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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Lehr-bube bis Lehrer(s)-stube (Bd. 4, Sp. 882 bis 885)
 
Lehr-bube, m.
Lehr-bursche, m.
Lehre, f.
lehren, schw.
Lehrer, m.
Lehrerei, f.
Lehrerin, f.
Lehrers-frau, f.
Lehrersin
Lehrer(s)-sohn, m.
Lehrer(s)-stube, f.
Lehrer(s)-zimmer, n.
Lehr-geld, n.
lehrig, Adj.
Lehr-jahr, n.
Lehr-junge, m.
Lehr-knecht, m.
Lehrling, m.
Lehrlings-zeit, f.
Lehr-mädchen, n.
Lehr-mädel, n.
Lehr-meister, m.
Lehr-saal, m.
Lehr-stand, m.
Lehr-stunde, f.
Lehr-vertrag, m.
Lehr-werkstatt, f.
Lehr-zeit, f.
Lei
Leib, m.
Leib-arzt, m.
Leib-bete
Leib-biene, f.
Leib-bild, n.
Leib-binde, f.
Leibchen, n.
Leibel, n.
Leibchens-hosen, Pl.
Leib-diener, m.
Leib-ding, Gen.?
Leibe
leib-eigen, Adj.
Leibeigenschaft, f.
Leibel
Leibel(s)-knöpfe, Pl.
Leibel(s)-sack, m.
Leibel(s)-wurst, f.
leiben, schw.
Leiber, m.
Leibes+-bete, f.
Leib-, f.
Leibes-erbe, m.
Leibes-not, f.
Leibes-schwachheit, f.
Leib-essen, n.
Leib-gericht, n.
leibhaftig, Adj.
Leib-hosen, Pl.
Leib-husar, m.
leibig
Leib+-jäger, m.
Leib-kleid, n.
Leib-kost, f.
Leib-kribbeln(s)
leiblich, Adj.
leib-los, Adj.
Leib-regiment, n.
Leib-reißen, n.
Leib-riemen, m.
Leib-schaden, m.
Leibschaden-operation, f.
leib-schichtig, Adj.
Leib-schmerzen, Pl.
Leib-schurz, m.
Leib-schüssel, f.
Leib-speise, f.
Leib-spezel, m.
Leib-stück, n.
Leib-stuhl, m.
Leib-und-Seele, Pl.
Leib-und-Seele-aneinander, Pl.
Leib-und-Seele-an-einem, Gen.?
Leib-und-Seele-buckse, f.
Leib-und-Seele-hosen, Pl.
Leib-und-Seele-unterhosen, Pl. f.
Leib-und-Seele-unterhose, Pl. f.
Leibung, f.
Leib-wäsche, f.
Leib-weh, n.
Leibweh-schmerzen, Pl.
Leib-wirtschaft, f.
Leich-dorn, m.
Leiche, f.
Leicht, f.
Leich(en)-ansager, m.
Leich(en)-befahrer, m.
Leich(en)-beschau, f.
Leich(en)-beschauer, m.
Leich(en)-besorger, m.
Leich(en)-bitter, m.
   Lehr-bube m.: 'männlicher Lehrling', Lehrbu, -bub (lēər-, lēÄ-), s. PfWB Bube [verbr., auch Don Gal Buch]; vgl. PfWB Lehrbursche, PfWB -mädchen; Zs.: Gärtner-, Maurerlehrbube; Syn. s. PfWB Stift. Die hän bloß e paar Lehrbuwe, von einem Betrieb, der nur Lehrlinge beschäftigt [ NW-Freinsh]. So 'n schäne Acker voll Korn häwwich noch käner g'hatt, wu 'n Lehrbu g'sät hot [Karch Gimmdg/Muttstdt 106]. Lied des Maurerlehrbuben: Schun als Lehrbu, klääner, / Hat a unserääner / Viel Lascht un gar net viel Blesseer (Pläsier). / Immer renne, laafe, / Worscht un Kes inkaafe, / Du vergesse net das Flaschebier. / Kummt mer angedappscht, / Werd mer noch geflappscht, / Weil die Worscht nix nutz / Un de Kes zu klään [HB-Kirrbg (Krebs 69)]. Südhess. IV 245; RhWB Rhein. V 320. — -bursche m.: = PfWB Lehrbube, -borsch [ KU-Schmittw/O]; Syn. s. PfWB Stift.
 
  
Lehre f.:
1.
a.
α. 'Wissen, Kenntnisse', Lehr [Bliesg (PfId. 86)]. —
β. 'Lehrmeinung, Weltanschauung' [Lambert Penns 98]. —
b. 'Unterweisung, Erziehung, Unterricht'.
α. 'Ausbildungszeit des Lehrlings', Lehr (lēər, lēÄ(r)) [verbr., Lambert Penns 98 Don-Schowe Torscha Krämer Gal 140]; in die L. gehe (kumme) 'einen Beruf, ein Handwerk erlernen' [verbr.];

[Bd. 4, Sp. 883]
aus de L. kumme 'die Berufsausbildung beendet haben', vgl. PfWB auslernen 1, PfWB Lehrzeit [verbr.]. Nach Oschdere kommen die Kinner in die L. [ ZW-Battw]. Manchmol froot mer sich, ob sellemols die Leit dimmer oder gscheiter ware, wie mer noch in die L. gang sin [ebd.]. —
β. 'Unterrichtsgegenstand in der Schule'; Zs.: PfWB Kinder-, PfWB Kristen-, PfWB Naturlehre. —
γ. 'Sommerkurs für Handarbeit' [ Don-Schowe Torscha]. —
2. 'Meßgerät für das Gesims', Maurerspr. [ NW-Kallstdt]. — Südhess. IV 246; RhWB Rhein. V 320.
 
  
lehren schw.:
1. 'lernen', lehre (lrə, lərə) [verbr. westl. NPf westl. u. südl. WPf SW der südl. VPf vereinzelt übrige Pf, s. K. 277], lihre (līrə) [ RO-Duchr HB-Mimb Webh], lehre neben lerne [vereinzelt gesamte Pf]; vgl. PfWB lernen 1; Part. Perf.: gelehrt; vgl. PfWB gelehrt, PfWB Gelehrter; leicht (schwer) l. [ KU-Brück PS-Gersb Erfw]; gut (schlecht) l. [ZW-Battw PfId. 86]; deck 'oft' l. [ WD-Niedkch]; fleißich (viel, nix) l. [mancherorts]; auswendich l. [ KU-Brück]; de Kadissem (Katechismus) l. [ LA-Ilbh]; e Geschäft l. 'einen handwerklichen Beruf erlernen' [ KU-Bedb]. Die Kinn lehre eppes [ ZW-Battw]. Was han eich sou leicht gelehrt! 'auswendig gelernt!' [ WD-Niedkch]. Eich han schon alles gelehrt on geschrebb 'Ich habe schon meine Aufgaben gemacht' [ebd.]. Eich han mei Sach gelehrt, dass. [ebd., ZW-Battw]. Paß in de Schul uf un du ordentlich l.! [IB-Ensh (Glass 58)]. Do awer kammersch lehre, wie mer die Bäm ranscheere muß [WPf (PfId. 180)]. Die mürre grausam vel Latein un Französisch recetera l. [ebd. 165]. In Kaul- unn in Kreembach, do lährt mr so Triller [Christmann Grummet 40]. RA.: Wer sich beim Essen verschluckt, muß noch emol esse l. [ ZW-Bechhf]. SprW.: Wammer so alt werd wie e Kuh, lehrt mer immer noch dazu [ZW-Gr'bundb, verbr.]; Var.: mouß mer l. emmerzu [ WD-Niedkch]. In de Juchend was l., isch de beschde Notpänning [IB-Ommh (Walle 22)]. KR.: Es reent un schneet, es geht e kalder Wind; / Die areme Soldade mascheere mit de Flint, / De Ranze uf'm Buckel, de Sawel in de Hand. / Adjee mein liewe Vadder, ich lehre Musigant [ HB-Kirrbg]. Enche, denche, Dindefaß, / geh in die Schul un lehre was. / Wann de was gelehret hosch, / kimmsche haam un seesche (sagst du) mer's [KU-Rothsbg (Mang 231)]. a. 1785: Elisabetha Müllerin lehret recht gut [Catalogus Lectionum (PS-Windsbg)]. —
2. 'lehren' [F. wie 1., Verbr. im Gebiet lehre (s. K. 277) wie bei 1, in der übrigen Pf neben altem lerne 'lehren' (vgl. PfWB lernen 2) Vordringen des gleichbed., hochsprachlich gestützten lehre]; Zs.: PfWB anlehren; eene eppes l. [ KU-Brück WD-Niedkch]; ääm eppes l. [ PS-Gersb]; eene Mores l. 'einen zurechtweisen', auch: 'einen verhauen' [verbr., Krieger 14], 'einem Schicklichkeit und Anstand

[Bd. 4, Sp. 884]
beibringen' [ IB-Bliesmg/Bolch Blieskst]; Var.: Ich will der weise, was Moses un die Prophete gelehrt hän! [ LU-Opp]. Drohung des Lehrers dem unfolgsamen, faulen Schüler: Ich werr dich l.! [ KU-Brück PS-Gersb]. Du hascht denne eppes schenes gelehrt! 'Du hast ihm etwas Ungeziemendes beigebracht, ihn zu Schlechtigkeiten verleitet' [ KL-Reichb]. Der hat Stunne bei N. genumm, do hat er sich Schikane l. losse [ ZW-Battw]. Er dut die Ochse, (die Stier(e)) l. 'im Gespann ziehen lehren' [KU-Albess Altkch W'mohr HB-Alth Seyw IB-Aßw Bebh Seelb ZW-Bechhf Stamb Wiesb Zweibr PS-Schweix Vinn], dricke l, dass., vgl. PfWB drücken 1 aδ [ ZW-A'hornb Walshs], fahre l., dass. [ KU-A'glan], ziehe l., dass. [ HB-Lu'thal], lehre zieh [ KU-Wahnwg]; vgl. PfWB gewöhnen 1 a; 's Kalb l. 'das Kalb zum Säugen an der Kuh gewöhnen', vgl. PfWB gewöhnen 1 b [ ZW-O'aub]. — Zu niedd. u. rhein. lēren, līren 'lernen' u. 'lehren' ( DWB DWb. V 762); die Lautfolge -rn in der WPf selten, vgl. das Fehlen des n in PfWB gern, PfWB Kern, PfWB Korn u. a. — Südhess. IV 246; RhWB Rhein. V 315 ff.; LothWB Lothr. 333; ElsWB Els. I 605.
 
  
Lehrer m.: wie schd., Lehre(r) (lērə, lēərə, lǟrə; -ər, -Ä) [verbr. (neben älterem Schulmeister u. PfWB Schullehrer)], Lehre [verbr. Don Krämer Gal 140], Lehrer [Lambert Penns 98], 'L. der Sonntagschule' [Beam Penns 64]; Zs.: PfWB Tanz-, PfWB Dorfschul-, PfWB Turn-, PfWB Groß-, PfWB Kleinschul-, PfWB Ober-, PfWB Schreib-, PfWB Schul-, Wanderlehrer; vgl. PfWB Großschule, PfWB klein 1 cγ; de groß L., de kleen (klaan, kloon) L. 'L. der Unter-, der Oberstufe in der Volksschule' [verbr.], der owerscht L. 'L. der Oberstufe' [ KL-Reichb]; 'n gurer, (braver, strenger) L. [verbr.]; die Fraa L. 'die Gattin des Lehrers' [ LU-Friesh]; Grußformel: Gun Dach, Herr L.! [verbr.]. Bei dem L. lerne die Kinn eppes [ RO-Als]. Das Kind wird so entschuldigt: Herr L., unser Seppl kann heit net in d' Schul; er hot 'n dicke Backe [ NW-Geinsh]. Das is net nore Tatsach, des is werklich wohr, der Herr L. hot's gsaat [ Gal-Bagbg]. Der will im Summer L. un im Winder Maurer sin, von einem, der nicht gerne arbeitet [Krieger 24]. VR.: Wie die Trauwe, so de Wein; / Wie de Gärtner, so de Garde; / Wie de Baam, so die Frucht; / Wie de Lehrer, so die Zucht; / Wie 's Tuch, so de Rock; / Wie die Gäße, so de Bock; / Wie das Korn, so das Mehl; / Wie de Schuster, so die Schuh; / Wie de Bauer, so die Kuh [Krieger 38]. Berufsneckerei: Was hemmer dann fer'n L. in unsre alde Stadt? De L., der esch dick un fett, er frißt de Kinner 's Brot eweg. Was hemmer dann... Var.: Des Sunndaachs esch er Organischt, un Werdaachs fahrt er wirrer Mischt. Was hemmer dann... [ LA-Hainf]. Einen weiteren VR. s. PfWB Schmied. KR.: De Himmel is bloo, das Werrer is schään, / Herr

[Bd. 4, Sp. 885]
L., mer wenn (wollen) spaziere gähn [ LU-Alsh]. Sechs mal sechs is sechsedreißig, / Is de L. noch so fleißig, / Is de Schiler doch so faul / Wie e alder Schockelgaul [ LU-Altr]. Sechs mal sechs is sechsedreißich, / Un de L. is so fleißich / Un die Kinner sin so dumm, / Geht de Stecke hinnerum [ LU-Muttstdt]. Brauchtum: Bei Beerdigungen erhalten Pfarrer und Lehrer am Sterbehause kleine Lorbeersträuße, die sie dann ins Grab werfen [(1930) HB-Jägbg]. Südhess. IV 246/47; RhWB Rhein. V 321/22; ElsWB Els. I 606.
 
 
Lehrerei f.: 'lästiges Lernen, Büffeln'. So e dommi Lehrerei! [ Don-Lenauh]. Zu PfWB lehren 1.
 
  
Lehrerin f.:
1. wie schd., Lehrerin, Pl. -e [verbr. (neben PfWB Fräulein 2 a)], Lehrin [ HB-Kirrbg KB-Kriegsf]; Zs.: PfWB Arbeits-, PfWB Handarbeits-, PfWB Musik-, PfWB Schul-, PfWB Stricklehrerin. Dem sein Dochder werd L. [ LA-Gommh]. —
2. 'Gattin des Lehrers' in den Zs. PfWB Schullehrerin. — Südhess. IV 247; RhWB Rhein. V 322; ElsWB Els. I 606.
 
 
Lehrers-frau f.: 'Gattin des Lehrers', Lehrerschfraa, -frää, Lehrers- [verbr.]; vgl. PfWB Lehrerin 2. Südhess. IV 248.
 
 
Lehrersin in PfWB Schullehrersin.
 
  
Lehrer(s)-sohn m.: 'Sohn des Lehrers', Lehrerssohn [ SP-Harths, mancherorts]. Südhess. IV 248. — -stube f.: = Lehrerzimmer, Lehrerstubb [ RO-Als]. —