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Pfälzisches Wörterbuch 
 
klapp bis Kläpperei (Bd. 4, Sp. 266 bis 271)
 
klapp
Klappe, f.
Klappe, f.
klappen, schw.
Klapper, f.,  m.
Kläpper, f.,  m.
Kläpper-apfel, m.
Klapper-blume, f.
Klapper-buben, Pl.
Kläpper-, Pl.
Kläpperchens, n.
Klapper-dose, f.
Kläpperei, f.
Kläpperes, m.
Klapper-feld, n.
Kläpper-garde, f.
klapperig
kläpperig
Klapper-kasten, m.
Klapper-leibchen, n.
Kläpperlein, n.
Kläpper-mann, m.
Kläpper-marsch, m.
Klapper-mohn, m.
Kläpper-mühle, f.
klappern, schw.
kläppern, schw.
Kläpper-rätsche, f.
Klapper-rose, f.
Kläpper-, f.
Klapperrosen-samen, m.
klapper-rot, Adj.
Klapper-schenkel, m.
Klapper-schlange, f.
Kläpper-schnur, f.
Kläpper-stecken, m.
Klapper-steig, m.
Klapper-storch, m.
Klapper-tasche, f.
Klapper-täsche, f.
Klapp-fenster, n.
Klapp-knöpfel, n.
Klapp-messer, n.
klapprig, Adj.
kläpprig, Adj.
Klapp-stuhl, m.
Klapp-zylinder, m.
Klaps, m.
Klaps-mühle, f.
klar, Adj.
Klara, f.
Klara-base, f.
Klar-apfel, m.
klären, schw.
Klär-hafen, m.
Klarheit, f.
Klarifari, Gen.?
klärig, Adj.
Klarinette, f.
Klarinett(en)-bläser, m.
Klarinett(en)-kopf, m.
Klarinett(en)-peter, m.
Klarinett(en)-sack
klärlich, Adj.
klar-machen, schw.
Klärsel, n.
klar-werden, st.
Klasse, f.
Klassen-bester
Klassen-erster
Klassen-kampf
Klassen-letzter
Klassen-zimmer
Klassen-esel, m.
Klassen-stößel, m.
Klassen-stube, f.
Klässer
Kläßler
klässern, schw.
Klatsch, m.
Klatsch-base, f.
Klatsch-blume, f.
Klatsche, f.
klatschen, schw.
Klatscher, m.
Klatscherei, f.
Klatscherin, f.
Klatsch-kränzchen, n.
Klatsch-maul, n.
Klatsch-mohn, m.
Klatsch-rose, f.
klau
kläubeln, schw.
klauben, schw.
Klaude, f.
Klaue, f. m.
Klauen, f. m.
Klauel, m.
klauen, schw.
Klauen-fett, n.
  klapp Schallwort: klapp, oft klapp klapp [verbr.]; vgl. PfWB klipp 2. Südhess. III 1366; RhWB Rhein. IV 617.
 
  
Klappe1 f.:
1.
a. 'Vorrichtung zum Öffnen und Schließen einer Öffnung', Klapp (glab); die K. am Owe, am Briefkaschde usw. [verbr.]. Im bes. 'auf- und zuklappbarer Hosenboden der Knabenhose' [verbr.]; Zs.: PfWB Hosenklappe. —
b.

[Bd. 4, Sp. 267]
'klappenartige Schutzvorrichtung'; vgl. PfWB Ohren-, PfWB Scheuklappe. —
c. vgl. PfWB Achsel-, PfWB Schulterklappe. —
2. übertr.
a. 'Mund', abschätzig. Hall die K.! [ZW-Contw, verbr.]; mit dem Zusatz: sunscht scheint der de Mond noch eninn [ ZW-Gr'bundb]. Syn. s. PfWB Gusche 1 a. —
b. 'Bett', scherzh. [allg.]; vgl. PfWB Bett 1 a, PfWB Falle 4; in die K. gehe 'zu Bett gehen' [ ZW-Marthh]. Er leit noch in de K. [KB-Bischh, verbr.]. — Südhess. III 1366/67; RhWB Rhein. IV 615/16; ElsWB Els. I 494; Bad. III 148.
 
 
Klappe2 f.: 'Ohrfeige'; eem e Klapp gewwe [ Gal-Dornf, mancherorts]; vgl. PfWB Patsche 1 a. Zu PfWB klapp. Südhess. III 1366 Z. 53; ElsWB Els. I 494.
 
  
klappen schw.:
1.
a. 'etwas wie eine Klappe nach oben, nach unten bewegen', klappe [verbr.]; vgl. PfWB auf-, PfWB zu-, zusammenklappen; de Kraa (den Mantelkragen) in die Heh kl.
b. 'durch Öffnen und Schließen ein klappendes Geräusch verursachen'. Die Deer klappt [ NW-Kallstdt]. Trans. in der RA.: Ferz klappe 'dummes Zeug schwätzen' [ LU-Fußgh]. —
2. übertr. 'zusammenpassen, gelingen, glücken' [verbr.]. Uf die Stunn hat's geklappt [ ZW-Battw]. Me derf's drehe un wenne wie mer will, do klappt's net [ KU-Schmittw/O]. RA.: Ich glaab, im Stibbche 'im Gehirn', do klappt's nimmi 'Er ist verrückt' [ PS-Th'eischw]. SprW.: Wann's net klappe will, klappt's net [ KB-Bischh]. — Südhess. III 1367/ 68; RhWB Rhein. IV 616; LothWB Lothr. 291; ElsWB Els. I 494; Bad. III 148.
 
  
Klapper, Kläpperf., m.:
1.
a. 'Gerät, mit dem geklappert wird', die Klapper (glabər) [ LU-Opp], Kläpper (glebər) [verbr., auch Gal].
α. Gebräuchlich ist das Gerät hauptsächlich in zwei Formen: Brettchen, an dem an zwei Seiten Stahlfedern mit Eisen- oder Bleikugeln angebracht sind. Durch entsprechende Bewegungen klappern die Kugeln auf dem Holz. Oder: Gestieltes Brettchen mit beweglichem Hämmerchen, s. Abb. 51. Vgl. auch die Ausführungen bei Holzklapper. Mit der K. vertreibt man die Vögel aus den Gärten (vgl. PfWB Wingertsklapper). An den Kartagen ersetzt sie in katholischen Orten die Glocken und die Schellen (vgl. PfWB Gärre 1 a, Karfreitagsklapper). Die Kläppergarde verwendet sie bei Fastnachtsumzügen. Mancherorts, so auch in Gal, gebrauchte sie der Gemeindediener (vgl. PfWB Büttel 2 b) bei den örtlichen Bekanntmachungen. —
β. 'zwei kleine Brettchen, zwischen die Finger geklemmt, durch einen dritten Finger gespreizt und durch rhythmische Bewegungen der Hand zum Klappern gebracht', die Kläpper [ BZ-Dernb]. —
b.
α. = PfWB Peitsche 1, die Klapper [ LA-Venn], Kläpper [FR-A'lein verbr. südl. VPf]; vgl. PfWB kläppern 1 a. —
β. 'Treibschnur an der Peitsche' [ LA-Böbing]. —
c. ' Teil der Windmühle, der die Bewegung des Schüttelwerks

[Bd. 4, Sp. 268]

verursacht', Kläpperche [ KU-Bedb]. —
d. 'Taschenuhr', scherzh., Klepper [ LU-Fußgh]. —
e. Pl. 'Holzschuhe', Kläppere, Kläppercher [vereinzelt]; vgl. PfWB Holzkläpper 2. —
2.
a.
α. 'altes, mageres Pferd', der Klepper [verbr.]. Syn. s. PfWB Mähre. Des es e alder K., e alt Klepperche [KU-Wolfst, verbr.]. Jesses, was zwa derre Klepper sein dr an de Wa geschpannt! [Kühn Schnitze I 196]. —
β. 'Pferd' (ohne verächtlichen Nebensinn). a. 1565: Item 3 faß (habern) daselbst ... mit meinem klepper geetzt 'verfüttert' [WerschwSchR]. —
b. 'schwatzhafte, klatschsüchtige Frau', auch von einer Mannstollen [verbr. SWPf (PfId. 54), mancherorts mittl. VPf]; vgl. Sprüchekläpper. —
c. 'Mund', verächtlich [ HB-O'bexb]. —
d. = PfWB Klapperrose 1. RA.: Backe so rot wie e Klapper [ KU-Eschau]. — Südhess. III 1368/69; RhWB Rhein. IV 623; LothWB Lothr. 291; ElsWB Els. I 494; Bad. III 148/49.
 
  
Kläpper-apfel m.:
1. eine Apfelsorte, Kläpperappel [vereinzelt]. —
2. Pl. 'Schläge', scherzh. RA.: Er kriecht Kläpperäppel un Bumbesbeere [ LA-Essing]. — Südhess. III 1369; Bad. III 149; Schwäb. IV 449.
 
 
Klapper-blume f.: 'Klatschmohn (Papaver Rhoeas)', Klapperblum (-blūm) [mancherorts NWPf, vgl. K. 241], -blumm [RO-Rehborn, nach Wilde 130 auch andernortes in der NPf]. Syn. s. PfWB Klapperrose 1. Südhess. III 1369; RhWB Rhein. IV 626.
 
  
Klapper-buben, Kläpper-Pl.: 'Buben, die in katholischen Orten am Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag klappern (s. d. 1bα)', Klapperbuwe [ RO-Obd PS-Fehrb], Kläpper- [mancherorts, bes. VPf]; vgl. Gärr(en)-, Leier-, PfWB Rätscherbuben. Die K. rufen

[Bd. 4, Sp. 269]

abends: Ave Maria, Betglock. Am Karfreitag morgen rufen sie: Heit esch de heilich Karfreidach, wo unser Herr Jesus im Grabe lach - Ave Maria, Betglock. Ihr Ruf am Karsamstag lautet: Der Daach fängt an zu bleiche, für Arme un für Reiche - Ave Maria, Betglock. Sie sagen auch die Zeit vor Beginn des Gottesdienstes an, indem sie rufen: Das is das erschde, das zwette, das dritte Mal for in die Kerch [mancherorts]. Beim dritten und letzten Umzug am Karfreitag bleiben sie an den Häusern der reicheren Einwohner stehen und singen folgenden Vers: Das ist das drittemal von Haus zu Haus - die Hutzele owe raus! Nach dem Gloria am Karsamstag rufen sie: Das ist das letztemal für das ganze Jahr! Richtet den Osterhas,

[Bd. 4, Sp. 270]
nicht so groß und nicht so klein, daß es geht ins Kerwel (Körbchen) nein. Eins, zwei, drei, Geld oder Ei! [NW-Hamb u. Umg. (Wilde 23)]. Am Karsamstag holen die K. alte Kreuze vom Friedhof, die vom Kirchendiener auf der Kirchtreppe verbrannt werden. Mit der Asche wird Wasser geweiht [ KU-Brück]. Weitere Bräuche der K. s. bei Wilde 48; vgl. auch PfWB Feuerweihe, PfWB Judasfeuer. Südhess. III 1369; RhWB Rhein. IV 626; Bad. III 149.
 
  
Kläpperchens n.: 'das Hervorrufen eines brummenden Geräusches durch das Hin- und Hergleiten eines Ringes auf einem langen Faden; der Faden ist an einer Patronenhülse angebunden, die mit einem Flaschengummi an

[Bd. 4, Sp. 271]
einer Fensterscheibe befestigt ist', Klepperchers [ KU-Lohnw].
 
  
Klapper-dose f.: = PfWB Klappertasche, Klapperdos [ HB-Höch].
 
 
Kläpperei f.: 'Schwätzerei'. a. 1488: Item ob auch yemand sy, der in (den Priester) hinder oder yrre in dem ampt der helligen messe mit murmery oder kleppery in der kirchen oder usswendig der kirchen in dem kirchhoffe [PfWeist. I 312 (NW-Dürkh)]. DWB DWb. V 968.