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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Köter bis Kottel (Bd. 4, Sp. 499 bis 500)
 
   Köter m.:
1. 'kleiner, häßlicher Hund', verächtlich, Keder (kēdər, r) [verbr.], Kerer (kērər) [ KU-Schmittw/O PS-Rodalb]; dreckicher K.! [ NW-Ungst]. —
2. 'Prügel'; eem K. gewwe [ PS-Rodalb]. Der hat sein K. kriet [ PS-Hengsbg]. — Südhess. III 1699; RhWB Rhein. IV 1282.
 
  
kötern schw.: 'verhauen'. Ich han en emool gekedert [ PS-Ruhbk]. Syn. s. PfWB verhauen 1. — Zu PfWB Köter 2.
 
 
Kot+-fleischer m.: Berufsbez. a. 1340: Item Gotschilius suon des kotfleisschers [StArch. Spey I, Fasz. 694, 18]. — Zu mhd. kōtfleisch 'Gedärme' ( Lexer Lexer I 1690), vgl. auch DWB DWb. V 1900 Kottfleisch, nhd. Kutteln. — -grübler m.: 'Mistkäfer (Geotrupes vernalis)', Kotgriwwler (ˈkōd̩griwlər) [ RO-Ruppeck]. Syn. s. PfWB Pferdskäfer 1. — -hahn m.:
1. 'Wiedehopf (Upupa epops)', Kothahn

[Bd. 4, Sp. 500]
(ˈkōdhān), -hahn, -hohn, -hohn, s. PfWB Hahn [KU-Blaub Herschw/Petth O'alb Obw/Tiefb Schmittw/O HB-Brenschb Schwarzack ZW-Käshf RO-Sippf KL-Einsdhf PS-Schopp KB-Bennhs GH-Schwegh Schandein Sprachsch. 27], Quot- (gwōd-) [LU-Alsh Rh'gönh NW-Dürkh Ellstdt Meckh Weish/S LA-Altd Kl'fischl GH-Bellh Weingt Heeger Tiere II 10], Gewothahn [PfId. 53 Schandein Notizen], Wuthahn [ BZ-Kapswey] (Kontamination zwischen Quothahn und Wut wut?). Syn. s. PfWB Wiedehopf. —
2. de Kothahn fange, derber Scherz, bei dem Unbedarfte aufgefordert werden, einen unter einem Hut o. ä. befindlichen K. zu fangen. In Wirklichkeit befindet sich unter dem Hut ein Haufen Exkremente o. ä., an dem sich der Genarrte die Hand verschmiert [ KU-Roth KB-Rams]; vgl. Elbentrütschen fangen. —
3. Pl. Kothähn, -hähn, Neckname für die Bewohner von HB-Brenschb u. PS-Nünschw. — Der erste Wortteil ist zu mhd. quāt, kāt 'Schmutz' ( Lexer Lexer II 316) zu stellen, wobei sich in der VPf die alte Lautung erhalten hat. Die Benennung erfolgte wohl wegen des schmutzigen Nestes und des Gestanks, den der Vogel verbreitet. — RhWB Rhein. IV 1279; ElsWB Els. I 340.
 
 
Kotiljon m.: ein veralteter Tanz. Wann ich mit dem - schön ufgeplanzt / Die Krawatt glatt un ewe - / De Codeljon hab vorgedanzt [Woll 31]. — Aus frz. cotillon. — Südhess. III 1699; RhWB Rhein. IV 1282.
 
  
Koton m.: 'Baumwollstoff', Goddon [ZW-Stamb], Goddun [ HB-Brenschb], Goddung (ˈgoduŋ) [ HB-Limb Nd'bexb Medh], Guddung (ˈguduŋ) [ KU-Brück]. Aus K., der blau oder braun bedruckt war, wurden Frauenkleider geschneidert. — Im Ggs. zu PfWB Kattun, das über das Schd. in die Mda. gelangte, ist K. direkt aus frz. coton 'Baumwollstoff' übernommen. — RhWB Rhein. IV 1282 Kotong.
 
  
kotscheln schw.: 'in hohem Alter mühsam herumgehen', kotschele (kodələ) [ KU-Miesau]; vgl. PfWB kotteln1 2; rhein. kotscheln 'huckepack tragen' ( RhWB Rhein. IV 1284), d. h. 'gebückt, mit belasteten Schultern gehen', s. dazu PfWB kozen 'auf dem Rücken tragen'.
 
 
Kott s. PfWB Kutte.
 
  
Kottel1 f.:
1. 'Mädchen, das abends auf der Straße herumläuft', Kottel (kodəl) [ IB-Bliesmg/Bolch]. —
2. Dim. Kottele (kodələ) 'kleine, schwerfällige, tappige Frau' [ PS-Petbch].
 
 
Kottel2 'Eingeweide' s. PfWB Kuttel.