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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Schläppel-schuh bis Schlappen-macher (Bd. 5, Sp. 1031 bis 1034)
 
Schläppel-schuh, m.
Schlappen, m.
schlappen, schw.
Schlappen-adam, m.
Schlappen-deckel, m.
Schlappen-flicker
Schlappen-gusche, f.
Schlappen-kraut, n.
Schlappen-kukumer, f.
Schlappen-land, n.
Schlappen-macher, Pl.
Schlappen-mann, m.
Schlappen-mensch, n.
Schlappen-mutter, f.
Schlappen-preußen, Pl.
Schlappen-schisser, Pl.
Schlappen-seicher, m.
Schlappen-stadt, f.
Schlappen-vater, m.
Schlapper1, m.
Schlapper2
Schläpper1, f.
Schläpper2, m.
Schlapper-backen, m.
Schlapperes, m.
schlapper-fett, Adj.
schlapp(e)rig, Adj.
Schlapper-kamm, m.
Schlapper-käthe, f.
Schlapper-kraut, n.
Schlapper-lappen, m.
schlappern, schw.
schläppern, schw.
Schlapper-quetsche, f.
Schlapper-tasche, f.
Schlapper-täsche, f.
Schlappes, m.
schlapp-füßig, Adj.
Schlapp-gosche
Schlapp-grete, f.
Schlapp-gusche, f.
Schlapp-hannes, m.
Schlapp-horn, n.
Schlapp-hut, m.
Schlapphuts-hecke, f.
schlappig, Adj.
schläppig, Adj.
Schlapp-kopf, m.
Schlapp-kreite, f.
Schlapp-kübel, m.
Schlapp-madam, f.
Schlapp-mamsell, f.
Schlapp-maul, n.
schlapp-maulig, Adj.
schlapp-mäulig, Adj.
Schlapp-ohr, n.
schlapp-ohrig, Adj.
Schlapp-peter, m.
Schlapp-rose, f.
Schlapp-sack, m.
Schlapp-sau, f.
Schlapp-schisser, m.
Schlapp-schnute, f.
Schlapp-schuh, m.
Schlapp-schwanz, m.
Schlappsel, n.
schlappsen, schw.
Schlapp-sibylle, f.
Schlapp-susel, f.
Schlaraffe, f.
Schlaraffel, f.
Schlaraffel(s)-gesicht
schlaraffen, schw.
Schlaraffen-gesicht, n.
schlaranten
schlarbsen
schlärbsen
schlarfen
Schlärr-auge, n.
Schlärre, f.
Schlarren, m.
schlärren, schw.
Schlärr-hölzer, Pl.
Schlärr-maul, n.
Schlätzel
schlau, Adj.
schläu, Adj.
Schlau-berger, m.
Schlau-buckel, m.
Schlauch, m.
schlauchen, schw.
schläuchen, schw.
Schlauch-führer, m.
Schlauch-hahnen, m.
Schlauch-zapfen, m.
Schlauchzapfen-loch, n.
schlaudeln, schw.
Schlauder, f.  (m.)
Schlauder-faß, n.
Schläuder-, n.
  Schläppel-schuh m.: = PfWB Schlappschuh, in dem VR.: (Sommertagslied): Mohrekönig heiß ich, / schwarz bin ich, das weiß ich. / Schläppelschuh (Pl.) trag ich, / hundert Gulde mag ich [NW-Hamb (Carl Pfalz im Jahr 108)]; vgl. PfWB Mohrenkönig.
 
  
Schlappen m.:
1.
a. 'Hausschuh, Pantoffel', meist ohne oder mit herabgetretenem Fersenteil, Schlappe (labə) [verbr., Glass 103 Müller Dietschw 64 Schneckenburger 42 Thielen 98 PfId. 123 Krämer Gal 186 Don-Schowe Torscha Tscherwk], Pl. wie Sg.; Dim. Schläppche [WPf], Schläppelche [mancherorts mittl. WPf, vereinzelt übrige Pf], Schläppel [mittl. u. südl. VPf O-PS], Pl. Schläppcher, Schläppelcher [WPf NOPf], Schläpple, Schläpp(e)lich [mancherorts SOPf]; vgl. PfWB Schlappschuh; Zs.: PfWB Haus-, PfWB Salband-, PfWB Turnschlappen. Hol mein Schlappe! [ BZ-Dernb]. Ball heert ma(n) 'ne uf leise Schlappe die dunkel Trepp enunner tappe [Albert Bei uns 25]. Von ejskalte Quante die Schuh / un, hopp, in die Schlappe [Kraus Pädcher 56]. Ich schlag der de Sch. uf die Gosch, daß e Läll 'dicke Lippe' kriegscht! [ NW-Frankeck]. RA.: e Maul wie e Sch., von einem breiten, häßlichen Mund [ ZW-Marthh SP-Harths GH-Westh]; in die Schlappe

[Bd. 5, Sp. 1032]
kumme 'wirtschaftlich zugrundegehen' [ NW-Geinsh]; ääm die Schlappe austrere (austreten) 'jemandem die Geliebte abspenstig machen' [ WD-Niedkch]. Sie hat ne unnerm Sch., von einer Ehefrau, die ihren Mann beherrscht [ Don-Gottlob Tscherwk]. Sie (Er) hat e Sch. verlore 'Sie (Er) hat ein uneheliches Kind' [ ZW-Krähbg]. Dem werd de Sch. unnerm Bett stierig, von einem, der unverdientes Glück hat, dem alles zum Besten gereicht [Kleeberger 102 Hebel 23]. Do meent mer grad, mer mißt Schlappe kotze, un wann mer gar ke Ledder g'freß hat [ Don-Gottlob]. Der Sch. soll dich treffe! Verwünschung (verhüllend für Schlag 2 d α) [mancherorts Don Gal]. SprW.: E Hullwell (s. PfWB Hudelwelle 2 b) isch dausendnett wie de Evegret ehr Schlappe, d. h. es ist besser, eine Frau mit Schwächen, die man kennt, zu heiraten, als eine Frau von auswärts, von der man nicht weiß, woran man ist [SPf (Wilde Notizen)]. Volksbr.: Schlappe werfe: Die Haustochter wirft ihren Sch. rückwärts über den Kopf. Zeigt die Spitze zu ihr, bleibt sie noch ein Jahr bei den Eltern. Zeigt die Spitze zur Tür, heiratet sie im nächsten Jahr [Carl Pfalz im Jahr 22 Stoll 36, 210]. Einfältige und Dumme schickt man Schlappe bettle [ NW-Hamb]. VR.: Ringle, Ringle, Rosenkranz / Mädchen gehst du mit zum Tanz? / Nein, ich hab kein Schuh! / Tu deim Vater sei Schläppcher an un tanz die Löcher zu [ HB-Bexb], Var. s. PfWB Apollonia 1, PfWB Tanz 1 a, PfWB Elisabeth 1 a; einen weiteren VR. s. PfWB Mutter 1 a. —
b. 'ausgetretener, alter Schuh', auch 'Schuh allgemein', häufig in abschätzigem Gebrauch [verbr.]; Bermesenser Schlappe 'Schuhe aus Pirmasens' [ KL-Reichb, mancherorts]. Die alde Schlappe kannsche nur noch in de Garde anziehe [Kaislt]. RA.: Er springt (laaft), daß er d' Schlappe verliert [LA-Gommh, verbr.]. Ich schlon dich, daß de die Schlappe verleerscht! Drohung [Thielen So rerre mer 108]. Der hat se kriet (Schläge), daß die Schlappe gefloo sin [Zweibr]. 's batt alles nix, un wann er die Hosse un Schlappe verliert [ NW-Hardbg]. SprW.: Aus Schuh wern Schlappe, mer muß sein alde Schulde berappe [ BZ-Dierb]. —
c. 'Holzschuh' [ LU-Altr]; Zs.: PfWB Holzschlappen. —
d. 'Klaue, Huf des Rindviehs', bes. bei langgewachsenen Klauen [PS-Heltbg LU-Altr LA-Impfl]; Zs.: PfWB Kuhschlappen 2. Die Kuh hot Schlappe [ LU-Alsh]. —
e. 'großer Fuß', scherzh. [ NW-Kallstdt]. —
2.
a. 'Klotz der Bremsvorrichtung am Wagen' [IB-Bliesmg/Bolch Ensh NW-Geinsh LA-Essing Klein Wag. 109]; vgl. Mechanikklotz; Zs.: PfWB Radschlappen. —
b.
α. 'länglicher, flacher Klumpen; Fladen, Scholle' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Kuh- 1, PfWB Mistschlappen; e Sch. Mischt 'Mistfladen' [KU-Elschb Krämer Gal 186]; e Schlappe Zunner 'ein Zunderstück, das man früher (vor 1930) beim Kauf von Tabak geschenkt bekam' [ KU-Schmittw/O]; Schlappe

[Bd. 5, Sp. 1033]
fahre 'auf Eisschollen fahren' [Kaislt]. —
β. 'große Weinbeertraube' in der RA.: e Schlappe wie e Schlodderkrugg [ LA-Wollmh]. —
c. 'Fettschicht auf der gekochten Milch' [ LA-Göckling]; vgl. PfWB Schlampen, PfWB Schlampes 1 b, PfWB Schlappes 6. —
d. 'Traglast Gras in einem Tuch oder Sack' [NW-Appth (Bertram § 293)]; vgl. PfWB Schleppe 2. —
e. 'Akelei (Aquilegia vulgaris)', nur Dim. Schläppche [ HB-N'alth]; wie PfWB Herrgottsschuh 1 a nach der Form der Blüten benannt; Syn. s. PfWB Glockenblume 1. —
3.
a. = PfWB Feigling [mancherorts SOPf PS-Münchw FR-Lambsh]. —
b. 'nachlässiger, unordentlicher, verwahrloster, träger Mensch' [LA-Essing Mörzh BZ-Barbr Kap/ Drusw GH-Berg Hay Kand Max'au Mindlach Minf Neubg Nd'lustdt Kamm 57]; Syn. s. PfWB Schlampes 2. —
c. 'Mannsperson, die sich ungebührlich benimmt' [ BZ-Billh GH-Kand]; Syn. s. PfWB Rüpel 1. —
d. 'schlechtes Pferd'. Das isch en Sch. vun em Gaul [ GH-Kand]. —
e. im Spiel Schlappe hat de Hut (Schuh) verlor [Kaislt, KL-Reichb], ein Pfänderspiel, bei dem die Spieler einen imaginären Hut (Schuh) an ihre durchnumerierten Mitspieler verbal weitergeben, wobei folgende Formel einzuhalten ist: Schlappe hat de Hut verlor, NN (eigene Nummer) hat en net, NN (Nummer eines anderen Mitspielers) hat en. Der so mit seiner Nummer aufgerufene Mitspieler muß nun den imaginären Hut (Schuh) mit der gleichen Formel weitergeben. Wer einen Fehler macht, gibt ein Pfand [Kaislt]. —
f. vgl. PfWB Heiden-, Kuhdreck-, PfWB Nachtschlappen. — Südhess. V 374 ff.; RhWB Rhein. VII 1250/51; LothWB Lothr. 447; ElsWB Els. II 468, ALA II 30.
 
  
schlappen schw.:
1.
a. 'schlürfend, gierig essen oder trinken', schlappe (labə) [ RO-Als]; vgl. PfWB schlappchen 1, PfWB schlappern 3. De Heiner ... schlappt e Dos Fisch, un es Öl laaft'm de Bart enunner [Kraus Herzdrickerte 18]. —
b. 'Flüssigkeiten verschütten' [Lambert Penns 134]; vgl. PfWB schlappern 2 b; Zs.: PfWB aus- 1, PfWB verschlappen 2. —
2. 'nachlässig, schleppend, schwerfällig gehen, die Füße beim Gehen am Boden schleifen lassen' [mancherorts ges. Pf, Otterstetter 209 Krämer Gal 186]; vgl. PfWB schlurpsen 3; Zs.: PfWB ab-, PfWB an- 2, PfWB daher-, PfWB dahin-, PfWB hinschlappen 1; g'schlappt kumme [ GH-Leimh]. Schlapp doch net so! [ KL-Stelzbg]. Dr Naachtwächter schlabbt dorch die Gasse [Kühn Hamet 5]. —
3. 'lose sitzen', von Kleidungsstücken, Schuhen [ KU-Kaulb PS-Rodalb]; Zs.: PfWB an- 1, PfWB aus- 2, PfWB verschlappen 1. Die Schuh schlappen 'Die Schuhe rutschen beim Gehen von den Fersen' [PS-Rodalb (Bernhard 160)]. — Südhess. V 376/ 77; RhWB Rhein. VII 1246 ff.; ElsWB Els. II 468; LothWB Lothr. 447.
 
  
Schlappen-adam m.: 'nachlässiger, unordentlicher Mann', Schlappeadam [ PS-Bundth]; Syn. s. PfWB Schlampes 2. — -deckel m.: = PfWB Schlapphut 1, Schlabbedeckel [Beam Penns 93]. — -flicker

[Bd. 5, Sp. 1034]
m.:
1. 'Schuhmacher, Flickschuster', scherzh., -flicker [mancherorts, Glass 103 Thielen 98]; Syn. s. PfWB Schuhmacher 1. —
2. Pl. 'Neckname für die Bewohner von Pirmasens' [verbr., Hebel 89 Wilms Alph. 48]; vgl. PfWB Schlappenland, PfWB -macher, PfWB -schisser; Bermesenser Sch. [ZW-Bechhf, verbr.]. —
3. Schelt-, Schimpfwort [Runck Hand 29 Thielen 98]. — Südhess. V 377; RhWB Rhein. VII 1251. — -gusche f.: 'unschöner Mund', -gosch [Heeger Nachl.]; Syn. s. PfWB Gusche 1 b. — -kraut n.: 'Weißkraut unzerkleinert zubereitet (gedämpft)', -kraut [ KU-Bedb Brück ZW-Battw KL-O'arnb LU-Oggh NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Schlapperkraut. Südhess. V 378. — -kukumer f.: 'zum Zwecke der Samentrocknung halbierte Gurke', -gummere, Pl. [FR-Roxh (Wilde 81)]; Bez. wegen der Ähnlichkeit mit einem Schlappen 1. Südhess. V 378. — -land n.: 'das Gebiet der pfälzischen Schuhindustrie mit dem Hauptort Pirmasens und den darumliegenden Orten PS-W'fischb Rodalb Münchw Haust Th'eischw Leim Lembg usw.', -land [Pirmas u. Umg.]; vgl. PfWB Schuhland. — -macher Pl.: 'Neckname für die Bewohner von Pirmas', -macher [ PS-Claus]; vgl. PfWB Schlappenflicker 2. —