schmeiß-schnake, f.
Schmeiß-wiese, f.
Schmelb
Schmeling
Schmelle
Schmelme
Schmelmer
Schmelwe
Schmelwer
Schmelle-
Schmelme-
Schmelwe-gras
schmelmlich
schmelwrich
Schmelz, m.
Schmelz+-baum, m.
Schmelz-bollen, m.
Schmelze, f.
schmelzen, st.
Schmelzens, n.
Schmelzer, m.
Schmelzer-hof, m.
Schmelzer-kopf, m.
Schmelz+-hübel, m.
Schmelz-hütte, f.
Schmelzhütter-woog, m.
schmelzig, Adj.
Schmelz+-mühle, f.
Schmelz-ofen, m.
Schmelz-stein, m.
Schmelztiegel-pfanne, f.
Schmelz-woog, m.
Schmer, m.
Schmer-bauch, m.
schmerbeln, schw.
schmergeln, schw.
Schmerle1, f.
Schmerle2
Schmerlen-bach, ON
Schmerrchen
Schmer-wiese, f.
Schmerz, m.
schmerzen, schw.
Schmerzen(s)-freitag, m.
Schmerzen(s)-geld, n.
Schmerzen(s)-kind, n.
Schmerzen(s)-lager, n.
schmerzhaft, Adj.
schmerzlich, Adj.
schmerz-los, Adv.
Schmetter, m.
Schmetterling, m.
Schmetterlings-flitsche, f.
Schmetterlings-raupe, f.
schmettern, schw.
Schmicke, f. m.
Schmick, f. m.
Schmicken-kordel, f.
Schmicker, m.
Schmied, m.
Schmiede, f.
Schmied(e)-arbeit, f.
Schmied(e)-bau, m.
Schmied(e)-birne, f.
Schmied(e)-eisen, n.
Schmied(e)-esse, f.
Schmied(e)-gasse, f.
Schmied(e)-geschirr, n.
Schmied(e)-hammer, m.
Schmied(e)-junge, m.
Schmied(e)-kohle, f.
   schmausen schw.:
1. 'gutes Essen und Trinken im Überfluß zu sich nehmen, schwelgen', schmause (mausə) [KU-Schmittw/O, Lambert Penns 136]; vgl. PfWB schnausen 1. —
2. 'naschen, heimliches Suchen nach Leckerbissen' [ RO-Messbhf LU-Böhl LA-Nußd BZ-Dörrb Silz GH-Hagb Scheibhdt]; vgl. PfWB schnausen 1 b. —
3. 'wählerisch essen' [ GH-Berg]; vgl. PfWB schnäken. — RhWB Rhein. VII 1448; ElsWB Els. II 487 schmaüsen; DWB DWb. IX 958/59.
 
 
Schmauserei f.: 'Schwelgerei', Schmauserei [Lambert Penns 136].
 
  
Schmaus-pfad m.: FlN, mda. De Schmauspadd [ LA-Wollmh].
 
 
schmeckeln s. PfWB schmäckeln.
 
  
schmecken schw.:
1.
a. 'auf den Geschmackssinn wirken, eine bestimmte Geschmacksempfindung hervorrufen', schmecke (megə, męgə) [verbr. ges. Pf, Schneckenburger 54 Henn Mda.-Int. 99 u. 102, Lambert Penns 136 Don

[Bd. 5, Sp. 1153]
Gal]; gegenüber schmacken offensichtlich jünger; vgl. PfWB hereinschmecken, PfWB schlecken, PfWB schmacken. Des schmeckt wie eingeschlofene Fieß 'schmeckt fade' [Land, Krieger 20]. Er schmeckt leer 'An dem Geschmack fehlt etwas' [ KB-Zell]. De Woin schmeckt grotzisch 'schimmelig' (grauzig) [ NW-Friedh], schmeckt no em Faß [ KU-Wolfst, KB-Otth FR-N'lein NW-Bobh BZ-O'ottb]. Die Milch schmeckt seierlich (säuerlich) [ LU-Oggh]. Wenn om was gut schmeckt, sagt mr »des mehnzelt« 'das verlangt nach mehr' (vgl. PfWB mehnzeln) [ Don-Neufutok]. RA.: Wammer wisse will, wie die Kersche schmecke, muß mer die Kinner froge [Trifels 1928 Nr. 20]. Kimmel un Korianner, schmeckt ans so gut wies anner [RO-Sippf]. Ehr Leit, ässen Grumbeere, die schmäggen wie Keschde! [Bernhard 211]. SprW.: Wenn die Maus satt is, schmeckt's Mehl bitter [ LU-Muttstdt]. Das hosche der an deine Beere abgenumm, wie annere eere schmecke 'Du weißt aus eigener Erfahrung, wie anderen zu Mute ist' [Kaislt]. —
b. 'gut schmecken, munden'. Gruß- und Anredeformel beim Eintritt während des Essens: Schmeckt's? [verbr. Pf]. Grußformel beim Vorübergehen an arbeitenden Leuten, die gerade in der Eßpause sind: Na, schmeckts? [ LA-Gommh]. Aufforderung zum Essen: Loss der's schmecke! [ NW-Freinsh, KU-W'mohr]. Es schmeckt mer nit 'Ich fühle mich nicht wohl' [ LU-Rh'gönh, mancherorts]. 's schmeckt em wirrer 'Er hat wieder Appetit, es geht ihm besser' [ LU-Opp]. Des Quellflääsch hot mr awwer emol geschmeckt! [ NW-Freinsh]. Geschtern noch frisch un munder un heit schmeckt's schun wirrer [ RO-Dielkch]. Der loßt sich's schmecke 'Der greift beim Essen ordentlich zu' [ RO-Obd]. Du schmeckscht mer, sagt der Weintrinker zu einem Glas guten Weins, [ LA-Gommh]. RA.: Wann der's nät schmäckt, picksche grad Dräck mit de Hing-gl [Bernhard 211]. SprW.: Wann's am beschte schmeckt, soll mer ufheere se esse [ Don-Gert Gottlob Gal-Augustdorf Buch-Illisch Tereblestie]. Wanns em am beschte schmeckt, soll mer uffheere, später schmeckts nimmeh so gud [Krieger 45]. Wu 's net stinkt, do schmeckts a net [ Rußl-Worms]. 's schmeckt nix unversucht 'Auch an Unbekanntes soll man sich heranwagen' [ KB-Bischh, Don-Bulkes Gert Buch-Illisch]. —
c. 'verdorben, schlecht schmecken'. Es schmeckt 'Es hat einen üblen Beigeschmack' [ RO-Obd]. Das schmeckt, wie wann am de Mond uf die Zung scheint, nämlich fade [Land]. —
2. 'riechen, mit dem Geruchssinn wahrnehmen' [KU-Bedb NW-Freinsh LA-Ilbh BZ-Albw, PfId. 126]; schmeckt raacherzig 'riecht nach Rauch' [ KU-Bedb]. Des heb ich net schmecke kenne [ BZ-Albw]. —
3. übertr. 'angenehm, sympathisch sein, an etwas Gefallen finden'. Du schmeckscht mir [ LU-Maud Oggh]. Den kann ich net schmecke [ BZ-Albw

[Bd. 5, Sp. 1154]
LU-Limbghf]. Der hot Blut geschmeckt [ BZ-Dernb]. Des schmeckt besser wie en Tritt vumme Ochs [Kamm 85]. — RhWB Rhein. VII 1449 1422ff; LothWB Lothr. 454, ALLG I 52; ElsWB Els. II 481, ALA II 148; DWB DWb. IX 961 ff.
 
  Schmecker m.: 'die Nase', Schmecker [Klein Prov. 127]; vgl. PfWB Bubenschmecker, -schmeckerin, -schmeckersin, PfWB Feinschmeck(l)er, Mädchenschmecker; Syn. s. PfWB Nase I 1. LothWB Lothr. 454; ElsWB Els. II 482; DWB DWb. IX 972 2a.
 
 
Schmeckerling s. PfWB Schmetterling; Schmekkes in Mädchenschmeckes.
 
 
Schmeichelei f.: 'übertriebene Komplimente', oft nicht ganz aufrichtig, Schmeichelei [vereinzelt, Lambert Penns 136]; vgl. PfWB Geschmeichels, PfWB Schmeichlerei. Rhein. VII 1450.
 
  
Schmeichel-katze f.:
1. 'Katze, die sich gerne anschmiegt, sich an jemandem reibt, sich gerne streicheln läßt', Schmeichelkatz [ RO-Schweisw KB-Biedh LU-Altr BZ-Dierb Hermbghf], Schmäächelkatz [ KU-Wolfst KL-Baalbn Weltb FR-Bockh LU-Alsh/Gr LA-Birkw GH-Max'au Nd'lustdt], Schmeechelkatz [PS-Donsied NW-Ungst Wachh SOPf], häufig als Dim.: Schmaachelkätzche (māχəlkędsχə) [ KB-Morschh], -kätzje [ KU-Einöll KB-Kriegsf], Schmäächelkätzche [ ZW-Käshf KL-Hütschhs Reichb Weilb], Schmeichelkätzche [ KB-Albish KL-Mehlb], -kätzi [ KU-Adb Schmittw/O], Schmächlkätzl [ LU-Friesh], -kätzi [ RO-Rehborn]; vgl. PfWB Schmuskatze 1. —
2. übertr.
a. 'zärtliche, kosende Person', besonders Kind oder Mädchen, das gerne streichelt und gestreichelt wird, auch als Kosename gebräuchlich, Schmäächelkatz [ KL-Gimsb FR-Bockh LU-Ruchh NW-Haßl], Schmaachelkatz (māχəlkḁds) [ KU-Kaulb Lohnw ZW-Bechhf], Schmeichelkatz [ NW-Weish/S], Schmäächelkätzche [ KU-Hinzw PS-Schmalbg LU-Maud], -kätzje [Kus], -kätzel [ NW-Elmst]; Syn.: PfWB Schmuskatze 2; du aldi Schmäächelkatz [ ZW-Marthh]. 's Schmäächelkätzje will geschmäächelt sain [ KL-Fischb]. —
b. 'wer durch schmeichelnde Worte und Gesten anderen gefallen oder seinen Willen durchsetzen will', bes. ein Kind bei seinen Eltern, Schmächelkatz [ PS-Nd'simt], Schmeichelkatz [ BZ-Hermbghf], Schmächelkätzche [ KU-Roßb], Schmäächelkätzl [ NW-Geinsh]. Des is ä rechti Schmäächelkatz [ PS-Burgalb]. — Rhein. VII 1450; DWB DWb. IX 979.
 
  
schmeicheln schw.:
1. 'sich liebkosend andrücken, anschmiegen, streicheln, tätscheln', von einem Kind, einem anderen geliebten Menschen, auch: 'Tiere streicheln', schmäächele (mχələ) [verbr. mittl. u. südl. WPf mancherorts NPf VPf, Müller Dietschw 65], schmäächle (mχlə) [verbr. mittl. u. südl. VPf SPf mancherorts übrige Pf, Rußl-Katht Sulz], schmeech(e)le (mēχlə, mēχələ) [BZ-Nd'horb, mancherorts VPf

[Bd. 5, Sp. 1155]
vereinzelt übrige Pf, Lambert Penns 136 Krämer Gal 188], schmääschele (mələ) [ HB-Peppk NW-Hardbg BZ-Queichhmb], schmääschle (mlə) [ GH-Westh], schmaachele (māχələ, mχələ) [KB-Boland, mancherorts NPf nördl. WPf, Krämer Gal 188], schmaachle (māχlə) [ KL-Obernh LU-Dannstdt LA-Edh], schmaaichele (māiχələ) [RO-Imsw, mancherorts NOPf mittl. NPf LU-Altr GH-Neubg Wörth, Christmann Kaulb 24, 92], schmaaichle (māiχlə) [ RO-Schweisw KB-Albish Orb FR-Albsh Kindh Kl'niedh Merth Quirnh LU-Altr GH-Neubg], schmaaischle (māilə) [ FR-Merth]; Syn.: PfWB abdrücken I 2, PfWB abknutschen, PfWB aiden, PfWB alen1, PfWB andrücken 3, PfWB anheimeln 3, PfWB anschmusen 2, PfWB antätscheln, PfWB plätscheln, PfWB puppeln 1 a, PfWB pussieren 2, PfWB darauftatschen 3, PfWB tätscheln 1 a, drükken 1 b α, PfWB tutscheln2, PfWB fahren I5a, PfWB verdrücken 3 b, PfWB verhätscheln, PfWB verknollchen, PfWB vernudeln 1, PfWB verquirksen, PfWB verschmützeln, PfWB verschnudeln 2, PfWB vertätscheln 1, PfWB flattern2, PfWB hätscheln 1a, PfWB häubeln 2 a, PfWB heimeln 2 b, PfWB herumnudeln, -tätscheln 1, PfWB herzen, PfWB hutscheln1 1bβ, PfWB knollchen, PfWB knöllchen, PfWB knullchen 2 PfWB b, PfWB knotschen, PfWB knozen 2 a, PfWB knutschen, PfWB knötschen 1 bα, PfWB kraueln, PfWB liebdrücken 1, PfWB liebkosen 1, PfWB schmeigen, PfWB schmiegen 1, PfWB schmusen 2, PfWB streicheln, PfWB umarmen; es Kinn schmäächele [ZW-Stamb]; aam (de) Bart schmeechele [ ZW-Battw, KL-Matzb LU-Neuhf]; 's Bärdl 'Kinn' schmäächle, bei Kindern [ NW-Geinsh]. Ich schmächel der de Bagge [RO-N'hemsb, HB-Limb mancherorts ges. Pf]. Hiwwele wie Brischt, / rund un so mollich, / daß ma se schmäächele meecht [Kraus Pädcher 35]. Die Katz schmäächelt gern, streicht um einen herum, drückt sich an die Beine an [NW-Haßl, mancherorts ges. Pf], schmäächelt sich [ RO-Rehborn]. Daß sich es Kätzje so gär (gerne) wollt schmäächele losse [Kraus Unser Babbe 72]. Ich häng's em Kätzel an de Hals, - / Un schmächel em sei Fellche (der Katze eine Glocke umhängen) [Woll 83]. Was er wirrer schmäächelt! 'mir die Wangen streichelt' [ RO-Semb]. Bevor er trinkt, schmäächelt er immer 's Glas [Damm Nawwel 40]. Ich dricke dich, so zart ich kann, / un losse dich hejt nimmeh los. / Komm, krabbel dabber off mei Schoß! / Mir schmächele uns um die Wett. / Herrjeh, wie nett! [Kraus Gutsjer 60]. Dort han ich aach e Schätzche, / das schmäächelt wie e Kätzche [Münch Werke I 238]. Was kann er wirrer schmäächele! [ KU-Ulm]. Doch hinne in der letsche Roi / Sin zwee as nanner gleiche; / Er schmeechelt sich so an re hie, / Dutt Ihr die Backe schtreiche [Birmelin Penns Poems 122]. RA.: Dene Herre muß mer de Bort schmächele, man muß ihnen Gutes sagen, um sie gnädig zu

[Bd. 5, Sp. 1156]
stimmen [ ZW-Bechhf]. —
2. 'jemandem Angenehmes sagen, um dessen Gunst zu gewinnen, schönreden, Komplimente machen, umwerben' schmäächele [ WD-Hoof LA-Diedf], schmäächle [ SP-Harths BZ-Heuchh GH-Bellh], schmaichle [ LA-Siebdg]; Zs.: PfWB an-, PfWB einschmeicheln; Syn. s. PfWB einschmeicheln; weitere Syn.: PfWB anschieben 3, PfWB bekuren, PfWB flattern2, die Flattesse machen, Flattusen 1 machen, fuchsschwänzen, glünzeln 2, PfWB gockeln1 6, PfWB herumhowenzeln, -scharmieren, -scharwenzeln, -schnäuken 2, -tänzeln, -tanzen 2, den Hof 5 machen, hofieren 1 a u. 1 b, PfWB howenzeln 4, PfWB karessieren, PfWB kascholieren, katzenbukkeln, PfWB krabbeln 3 c, PfWB krabenzeln, PfWB kränzeln, PfWB krawänzeln, die Kur (Cour)1 machen, schmarotzen 2. Der kann schmächle! [ SP-Harths, PS-Burgalb]. Er schmäächelt em [ KL-Fischb]. Un ob der Franzmann droht, ob schmäächelt / Un ob er Lieb un Freindschaft häächelt - / 's hat all kee Wert [Münch Werke II 225]. — RhWB Rhein. VII 1449/50; LothWB Lothr. 453 schmächelen; ElsWB Els. II 478 schmeichlen.