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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schlupf bis Schlüpfer (Bd. 5, Sp. 1124 bis 1128)
 
Schlupf, m.
Schlupf-bändel, m.
Schlupf-brett, n.
Schlüpfchen, n.
Schlupfchens, n.
Schlüpf(e)ler, m.
schlupfeln, schw.
schlüpfeln, schw.
schlupfen, schw.
schlüpfen, schw.
Schlupfer, m.
Schlüpfer, m.
schlüpf(e)rig, Adj.
Schlüpfes, m.
Schlupf-hosen, Pl.
Schlüpfler
Schlupf-loch, n.
schlüpfrig
Schlupf-sack, m.
Schlupf-schurz, m.
Schlupf-steller, m.
Schlupf-wespe, f.
Schlupf-winkel, m.
Schlupf-zieher, m.
schluppchen, schw.
schluppsen, schw.
schlurben
schlurbsen
schluren, schw.
Schlurer, m.
schlürfeln, schw.
Schlurfen, Pl.
schlurfen, schw.
schlürfen, schw.
Schlürfer, m.
Schluri, m.
Schlurian, m.
schlurig
Schlurk, m.
schlurksen, schw.
schlurpchen, schw.
schlurpen, schw.
schlurpsen, schw.
schlürpsen, schw.
Schlurpser, m.
Schlurps-hannes, m.
Schlurz, m.
schlurzen, schw.
Schluß, m.
Schluß-darm, m.
Schlüssel, m.
Schlüssel-acker, m.
Schlüssel-bart, m.
Schlüssel-bein, n.
Schlüssel-blume, f.
Schlüssels-, f.
Schlüsselblumen-tee, m.
Schlüssel-gewanne, f.
Schlüssel-hof, m.
Schlüssel-knochen, m.
Schlüssel-loch, n.
Schlüsselloch-gucker, m.
Schlüssel-ring, m.
Schlüssels-blume
Schlüssel-steige, f.
Schlüssel-stück, n.
Schlüssel-wiese, f.
Schlüssel-wingert, m.
Schlüssel-zange, f.
Schluß-fest, n.
Schluß-gewanne, f.
Schluß-lied, n.
Schluß-prüfung, f.
Schluß-stein, m.
Schluß-verkauf, m.
Schlut, f.
Schlüten, m.
Schlutte, f.
schluttern
schlutzen, schw.
Schlutzer, m.
Schlützer, m.
Schlutzer-läppchen, n.
Schlutzer-lumpen, m.
schlutzern, schw.
schmääßen
Schmach, f.
Schmachheit, f.
Schmach-lappen, m.
schmachten, schw.
schmächterlich, Adj.
schmächtig, Adj.
Schmacht-lappen, m.
Schmacht-locke, f.
Schmacht-riemen, m.
Schmack
schmäckeln, schw.
schmacken, schw.
Schmacken-mühle, f.
Schmackes1, m.
   Schlupf m.:
1. 'Band-, Seilschleife', Schlupp (lub) [mancherorts westl. WPf SWPf mittl. VPf vereinzelt SOPf, Höh 58 Klein Prov. 124 Schneckenburger 28 Thielen 100 Lambert Penns 136], Schlupf (lubf) [ BZ-Schweighf GH-Hagb], Schlopp (lob, lǫb) [verbr. NPf MPf mancherorts übrige Pf, Christmann Kaulb 61 Mang 111 Müller Dietschw 65 Heeger Südostpf. 11 Höh 58, 81 PfId. 125, mancherorts Don Krämer Gal 188 Buch], Schlopf (lǫbf) [ BZ-Kapswey GH-Leimh N'potz]; Pl. Schlipp [ WD-Bub Niedkch HB-Breitft Nd'bexb Schwarzack IB-Herbh], Schlepp [KU-Eschau Herchw Kollw Reipkch Roth HB-Seyw IB-Erfw/Ehling ZW-O'hs Zweibr RO-Duchr Imsw Münchw Gehrw Schiersf KL-Erlb Gimsb Katzw Steinwd Weilb Wörsb PS-H'eischw Nünschw KB-Albish Niefh FR-Albsh LU-Alsh NW-Hardbg LA-Gleisw Herxh Nd'hochstdt BZ-V'weidth PfId. 125]; Dim. Sg. Schleppche [mancherorts WPf], Schlippche [ LA-Gommh], Schlippsche [ HB-Breitft], Schleppel [ PS-Rodalb LU-Alsh NW-Deidh LA-Edk GH-Zeisk], Schlippel [ LA-Gommh], Pl. Schleppelcher [ LU-Alsh], Schleppercher [ RO-Rehborn], Schlepplich [ LA-Kl'fischl]. Im bes.: —
a. 'Schleife im Haar' [verbr., Mang 111]; Zs.: PfWB Haarschlupf. Das Mädche hat e Sch. im Hoor [Wilms Alph. 49]. Kumm, grein net, ich binn (binde) deer aach e Sch. in de Zopp [ Gal-Dornf]. Im Bobbewa(n), un uff sei'm Kopp / e großer, ritzerorer Sch. [Albert Bei uns 44]. Die Buwe, die hän Hietcher uff, / die Mädcher bunte Schlepp [Wilms Land und Lewe 87]. —
b. 'Schleife an Kleidern, Schürzen' [mancherorts]. Die Mantill mit de viele Schlüppcher [Sommer Ich frää mich 76]. AR.: Ääns, zwää, drei, / hicke, hacke, hei, / d' Gäns gehn barfuß, / barfuß gehn se, / hinnerm Oufe stehn se, / hänn roure Reglich (rote Röckchen) aan, / owe sin Schlepplich dran [ LA-Kl'fischl]. —
c. 'Halsschleife, Krawatte' [verbr., Eid 87 Beam Penns 94 Don-Lovrin]; Zs.: PfWB Herüberundhinüberschlupf, PfWB Radauschlüpfchen. De Philipp hat e feine Sch. on [ IB-Ommh]. Der verdient sei Geld met Kraae on Sch., von einem, der sich bei der Arbeit nicht schmutzig machen muß [ WD-Niedkch].

[Bd. 5, Sp. 1125]
Hasche de Erwin memm (mit dem) griene Schleppche (Dim.) in de Kirch gesiehn? [IB-Ensh (Glass 103)]. Die annre Lumpe: Jubbe, Hemd, de Schlopp, die Hos [Kraus Gloori Bagaasch 49]. RA.: Er hot 'n am (im) Sch. 'Er hat ihn gepackt, hat ihn in seiner Gewalt' [Schandein Sprachsch. 60]. —
d. 'Schleife beim Binden der Schnürsenkel' [ RO-Als, mancherorts]. —
2. 'Schlaufe, Schlinge'.
a.
α. 'Schlinge zum Fangen von Wild' [verbr., Don-Tscherwk]; Zs.: PfWB Doppelschlupf, PfWB Rehschlopp; e Sch. aus Perdshoor 'eine Schlinge aus Pferdehaar' (zum Distelfinkfang) [ KU-Herschw/Petth]; Schlepp lee'e (stelle) [KU-Reipkch, verbr.]. Er leet e Sch. [ PS-Schweix]. ... hat Reh un Has gefang met Schlebb [Albert Bei uns 28]. Ende 16. Jh.: wenn man jagen soll ... wan die Schlöpf (Pl.) angebunden oder die Garn ufgericht weren [Friedel 177 (KL-Hoheck)]. —
β. 'Schlinge zum Erhängen', in der Wend.: Er hat sich e Schleppche kauft 'Er hat sich erhängt' [ NW-Hardbg]. —
b. 'angenähte Schlinge am Schuh, Stiefel zum Anziehen' [ IB-Herbh LU-Altr BZ-Barbr]; Syn. s. PfWB Schlinker 1 b. —
c. 'Masche beim Stricken' [lothr. SWPf (Keiper Nachl.) ZW-Lambsbn SP-Harths BZ-Dernb GH-O'lustdt Don-Schowe]; e Sch. falle losse [Don (Steinmetz)]. Sie hot drei Schlepp ze wenich uf de Nodel [ BZ-Dernb]. —
d. 'Ring, Öse am Geschirr der Zugtiere, durch die der Zugstrang geht' [ KU-Adb]; vgl. PfWB Schlaufe 3. —
e. vgl. PfWB Eggenschlupf, PfWB Leuchsenschlopp. —
3. 'Knoten'.
a. 'Knoten beim Anbinden der Reben mit Stroh, Bast' [ NW-Deidh]. —
b. 'Knoten im Strohseil beim Garbenbinden' [W. Klein in Feierowend 15/1965]. —
c. vgl. PfWB Ackerschlupf. —
4. Pl. 'Blätter der Herbstzeitlose' (wegen ihrer Ähnlichkeit mit Bandschleifen?), Schlepp [ NW-Frankeck]; vgl. Rhein. VII 1409 Schlüppe 2bβ. —
5.
a. 'enger Durchgang zwischen zwei Häusern', Schlupf (lubf) [ BZ-Steinf], Schlupp [ZW-Schmitshs PS-Hintwdth BZ-Stein Völkw, Schandein Sprachsch. 248]; vgl. PfWB Schluff 2; Syn. s. PfWB Reuel 1. —
b. 'enger, schräger Dachraum (zwischen Giebelstube und Dach)', Schlupp [ KL-Mackb FR-Albsh]; vgl. PfWB Schluff 1, PfWB Schlupfer.
c. 'Schlupfwinkel, Schlupfloch, Unterschlupf' [mancherorts SOPf]; Zs.: PfWB Katzen-, PfWB Unter-, PfWB Zuschlupf. Der Bu kennt jeden Sch. im ganze Dorf [ BZ-Dernb]. RA.: Er hot sein Sch. dohin 'Er geht gewohnheitsmäßig dorthin' [mancherorts SOPf (Heeger Nachl.)]. a. 1726: Nachdem ahm verwichenen Samstag des Markus fixen 2 Söhne, des glöckners Sohn auf der gassen herum gestrichen Vnd endlich ihren Schlupf bey Cath. Bauerin genommen, allda eine ½ maß wein gefordert [Niedhammer 246]. — Südhess. V 476 Schlupf, 479 Schlupp; RhWB Rhein. VII 1409 Schlupp; LothWB Lothr. 452 Schlopp; ElsWB Els. II 469, ALA II 247.
 
  
Schlupf-bändel m.: 'Hutband mit Schleife', in

[Bd. 5, Sp. 1126]
dem VR.: Hans, Hans, Hans, Hans, / ei du mein liewer Hans-Hans! / Hot e schään Hietel (Hütchen) auf / un e Schloppbändel drauf [ NW-Haßl]. — -brett n.: 'Brett zum Befördern von Weinfässern', Schluppbrett [ LA-Mörzh], -brettel [ LA-Wollmh].
 
  
Schlüpfchen n.:
1. 'unsolide, flatterhafte Person', Schlippche (libχə) [Zweibr (Wilms Alph. 49) LU-Opp]. —
2. 'geriebener Gauner' [ BZ-Dörrb]. — RhWB Rhein. VII 1354 Schlippchen.
 
 
Schlupfchens n.: ein Kinderspiel; Schluppchers spiele [Schandein Sprachsch. 61].
 
  
Schlüpf(e)ler m.: 'wer dem Wild Schlingen stellt, Wilddieb', Schlippler (liblər) [ PS-Schönau FR-Maxd LU-Neuhf NW-Geinsh SP-Heiligst], Schleppeler (lebələr) [KU-Nußb Schmittw/O KL-Mölschb Kaislt KB-Mörsf Kühn Hamet 133], Schleppler (leblər) [mancherorts VPf vereinzelt WPf], Schlepfler (lębflər) [ BZ-Steinf]; Zs.: PfWB Hasenschlüpfler; vgl. PfWB Schlupf 2aα, schlüpfeln.
 
  
schlupfeln, schlüpfelnschw.: 'Wild in Schlingen fangen, wildern', schlupple (lublə) [ SP-Heiligst], schlupfle (lubflə) [ GH-Büchbg], schlopple (loblə) [ KL-Reuschb], schlippele (libələ) [ KU-Dennw HB-Einöd Mimb Webh ZW-Mittb KB-Lauth NW-Freinsh GH-Freisb], schlipple (liblə) [mancherorts SOPf mittl. VPf PS-Hirschth Nothw Petbch Pirmas Schönau KB-Bubh FR-Gerolsh Maxd BZ-Nd'horb GH-Germh Jockgr Rh'zab Schwegh Weingt], schlipfle (libflə) [ BZ-Schweighf GH-Freckf Hagb Kand Minf Schaidt], schleppele (lębələ) [verbr. NPf mittl. WPf vereinzelt übrige Pf, Kühn Hamet 133], schlepple (lęblə) [mancherorts VPf vereinzelt WPf, PfId. 125], schlepfle (lębflə) [ BZ-Kapswey Steinf GH-Leimh Max'au N'potz Wörth]; vgl. PfWB brakonnieren, PfWB schlingeln. Er geht sch. [ PS-Hengsbg]. Er schleppelt Hase un Reh [ BZ-Dernb]. Das Schlepple esch streng verbore (verboten) [ BZ-Dernb]. — Abl. zu PfWB Schlupf 2aα.
 
  
schlupfen schw.:
1.
a. 'sich gleitend, geschickt (durch eine Öffnung) in eine Richtung bewegen', schluppe (lubə) [verbr. (außer Südostecke), Bertram § 124 Christmann Kaulb 19 Heeger Südostpf. 11 Mang 108 Müller Dietschw 65 Schneckenburger 27, 40 Lambert Penns 136 Krämer Gal 188], schlupfe (lubfə) [Südostecke der Pf]; Zs.: PfWB dadurch-, PfWB darüber-, PfWB darunter-, PfWB durch-, PfWB ver-, PfWB fort-, PfWB heim-, PfWB heraus-, PfWB herein-, PfWB herüber-, PfWB herum-, PfWB hinab-, PfWB hinauf-, PfWB hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinüber-, PfWB hinunter-, PfWB nach-, PfWB unter-, weg-, PfWB zurückschlupfen. Die Maus schluppt ins Loch [ KU-Adb]. Die Hinkelcher schluppe unner die Gluck [ ZW-L'wied]. De Mairer (Maurer) schluppt in de Backowe, um ihn auszumauern [ KU-Schmittw/O]. Der es em dorch die Finger geschluppt [ RO-Dielkch]. Die Sunn

[Bd. 5, Sp. 1127]
schluppt hinner die Wolke [ KU-Bedb]. De Mund iss in die Wolke g'schluppt [Birmelin Penns Gezw. 53]. Wann die Katz ehre Kopp dorch e Loch bringt, kann se aach dedorch sch. [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er esch in de Hanf g'schluppt 'Er hat Selbstmord begangen (sich am Hanfseil aufgehängt)' [ LA-Frankw]. Er schluppt em noch in de Orsch 'Er schmeichelt sich würdelos ein' [ KU-Schmittw/O]. Es schluppt ehr unner de Rock, von einem Kind, das sich ängstlich an die Mutter hält [ PS-Schmalbg]. Er schluppt zu er 'Er hat (ein heimliches, intimes) Verhältnis mit ihr' [ KB-Bennhs, mancherorts], schluppt unner die Schurz, dass. [ LA-Ranschb]. De Valtin schluppt zu de Luwis, dass. [ KU-Schmittw/O]. Ich wellt, ich kennt in e Mausloch sch. 'Ich möchte mich (aus Scham) verkriechen' [ LA-Nd'hochstdt]. Schlupp in de Backofe, dann bischt außer de Welt!, sagt man zu einem, der sich einer unangenehmen Situation entziehen möchte [LA-Nußd, vereinzelt VPf]. BR.: Wann die Sunn in de Sack schlupft 'vor ihrem Untergang in einer Wolke verschwindet', gibt's Rechewedder [ BZ-Steinf]. Volksmed.: Bei Nesselsucht muß man in e Mehlsack sch. [ KU-Bedb]. Brauchspruch bei Mutterwehen: Mudder, du sollscht rucke, durch meinen Daumen sollschde sch. [ BZ-Albw]. VR.: Hoschde Hunger? - Schlupp in die Gummer! [Wilde 81, Var. ebd.]. Is ders heeß? - Schlupp in die Geeß [ KU-Diedk]; einen weiteren VR.: s. PfWB kreischen1 1 a. —
b. 'untertauchen, untergehen'. De Nache is g'schluppt 'Der Nachen ist untergegangen' [ LU-Altr]. —
2. 'in ein (aus einem) Kleidungsstück schlüpfen' [verbr.]; in de Mandel (Hut, Ärmel) sch. [KU-Diedk, verbr.]; in die Hosse (Schuh, Strimp, Klääder) sch. [LA-Ranschb, verbr.]. Schlupp emol in de Wammes! [ KU-Kollw]. Ich schlupp schnell in mein Anzug [ LA-Nd'hochstdt]. Komm, schlupp!, sagt der Fuhrmann, wenn er dem Pferd das Kummet anzieht [ BZ-Dernb]. Die Mäde, die schluppe / trotz Kält in's dinn Kläd [Kraus Pädcher 16]. RA.: unner die Haub sch. 'sich verheiraten' [ KU-Nerzw, mancherorts]. Die Sunn schluppt in die Hose 'versinkt in Wolken' [ ZW-Gr'bundb]. Volksgl.: Mit wellre Hand as en Bobbel 'Baby' 's erscht Mol in die Kleeder schluppt, weist, ebs rechts oder links werd [Fogel Beliefs Penns Nr. 93]. —
3. 'ausschlüpfen, aus einem Ei, einer Verpuppung, einer Knospe herauskommen' [verbr.]; vgl. PfWB ausschlüpfen. Die Hinkelcher schluppe aus de Schal [ KL-Wörsb]. Die Bien sinn frisch geschluppt [ KL-Matzb]. Sie schluppe aus de Woll, die Knospen des Weinstocks [ LA-Rhodt GH-Freckf]. RA.: wie aus em Ei geschluppt 'frisch, neu, adrett' [ KU-Jettb, mancherorts]. Der esch erscht aus de Schal geschluppt 'Er ist noch zu jung, zu unerfahren' [ BZ-Stein]. — Südhess. V 476; RhWB Rhein. VII 1409 schluppen; ElsWB Els. II 469, ALA I 187.

[Bd. 5, Sp. 1128]

 
   schlüpfen schw.:
1.
a. 'umschlingen, knüpfen, knoten', schleppe (lebə, lębə) [FR-Bobh LA-Venn BZ-Dernb, Müller Dietschw 65 PfId. 124]; Zs.: PfWB an-, PfWB zusammenschlüpfen. Du, schlepp mer emol mein Schuhbännel! [ BZ-Dernb]. Am Sunndagmorge hot mer die Ackerlein (Ackerleine) um die Hörner vun zwää Kih g'schleppt un noht isch's nausgange [PfL 16. 3. 1935]. Die (Milchzähne) hot sie g'schlippt mit stärjer Neets (stärkerem Nähgarn) / un raus gezoppt - die Mämm verstehts [Birmelin Penns Gezw. 74]. —
b. 'beim Stricken Maschen aufnehmen' [Bergz (Kamm 57)]; Zs.: PfWB abschlüpfen. —
c. 'Wild in Schlingen fangen, wildern', schlippe [ IB-Bierb Rubh], schleppe [KU-Reiffb Schmittw ZW-Kl'bundb Schmitshs RO-Ebbg Münstapp Wintbn KL-Pörrb PS-Claus Donsied Herschbg KB-Marnh Standbl FR-Bobh Dirmst]; vgl. PfWB schlupfeln. —
2. 'die Arme verschränken'; die Areme schlippe [ WD-Niedkch]. — ElsWB Els. II 470 and. Bed.
 
  
Schlupfer m.:
1. 'Hund, der Fuchs und Dachs aus dem Bau heraustreibt', Jägerspr., Schlupper (lubər) [ KU-Schmittw/O]. —
2. 'Muff' [LA-Venn BZ-Dernb Heeger Nachl.]; Zs.: PfWB Handschlupfer. —
3. 'Nebenraum auf dem Dachspeicher, kleiner Speicher' [ KU-Nerzw KL-Lind O'sulzb]; vgl. PfWB Schluff 1, PfWB Schlupf 5 b. —
4. 'Mann, der den Frauen nachstellt, Schürzenjäger, weibstoller Mann' [ LU-Altr Opp]; Zs.: Unterrockschlupfer. —
5. vgl. die Zs. PfWB Arsch-, PfWB Backmulden-, PfWB Backofen-, PfWB Dach-, PfWB Hosen-, PfWB Ohren-, PfWB Seichloch-, PfWB Schuhschlupfer. — ElsWB Els. II 470.
 
  
Schlüpfer m.:
1. 'Zaunkönig', Schlipper (libər) [ RO-Kalkof]; vgl. Backmulden-, PfWB Backofenschlupfer; Zs.: PfWB Hag(en)-, PfWB Hecken-, PfWB Zaunschlüpfer. —
2. 'Frauenunterhosen', Schlipfer [ LU-Oggh Opp]; vgl. Schlupfhose. — RhWB Rhein. VII 1409/10 Schlüpper.