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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schloß bis Schloßen-klopfer (Bd. 5, Sp. 1103 bis 1106)
 
Schloß, n.
Schloß-äcker, Pl.
Schloß-berg, m.
Schloß-brücke, f.
Schloß-brunnen, m.
Schloße, f.
Schloß-eck, f.
schloßeln, schw.
schloßen, schw.
Schloßen-gewitter, n.
Schloßen-klopfer, m.
Schloßen-korn, n.
Schloßen-schlag, m.
Schloßen-sturm, m.
Schloßen-tabak, m.
Schloßen-tag, m.
schloßen-weiß, Adj.
Schloßen-wetter, n.
Schloßen-wolke, f.
Schlosser, m.
Schlösser, m.
Schlosser-flöhe, Pl.
Schlössert, Gen.?
Schloß-fels, m.
Schloß-flur, m.
Schloß-garten, m.
Schloß-gasse, f.
Schloß-graben, m.
Schloß-gürtel, m.
Schloß-gut, n.
schloß-haft, Adj.
Schloß-hof, m.
Schloß-höhe, f.
Schloß-hund, m.
Schloß-kammer, f.
Schloß-keller, m.
Schloß-kirsche, f.
Schloß-kopf, m.
Schloß-kummet, n.
Schloß-platz, m.
Schloß-straße, f.
Schloß-wald, m.
Schloß-weg, m.
Schloß-wiese, f.
Schlot, m.
Schlot-barone, Pl.
schlottchen, schw.
schlottchern, schw.
Schlotte, f.
Schlottel, m.
Schlottel-faß, n.
schlottel-fett, Adj.
schlottelig, Adj.
schlotteln, schw.
Schlotten-bach
Schlotten-kuchen, m.
Schlotten-schisser, m.
Schlotter, f.
Schlotter-bauch, m.
schlotter-beinig, Adj.
Schlotteres, m.
Schlotter-faß, n.
schlotter-fett, Adj.
Schlotter-fuß, m.
Schlotter-hals, m.
Schlotter-handwerk, n.
schlotterig, Adj.
Schlotter-krug, m.
schlottern, schw.
Schlotter-nase, f.
schlotter-näsig, Adj.
Schlotter-tal, n.
schlotzen
Schlowel, m.
Schlucht, f.
schluchzen, schw.
Schluchzer, m.
Schluck, m.
Schlucke, f.
Schlücke, f.
Schluckel, m.
schlucken, schw.
schlücken, schw.
Schlucker, m.
Schlücker, m.
schluckern, schw.
schlückern
Schluck-schluck
Schlucksen, m.  (n.)
Schlücksen, m.  (n.)
schlucksen, schw.
schlücksen, schw.
Schluckser, m.
Schlückser, m.
Schlückser-krampf, m.
schlücksern, schw.
Schluck-specht, m.
schluck-weise, Adv.
Schluckzen, m.
Schluckzer, m.
   Schloß n.:
1.
a. 'Vorrichtung zum Verschließen', Schloß (lǫs) [verbr., Christmann Kaulb 16 Mang 124 Müller Dietschw 65 Schneckenburger 25 Lambert Penns 135 Krämer Gal 188], Pl. Schlesser [verbr., Christmann Kaulb 21]; Dim. Sg. Schleßche, Schleßje [WPf], Schlessi [mancherorts äußerste NWPf], Schlessel [VPf]; Pl. Schleßjer [mancherorts WPf], Schleßlich [mancherorts SOPf], Schleßle [mancherorts VPf]; Zs.: PfWB Baskülen-, PfWB Türen-, PfWB Fenster-, PfWB Häng-, PfWB Mal-, PfWB Schnappschloß; 's Sch. in de Deer [Krämer Gal 188]; e Sch. ufbreche [ PS-Schmalbg]. Dabber will ich 's Sch. ufbringe [Schandein Ged. 29]. RA.: hinner Sch. un Riegel 'im Gefängnis' [LU-Opp, verbr.]. Dem geheert e Sch. ans Maul, von einem Schwätzer [ KU-A'glan]. VR.: An meim Arsch is aach koo Sch. / kannscht mich lecke, wann ich loß [ Gal-Bagbg]. a. 1537: Ein Damasten koller Schwartz vnd golltgeel mit schwartzen Samat belegt vnd mit zweien schlossen [SpeyTreudInv.]. a. 1566-87: dem Schlosser von Anueyler von den Schlossen zu machen geben [SSp Kirchenrechnungen Nr. 63 BZ-Wernbg]. —
b.
α. 'Vorrichtung zum Befestigen des Sensenblattes am Sensenwurf' [mancherorts];

[Bd. 5, Sp. 1104]
Zs.: PfWB Sensenschloß. —
β. vgl. PfWB Sechschloß. —
c. 'Kopplungsstelle von Balken 2 e und PfWB Stiefel im Kammert [LA-Essing Rhodt (Scharff 159)]. —
d. 'Verschlußvorrichtung mit Patronenteil an Feuerwaffen', veralt. [vereinzelt, Beam Penns 94]; Zs.: PfWB Feuer- 1, PfWB Geschloß.
e.'Scheide, Geschlechtsteil der Kuh' [ GH-Leimh Neubg]; vgl. PfWB Schluß 1aα. —
2. 'prächtiges oder befestigtes herrschaftliches Bauwerk, Residenz, Palast, Burg' [verbr.]; Zs.: PfWB Hagen-, PfWB Luftschloß; als FlN, Burgenname vgl. Bed. 3; 's Dernbacher Sch. 'die Burgruine Scharfeneck' [ BZ-Dernb]; 's Eschbacher Sch. 'Die Ruine der Madenburg' [ LA-Eschb]; 's Hambacher Sch. 'die Kästenburg' [ NW-Hamb]; 's Merzalwer Sch. 'die Ruine Gräfenstein' [ PS-Merzalb]; die Dahner Schlesser 'die Ruinen der nebeneinander liegenden Burgen Altdahn, Grafendahn, Tannstein' [ PS-Dahn]. Un' 's Frääle kummt zum Sch. eraus [Schandein Ged. 160]. Do war im Heidelberger Schloß / E Mädche, hibsch als wie e Ros' [Münch Werke I 119]. RA.: Der baut Schlesser in de Luft, von einem Träumer [ GH-Vollmw]. VR. (Kniereiterreim): Troß, troß, troß, / dort owe steht e Sch. / Dort owwe steht e Boppehaus, / gucken drei Boppe raus. / Die eent spinnt Seide, die anner wickelt Weide, die dritt macht e rode Rock / for de alde Zoddelbock [ Gal-Dornf, in Var. mancherorts]; weitere Var. u. VR. s. PfWB Herrenhaus, PfWB Herrgott 1 a, PfWB hoppe, PfWB hotte, PfWB Jungfer 1 a, PfWB kleinwunzig, PfWB Madam 1 a, PfWB Meile, PfWB reiten 1 a, PfWB Roß, PfWB Sachsen, PfWB Saft 1, Sal, PfWB Seide 1. a. 1409: die über das obgenannt Sloß sagent [LeinArch. Burgfriedensbrief Veste Diemerstein]. a. 1599: hinter dem Schloß vor der Oberpfortten gelegen [StArch. KU-Wolfst Stadtbuch]. a. 1619: Volgen nuhn die gütter so zu solchem Schloß gehörig [SLgb. Winzingen Bl. 5]. a. 1681: der Berg ... auf welchem vor Zeiten ein Schloß gelegen, Heidelsburg genannt [PfW 1915 252 (PS-W'fischb)]. —
3.
a. FlN, amtl. Am (Auf dem, Im, Hinterm, Beim usw.) Schloß [ KU-Herschw/Petth Lauteck PS-H'einöd FR-Bockh NW-Deidh], Hinterm Schlößchen, Dim. [ KB-Stett]. a. 1658: Vom alten schloß ahn biß ahn den waldt [GdArch. KL-Ottbg Gewannenbuch S. 40]. a. 1754: hinterm Schloß aufm seß [Kurpf. A. 213/33 b (Kaislt)]. —
b. Name einer Burgruine bei Klingmst, amtl. Schlössel, Dim. [Pfalzatlas I K. 48]; auch Namensgrundwort in Altschloß (bei PS-Eppbn), Heidenschlößchen (bei NW-Gimmdg), Paulinerschloß (Bergz) und Steinenschloß (bei PS-Th'eischw); vgl. auch Bed. 2. — Südhess. V 458; RhWB Rhein. VII 1371; LothWB Lothr. 452; ElsWB Els. II 474.
 
  
Schloß-äcker Pl.: FlN, amtl. Schloßäcker [ KU-Wolfst NW-Deidh Haardt]. — -berg m.:
1. Name einer Burgruine bei KB-Rams, amtl. Schloßberg [Pfalzatlas I K. 48]. —
2. FlN, amtl. Schloßberg [KU-Altkch Wolfst RO-Altbbg Bayf/Steckw Ebbg

[Bd. 5, Sp. 1105]
O'mosch KL-Hoheck Kaislt Landstl Ottbg PS-H'einöd KB-Orb Rams FR-Saush NW-Haardt Hamb Hardbg Lambr Niedkch Ruppbg Wachh LA-Burrw Mart BZ-Böllbn Klingmst Pleisw]. Einen VR. s. PfWB Ramberg. Südhess. V 459. — -brücke f.: FlN, amtl. Schloßbrücke [PS-Herschbg Zink Kaislt 305]. — -brunnen m.: FlN, amtl. Schloßbrunnen [KL-Gerhbn BZ-Klingmst Zink Kaislt 259]. Volksgl.: In dem Sch. bei der Burg Landeck halten sich angeblich die Kinder vor der Geburt auf [F. Heeger in Feierowend 37/1966].
 
  
Schloße f.: 'Hagelkorn', Schloß (lōs) [verbr. (jedoch im Sg. wenig gebr.), Schandein Ged. 248 Lambert Penns 135 Krämer Gal 188], meist nur im Pl. Schloße (lōsə) 'Hagelkörner', auch 'Hagel allgemein' [verbr., Christmann Kaulb 18 Glass 104 Heeger Südostpf. 18 Mang 123, 153 Müller Dietschw 65 Schneckenburger 59], Schlouße (lǫusə) [WD-Niedkch ZW-Wiesb PS-Hintwdth LU-Altr NW-Geinsh Ruppbg LA-Altd Birkw Gommh Impfl Mörzh Nd'hochstdt Rhodt Roschb Venn BZ-Albw Dierb Eußth Gleisz/gleishb Silz Stein GH-Hatzbühl Kuhdt Nd'lustdt Schwegh Zeisk, Heeger Südostpf. 18 Höh 56, auch Don Gal Buch], Schlauße (lausə) [ GH-Leimh], Schluße (lūsə) [ RO-Duchr Rehbn]; bisweilen werden bei Hagel, Kiesel 2 und Schloßen am gleichen Ort Unterschiede gemacht, die sich auf die Größe der Eiskörner beziehen; so sind Schloßen meist größere Eiskörner als Kiesel [ FR-Bockh LU-Schauh]. Die Schloße han alles verschlaa [KL-Wörsb, verbr.]. Do hun die Schloße awwer arig gehaust [ KB-Kriegsf]. Die Schloße hen d' Frucht ('s Obs, de Duwwack) verschlache [ GH-Kand, mancherorts]. De Duwwack hot die Kränk, die Schloße hen en ganz verschlagge [ NW-Haßl]. Die Schloße ware so dick wie Hinkelseier (Dauweeier, Hasselniß, Klicker, Erbse) [KL-Reichb, verbr.]. Wierisch baubst de Wind vor m'Haus, / Schloße rabbele in Gasse [Kraus Pädcher 12]. RA.: so weiß wie Schloße [Kühn Hamet 13, 48]. Mer maant, die Schloße hädden en verschlaa, von einem, der enttäuscht, traurig, mißmutig dreinschaut [ KB-Albish, mancherorts]. Der sieht aus, wie wann en die Schloße verschlaa härre, dass. [ KL-Reichb]. Mer määnt, dem hädden die Schloße 's Korn verschlaae [ KB-Kerzh]. BR.: Wann e Gewidder iwer de Hahne (ein Berg) kummt, gibt's Schloße [ IB-Gersh]. 's Gebirch werd geel, 's gitt Schlouße [ GH-Hatzbühl]. Volksmed.: Die erscht Schloß, as mer sehnt (die man sieht) nochdem as en Kind uf die Welt kummt, soll merm Kind fiedre, no krigts ken Gichtre [Fogel Beliefs Penns Nr. 1768]. Mer krigt ken Fiewer wammer Schloße eßt [ebd. Nr. 1459, auch PennsDeitschEck 13. 8. 1938]. VR.: Rechewerrer, Schlouße, / die Buwe hän kään House, / die Märe hän kään Reck, / die stinken wie die Beck [ BZ-Albw]. 's kummen Schloße, 's

[Bd. 5, Sp. 1106]
kummen Schlouße / un klobben unsere House. / Wääßt aach was, / wanns rechent, werd's naß [ LA-Nd'hochstdt]. a. 1787: Auf Jakobus Tag fielen in unserer ganzen Gemarkung Schloßen [Franz 17 (LA-Mart)]. — Mhd. slôze 'Hagelkorn' ( Lexer Lexer II 988). — Südhess. V 459/60; RhWB Rhein. VII 1374/75; LothWB Lothr. 452; ElsWB Els. II 474.
 
  
Schloß-eck f.: Name einer Burgruine, amtl. Schloßeck [ NW-Hardbg].
 
  
schloßeln schw.:
1. 'leicht hageln'. Es schloßelt [ NW-Frankeck]. —
2. 'fein regnen bei Tauwetter' [ NW-Elmst]. Abl. zu PfWB schloßen.
 
  
schloßen schw.:
1. 'hageln', schloße (lōsə) [verbr., Heeger Südostpf. 18 Lambert Penns 135 mancherorts Don Krämer Gal 188], schlouße (lǫusə) [WD-Niedkch HB-Kirrbg PS-Hintwdth LU-Altr NW-Geinsh LA-Altd Birkw Mörzh Gommh Roschb BZ-Albw Dierb Stein GH-Hatzbühl Kuhdt Nd'lustdt Schwegh, Heeger Südostpf. 18 Höh 56], schlauße (lausə) [ GH-Leimh]; Part. Perf. g(e)schloßt (gəlōsd, glōsd) [verbr.], g'schloußt (glǫusd) [mancherorts SOPf]; vgl. PfWB hageln, PfWB kieseln; Zs.: PfWB verschloßen. Es schloßt [KL-Einsdhf, verbr.]. 's schloßt, was 's kann 'Es hagelt stark' [ FR-Tiefth]. Wann 's norre net schloßt! [ LU-Alsh]. 's hot geschloßt [ GH-Kand]. Hejt brennt die Sonn, / schon morje schlooßt s'Gewitter [Kraus Arwed 11]. —
2.
a. 'fein regnen bei Tauwetter' [ SP-Mechth]. —
b. 'auftauen (bei Tauwetter)' [ RO-Gehrw PS-Fehrb Rodalb KB-Harxh FR-Carlsbg Tiefth NW-Erph]; vgl. PfWB auftauen. — Südhess. V 460; RhWB Rhein. VII 1375/76; LothWB Lothr. 452; ElsWB Els. II 474/75, ALA II 284.
 
  
Schloßen-gewitter n.: 'Gewitter mit Hagel', Schloßegewidder [ BZ-Gossw], -gewirrer [LA-Impfl], Schloußeg'widder [ GH-Hatzbühl]. — -klopfer m.: 'Aufschneider', -klopper [IB-Ensh (Glass 104)]. RhWB Rhein. VII 1375. —