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Leb-kuchen bis Lechem (Bd. 4, Sp. 856 bis 858) | |||
Leb-kuchen, m. Lebkuchen-gasse, f. Lebkuchen-herz, n. leb-los, Adj. lebrig, Adj. Leb-tag, m. Leben(s)-, m. Lebtag-macher, m. Leb-zeit lech, Adj. lecheln Lechem, n.? lechen, schw. lecherig, Adj. lechern, schw. lechern lechez-mon-cul Lechter lechzeln lechzen, schw. leck, Adj. leck, Adj. Leck-arsch, m. Leck-bätzel, f. lecken, schw. Lecker, m. Lecker lecker, Adj. Lecker-bissen, m. leckerig, Adj. Leckerle, n. Lecker-maul, n. Leck-kübelchen, n. leck-mäulig, Adj. Leck-merich Leck-mich-am-Arsch, Gen.? Leckmichamarsch-frack, m. Leckmichamarsch-rock, m. Leck-schmiere, f. Leckschmier-kessel, m. leckseln Ledder-born, FlN Leck-wing, f. Leder, n. Leder-apfel, m. Leder-beere, f. Lederbeer-krankheit, f. Leder-birne, f. Leder-buckse, f. Leder-fett, n. Leder-gamaschen, Pl. Leder-gäßchen, n. Leder-gerb, m. Leder-halfter, f. Leder-handschuhe, Pl. Leder-hose, f. Pl. Leder-hosen, f. Pl. lederig, Adj. Leder-jacke, f. Leder-kappe, f. Leder-karpfen, m. Leder-lack, m. Leder-leine, f. Leder-leitseil, n. Leder-mantel, m. Leder-markt Leder-mütze, f. ledern, Adj. ledern, schw. Leder-riemen, m. Leder-sack, m. Leder-schnitzel, Pl. Leder-schuh, m. Leder-schurz, m. f. Leder-schürz, m. f. Leder-schürze, m. f. Leder-sessel, m. Leder-sitz, m. Leder-strang, m. Leder-stuhl, m. Leder-tasche, f. leder-weich, Adj. Leder-werk, n. Leder-zange, f. Leder-zeug, n. ledig, Adj. ledigen, schw. lediger-heit, Adv. lediger-weise, Adv. Ledigkeit, f. lediglich, Adv. leer, Adj. leer-bäuchig, Adj. leer-dreschen, st. leeren, schw. leer-essen, st. leer-haspeln, schw. leer-köpfig, Adj. Leer-kuh, f. Leer-lauf, m. | 1. a. 'Zeit des Lebens', Lebdag (-daach, -daa) [verbr., Lambert Penns 97, 149 Don-Schowe Torscha [Bd. 4, Sp. 857] Krämer Gal 140], Läwedag [ KU-Reiffb RO-Lettw NW-Haßl], Lewesdaags [Beam Penns 66]; nur in festen Wend. wie: mei(ner), se (sei) L. 'jemals, von jeher', mit Verneinung: mei (sei) L. net (nit) 'nie, niemals', ... nimmi 'nie mehr'; zelebdah 'auf immer' [Schandein Ged. 253]; vgl. Datums-, Himmel-, PfWB Lebenlebtag, PfWB Leben 2 a. Des gibt's se L. nit! [NW-Freinsh, verbr.]. Verneinung (etwa auf die Frage: Warst du schon dort gewesen?): Nie, meiner L. noch net! [ LU-Böhl]. So was, so war se L. noch nix do! [ KU-Reiffb]. Das is sein L. net wohr! [ LU-Oggh]. In dem Haus war ich se L. noch net [ NW-Haßl]. Soo ebbes Unnvaschäämdes wie denne honn ich minn Läbbdaa nidd gesiehn! [IB-Ensh (Glass 56)]. Ich hab mei Lewesdaags nix so gsehne [Beam Penns 66]. Hab ich dann mei L. schunn so ebbes geheert? [Pirmas (Kieffer 51)]. Der hat sei L. noch nix g'schafft! [ebd.]. Beim Tornveroin, oh du liewer Strohsack, do bin ich schun moin L.! [ LU-Muttstdt]. RA.: Wer eine Narbe hat, is gezäächelt fer sei L. [ ZW-Battw]. Ein Bursche, der von einem Mädchen einen Korb bekommt, werd se L. nimmi gut [ LU-Böhl]; vgl. PfWB gut I 1 f. So war doch sei Himmel- un sei Lebda neischt! [PfId. 174 (WPf)]. Der (Dormel) kummt sein L. net zum Verstand [ KU-Schmittw/O, ZW-Battw]. Mei Läbdag hun ich so noch kä Lebdag (zu Bed. 2) erläbt (sic.!) [ KU-Reiffb]. SprW.: Wammer mit'm Weisheitszahn de Verstand nit kriet, bleibt mer sei L. e dummer Kerl [Kus]. Gut gefrihstickt spiert mer de ganze Dag, gut g'schlacht 's ganz Johr, gut geheirat sein L. [ NW-Frankeck, RO-Als]. Volksgl.: Der erscht Märge, as en Paar g'heiert hen, därf der Mann seinre Fraa die Hose net anbiete, schunscht muß er sich sein L. vun ihre boße losse [Fogel Beliefs Penns Nr. 218]; vgl. PfWB boßen 2. VR.: Do wollen zwee un kennen net un lernen's aach sei L. net [ Gal-Dornf]. Backe, backe Kuche, / Mein L. nimmi fluche, / Backe, backe Beere, / Mein L. nimmi schweere [ KU-Kaulb]; Var. s. PfWB patschen 3. Spottvers auf den Maurer: Sein Lebdaa werd keen Maiere reich, / Was er verdient, versauft er gleich. / Versauft de Hammer mitsamt dem Steel. / Lumpige Maiere gebt's gar veel [ KU-Ulm]; Var. s. PfWB Bettelmann 1, PfWB Fuhrmann 1, PfWB Käsebrot 1 b, PfWB Maurer, PfWB Schuster; einen weiteren VR. s. PfWB Kraut 2 c. a. 1331: sie mag die selbe messe lazen bi irme lebetage ane gen [OttbUrkb. 381]. a. 1387: die der edil Otte, wildegrave zu Kyrburg, unser lieber swager, und Agnes unser liebe suster sine eheliche frouwe irre lebetage han sullent [Veld., Mutschar der Grafen Heinrich u. Friedrich v. Veldenz]. a. 1477: hat myn herre dem kelner sin leptage geben [ebd., Lichtenberger Rentbuch]. a. 1560 (Kop. 16. Jh.): so sollent sie ime bruderspeis geben sein lebtag [PfWeist. 557 (NW-Freinsh)]. a. 1748: Er [Bd. 4, Sp. 858] will Kein streich sein Leben Tag Mehr Mehen [MHVPf. IV 11 ff. (Mähderbuch v. NW-Mußb)]. — b. Bestätigungsformel: Gotts Lebdag! [Lambert Penns 97]. — 2. a. 'Lärm, Trubel, Aufsehen', Lebdag (-daach, -daa) [Lu'haf, verbr., auch Don Gal Buch], Lewesdaa [ PS-Eppbn]; vgl. PfWB Lebens. Der macht e Lebdaa! [NPf]. Mach mer net sou en L.! [ LA-Nd'hochstdt]. — b. 'Streit', Lebdaa [ Don-Tscherwk]. — c. 'gute (gesellschaftliche) Stimmung'. Gischder Owend um Imme 'Festessen' war aarich Läbbda [IB-Ensh (Glass 56)]; vgl. PfWB Imbiß 2. Drowwe hott's nadierlich gleich Lebdag gewwe [Kunnrädel 110]. Ei, der Dausend, war der deß als e L.! [ebd. 117]. — d. 'Fest', Lebdag [ NW-Deidh]. Die hän en L. 'Es geht ihnen gut' [ LA-Nußd]. — Südhess. IV 221 ff.; RhWB Rhein. V 262/63; LothWB Lothr. 331; ElsWB Els. II 663. 1. 'ausgetrocknet und daher undicht', von Holzgefäßen; vgl. PfWB verlecheln, -lechen 1, -lechern 1, PfWB lecherig, PfWB leck. Des Faß is lech [ Gal-Sap]. Der Eemer is l. [ Don-Tscherwk]. — 2. 'mager, eingefallen', von Mensch und Vieh; e lechi Fraa, e lechi Kuh [verbr. Gal]; vgl. PfWB trocken 1 d. — 3. 'durstig' [verbr. Don Gal Buch]. Ich bin so l.! [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB lechern1 2. — Zur Etym. s. PfWB lechern1. — Südhess. IV 223/24; RhWB Rhein. V 268/69.
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