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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schlunker bis Schlüpf(e)ler (Bd. 5, Sp. 1123 bis 1126)
 
Schlunker, m.
schlunkern, schw.
Schlunk-rech, m.
Schlunze, f. m.
Schlunz, f. m.
schlunzig, Adj.
Schlupf, m.
Schlupf-bändel, m.
Schlupf-brett, n.
Schlüpfchen, n.
Schlupfchens, n.
Schlüpf(e)ler, m.
schlupfeln, schw.
schlüpfeln, schw.
schlupfen, schw.
schlüpfen, schw.
Schlupfer, m.
Schlüpfer, m.
schlüpf(e)rig, Adj.
Schlüpfes, m.
Schlupf-hosen, Pl.
Schlüpfler
Schlupf-loch, n.
schlüpfrig
Schlupf-sack, m.
Schlupf-schurz, m.
Schlupf-steller, m.
Schlupf-wespe, f.
Schlupf-winkel, m.
Schlupf-zieher, m.
schluppchen, schw.
schluppsen, schw.
schlurben
schlurbsen
schluren, schw.
Schlurer, m.
schlürfeln, schw.
Schlurfen, Pl.
schlurfen, schw.
schlürfen, schw.
Schlürfer, m.
Schluri, m.
Schlurian, m.
schlurig
Schlurk, m.
schlurksen, schw.
schlurpchen, schw.
schlurpen, schw.
schlurpsen, schw.
schlürpsen, schw.
Schlurpser, m.
Schlurps-hannes, m.
Schlurz, m.
schlurzen, schw.
Schluß, m.
Schluß-darm, m.
Schlüssel, m.
Schlüssel-acker, m.
Schlüssel-bart, m.
Schlüssel-bein, n.
Schlüssel-blume, f.
Schlüssels-, f.
Schlüsselblumen-tee, m.
Schlüssel-gewanne, f.
Schlüssel-hof, m.
Schlüssel-knochen, m.
Schlüssel-loch, n.
Schlüsselloch-gucker, m.
Schlüssel-ring, m.
Schlüssels-blume
Schlüssel-steige, f.
Schlüssel-stück, n.
Schlüssel-wiese, f.
Schlüssel-wingert, m.
Schlüssel-zange, f.
Schluß-fest, n.
Schluß-gewanne, f.
Schluß-lied, n.
Schluß-prüfung, f.
Schluß-stein, m.
Schluß-verkauf, m.
Schlut, f.
Schlüten, m.
Schlutte, f.
schluttern
schlutzen, schw.
Schlutzer, m.
Schlützer, m.
Schlutzer-läppchen, n.
Schlutzer-lumpen, m.
schlutzern, schw.
schmääßen
Schmach, f.
Schmachheit, f.
Schmach-lappen, m.
schmachten, schw.
schmächterlich, Adj.
schmächtig, Adj.
Schmacht-lappen, m.
Schmacht-locke, f.
   Schlunker m.:
1. 'Schlund, Speiseröhre', beim Vieh, Schlunker (luŋgər) [ KU-Dunzw LA-Bornh], auch 'Speiseröhre des geschlachteten Schweins als Spielzeug der Kinder' [ RO-Als KB-Niefh]; vgl. PfWB Schlunder, PfWB Schlunk 1 a. —
2. 'Aufhängeschlaufe an Kleidungsstücken', [ HB-Medh]; vgl. PfWB Schlinker 1 c. —
3.
a. '(beim Kalben, bei der Brunst) aus der Scheide hängender Schleimstrang bei Kühen' [ PS-Claus Fehrb Leim Windsbg LA-Frankw Ilbh Nd'hochstdt BZ-Dimb Gleisz/Gleishb Klingmst Nd'horb Silz Stein W'rohrb Wilgws]; vgl. PfWB Schlauder 2 c, PfWB Schleiße 2 b, PfWB Schlenker1 2 a. —
b. 'hängender Nasenschleim, Rotznase' [ LA-Siebdg]; vgl. PfWB Ginkel1 1, PfWB Glockenseil 2, PfWB Rotz 1 a, PfWB Rotznase 1, PfWB Schleimer2 1 a, PfWB Schlotte 3. —
c. 'schlenkerndes Anhängsel' [ BZ-Billh]. —
4.
a. 'zusammenhängende Menge; aufgereihte Anzahl von gleichartigen Gegenständen' [ FR-Studh SP-Schiffstdt W'see LA-Nd'hochstdt O'hochstdt GH-Bellh Germh]; vgl. PfWB Hängel 1; Zs.: PfWB Traubenschlunker; e Sch. Perle 'Perlen an einer Schnur' [ FR-Studh Germh]; e Sch. Werscht 'eine Kette Würste, Würste an einer Stange' [ LA-O'hochstdt, Nd'hochstdt GH-Bellh]; e Sch. Wache 'mehrere hintereinandergehängte Wagen' [Germh]. —
b. 'Kinderschar' [ GH-Westh]. —
5.
a. 'alter, nachlässig gehender Mensch' [ KL-Nanzdzw LU-Iggh]. —
b. 'armer, bedauernswerter Mensch' [ KB-Bischh Mauchh]. —
c. 'unsolider, liederlicher Mensch' [ PS-Nünschw]. — Südhess. V 473/74; Els. II 467.
 
  
schlunkern schw.: 'Schleimfäden aussondern', vom Vieh, schlunkere (luŋgərə) [ PS-Bruchw]; vgl. PfWB Schlunker 3 a. Das Vieh schlunkert [ PS-Bruchw]. Südhess. V 474.

[Bd. 5, Sp. 1124]

 
   Schlunk-rech m.: FlN, mda. Schlunkrech [ KU-Odb].
 
 
Schlunze f., Schlunz m.:
1.
a. 'Speiseröhre des geschlachteten Schweins als Spielzeug der Kinder', Schlunz (lunds), f. [Kirchhbol]; vgl. PfWB Schlunder. —
b. 'Hals, Kragen', in der Wend.: am Schlunz (m.) hole 'jemandem am Kragen packen' [PS-Rodalb (Bernhard 163)]. —
2. 'unordentliche Frau', f. [Krämer Gal 257]; Syn. s. PfWB Schlampes 2. — Südhess. V 475; RhWB Rhein. VII 1403; LothWB Lothr. 453; ElsWB Els. II 468; DWB DWb. IX 837/38.
 
 
schlunzig Adj.: 'unordentlich, schlampig', schlunzich [Krämer Gal 257]. Südhess. V 476; RhWB Rhein. VII 1404.
 
  
Schlupf m.:
1. 'Band-, Seilschleife', Schlupp (lub) [mancherorts westl. WPf SWPf mittl. VPf vereinzelt SOPf, Höh 58 Klein Prov. 124 Schneckenburger 28 Thielen 100 Lambert Penns 136], Schlupf (lubf) [ BZ-Schweighf GH-Hagb], Schlopp (lob, lǫb) [verbr. NPf MPf mancherorts übrige Pf, Christmann Kaulb 61 Mang 111 Müller Dietschw 65 Heeger Südostpf. 11 Höh 58, 81 PfId. 125, mancherorts Don Krämer Gal 188 Buch], Schlopf (lǫbf) [ BZ-Kapswey GH-Leimh N'potz]; Pl. Schlipp [ WD-Bub Niedkch HB-Breitft Nd'bexb Schwarzack IB-Herbh], Schlepp [KU-Eschau Herchw Kollw Reipkch Roth HB-Seyw IB-Erfw/Ehling ZW-O'hs Zweibr RO-Duchr Imsw Münchw Gehrw Schiersf KL-Erlb Gimsb Katzw Steinwd Weilb Wörsb PS-H'eischw Nünschw KB-Albish Niefh FR-Albsh LU-Alsh NW-Hardbg LA-Gleisw Herxh Nd'hochstdt BZ-V'weidth PfId. 125]; Dim. Sg. Schleppche [mancherorts WPf], Schlippche [ LA-Gommh], Schlippsche [ HB-Breitft], Schleppel [ PS-Rodalb LU-Alsh NW-Deidh LA-Edk GH-Zeisk], Schlippel [ LA-Gommh], Pl. Schleppelcher [ LU-Alsh], Schleppercher [ RO-Rehborn], Schlepplich [ LA-Kl'fischl]. Im bes.: —
a. 'Schleife im Haar' [verbr., Mang 111]; Zs.: PfWB Haarschlupf. Das Mädche hat e Sch. im Hoor [Wilms Alph. 49]. Kumm, grein net, ich binn (binde) deer aach e Sch. in de Zopp [ Gal-Dornf]. Im Bobbewa(n), un uff sei'm Kopp / e großer, ritzerorer Sch. [Albert Bei uns 44]. Die Buwe, die hän Hietcher uff, / die Mädcher bunte Schlepp [Wilms Land und Lewe 87]. —
b. 'Schleife an Kleidern, Schürzen' [mancherorts]. Die Mantill mit de viele Schlüppcher [Sommer Ich frää mich 76]. AR.: Ääns, zwää, drei, / hicke, hacke, hei, / d' Gäns gehn barfuß, / barfuß gehn se, / hinnerm Oufe stehn se, / hänn roure Reglich (rote Röckchen) aan, / owe sin Schlepplich dran [ LA-Kl'fischl]. —
c. 'Halsschleife, Krawatte' [verbr., Eid 87 Beam Penns 94 Don-Lovrin]; Zs.: PfWB Herüberundhinüberschlupf, PfWB Radauschlüpfchen. De Philipp hat e feine Sch. on [ IB-Ommh]. Der verdient sei Geld met Kraae on Sch., von einem, der sich bei der Arbeit nicht schmutzig machen muß [ WD-Niedkch].

[Bd. 5, Sp. 1125]
Hasche de Erwin memm (mit dem) griene Schleppche (Dim.) in de Kirch gesiehn? [IB-Ensh (Glass 103)]. Die annre Lumpe: Jubbe, Hemd, de Schlopp, die Hos [Kraus Gloori Bagaasch 49]. RA.: Er hot 'n am (im) Sch. 'Er hat ihn gepackt, hat ihn in seiner Gewalt' [Schandein Sprachsch. 60]. —
d. 'Schleife beim Binden der Schnürsenkel' [ RO-Als, mancherorts]. —
2. 'Schlaufe, Schlinge'.
a.
α. 'Schlinge zum Fangen von Wild' [verbr., Don-Tscherwk]; Zs.: PfWB Doppelschlupf, PfWB Rehschlopp; e Sch. aus Perdshoor 'eine Schlinge aus Pferdehaar' (zum Distelfinkfang) [ KU-Herschw/Petth]; Schlepp lee'e (stelle) [KU-Reipkch, verbr.]. Er leet e Sch. [ PS-Schweix]. ... hat Reh un Has gefang met Schlebb [Albert Bei uns 28]. Ende 16. Jh.: wenn man jagen soll ... wan die Schlöpf (Pl.) angebunden oder die Garn ufgericht weren [Friedel 177 (KL-Hoheck)]. —
β. 'Schlinge zum Erhängen', in der Wend.: Er hat sich e Schleppche kauft 'Er hat sich erhängt' [ NW-Hardbg]. —
b. 'angenähte Schlinge am Schuh, Stiefel zum Anziehen' [ IB-Herbh LU-Altr BZ-Barbr]; Syn. s. PfWB Schlinker 1 b. —
c. 'Masche beim Stricken' [lothr. SWPf (Keiper Nachl.) ZW-Lambsbn SP-Harths BZ-Dernb GH-O'lustdt Don-Schowe]; e Sch. falle losse [Don (Steinmetz)]. Sie hot drei Schlepp ze wenich uf de Nodel [ BZ-Dernb]. —
d. 'Ring, Öse am Geschirr der Zugtiere, durch die der Zugstrang geht' [ KU-Adb]; vgl. PfWB Schlaufe 3. —
e. vgl. PfWB Eggenschlupf, PfWB Leuchsenschlopp. —
3. 'Knoten'.
a. 'Knoten beim Anbinden der Reben mit Stroh, Bast' [ NW-Deidh]. —
b. 'Knoten im Strohseil beim Garbenbinden' [W. Klein in Feierowend 15/1965]. —
c. vgl. PfWB Ackerschlupf. —
4. Pl. 'Blätter der Herbstzeitlose' (wegen ihrer Ähnlichkeit mit Bandschleifen?), Schlepp [ NW-Frankeck]; vgl. Rhein. VII 1409 Schlüppe 2bβ. —
5.
a. 'enger Durchgang zwischen zwei Häusern', Schlupf (lubf) [ BZ-Steinf], Schlupp [ZW-Schmitshs PS-Hintwdth BZ-Stein Völkw, Schandein Sprachsch. 248]; vgl. PfWB Schluff 2; Syn. s. PfWB Reuel 1. —
b. 'enger, schräger Dachraum (zwischen Giebelstube und Dach)', Schlupp [ KL-Mackb FR-Albsh]; vgl. PfWB Schluff 1, PfWB Schlupfer.
c. 'Schlupfwinkel, Schlupfloch, Unterschlupf' [mancherorts SOPf]; Zs.: PfWB Katzen-, PfWB Unter-, PfWB Zuschlupf. Der Bu kennt jeden Sch. im ganze Dorf [ BZ-Dernb]. RA.: Er hot sein Sch. dohin 'Er geht gewohnheitsmäßig dorthin' [mancherorts SOPf (Heeger Nachl.)]. a. 1726: Nachdem ahm verwichenen Samstag des Markus fixen 2 Söhne, des glöckners Sohn auf der gassen herum gestrichen Vnd endlich ihren Schlupf bey Cath. Bauerin genommen, allda eine ½ maß wein gefordert [Niedhammer 246]. — Südhess. V 476 Schlupf, 479 Schlupp; RhWB Rhein. VII 1409 Schlupp; LothWB Lothr. 452 Schlopp; ElsWB Els. II 469, ALA II 247.
 
  
Schlupf-bändel m.: 'Hutband mit Schleife', in

[Bd. 5, Sp. 1126]
dem VR.: Hans, Hans, Hans, Hans, / ei du mein liewer Hans-Hans! / Hot e schään Hietel (Hütchen) auf / un e Schloppbändel drauf [ NW-Haßl]. — -brett n.: 'Brett zum Befördern von Weinfässern', Schluppbrett [ LA-Mörzh], -brettel [ LA-Wollmh].
 
  
Schlüpfchen n.:
1. 'unsolide, flatterhafte Person', Schlippche (libχə) [Zweibr (Wilms Alph. 49) LU-Opp]. —
2. 'geriebener Gauner' [ BZ-Dörrb]. — RhWB Rhein. VII 1354 Schlippchen.
 
 
Schlupfchens n.: ein Kinderspiel; Schluppchers spiele [Schandein Sprachsch. 61].
 
  
Schlüpf(e)ler m.: 'wer dem Wild Schlingen stellt, Wilddieb', Schlippler (liblər) [ PS-Schönau FR-Maxd LU-Neuhf NW-Geinsh SP-Heiligst], Schleppeler (lebələr) [KU-Nußb Schmittw/O KL-Mölschb Kaislt KB-Mörsf Kühn Hamet 133], Schleppler (leblər) [mancherorts VPf vereinzelt WPf], Schlepfler (lębflər) [ BZ-Steinf]; Zs.: PfWB Hasenschlüpfler; vgl. PfWB Schlupf 2aα, schlüpfeln.