| Pfälzisches Wörterbuch | ![]() | ||
Schluck bis Schluckser (Bd. 5, Sp. 1114 bis 1117) | |||
Schluck, m. Schlucke, f. Schlücke, f. Schluckel, m. schlucken, schw. schlücken, schw. Schlucker, m. Schlücker, m. schluckern, schw. schlückern Schluck-schluck Schlucksen, m. (n.) Schlücksen, m. (n.) schlucksen, schw. schlücksen, schw. Schluckser, m. Schlückser, m. Schlückser-krampf, m. schlücksern, schw. Schluck-specht, m. schluck-weise, Adv. Schluckzen, m. Schluckzer, m. schluddern, schw. Schluder, f. schluderig, Adj. Schluff, m. Schlüffel, m. schluffen, schw. Schlüffer, m. Schluft, f. Schlumbes schlummen, schw. Schlummer, m. Schlummer-kissen, n. schlummern, schw. Schlummer-rolle, f. Schlump-bank, f. Schlumpe, f. Schlumpen, m. schlumpen, schw. Schlumper, m. Schlumpes, m. schlumpig, Adj. Schlump-pflug, m. Schlund, m. (f.) Schlunder, m. Schlundes, m. Schlunk, m. (f.) schlunk, Adj. Schlunkel, m. Schlunken, m. Schlunker, m. schlunkern, schw. Schlunk-rech, m. Schlunze, f. m. Schlunz, f. m. schlunzig, Adj. Schlupf, m. Schlupf-bändel, m. Schlupf-brett, n. Schlüpfchen, n. Schlupfchens, n. Schlüpf(e)ler, m. schlupfeln, schw. schlüpfeln, schw. schlupfen, schw. schlüpfen, schw. Schlupfer, m. Schlüpfer, m. schlüpf(e)rig, Adj. Schlüpfes, m. Schlupf-hosen, Pl. Schlüpfler Schlupf-loch, n. schlüpfrig Schlupf-sack, m. Schlupf-schurz, m. Schlupf-steller, m. Schlupf-wespe, f. Schlupf-winkel, m. Schlupf-zieher, m. schluppchen, schw. schluppsen, schw. schlurben schlurbsen schluren, schw. Schlurer, m. schlürfeln, schw. Schlurfen, Pl. schlurfen, schw. schlürfen, schw. Schlürfer, m. Schluri, m. Schlurian, m. schlurig Schlurk, m. schlurksen, schw. schlurpchen, schw. schlurpen, schw. | 1. 'Menge, die auf einmal geschluckt wird; der einmalige Schluckvorgang', Schluck (lug) [verbr., Lambert Penns 135 Krä- [Bd. 5, Sp. 1115] mer Gal 188], Pl. Schlick (lig) [verbr.]; Dim. Sg. Schlickche (ligχə) [mancherorts WPf], Schlikkelche (ligəlχə) [mancherorts WPf nördl. u. mittl. VPf], Schlick(e)l (ligəl) [VPf O-PS], Pl. Schlickcher (ligχər) [mancherorts WPf], Schlickelcher (ligəlχər) [mancherorts WPf nördl. u. mittl. VPf], Schlicklich (ligliχ) [mancherorts SOPf], Schlickle (liglə) [mancherorts SOPf SPf]; Zs.: PfWB Gier-, PfWB Kuhschluck; PfWB Madamenschlücke; e Sch. Wasser [verbr.]; e Schlickel Wein [ PS-Gersb]; e guter (ordlicher, kräfdicher) Sch. [LU-Oggh, verbr.]; e Schlickche trinke [ KB-Kriegsf]. Trink noch e Sch.! [ KL-Ottb]. Noch drei Schlick sin in de Flasch [ KL-Fischb]. Ich han e ganz klää Schlickche genumm [ ZW-Battw]. Er nimmt klenne Schlickelcher [ LU-Böhl]. Er nimmt aan Sch. um de anner 'Er trinkt fortwährend' [ KB-Kriegsf]. RA.: Der nemmt e Sch. wie e Kuh 'Er nimmt einen unverschämt großen Schluck' [ KB-Kerzh]. Er hot e Sch. genumme, wo net vun schlechte Eltere war, dass. [Krieger 7]. SprW.: De erscht Sch. is de bescht [ NW-Hardbg]. E Sch. Wasser uf Salat, spart am Dokder en Dukat; e Sch. Wasser uf e Ei, spart zwei [Spey]; Var. s. PfWB Salat 1. Volksmed.: Wer der Schlickser hot, soll sechs Schluck Wasser trinke uhne g'schnauft [Fogel Beliefs Penns Nr. 1527]. — 2. 'Lockruf für Enten'. Schluck, Schluck! [KL-Miesb PS-Fehrb, Schandein Sprachsch. 60]. Schlick, Schlick, Schluck, Schluck! [ KU-Schmittw/O]. Kumm, Schluck, Schluck, Schluck! [ PS-Zesbg]; vgl. PfWB Schlick1 2 a. — Südhess. V 466/67; RhWB Rhein. VII 1384/85; LothWB Lothr. 452; ElsWB Els. II 462. 1. 'Gurgel, Kehle, Schlund', Schluck (lug) [ LU-Limbghf], Schlick (lig) [verbr. NPf WPf, LU-Böhl LA-Wollmh]. Ich hun's an de Sch. 'Ich habe Halsschmerzen, Rachenkatarrh' [ RO-Als]. Hon ich heijt willer (wieder) Pinn 'Schmerzen' in de Sch. [IB-Ensh (Glass 103)]; vgl. PfWB Schlucker 2 a, PfWB Schluckser 2. — 2. 'Rachenzäpfchen' [ KL-Reichb]. — Südhess. V 433, 467; RhWB Rhein. VII 1329; LothWB Lothr. 452; ElsWB Els. II 462 and. Bed. 1. a. 'Speisen, Getränke herunterschlucken, Schluckbewegungen machen', schlucke (lugə) [mancherorts ges. Pf, Henn Mda.-Int. 114 Lambert Penns 135], schlicke (ligə) [verbr., Bertram § 128 Christmann Kaulb 92 Heeger Südostpf. 9 Höh 59, 87 Mang 97 Müller Dietschw 65 Otterstetter 55 mancherorts Don Krämer Gal 188], beide Formen sind oft am gleichen Ort nebeneinander belegt, wobei schlicke die altmda. Form darstellt; Part. Perf. geschluckt, geschlickt (Verbr. wie Inf.); Zs.: PfWB ver-, herunter-, hinab-, PfWB hinunterschlucken; ebbes ganz sch. 'unzerkaut schluk- [Bd. 5, Sp. 1116] ken' [ KU-Bedb]; Arznei sch. [ LU-Altr]. Schlick's erunner! [ ZW-Battw]. Muscht de huuschte oder hascht de Schnubbe, / do, zeh Trobbe in dei Bier ... un schlick's [Kraus Arwed 46]. Er schlickt un schlickt un bringt's net nunner [Krämer Gal 188]. Der läßt e Schoppe erunnerlääfe, uhne se sch. [ RO-Als]. RA. u. Vergl.: Er schluckt wie e Ent 'Er trinkt viel' [ LA-Wollmh]. Der frißt wie e Hund un schlickt wie e Wolf [ RO-Rehborn]. Du hoscht enner geschluckt 'Du hast gelogen' [ LU-Friesh]. Du hoscht schun lang kään Backezähn mäh g'schlickt! (Drohung) [ ZW-L'wied, mancherorts]. Fer was hammer noo die Krott g'schluckt? 'Wozu war das Ganze nun gut?' [ Don-Gottlob]. An dem Bisse hot er se sch. 'An dieser Angelegenheit hat er schwer zu tragen' [ NW-Kallstdt]. Do kann er dran sch., so lang er lebt, dass. [ NW-Hardbg]. — b. 'Schluckauf haben', schlicke [mancherorts ges. Pf, Gal-Dornf], auch subst.; vgl. PfWB glucksen 2 a, PfWB schlucksen 2 a. — c. 'schluchzen', schlicke [IB-Ensh (Glass 103)]. — 2. übertr. a. 'in sich aufnehmen, aufsaugen, sich einverleiben' [vereinzelt]; e bloo Bohn sch. 'eine Kugel abbekommen, sich erschießen' [ KU-Schmittw/O]. Die Dampnudle schlucke viel Brih [Heeger Nachl.]. De Modor schluckt zu viel Benzin [Kaislt]. — b. 'etwas (widerwillig) akzeptieren, hinnehmen, erdulden' [mancherorts]. Ich häb scho genuch sch. misse [ BZ-Albw]. Er hat schun viel sch. misse [ LU-Friesh]. Se muß manches sch. un derf net mucke [ BZ-Dierb]. — c. 'etwas geistig erfassen, lernen' [vereinzelt]. Er hat's geschlickt 'Er hat den zu lernenden Stoff begriffen' [ KU-Ehw]. — Südhess. V 433, 467; RhWB Rhein. VII 1327/28, 1383/84; LothWB Lothr. 450, 452, ALLG I 80; ElsWB Els. II 462. 1. 'wer (gierig, viel) schluckt', Schlucker (lugər) [ KU-Schmittw/O]; Zs.: Brocken-, PfWB Schoppenschlücker. — 2. a. 'Gurgelknopf, Gurgel, Kehle', Schlucker [Lambert Penns 135 Beam Penns 94 Danner Penns 45], Schlicker (ligər) [ RO-Dielkch KB-Kerzh FR-Tiefth NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Schlucke 1, PfWB Schluckser. Er hot's am Sch. 'Er hat eine Halskrankheit' [ KB-Kerzh]. RA.: Mer meent, der hätt ken Sch. in de Gorjel, von einem starken Trinker [ NW-Kallstdt]. — b. 'Gaumenzäpfchen', Schlicker [ KU-Adb RO-Gundw KB-Göllh]; vgl. PfWB Schlucke 2. — c. 'Schluckauf' [ KU-Schmittw/O]; Syn. s. PfWB Schluckser 1 a und K. 334. — 3. a. 'mittelloser, armer, bedauernswerter Mensch', nur in der Wend.: armer Schlucker [verbr., Krämer Gal 188]; vgl. PfWB Schlocker 2aβ. Das isch en armer Sch. [ LA-Gommh]. — b. vgl. PfWB Zahnschlücker. — Südhess. V 433/34, 468; RhWB Rhein. VII 1329, 1385; Lothr. 425/26; ElsWB Els. II 462. 1. 'häufig, wiederholt trinken', schluckere (lugərə) [ FR-A'lein]. Er schlukkert gern [ FR-A'lein]. — 2. 'immer schwächer, hinfälliger werden' [ KU-Herchw]; vgl. [Bd. 5, Sp. 1117] PfWB schlockern 2 a. 1. 'Schluchzer', Schlickse [Kühn Hamet 133]. — 2. 'Schluckauf', Schluckse (lugsə) [verbr. Mittelteil westl. WPf vereinzelt übrige Pf], Schlickse (ligsə) [verbr. nördl. WPf NPf, Henn Mda.-Int. 44 PfId. 125 Thielen 99 Journ. 4.1787 215]; Gen. m. vorherrschend, Gen. n. vereinzelt; Syn. s. PfWB Schluckser 1 a und K. 334; Eichhoff WA 5. Er hot de Sch. [ KB-Kerzh]. Haschde de Sch.? [ KL-Reichb]. Spruch zur Vertreibung des Schluckaufs: Schlickse, fillerikse iwwer de Rhein / dort soll mei Schlickse sein [ KU-Diedk]. 1. 'schluchzend weinen', schluckse (lugsə) [KU-Brück Herschw/ Petth Schmittw/O RO-Obd PS-Gersb Schmalbg NW-Elmst Land BZ-Albw Dernb Don-Lenauheim Rußl-Alexanderfeld], schlickse (ligsə) [ Don-Schowe]. — 2. a. 'den Schluckauf haben', schluckse [vereinzelt WPf SOPf], schlickse [mancherorts nördl. WPf NPf, PfId. 125 Krämer Gal 188]; auch subst., vgl. PfWB Schlucksen 2. Er dut schun sch., als Zeichen der eintretenden Trunkenheit [ KL-Fischb]. — b. 'laut rülpsen, aus dem Magen aufstoßen lassen', schluckse [ IB-Ballw PS-Erfw], schlickse [ KU-Albess]; vgl. PfWB aufstoßen 7, PfWB rülpsen 1. — Südhess. V 434, 468; RhWB Rhein. VII 1330, 1386; LothWB Lothr. 453. 1. a. 'Schluckauf', Schluckser (lugsər) [verbr. mittl. u. westl. WPf mancherorts mittl. VPf SOPf vereinzelt NOPf, Glass 104 Wilms Alph. 49 Lambert Penns 135 Don-Lenauheim], Schlickser (ligser) [verbr. NOPf mancherorts mittl. VPf vereinzelt MPf NWPf, Müller Dietschw 65 Lambert Penns 135 Don-Schowe Tscherwk Werb Krämer Gal 188]; vgl. K. 334; Eichhoff WA 5; Syn.: PfWB Pips 2 a, PfWB Gluckser 3, PfWB Schluchzer, PfWB Schlucker 2 c, PfWB Schlucksen 2, PfWB Schluckzen, PfWB Schluckzer, PfWB Schuckser, daneben auch verbativ, vgl. PfWB glucksen 2 a, PfWB schlucken 1 b, PfWB schlucksen, PfWB schlücksen 2 a, PfWB schlücksern. Er hat de Sch. [ KU-Diedk, mancherorts]. RA.: de Sch. krie (hawwe) '(wirtschaftliche) Schwierigkeiten bekommen (haben); Bankrott machen' [ LU-Friesh NW-Kallstdt]. Mittel gegen Schluckauf: Trink e Schluck, dann vergeht der de Sch. [ KL-Fischb]. Halt die Ohre zu un trink e Schluck Wasser [ PS-Erfw]. Wannd der Sch. hoscht, setz dich uf en Stuhl, stell en Glas Wasser newich dich, du wenich Wasser in die Ohre mit de kleene Finger un halt sie drin bis du 's Wasser all getrunke hoscht [Fogel Beliefs Penns Nr. 1425]. Des wu der Sch. hot, soll denke, wer 's neekscht zum g'hockt hot in der Kerich, 's letscht mol as Kerich war [ebd. Nr. 1530]. Wammer de Sch. hot, [Bd. 5, Sp. 1118] soll mer sich vorbicke, so as die Händ uf der Bodem reeche, un dreimol sache: O Schlickser, ich wott (wollte), du wärscht in meim Arsch [ebd. Nr. 1478]. Brauchsprüche (VR.) zum Vertreiben des Schluckaufs: Schluckser, Baruckser, flieg iwwer de Rhein / un loß den Schluckser Baruckser sein, dabei muß der Atem angehalten werden [ LU-Friesh]. Man schlägt einem Kind, das den Schluckauf hat, leicht auf den Rücken und spricht dabei: Schlickser - Bickser, fahr iwwer de Rickser, fahr iwwer de Rhein und loß de Schlickser Bickser sein [Krämer Gal 188]. Schlickser, flie iwwer Rickse (vgl. PfWB Ricksheim), / flie iwwer de Rhein, / bis morje muscht eweg sein [ KB-Eisbg]. Schluckser, Willerwuckser, / fahr iwer de Ruckser, / fahr iwer de Rhein! / Schluckser, Willerwuckser, / sollscht beim Deiwel sein! [NW-Dürkh (Heeger Vhk. 22)]. — b. 'einmaliges (hörbares) Aufschluchzen, Schluchzer', Schluckser [ BZ-Dierb, vereinzelt]. — c. 'Person, die schluchzend weint' [ KU-Schmittw/O]. — 2. 'Gurgelknopf, Gurgel, Kehle', Schlickser [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Schlucke 1, PfWB Schlucker 2. Er hots am Sch. 'Er hat einen wehen, entzündeten Hals' [ebd.]. — 3. 'Saugläppchen, -beutel der kleinen Kinder', Schluckser [ZW-Stamb PS-Hengsbg]; vgl. PfWB Nuddel, PfWB Schnuller. — Südhess. V 434 Schlickser; RhWB Rhein. VII 1330 Schlickser(t), 1386 Schluckser(t); LothWB Lothr. 453; ElsWB Els. II 462, ALA 230.
| ||
| © 2002—2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ![]() | ||