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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Lack-schuh bis Lade-haufen (Bd. 4, Sp. 728 bis 729)
 
  Lack-schuh m.: wie schd., Lackschuh, -schuck, s. PfWB Schuh [verbr.]. Südhess. IV 82; Rhein. V 22.
 
  
Lack-schwanz m.: 'gutmütiger Mensch, der sich leicht übertölpeln läßt', Lackschwanz [ PS-Geisbg]; vgl. PfWB Tappes 1 a.
 
  
lacksen schw.: 'beim Klickerspiel alle Klicker verlieren', lackse [ SP-W'see]; vgl. PfWB läckeln.
 
 
Lackwerig s. PfWB Latwerge.
 
  
Lad-baum m.:
1. 'Stange über dem beladenen Heuwagen', Ladbaum (lādbaum) [ LU-Ruchh]; vgl. PfWB Wiesbaum. —
2. 'Stange zum Aufladen von Baumstämmen', Ladbääm (lādbm) [ GH-Hördt]. — Südhess. IV 83; RhWB Rhein. V 35.
 
 
Ladderes m.: 'Faulenzer', Laddres [Kühn Hamet 122]. RhWB Rhein. V 24 Ladderich 'langer, liederlicher Geselle'.
 
  
Lade f.:
1. 'Sarg', Lad (lād, ld) [verbr., Walle 34, Birmelin Penns Poems 108 Don-Tscherwk Gal (Krämer Sprachsch. 137) Buch-Arbora Tereblestie Rußl-Katht Sulz], Lar [ KU-Albess Ehw Körbn], Pl. Lade [vereinzelt], Lare [mancherorts]. L. kommt neben dem häufigeren Totenlade vor, ohne daß eine geographische Trennung beider Formen vorgenommen werden kann. Er isch in d' L. kumme [ BZ-Dernb]. Ich war voorde (vorhin) in de Doolehall, awwer die L. mem Luij honnse schun zu gehaad [IB-Ensh (Glass 55)]. Ich wollt, ich wär gestorwe / un läg im kühle Grab, / mit Pannkuche wär ich zugedeckt, / von Waffele wär mein L. [Hebel 80]. RA.: Dem laaft's Maul in de L. noch, von einem, der gern und viel redet [ HB-Kirrbg]. Volksgl.: En Nagel

[Bd. 4, Sp. 729]
aus're L. ime Zahn rumgstäärt, vertreibt Zahnweh [Fogel Beliefs Penns Nr. 1559]. Du kriggscht ken Rumedis (Rheumatismus) wannd en Nagel vun re L. nootragscht [ebd. Nr. 1751]. Volksbr. an der Totenlade: Am letschte Owend werd der Dore (Tote) en die L. geleet. Aus jerem Nochberschhaus es jemmand do. Jerer bet e Vatterunser for die Leich, dann werd Kaffi getronk. Die Dorewächter setze sich en die Stubb. Manchmol stellt mer 'ne Brantewein hin. Morjenns gett's Kaffi [ WD-Niedkch]. Grund uf die Lad schmeiße 'eine Schaufel Erde auf den Sarg werfen', ein Brauch, mit dem man sich bei der Beerdigung vom Toten verabschiedet [ PS-Gersb, mancherorts]. a. 1667: worauff der scharffrichter sie angenohmen vnd ... zwüschen neun vnd zehen Vhren in eine Lad gelegt vnd vff den Gottesacker geführet vnd begraben worden [Seel Chronik von NW-Deidh 173]. —
2. 'kastenförmiges Möbel'.
a. 'Truhe zum Aufbewahren von Kleidern und Wäsche', um 1930 schon veraltet [mancherorts, Christmann Kaulb 6 Mang 82 Müller Dietschw 46, Lambert Penns 96 Don-Schowe Torscha Gal-Dornf]. a. 1596: Item 1 ladt mit 4 fachen [WerschwSchR 608v]. —
b. vgl. PfWB Gewürz-, PfWB Häcksel-, PfWB Neben-, PfWB Schub-, PfWB Würzlade. —
c. 'Bettlade'; vgl. PfWB Bett-, PfWB Himmelbettlade. —
3.
a. 'Hubvorrichtung'; vgl. PfWB Hebelade. —
b. Teil des Webstuhls; vgl. PfWB Weblade. —
4.
a. 'Unterkiefer'; vgl. PfWB Kinn-, PfWB Zahnlade. —
b. 'Mund'; vgl. PfWB Brotlade. — Südhess. IV 83; RhWB Rhein. V 25 ff.; LothWB Lothr. 325 f.; ElsWB Els. I 556.
 
  
Lade-bube m.: 'Brautführer', Ladbu (ˈlād̩bū) [ KU-Godhs], Ladebu (ˈlādə̩bū) [ BZ-Schweighf GH-Hördt]; vgl. PfWB Ladebursche. — -bursche m.: 'Brautführer', Ladborsch [mancherorts NPf]. Ursprünglich lud der L. zur Hochzeit ein; er wurde dafür zur Hochzeit geladen und mit dem Amt des Brautführers betraut. Andernorts folgte der L. mit der Lademagd dem Hochzeitspaar im Zug zur Kirche; s. hierzu Schandein Bav. IV,2 367 f. Vgl. auch: PfWB Ladebube, PfWB -diener, PfWB -knappe, PfWB -knecht, PfWB -magd. -diener m.: = PfWB Ladebursche, Laddiener [ SP-Dudhf].
 
  
Lade-haufen m.: 'kleiner Heuhaufen auf der Wiese, der auf den Erntewagen geladen wird', Ladhaufe [ LA-Böching GH-Bellh Knitth]; vgl. PfWB Haufen 1 e. Südhess. I 88.