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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Karch-schmiere bis Kardinal (Bd. 4, Sp. 71 bis 72)
 
   Karch-schmiere f.: 'Wagenfett', Karchschmier, -schmeer [mancherorts]; vgl. PfWB Wagenschmiere. RA.: Mer meent, der hätt K. in de Odere, von einem Phlegmatiker [Kaislt]. Der Ausrufer bei einer Versteigerung: 20! - 25! - 30! - Doppelgebott! - 40! - 50! - 's geht wie Karchschmeer, ölig un flott! [PfRSch 4. 2. 1934 (nördl. VPf)]. AR.: Hotzelbier, Karchschmier, Wachefett un du bischt weg [ LA-Nußd]. a. 1529: 1 fas karchschmer [GgHospR]. Südhess. III 1120; LothWB Lothr. 277; ElsWB Els. II 485; Bad. III 72.
 
  
karch-schmierig Adj.: sich karchschmeerich mache 'sich mit Karchschmiere schmutzig machen' [ KU-Schmittw/O].
 
  
Karchschmier-jockel m.: Schimpfwort, Karchschmeerjockel [ LA-Venn]; vgl. Karrenschmierjockel. Zum Grundw. vgl. PfWB Jakob 2 b α.
 
 
Karch-schnippe f.: 'Karch zum Kippen', Karchschnepp [Klein Wag. 114 (NPf)]. a. 1787: 1 alt Karch Schnepp [Kurpf. 940-942].
 
 
Karch(s)-korb, -spange, -stollen s. PfWB Schubkarch(s)korb, PfWB -spange, PfWB -stollen.
 
  
Karch-zaine f.: 'langer, viereckiger, aus Weiden geflochtener Korb, der auf den Wagen oder auf den Karch gestellt wurde, wenn man Futter holte', Karchzään [mancherorts mittl. u. südl. VPf Klein Wag. 114 Wilde 201], -zään [vereinzelt mittl. u. südl. VPf Schandein Sprachsch. 50], -zeun [ PS-Erfw], -zäi [ GH-Schwegh]; vgl. PfWB Benne 1 u. 2, Wagenzaine. Der Korb war vorn geschlossen u. hinten offen [Land BZ-Dernb], vorn offen, hinten geschlossen [Klein Wag. (SOPf)], an einer Breitseite offen [ LA-Nußd GH-Bellh]. In GH-Schwegh bestand die K. aus zwei, aus Weiden geflochtenen Teilen, die beim Fahren ineinandergeschoben waren und beim Aufladen auseinandergezogen wurden, um möglichst viel aufladen zu können. Beim Abladen wurde der Karch nach hinten »gekippt«. RA.: E K. voll 'sehr viel, eine große Menge' [ LA-Rhodt].

[Bd. 4, Sp. 72]
a. 1515: Item 28 P. vor 1 karchzeyn [GgHospR]. ElsWB Els. II 906/07.
 
  
Kardätsche f.: 'Pferdebürste', Kardätsch (karˈdęt) [ ZW-Bechhf LU-Alsh/Gr SP-Mechth]. — Zur Etym.: Die K. wurde aus Karde hergestellt, s. Kluge-Mitzka20 352. Südhess. III 1120/21; RhWB Rhein. IV 179; Bad. III 72.
 
 
Karde f.: = PfWB Kardendistel, Kaardele, Dim. Pl. [Wilde 115]; Zs.: PfWB Rauh-, Weberkarde. — Aus vulgärlatein. cardus 'Distel', vgl. Kluge-Mitzka20 Karde.
 
  
Karden-distel f.: 'Dipsacus fullonum', Kordedischtel [ KU-Schmittw/O], Kaardedischel [PennsDeitschEck 24. 7. 1937]; vgl. PfWB Gläserbürste, PfWB Karde, PfWB Kardobenedikt, PfWB Strähl, PfWB Webersträhl.

 


Aus den Nachträgen
 
  
Kardeplä Gen.?: 'Brei aus Milch, Weck und Leinsamen (auch heißen Kartoffeln) als Heilpflaster gegen Schwären', Kardeblä [ LA-Nd'hochstdt]; zu frz. garde-plaie 'Wundschutz' oder cataplasme 'Pflaster'?


 
   Kardinal m.: wie schd. SprW.: Wer de Papscht zum Vetter hot, hot leicht Kardenal se werre [ LA-Wollmh GH-Kand]. Südhess. III 1121; RhWB Rhein. IV 180; Bad. III 72/73.