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Kranz bis Kranz-kuchen (Bd. 4, Sp. 544 bis 546) | |||
Kranz, m. Kranz-bart, m. Kranz-darm, m. Kränzel-kleid, n. Kränzel-kraut kränzeln, schw. kränzen Kranz-heraustanzen Kranz-hübel, m. Kranz-kraut, n. Kränzel-, n. Kranz-kuchen, m. Kränzlein Kränzler Kranz-rock, m. Kranz-teig, m. Kranz-wein, m. krapeln, schw. Krapen Krapfen Krapfen, m. Kräppel, m. kräpfen, schw. Krapfen-genist, n. Krapfen-holz, n. Krapfen-prügel, Pl. Krapfen-recht, n. Krapfen-stiel, m. Krapfen-zinken, Pl. Krapo, m. Krapp Krapp, m. f. m. Krappe, m. f. m. Krappen2, m. f. m. Krapp, m. Krappes, m. Krapp-dörre, f. Krappe Kräppel kräppeln, schw. Krappen Krappen2 Krappen-bürzel, m. Krappen-genist Krappen-kaspar, m. Krappen-nest, n. Krappen-scheuche, f. Krappen-schnabel, m. Krappen-schule, f. krappen-schwarz, Adj. Krappen-stimme, f. Krapper, m. Krätsche, f. krätschen, schw. Krätscher, m. Kratte, f. m. Kratten, f. m. Krattel, m. kratteln Kratten Kratz-bürste, f. Krätz-, f. kratz-bürstig, Adj. Krätzchen, n. Krätzel1, n. Krätzchen Kratz-distel, f. Kratze, f. Krätze Krätze, f. m. Krätz, f. m. Kratz-eisen, n. Kratzel, m. Krätzel Krätzel2 Kratzeler, m. kratzelig, Adj. kratzeln, schw. krätzeln, schw. kratzen, schw. krätzen, schw. Kratzen-brot, n. Kratzen-klee, m. Krätzen-korb, m. Kratzer, m. Krätzer, m. Kratzert Kratz-fuß, m. n. Kratz-füßchen, m. n. Krätz-füßchen, m. n. Krätz-habicht, m. Kratz-hacke, f. Krätzi Krätzicht, n. m. Kratzig, n. m. kratzig, Adj. krätzig, Adj. Krätz-käfer, m. Kratz-kater, m. Krätz-, m. | 1. a. 'aus Blumen oder Grün geflochtener oder gebundener Ring', Kranz (grḁnds) [verbr.], (-a-) [mancherorts]; Pl. Kränz (gręnds) [verbr.]; Dim. Kränzche [verbr. WPf (ohne O-PS) NPf nördl. VPf], Kränzel [mittl. u. südl. VPf O-PS], Kränzle [vereinzelt südl. VPf]; vgl. PfWB Blumenkranz; e K. flechde, binne; e Kränzche (Kränzel) aus Rose [verbr.]. KR.: Zum Schloofe (for's Mädche): / Blimcher draus im Gärtche dei' / Nucke nohchenann' als ein, / 's duckt sich jedes [Bd. 4, Sp. 545] Kneppche; / Schlof, mein Mad, un' morje ball / Breche mer die Blimcher all' - / Kränzelcher um's Keppche [Wilde 66]. Insbes. α. e Kränzche (Kränzel) for die Braut [verbr.]; vgl. PfWB Braut-, PfWB Hochzeits-, Myrtenkranz. Ehedem waren in BZ-Billh auf dem Gang zur Trauung in der Kirche »Braut und Brautjungfern mit Kränzen von Gold, Silberflittern und Glasperlen geschmückt« [Becker Volkstr. 147]. — β. 's Kreschkinnel hot e Kränzel uf'm Kopp [ LA-Roschb]. — γ. a. 1531: so es sach were, das einer junkfrau not were zu zeihen, so soll sie zeihen mit einem kranz [Grimm Weist. V 672 (PS-Wallhalb)]; vgl. Unschuldkränzel. — δ. 'Kranz auf dem Kopf einer weiblichen Leiche'; vgl. PfWB Totenkranz. — ε. 'Kranz am Sarge eines Verstorbenen'; vgl. PfWB Leichenkranz; e K. nidderleche [ KB-Kerzh]. — ζ. 'm Pingschdelemmer ('m Pingschdequack) e K. umhänge [mancherorts Gal]; vgl. PfWB Pfingst(en)-, PfWB Quackenkranz. — η. 'Kranz, der zur Kirbe im Tanzsaal aufgehängt wurde' [LU-Alsh/Gr Neuhf (um 1880)]; vgl. PfWB Kirbekranz 1. In KU-Bosb wurde der K. herausgetanzt. — θ. 'Kranz am Kirbebaum' [mancherorts Gal]; vgl. PfWB Kirbekranz 2. — ι. vgl. Lesekranz. — b. 'Kränzel aus Wachsknöpfen, das von Frauen ehedem am Hochzeitstag getragen wurde' [ BZ-Böllbn]. — c. vgl. PfWB Rosenkranz. — 2. Kranzähnliches. a. 'Haarknoten der Frau', Kranz [ KU-Breitb WD-Marth IB-Bebh Heckdh]. — b. 'die Blättchen, die den Winter über rings um die Schnittfläche der eingekellerten Rüben wachsen', Kränzle [LA-Wey Venn u. Umg. (Wilde 217)]. — c. 'kranzförmiger Kuchen', Kranz [verbr.]; zu seiner Verwendung als Gebildbrot vgl. PfWB Kranzkuchen. Brauchtum: In vielen Orten der WPf wurde noch in den dreißiger Jahren am Kirbemontag oder -dienstag der K. herausgetanzt. In KU-Kollw spielte sich dies in folgender Weise ab: Am Kirbedienstag zog die Jugend auf eine Wiese vor dem Dorf. Einer der Burschen trug den K. auf einer Mistgabel. Man stellte sich im Kreis auf und tanzte. Dabei wurde ein kleiner Strauß aus künstlichen Blumen von Paar zu Paar gereicht. Es wurde geschossen, und das Paar, bei dem sich der Strauß in diesem Augenblick befand, hatte den K. gewonnen. Der männliche Partner dieses Paares mußte eine Lage Bier ausgeben. — d. kranzähnliche Geräte oder Bestandteile an Geräten. α. 'die Gesamtheit der Felgen des Rades' [mancherorts, Klein Wag. 110]. — β. vgl. PfWB Zahnkranz. — γ. 'Einfassung des Siebes' [mancherorts WPf u. NPf]. — δ. 'kranzförmiger Wulst als Unterlage für Kopflasten'. a. 1792: Kranz [Klein Prov. 254]. — ε. 'Kranz, bestehend aus 3-4 Ringen, den der Imker unter das Kar setzt, wenn das Bienenvolk zu stark wird' [ KU-Adb]; vgl. PfWB Kar 3 a. — ζ. 'Brunneneinfassung'; vgl. PfWB Brunnenkranz. — e. e K. werfe 'beim Kegelspiel [Bd. 4, Sp. 546] ein Wurf, bei dem nur der König stehenbleibt' [verbr. VPf]. — f. 'regelmäßige Zusammenkunft eines Kreises von Frauen'; 's Kränzche [ LU-Limbghf]; vgl. PfWB Kaffeekränzchen. — g. vgl. PfWB Glockenkranz. — h. vgl. Mai-, PfWB Weihwasserkranz. — Südhess. III 1762/63; RhWB Rhein. IV 1376 ff.; LothWB Lothr. 309; ElsWB Els. I 521. 1. 'Hartheu (Hypericum perforatum)', -kraut [»Rheingegend« (Wilde Notizen)]. Syn. s. PfWB Stierkraut. — 2. 'Sellerie (Apium graveolens)', Kränzelkraut [»Südostpfalz« (Wilde Notizen)], »weil es in dieser Gegend gerne in Kränzen verwendet werden soll«. — ElsWB Els. I 531 and. Bed. — -kuchen m.: 'aus Teigsträngen geflochtener Kuchen', Kranzkuche (-kuxə, kūxə, s. PfWB Kuchen) [verbr.]; oft auch einfach Kranz genannt, vgl. PfWB Kranz 2 c. Den K. bäckt man vielerorts für das Totenmahl, mancherorts für die Hochzeitstafel, in Zweibr zu Allerseelen, in HB-Lu'thal zu Neujahr und Pfingsten, in KU-Wahnwg zur Kirbe, in LU-Alsh/Gr zu Geburtstag und Namenstag, in LA-Edk u. Rhodt zur Konfirmation. Brauchtum: Am Kirbesamstag ziehen die Burschen mit einer Stallaterne und einem großen K. auf einer Backschieße aus, die Kirbe einzuholen. Südhess. III 1763; RhWB Rhein. IV 1379.
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