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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Leer-woog bis Leg-eisen (Bd. 4, Sp. 870 bis 872)
 
  Leer-woog m.: FlN, Leerwoog [Kaislt (Schandein Bav. IV,2 233)].
 
 
Lefoschee n.: 'Jagdgewehr', Lefoschee [PfId. 86], Lefaschee [GH-Schaidt (Guentherodt Frz. 60)]. Mei Lefosche, des isch mei Stock, / Do treff' ich alles sicher [Woll 86]. — Nach dem frz. Erfinder und Hersteller Lefaucheux (Ph. Keiper in: ZfdMa. 1910 139). — Südhess. IV 236.
 
  
Lefze f., Lefzen m.: 'Lippe', Lefz (lęfds) [KU-Kaulb KL-Obernh Reuschb Siegb Weilb PS-Münchw FR-Tiefth Frankth LU-Friesh Maud Spey NW-Geinsh Ruppbg BZ-Hofstätt PfId. 86 Lambert Penns 98 Beam Penns 64 Don-Tscherwk Kernei Lovrin Gal-Bagbg Hohenb], Lefze, Läfze (lęfdsə, -ä-) [verbr. südl. VPf O-PS mancherorts mittl. VPf KL-Fischb Mölschb FR-Bobh PfId. 84], daneben aus dem ges. Verbreitungsgebiet: Lefze Pl. ohne Genusangabe, Lefse [ RO-Obd KB-Kriegsf], Lafze [ PS-Bruchw GH-Wörth PS-Busbg]; zur Verbr. s. K. 281; vgl. PfWB Lefzengosche, PfWB Lespe, PfWB Lippe; Zs.: PfWB Ober-, PfWB Unterlefze; Sie hot roure Läfze [ BZ-Dernb]. Der hot g'schwollene Lefze [ BZ-Nd'horb]. Mer dut awwer mein L. so weh! [ LU-Neuhf]. Der dut mit de Lefze wetze 'die Lippen aneinanderreiben' [ BZ-Barbr]. Er loßt die Lefze hänge, daß mer druftrede kann, von Hängelippen [Pirmas]. Ich han'm die Lefze verhau [ KL-Siegb]. Ich schlaa der uf die Lefze, daß der de rot Saft erunnerlaaft [Pirmas]. Ja gar im Dod en Engel noch! / Die Lefze stumm un' wie so blaß [Schandein Ged. 176]. Ach, ihre Leftse sin so wohr, / Gedufte wilde Rose gleich [H. Meyer in: Penns. Folkl. Soc. Vol. XIX, S. 6]. Volksgl.: Drick en Stick Silwer unnich die ewerscht Lefz, wann die Nas blut [Fogel Beliefs Penns Nr.

[Bd. 4, Sp. 871]
1590]. Wer 'n Mostasch (engl. m(o)ustache 'Schnurrbart') rese (engl. raise 'wachsen lassen') will un kann net, muß die ewerscht Lefz mit sißer Rahm oder me Hinkeldreck schmiere un no in 're dunkle Nacht en schwärzi Katz es abschlecke losse [ebd. 1984]. a. 1679: so wird es ihm wohl gar nichts schaden, aufs allerwenigste sechs Wochen oder zwei Monat hier zu bleiben; dann das wird ihm schon die Lefzen aufmachen lernen [Liselotte Briefe 47]. — Das Wort wurde bereits 1926 vielerorts nur noch von den Alten, das als vornehmer empfundene Lippe von den Jüngeren gebraucht [ KL-Fischb KB-Dannfs FR-Bobth LU-Alsh Altr Neuhf NW-Ellstdt LA-Edk Gommh GH-Max'au BZ-Queichhmb Gal-Obl]. Andererseits hatte das Nebeneinander der beiden F. eine vielfältige Bedeutungsdifferenzierung zur Folge, wobei Lippe allg. die menschlichen Lippen, Lefze (ebenso Lespe u. Flänsch, vgl. K. 281) die Lippen des Tieres (Rind, Pferd, Hund, bes. Jagdhund) [ KU-Brück Kaulb HB-Brenschb ZW-L'wied PS-Erfw KB-Mauchh FR-Kirchh LU-Mundh NW-Deidh LA-Bornh Nd'hochstdt], große wulstige Lippen [ HB-O'bexb KL-Siegb NW-Weish/S], die Unterlippe [ KU-A'glan] bezeichnete. — Mhd. lëfs(e) f., m., spätmhd. auch lefz(e) neben lebs(e) und lesp(e) (Kluge-Mitzka20 430); zur Etym. vgl. auch G. Heeger in: PfMus. 2/1895 9/10. — Südhess. IV 236/37; RhWB Rhein. V 469/70; ElsWB Els. I 570.
 
  
Lefzen-gosche f.: = PfWB Lefze, Lefzegosch [ GH-Bellh].
 
 
Leg-angel f.: = PfWB Grundangel, Legangel [Spey]. Südhess. IV 237; RhWB Rhein. V 302. — -bohnen Pl.: 'Bohnen für die Aussaat', Leebohne [ KU-Diedk].
 
  
Legchens n.: ein Klickerspiel, Legchers [ RO-Falkst]. Spielregel: Einer legt den Klicker auf den Boden, der andere muß auf ihn werfen. Trifft er ihn, gewinnt er einen Knopf und muß selbst den Klicker legen. Syn. s. PfWB Klickerchens.
 
  
Leg-dielen Pl.: 'auf dem Lesegut liegende Bretter in der Kelter', vgl. Abb. 49, Lechdiele, Leg- [ NW-Deidh Bobh Dackh Dürkh]; vgl. Säckerdiele, PfWB Knecht 2bγ, PfWB Leghölzer.
 
  
Lege f.:
1.
a. 'Schicht von Heu oder Garben auf dem Erntewagen', Lee, Pl. Le(j)e [ KU-Dietschw Föckbg Frohnhf Kaulb Trahw Wolfst HB-Bliesdlh ZW-Gr'bundb Bechhf KL-Katzw Weilb], Lech [LA-Impfl]; vgl. PfWB Gelege 1, PfWB Lage 1bα; e L. Haai [Müller Dietschw 48]; Leche mache 'Heu laden' [LA-Impfl]. Mer han vier Leje uf de Wa'e gelad [ KU-Wolfst]. a. 1715: (Das Heu einer Wiese) gibt Ein gute leg Vff die leyter [BrPr. 370, S. 271 (KU-Wahnwg)]. —
b. 'Glecke 1 a für eine halbe Garbe', Lägg [ IB-Habkch]. —
c. 'Bürde Holz', Legg [ LA-Ilbh];

[Bd. 4, Sp. 872]
Syn. s. PfWB Bürde 1aα, K. 70. —
2. 'Legdarm des Huhnes', Lee [ KU-Bedb]. — Südhess. IV 237; RhWB Rhein. V 302; LothWB Lothr. 332; ElsWB Els. I 574.
 
  
Leg-ei n.: = PfWB Nestei, Legaai [ LU-Altr], -oi [Lambert Penns 99]. Das L. war meist aus Gips [ LU-Altr]; vgl. PfWB Gipsei. — -eisen n.: 'Bandeisen an der Decke oder am Boden einer altmodischen Wagenachse', Legeise [Penns DeitschEck 10. Mai 1947, Lambert Penns 99].