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leicht-sinnig bis leidend (Bd. 4, Sp. 904 bis 907) | |||
leicht-sinnig, Adj. Leicht-werg, m. Leichtwergen-tuch, n. Leid, n. leid, Adv. Leid-band, n. Lei-decker leiden, st. Leiden, m. Leiden, n. leidend, Adj. Leidens-tag, m. Leidens-woche, f. Leider leider, Adv. leidig, Adj. leidig, Adj. leidig, Adj. leidigen, schw. leid-läufig, Adj. leid-lebig, Adj. Leid-leute, Pl. leidlich, Adv. Leid-mut, m., f., n. leid-mütig, Adj. Leid-stalt, f. Leidstalts-bock, m. leid-ständig, Adj. leid-stellig, Adj. Leid-stuhl, m. Leid-tragende, Pl. Leid-weh, n. Lei(e), f., m., n. m., n. m., f. Leien, f., m., n. m., n. m., f. Leier2, f., m., n. m., n. m., f. leien, schw. leien Lei(en)-dach, n. Lei(en)-decker, m. Leiendecker+-hacke, f. Leiendecker-hammer, m. Lei(en)-fahrt, f. Lei(en)-feld, n. Lei(en)-gang, m. Lei(en)-gasse, f. Lei(en)-kaute, f. Lei(en)-nagel, m. Lei(en)-verbrechen, n. Leier, f. Leier Leier Leier-bohrer, m. n., f. Leier-bohr(e), m. n., f. Leier-bube, m. Leierei, f. Leierer Leier-faß, n. Leier-holz, n. leierig, Adj. Leier-kasten, m. Leier-knebel, m. Leier-knüppel, m. Leier-korb, m. Leier-maschine, f. Leier-maus, f. leiern, schw. Leier-sack, m. Leier-zapfen, m. leigen leihen, st. Lei-lach Leil(s)-tuch, n. Leim, m. Leim-blume, f. leimen, schw. Leim(en), m. leimen, Adj. Leim(en)-acker, m. Leim(en)-ader, f. Leim(en)-arscher Leim(en)-bäck, m. Leim(en)-bock, m. Leim(en)-boden, m. Leim(en)-bollen, m. Leim(en)-brühe, f. Leim(en)-doktor, m. Leim(en)-eck, n. Leim(en)-feld, n. Leim(en)-furzer, m. Leim(en)-gackel, m. Leim(en)-gacker, m. Leim(en)-garten, m. Leim(en)-gefach, n. Leim(en)-gretchen, n. Leim(en)-grube, f. Leim(en)-grübe, f. Leim(en)-hasen, Pl. Leim(en)-hohl, f. leimenig, Adj. Leim(en)-kachel, f. | 1. 'sorglos, unbekümmert, leichtlebig', leichtsinnich [verbr., auch Penns Don Gal Buch]; e leichtsinniger Brurer, (Kerl, Vogel) [ ZW-O'hs, KU-Körbn KB-Niefh NW-Speyd], e leichtsinnigi G'sellschaft [ LU-Opp]. — 2. 'unüberlegt, unvorsichtig'. Du bischt l. mit deim Sport, bis d' ernschtlich krank werscht [ SP-Heiligst]. — Südhess. IV 263; Rhein. V 344; ElsWB Els. II 362. 1. 'Schmerz, Kummer, Sorge', Lääd (ld) [verbr., außer NPf, vgl. K. 1], Leed [PfId. 86 (IB-Blieskst)], Laad (lād) [westl. NPf], (ld) [östl. NPf]; zur Lautung vgl. auch K. 242, Kleidchen; Auslandspfälzer: Leed, Leid [Lambert Penns 98 Wood Schärf.Penns 233], Lääd, Laad (lād, ld), Leed [ Don], Leed, Lääd, Laad (lād, ld) [Krämer Gal 140 Buch Rußl]; vgl. PfWB Leiden2; Frääd un L. 'Annehmlichkeiten und Unannehmlichkeiten' [ NW-Dürkh], Lieb un L., dass. [KU-Schmittw/O, Sunndag 45/1956 7]. Er klagt'm sein L. [verbr.]. Die Fraa vergeht noch vor L. [LU-Opp, NW-Kallstdt LA-Impfl GH-Kand BZ-Dernb]. Ich muß'n treeschde in seim L. [ RO-Schweisw]. Sie troon schwer om L. 'empfinden tiefen Schmerz' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Sie tragen L., hän L., sin im L. 'Sie tragen Trauerkleider' [ BZ-Steinf]. Beileidsformel: 's esch mer laad (leid) um eier Lääd, unser Herrgott sell eich weirer b'hire [BZ-Dierb (Alte)]. RA.: Kääm se Luscht un kääm se L.! 'keinem wehtun, gerecht und unparteiisch sein' [ KU-Schmittw/O]; vgl. zuleid(s), geradezuleid(s). SprW.: Keen greßer L., as was sich der Mensch selwer macht [Spey NW-Haßl]. 'm eent sei Freed is 'm annere sei L. [Don (Steinmetz)]. — 2. sich e L. andun 'Selbstmord begehen' [ KU-Schmittw/O KB-Zell LU-Limbghf]; sich eppes ze L. dun, dass. [ BZ-Dernb]. — 3. Zs.: PfWB Bei-, PfWB Herze-, PfWB Mit-, PfWB Schwer-, Überleid. — Südhess. IV 263/64; RhWB Rhein. V 344 ff.; Lothr. 333/34; ElsWB Els. I 560. 1. l. tun 'bedauern'. 's dut mer lääd, daß ich der net aushelfe kann [GH-Vollmw, verbr. PennsDeitsch-Eck 15. 3. 1941], daß ich's net mache kann [ GH-Schwegh, ZW-Lambsbn]. Ich kann Ihne net helfe, so l. mer's dut [Krieger 14]. Häufig [Bd. 4, Sp. 905] gebrauchte Abweisungsformel der Bauern: 's dut mer l., mer han selwer nix [Krieger 58]. Zum Bettler, Hausierer: 's dut mer l., mer sin selwer arm [Lu'haf]. No hat des mir schun l. gedu, weil ich denne im Stich lasse muß 'Ich habe mir Vorwürfe gemacht, weil ich ihn verlassen hatte' [ PS-Lu'wink]. Oh, dut mer das l.! 'Ich bitte um Entschuldigung!' [ KL-Reichb]. Brauchscht nit zu greine, 's kann der aach so l. due [PfRh. 1977 78]. 's dut mer l., daß de des Unglick g'hatt hoscht [Frankth]. Beileidsformeln: 's dut mer l., daß er gestorb es [ KL-Wörsb], daß er nimmer do isch [ IB-Bliesmg/Bolch]. 's dut mer wärklich l.! [ ZW-Gr'bundbb]. Du glaabscht net, wie l. mer'sch dut! [ KL-Reichb]. — 2. 'widerwärtig, unangenehm'. a. 1323: waz einer stat leid ist, daz sol auch der andern leit sin [SpeyUrk. 281]. — 3. vgl. zuleid(s), geradezuleid(s) 'erst recht, zum Trotz'. — Mhd. leit (Adj.), leide (Adv.) 'betrübend, widerwärtig, unlieb'; leide tuon (mit Dat.) 'wehe tun' ( Lexer Lexer I 1863); vgl. PfWB leider. — Südhess. IV 264; RhWB Rhein. V 348/49; LothWB Lothr. 334; ElsWB Els. I 560. 1. a. persönl. α. 'körperliche oder seelische Schmerzen ertragen', leide (laidə) [mancherorts VPf SPf, Lambert Penns 98 Don-Schowe Torscha Krämer Gal 140], (laiðə) [Christmann Kaulb 16 (Alte)], leire (lairə) [verbr. WPf NPf mancherorts VPf, Müller Dietschw 47 Schneckenburger 24 Henn Mda.-Int. 98], (lairə u. laijərə) [KL-Lind (Höh 76, 91)], leile (lailə) [ KU-Bedb], lille [IB-Ensh (Glass 59)]; Part. Präs. s. PfWB leidend; Part. Perf. gelitte (gəˈlidə) [Land Beam Penns 65], gelette (gəˈledə) [SOPf (Heeger Nachl.)], gelette u. gelitte [ LA-Venn], gelirre [NW-Kallstdt, mancherorts nördl. u. mittl. VPf], gelerre (gəˈlerə) [Karch Jockgr/Nd'horb 142, mancherorts südl. VPf O-PS], gelitt (gəˈlid) [Rockhs, verbr. WPf, Don-Schowe Torscha Gal-Dornf], gelett (gəˈled) [ KB-Kriegsf]. Was die zwee Mensche gelidde hen, kann niemand ausspreche [PennsDeitschEck 3. 12. 1936]. SprW.: Wer liewe will, muß l. [ KU-Schmittw/O]. Lern l. ohne se kla'e [ebd.]. — β. 'krank sein'; vgl. PfWB leidend. Er leidt an Herzerweirerung [ KU-Schmittw/O]. Auch scherzh., wenn das Geld ausgegangen ist: De Geldbeidel leidt an Schwindsucht [ PS-H'eischw]. — b. sachl. 'Schaden nehmen'. Sein Verstand hot gelitt 'Er hat ein schwaches Gedächtnis' [ NW-Frankeck, mancherorts], hot Not gelitt [Rockhs]. — 2. a. mit Akk.-Obj. 'etwas Widriges ertragen'. α. persönl.; [Bd. 4, Sp. 906] Hunger, Dorscht, Not l. [verbr.]; vgl. auch 1 b. 'm Filipp sein Vadder leidt's net, daß er 's Binche heirat [ KU-Schmittw/O]. Hetzruf an den Hund: Leid's net! [ ZW-Lambsbn KL-Hütschhs LU-Alsh]. SprW.: Wer schun Hunger gelett hot, verunehrt kään Stick Brot [ KU-Schmittw/O]. VR.: Man nennt mich Limmel, e Depp un en Dapp; un ich muß es halt l., weil ich nimmand mehr hab [ KB-Albish]. — β. sachl. SprW.: (Der) Hochmut muß Not l. [Bergz (Kamm 39), verbr. Don Gal Buch], muß 's letscht l. [Sommer Ich frää mich 101]. a. 1340: alle die not, die daz groze dorf hat bit her gelieden [PfWeist. 158 (FR-Bockh)]. — b. (in Verb. mit können) 'gern haben, als angenehm empfinden'; vgl. PfWB vertragen I2, PfWB riechen. α. persönl. Den kann ich gut l. [RO-Dielkch, verbr.]. Ausdrücke feindschaftlicher Gefühle: Sie kinn enanner nit l. [LA-Wollmh, verbr.]. Ich kann den Kerl im Lewe net l. [ NW-Frankeck], im Blut net l. [Pirmas, KU-Bedb ZW-Battw LU-Böhl Limbghf LA-Wollmh], in meiner Seel nit l. [ LU-Opp], in meim Dod nit l. [ KU-Bedb, PS-Erfw Pirmas LA-Gommh]. Denne Säckel hon ich noch nie l. gekinnt [IB-Ensh (Glass 59)]. Wortspiel: Wannde mich net l. kannscht, kannschde mich bämbele ('leiden' u. 'läuten' gleichklingend; bämpeln 1 'mit der kleinen Glocke läuten') [KU-Bedb, verbr.]. Er kann sich selbscht net l., von einem griesgrämigen Menschen [KU-Herschw/Petth, verbr.], von einem Neidischen [ KU-Bedb, Hachb IB-Erfw/Ehling], sich un annere net l., von einem Eifersüchtigen [ IB-Rohrb]. RA.: Die hot net so viel mitgebrocht, as mer uf der Hand l. kann, von einer Braut ohne Aussteuer [ GH-Schwegh]. Ich hun net so viel kriet, als mer im Aau l. kann [ KU-Schmittw/O, NW-Kallstdt]. An der empfindlichen Stelle des Ellenbogens kann's der Judd net l. un de Krischt net vertrage [LU-Opp, verbr.]. SprW.: Een Hund kann de annre nit l. [ Don-Gottlob]. VR.: Schelle, schelle (schelten) gebt kän Flecke; wer micht net l. kann, kammich am Aarsch lecke. Antwort: Häng dein Aarsch uf de Bahnestecke, dann kannscht'n selwer lecke! [ KL-Fischb, KU-Kaulb]; Var. s. Flecken1 1 a. — β. sachl. Des hawwich nie l. kenne! [ NW-Kallstdt]. RA.: Er kann nix uf de Zung l., von einem Vielfraß [ebd.]. — 3. vgl. PfWB verleiden. — Mhd. lîden st. — Südhess. IV 265 ff.; RhWB Rhein. V 352 ff.; LothWB Lothr. 334; ElsWB Els. I 561/62. [Bd. 4, Sp. 907] (lrə) [verbr. WPf nördl. NPf mancherorts VPf Müller Dietschw 47 vereinzelt Gal], Laare (lārə, --) [verbr. NPf (außer nördl. NPf) FR-Bockh Ebertsh Bobh PS-Bruchw Bundth], Lääle (llə) [ KU-Bedb BZ-Steinf], Laale [ LU-Altr]; Wend. für 'einer Speise überdrüssig sein (werden)': sich de L. esse [weit verbr.], anesse [ KU-Roßb Hinzw HB-Altstdt], anfresse [ KU-Schmittw], hole [KU-A'glan, mancherorts WPf]; de L. kriche [ LA-Siebdg]. Ich han de L. dran [ RO-Semb Messbhf FR-Hettldh GH-Kand]. Ich hammer de L. dran geholt [ KL-Niedkch], die Lääre dran geß [ KL-Nanzdzw]. An dem Zeigs häwwich mer de L. g'fresse [ FR-Mörsch]. Auch von sonstigem: Aber an allem hat die Jugend nach einer gewissen Zeit de L. [BZ-Annw (Der Wasgau-Bote 1934, Nr. 13)]. Des is emol e beesi Welt, / Do kriggt mer ball der Leede; / Der eent wodd (wollte) liewer g'heiert sei, / Der anner will sich scheede [PennsDeitschEck 5. 3. 1938]. Ich hab die Ärwet schun prowiert, / Fer sehne, wie mer's glickt; / Do hawwich mir die Hend verschmiert / Un glei der Leede kriggt [Birmelin Penns Gezw. 71]. Er macht'm de L. 'flößt ihm Ekel, Widerwillen ein' [NW-Hardbg u. Umg.]. Ich häb de L. 'Ich habe keinen Mut mehr' [ KU-Reipkch LA-Edk BZ-Dörrb]. — Zu mhd. leiden schw. 'zuwider, verhaßt sein' ( Lexer Lexer I 1865). — Südhess. IV 264/65; RhWB Rhein. V 350; LothWB Lothr. 334; ElsWB Els. I 560. 1. 'Krankheit'; Zs.: PfWB Blasen-, PfWB Brust-, PfWB Leber-, Magen-, PfWB Nierenleiden. Er hot e Leide an sich [ BZ-Albw]. Sein Leide bessert sich [ LU-Oggh]. SprW.: Ohne Leire liebt mer net [ KU-Schmittw/O]. Unner Samt un Seire stecken die greeschde Leire [ BZ-Dernb]. Volksmed.: Eine Frau in LA-Gleisw hat die Krankheit eines Mannes »weggeschwemmt«, indem sie beim letzten Läuten zu einer Beerdigung in einen Weiher, an dem die Leiche vorbeigetragen wurde, Wasser gegossen hatte mit den Worten: So wie der Tote sinkt ins Grab, nimm diesem Mann sein Leiden ab [Heeger Vhk. 29]. — 2. 'das Leiden bzw. die Leidensgeschichte Christi'. Am Palmsonndag werd 's Leide Kristi gesung [ RO-Obd]. RA.: Der sieht aus wie 's Leide (Leire) Krischdi, von einem abgemagerten, bleichen Menschen [LU-Oggh, verbr., Kühn Palz 141]. Un wann eener e Gesicht macht wie drei Dag Rechewedder, dann heeßt's aach oft: Der macht e Gesicht wie 's Leide Kristi [Feierowend 1955, Nr. 32]. — Mhd. lîden, n. ( Lexer Lexer I 1900) — Südhess. IV 265; RhWB Rhein. V 350.
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