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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Libelle bis lichten (Bd. 4, Sp. 966 bis 971)
 
Libelle, f.
liberal, Adj.
Libere, n.
libern, schw.
Licht, n.
licht, Adj.
licht-blau, Adj.
Lichte, f.
licht-echt, Adj.
Lichtelchens-kirche, f.
Lichter-, f.
Lichtels-, f.
lichten, schw.
Lichten-bruch, m.
Lichten-hardt, f.
Lichter
Lichter, Gen.?
Lichter-baum, m.
Lichter-form
Lichter-hahl
Lichter-kirche
lichter-loh, Adv.
Lichter-macher, m.
Lichters-blume, f.
Lichter-stock, m.
Licht-form, f.
Lichter-, f.
Licht-garn, n.
Licht-geld, n.
Licht-hahl, f.
Lichter-, f.
Licht-hängel, f.
Licht-harst, f.
licht-hell, Adj.
Licht-hohl
Licht-holz, n.
licht-klar, Adj.
Licht-meß, f.
Lichtmeß-woche, f.
Licht-öl, n.
Licht-pfosten, m.
Licht-putze, f.
Licht-putzer, m.
Licht-putzschere, f.
Licht-schalter, m.
Licht-schein, m.
Licht-schere, f.
licht-scheu, Adj.
Licht-seite, f.
Lichtsel, n.
Licht-span, m.
Licht-stock, m.
Licht-strahl, m.
Licht-uhr, f.
Lichtung, f.
Licht-werk, n.
Licht-wurm, m.
Licker, m.
Lid, n.
Lider-haar, n.
Lidra, f.
lieb
lieb-äugeln, schw.
Liebchen, n.
lieb-drücken, schw.
Liebe, f.
Liebegotts-schäfchen, n.
Liebe-länger
Liebelei, f.
liebeln, schw.
lieben, schw.
liebens-wert, Adj.
liebens-würdig, Adj.
lieber
Lieberchen, n.
Lieberheilands-vögelchen, n.
Lieberherrgotts-käfer, m.
Lieberherrgotts-schuh, m.
Lieberherrgotts-vögelchen, n.
Liebes-apfel, m.
Liebes-brief, m.
Liebes-brunnen, m.
Liebes-dienst, m.
Liebes-händel, Pl.
Liebes-kind, n.
Liebes-kummer, m.
Liebes-leute, Pl.
Liebes-lied, n.
Liebes-paar, n.
Liebes-pärchen, n.
Liebes-pulver, n.
Liebes-schmerz, m.
Liebes-verhältnis, n.
Liebfrauen-bettstroh, n.
Liebfrauen-haar, n.
Liebfrau-kunkel, f.
lieb-haben, schw.
Lieb-haber, m.
Liebhaberei, f.
Liebherrgotts-blume, f.
   Libelle f.:
1. 'das Insekt Aeschna cyanea', nach dem Schd. (die altmundartlichen Bez. s. Syn.), Libell (liˈbęl, -ˈbel) [mancherorts]; Syn.: PfWB Augenausstecher, PfWB Augenstecher 2, PfWB Bachbremse, -jäger, -rabe, -reiter, -schere, -schmetterling, -schneider 1, -schütz 2, -stelze 4, -stratzer, -trattler, -tunker, PfWB Breme1 1 e, PfWB Bremse 5, PfWB Brummbeller, PfWB Teufelsnadel, PfWB Fingerzunäher, PfWB Fischangel 2, PfWB Giftschnake, PfWB Glaser 2, PfWB Glufe 2, PfWB Glufenschisser 1, -stecher, PfWB Gofe 2 b, PfWB Gofenbüchse 2, -schisser, -stecher, PfWB Griffelbüchse 2, PfWB Hakenmann 1 b, -nase 2, PfWB Hirnstößer 2, PfWB Hutspengler, PfWB Jäger 2 b, Nadel, Nadelbüchse, Rheinschnake, Schnake, Schnakenkönig, Schneider, Schneidergeiß,

[Bd. 4, Sp. 967]
-knecht, Spellenschisser, Stecher, Stechmesser, Stopfnadel, Wasserbumper, -gärre, -geiß, -jungfer, -schneider, -schnake, Weber, Weiherschnake; vgl. DWA II. —
2.
a. 'Gürtelspange' [ NW-Neidfs]. —
b. 'Haarspange' [Pirmas]. — Südhess. IV 323.
 
 
liberal Adj.: wie schd., liweral [Ney 130], liberaal [Lambert Penns 99]. Die Pälzer war'n jo l. un keene vun de iwle [Ney 130]; auch subst.: Liweraler [Ney 107].
 
  
Libere n.: in der Wend.: 's lait Libere 'Es läutet zur Beerdigung' [ BZ-Steinf]; nach dem liturgischen Text: Libera nos Domine ... RhWB Rhein. V 428.
 
 
libern schw.: 'gerinnen', von Blut, Milch, liwwern [SOPf (Heeger Nachl.) Gal-Hohenbach]; vgl. liberig, PfWB gelibert, PfWB Lebersal; geliwwert Blut [SOPf (Heeger Nachl.)]. — Mhd. liberen ( Lexer Lexer I 1896). — Südhess. IV 323; RhWB Rhein. V 429; Schwäb. IV 1215.
 
  
Licht n.:
1.
a. 'natürliches Licht'.
α. 'Tageslicht, Sonnenlicht', Liecht (līχd) [mancherorts SOPf O-PS, davon abseits KU-Obw/T Rothsbg (Mang 148) KU-Kaulb nur noch bei den Alten (Christmann Kaulb 27, 74)], Licht (liχd) [übrige Pf, Bertram § 154, 220 Christmann Kaulb 27 Höh 89 Heeger Südostpf. 18 Karch Gimmdg/ Muttstdt 244 Müller Dietschw 48 PfId. 88 Lambert Penns 99 Beam Penns 66 Don Gal Buch Rußl], Lischt (lid) [KU-Hachb ZW-Hornb KL-Bann Reuschb NW-Lambr Schneckenburger 32, 44 Heeger Südostpf. 6]; Pl. u. Dim. (in Bed. 1aα u. β nicht gebr.) s. 1 aγ; Zs.: PfWB Tages-, PfWB Sonnen-, PfWB Zwielicht. 's L. geht 'Das Tageslicht geht zur Neige' [ LA-Maik]. RA.: etwas im helle L. duh 'öffentlich tun' [Beam Penns 66]; die Welt im rosige L. sehe 'alles von der besten Seite sehen' [ LU-Opp]. Des muß ich mer emol bei L. betrachde (besiehn) 'Das muß ich genau prüfen' [ ZW-Bechhf, mancherorts]. Geh mer aus'm L.! 'Spende mir keinen Schatten!' (meint sowohl das einfallende natürliche Licht, wie auch den Schein einer künstlichen Lichtquelle) [ZW-Ernstw, verbr.]. Du bescht (stehscht) mer im L., dass. [LA-Wollmh, verbr.]; oft mit Zusätzen wie: dein Vadder war kee Glaser [ KU-Bedb, mancherorts], du hascht so dick Glas (vor d'r) [ PS-Windsbg, vereinzelt]. Mein Vermeje is drei Morje Schatte, zwelf Hekdar L. un drei Ar Sunneschein, scherzh. Besitzangabe eines Mittellosen [ PS-Windsbg]. SprW.: 's kummt alles ans L. [ LU-Alsh/Gr]. L. un Luft ins Haus, hält de Dokder drauß [ SP-Harths]. —
β. 'Mondlicht', auch: 'Mond' [verbr.]; Zs.: PfWB Mondlicht; nei L. 'zunehmender Mond' [verbr. südl. MPf mancherorts VPf KU-Adb]; jung(k) L., dass. [verbr. WPf NPf vereinzelt VPf]; zunehmend (zunemmend) L., dass. [mancherorts NOPf vereinzelt NPf]. Mer hun abnemmend L. 'abnehmenden Mond' [ KB-Harxh].

[Bd. 4, Sp. 968]
Ich will sehne, ebs zunehmende L. is [Reichard Penns 318]. RA.: Es is jung L., sagt man um anzudeuten, daß man jemanden nicht ganz ernst nimmt oder für verrückt hält, da bei zunehmendem Mond die Menschen leicht verrückt werden sollen [ FR-Quirnh]. 's is leer L. 'Der Geldbeutel ist leer', urspr. 'Neumond' [ NW-Weish/S Dürkh Seeb]. BR.: 's es jung (nei) L., 's gebt gut Werrer [ RO-Steinb, mancherorts]. Bei nei (jung) L. werd's kalt [ NW-Ellstdt, ZW-Bechhf]. Volksgl.: Bei jungem L. soll man keine Zwiebeln säen, sonst schießen sie [ KU-Hundh]. Mer loßt sich 's erschtmol balbiere im neie L., noo kriggt mer dicke Wiskers (engl. whiskers 'Barthaare') [Fogel Beliefs Penns Nr. 1819]. Der Essich muß mer der erscht Freidag im neie L. rumzappe, no wärd er so klor as Wasser [ebd. Nr. 920]. a. 1723: Kompt der Ehrste freitag jm Jungen liecht, gieb dem Kränken ein brieflein voll ein, den andern freidag in diesem Jungen liecht gieb ihm das ander ein [SSp, Ausfauteiakten Kirchhbol Nr. 46; Beilage zum Inventar]. —
γ. 'Stern, Sternenlicht' [mancherorts], neben Sg. (wie 1aα) auch Pl. u. Dim.; Formen mit Länge des Stammvokals wie Sg.; Pl.: Lichder, Lischder, Dim. Sg.: Lichtche, -sche, Lichd(e)l, Lichdelche, Pl.: Lichtcher, -scher, Lichdercher, Lichdelcher, -scher, Lichtlich, Lichtle; vgl. K. 27; Zs.: PfWB Himmels-, PfWB Sternenlicht. Ke L. war am Himmel [ LU-Altr]. —
δ. 'nächtliche Lichterscheinung' [vereinzelt]; vgl. PfWB Irr-, PfWB Nacht-, PfWB Sumpflicht; 's Allweiler Lichtche 'hüpfende Lichterscheinung, die am Ort eines früheren Unglücks gesehen werden kann' (nach der Wüstung Allweiler) [ KU-Rutsw/L] —
b. 'künstliches Licht', sowohl die Lichtquelle selbst, als auch ihren Schein bezeichnend. —
α. 'Kienspan-, Öl-, Talg-, Wachs-, Gaslicht, elektrisches Licht' [allg., auch Penns Don Gal Buch Rußl]; Zs.: PfWB Batzen-, PfWB Talg-, PfWB Toten-, PfWB Erdöl-, PfWB Faß-, Fett-, PfWB Gang-, Gas-, PfWB Gruben-, PfWB Gut-, PfWB Hangeisen-, Hang-, Henkel-, PfWB Hexen- 1, PfWB Keller-, PfWB Küchen-, Luzer-, PfWB Öl-, PfWB Olig-, PfWB Orts-, PfWB Oster-, PfWB Rüben-, PfWB Scheuer-, PfWB Stall-, PfWB Stearin-, PfWB Sturm-, PfWB Unschlitt-, PfWB Wachs-, PfWB Wiechen-, PfWB Windlicht. Mach emol L.! [NW-Freinsh, verbr.]. Steck es L. an! [ZW-Battw, verbr.]. Das is awwer e raulich 'erbärmliches' L., mr maant, es dät for e Dorer (Toten) leichde [KL-Reichb]. De ganze Dag stinkt er no Schnaps un sein blooer Zinke (blaue Nase) leicht schon so, daß er uf'm Häämweg naachts kä L. braucht [Westricher Kalender 1957 103]. RA.: hinner's L. fehre 'darankriegen, betrügen' [KU-Wolfst, verbr.]. Er kann ihm 's L. net hewe 'Er kann sich mit ihm nicht messen' [Beam Penns 66]. Der kann net 's L. halle un leichde, dass. [ KB-Bischh]. Dem geheert emol e recht L. ufgesteckt 'Dem muß einmal gründlich die Meinung

[Bd. 4, Sp. 969]
gesagt werden, der gehört einmal in seine Schranken verwiesen' [ NW-Ellstdt, mancherorts]. Alleweil geht mer e L. uf 'Jetzt fällt mir etwas ein, wird mir etwas klar' [ KB-Albish, allg.], oft noch mit Erweiterungen: wie e Stalladern [LA-Altd], wie e Kerchetorn so groß [SOPf (Heeger Nachl.) PfMus. 1888 78]. Er is grad wie e L. 'kerzengerade' [ PS-Saalstdt, mancherorts Don Gal]. Der geht an wie e L., von Menschen, die aufleben [ KU-Lohnw, mancherorts]. Die Zeit vergeht, es L. verbrennt, un de Hannickel (die Großmutter, die Alt, es Kind, de Hannes) sterbt doch net [WD-Niedkch, mancherorts, auch Don Gal]. Wenn unnötig L. brennt, sagt man: Mach 's L. dout, sunscht brennt's e Loch in dr Dag [BZ-Münchw]. Ach, Gott, ehr Kinner, ehr brennen jo e L. in de Daa! [ZW-Ernstw, HB-Einöd]. Wann zwää Lichder brenne, esch e Brand em Haus [LA-Nd'hochstdt]. Heit owend gebt's geschwellte (gequellte) Grumbeere un ke L., abendlicher Speisezettel in einfachen Verhältnissen [KU-Diedk, Bote v. Trifels 27/1928]. Rätsel: Was brennt heller wie e Licht? Antwort: Zwee [mancherorts Gal Rußl-Katht]. Volksgl.: Wann zwey Leute ehelich zusammen gegeben werden, so sieht man auf die brennenden Lichter, jenes muß zuerst sterben, dessen Licht am schwächsten brennt [Journ. 1790/8 142/44]. a. 1540: Item 6 pfundt wachs sein diß Jars ... von den Bienen gefallen, vnd vß den Honigs Roisen (s. PfWB Roße) gemacht worden, noch vff ½ pfundt ist zu Liechtern gemacht [SSp Markgr. Baden 2½ Gräfenst. Amtsgefälle]. a. 1585: 14 schilling 4 θ ist zu liechtmeß vffgangen hatt man liechter gemacht [SSp Kirchenrechnungen 63 Bl. 122 (BZ-Wernbg)]. a. 1596: geltt für Schmaltz vnnd liechten [WerschwSchR 9]. a. 1687: 10 morgen äcker ... seindt ... offentlich bey brennendem ligt ... versteigt worden [GGA 55d (NW-Wachh)]. Die Wend. 'bei brennendem Licht (und fallendem Kreuzer)' ist in Quellen im Zusammenhang mit Versteigerungen immer wieder gemeldet. Man steckte in eine Kerze eine Münze, die sich nach einiger Zeit durch die herunterbrennende Flamme löste und zu Boden fiel. Derjenige der davor zuletzt geboten hatte, bekam den Zuschlag; vgl. PfWB brennen I 1 c. a. 1761: 1 glaserne Latern samt dem liecht [Kurpf. 940-942 (KU-Einöll)]. —
β. 'Christbaumlicht', meist Pl. oft Dim., s. F. [verbr.]; vgl. PfWB Kristbaum-, PfWB Kristkindleins-, PfWB Kristlicht; früher mit Öl gefüllte Nußschalen und Docht. —
γ. 's ewig (ewich) L. 'immerfort brennendes Licht in katholischen Kirchen, als Zeichen der Anwesenheit Christi im Tabernakel 1' [LU-Opp, verbr.]. 16. Jh.: Muß bestellen ein ewiges liecht, daß wachs, die leuchter, der sprengkessel [PfWeist. 699 (Wüstung Gossensheim nördl. FR-Grünstdt)]. —
2. übertr.
a.
α. 'Samenkopf des Löwenzahns',

[Bd. 4, Sp. 970]
Licht, meist Pl. Lichder und Dim. Lichdelcher, Lichtle, Lichtlich [KU-Schmittw/O LA-Venn Germh, Wilde 165]; vgl. PfWB Hexenlicht 2. —
β. Dim. Pl. 'die weißen Samenköpfchen des Zichories', Lichdelcher [BZ-Dernb]. —
b. 'Glühwürmchen', Lichtlich Dim. Pl. [ GH-Freckf]; vgl. PfWB Johannislichtel. —
c. 'herunterhängender Nasenschleim' in der RA.: Er hat Lichter feil [Klein Prov. 282]. —
d. 'Leben, Lebenslicht' [vereinzelt]; vgl. PfWB Lebenslicht; 's L. ausblose 'Selbstmord begehen' [ NW-Weidth, vereinzelt]. Dem isch 's L. ausgange 'Er ist gestorben' [ PS-Erfw]. —
e.
α. 'Geist, Intellekt' [mancherorts]; RA.: sein L. leichde losse 'Geist zeigen' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Do kannscht doi L. leichde losse! [NW-Freinsh]. —
β. 'Mensch mit Geist, mit Intellekt' [mancherorts]; vgl. PfWB Kirchenlicht. Du bischt e L. 'Du bist gescheit' [ KB-Kriegsf]. Der isch aa ke L. 'nicht gescheit' [ GH-Schwegh, mancherorts]. —
f. 'das Auge des Jagdhundes', Jägerspr. [ RO-Dielkch]. —
g. 'äußerer Anschein, Ansehen', in den RA.: Bei dem steh ich ime gude (schlechde) L. [ZW-Bechhf]. Er isch in e böis L. kumme [BZ-Dernb]. —
h. 'lichte Weite'; a. 1774: 12 Schuh im Licht lang und breit [R. Wihr Rehhütter Chronik 1938 64]. —
i. vgl. PfWB Lebens-, PfWB Oberlicht. — Südhess. IV 323 ff.; RhWB Rhein. V 430 ff.; LothWB Lothr. 338; ElsWB Els. I 555.
 
  
licht Adj.:
1. 'hell, klar'.
a. von der Helligkeit des Tages, licht [mancherorts]; vgl. hellicht; am helle lichde Dag [ KB-Kriegsf, mancherorts]. 's werd l. [ ZW-Battw]. —
b. von der Erkenntnis, vom Bewußtsein [mancherorts]. Er hot en lichder Äächeblick g'hatt [ LA-Wollmh]. Er hot noch e lichde A'eblick gehatt 'Er kam noch einmal kurz zu Bewußtsein' [ RO-Dielkch]. —
2. 'gelichtet, schütter, spärlich', Ggs.: PfWB dicht 2 [vereinzelt]. Dem sein Hoor sein l. [ RO-Dielkch]. Die Frucht steht l. [ ZW-Battw]. De Wald is l. [ ZW-Bechhf, LU-Böhl]. a. 1600: biß vor den Wald ufs flach oder Licht [Vellmann Wolfst.]. —
3. im Zusammenhang mit Distanzangaben (Höhe, Weite) 'der innere Abstand' [vereinzelt]; die licht Heh [Krämer Gal 141]; die lichde Weide (Weite) [ NW-Freinsh]; auch subst. Das Faß meßt e Meder em Lichde [ FR-Bockh]. — Südhess. IV 326/ 27; RhWB Rhein. V 433/34.
 
 
licht-blau Adj.: 'hellblau', in dem VR.: Hot Äägelcher so lichdebloo, / E schwaneweißes Haitche, / Sei Bäckelcher e Kaitche [vereinzelt WPf].
 
  
Lichte f.:
1. 'durch den Wald gehauener gerader Weg', Licht [ KU-Wolfst]; vgl. PfWB Lichtung. —
2. in der RA.: Geh aus de Licht [KB-Kriegsf, PfId. 88]. Südhess. IV 327; RhWB Rhein. V 440.
 
  
licht-echt Adj.: wie schd., lichtecht [ KU-Bedb].
 
  
Lichtelchens-kirche, Lichter-, Lichtels-f.: 'Sylvestergottesdienst (in dem früher auf den Bänken Lichter entzündet wurden)', Lichdelcheskerch [Pirmas KB-Eisbg NW-Freinsh], Lichdelchers-

[Bd. 4, Sp. 971]
[ KL-Neukch], Lichder- [ LU-Opp], Lichdels- [ LU-Böhl].
 
  
lichten schw.:
1. sich l.
a. 'hell werden', lichde [ ZW-Bechhf FR-Bockh]. 's Gewelk (Gewölk) licht sich [ ZW-Bechhf]. Die Nacht licht sich [ FR-Bockh]. —
b. 'dünn, schütter werden'. Die Hoor lichde sich [ FR-Bockh]. Der Wald licht sich [Krämer Gal 142]. —
2. '(bei Bäumen, Hecken u. ä.) überflüssige Äste abschneiden' [ ZW-Bechhf KL-Fischb BZ-Albw]; vgl. PfWB auslichten, PfWB putzen 1 q. — Südhess. IV 327; RhWB Rhein. V 441.