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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Kaiser bis Kaiser-eck (Bd. 4, Sp. 16 bis 17)
 
Kaiser, m.
Kaiser-apfel, m.
Kaiser-ball, m.
Kaiser-bart, m.
Kaiser-berg, m.
Kaiser-birne, f.
Kaiser-blume, f.
Kaiser-brot, n.
Kaiserchens, n.
Kaiser-dom, m.
Kaiser-eck, n.
Kaiser-essen, n.
kaiserisch, Adj.
Kaiser-kammer, f.
Kaiser-kirsche, f.
Kaiser-kopf, m.
Kaiser-krone, f.
Kaiser-liebling, f.
Kaiser-mirabelle, f.
Kaiser-rech
Kaisers-berg, m.
Kaisers-lautern, ON
Kaisers-mühle, f.
Kaiser-straße, f.
Kaiser-stuhl, m.
Kaiser-Wilhelms-bart, m.
ka-jackern, schw.
ka-jäckern, schw.
kajolieren
Kakao, m.
Kalabreser, m.
Kalaumes, m.
Kalaumes-schmus, m.
Kalb, n.
Kälbchens-dreck, m.
Kälbchens-käse, m.
Kälbel-fresser, m.
kälbeln, schw.
kalben, schw.
Kälber-au, f.
Kälber-bub, m.
Kälber-garten, m.
Kälber-geiß, f.
kalberig, Adj.
Kälber(s)-jude, m.
Kälber(s)-kern, m.
Kälber(s)-krankheit, f.
Kälber(s)-kraut, n.
Kälber(s)-kropf, m.
Kälber(s)-kübelchen, n.
Kälber(s)-kuh, f.
Kälber(s)-kutsche, f.
Kälber(s)-milch, f.
kalbern, schw.
kälbern, schw.
Kälbernes, n.
Kälber-pferch, m.
Kälber-ring, m.
Kälber-ruhr, f.
Kälber-sack, m.
Kälber-schragen, m.
Kälber-schule, f.
Kälbers-kern
Kälber-stall, m.
Kälber-stand, m.
Kälber-streiche, Pl.
Kälber-strick, m.
Kalbert, m.
Kälber-weide, f.
Kälber-weidstücker, Pl.
Kälber-zähne, Pl.
Kalbin, f.
Kalbin-rind, n.
Kalb(s)-auge, n.
Kalb(s)-beiessen, n.
Kalb(s)-braten, m.
Kalb(s)-bries, n.
Kalb(s)-brust, f.
Kalb(s)-dreck, m.
Kalb(s)-fell, n.
Kalb(s)-fleisch, n.
Kalb(s)fleisch-beiessen, n.
Kalb(s)fleisch-fresser, Pl.
Kalb(s)-fuß, m.
Kalb(s)-gelünge, n.
Kalb(s)-haut, f.
Kalb(s)-haxe, f.
Kalb(s)-knöchelchen, Pl.
Kalb(s)-kopf, m.
Kalb(s)-kotelett, n.
Kalb(s)-kröse, n.
Kalb(s)-laus, f.
Kalb(s)-leder, n.
kalb(s)-ledern, Adj.
Kalb(s)-magen, m.
Kalb(s)-milch, f.
Kalb(s)-Moses, m.
Kalb(s)-niere, f.
Kalbsnieren-braten, m.
Kalbs-züberchen, n.
   Kaiser m.:
1. wie schd., Kaiser (kaisər, (r)) [verbr.], Käser (ksər) [Schandein Ged. 240]; nach Schandein Sprachsch. in alter Zeit in NW-Mußb: 's Käsers Buwe. RA.: Sie streite um 's Kaisers Bart [ KU-Schmittw/O GH-Zeisk]. Was sehr lange her ist, war domols, wie der K. noch G'freiter (Kapral, Gemoner) war [mancherorts Don Gal Buch]. Er is dort, wu de K. zu Fuß hingeht, verhüllend für 'im Abort' [ NW-Kallstdt]. Der Eingebildete is'm K. am Arsch abgefall [Buch-Illisch verbr. Gal mancherorts Don Rußl-N'liebsth]. Alter Spruch: Die Metz un die Maad hun'm K. de Danz versaat 'Metz und Magdeburg haben dem K. den Gehorsam verweigert' [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Wo nix isch, hat de K. sei Recht verlor [mancherorts, auch Don Gal Buch Fogel Prov. Penns 2003]. Scherzfrage: Wann steht de K. uf ääm Bään? Antwort: Wann er uf sei Roß steit [ ZW-Marthh]. Rätsel von der Mutterbrust: 's is e Fäßche wohlgebunn, aus dem hun K. un Keniche getrunk un kenner hot 's Zäppche rausgezoo [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB Faß 1 a. Brauchtum: Ärmere Kinder besuchten in der Weihnachtszeit an mehreren Abenden verkleidet und vermummt wohlhabendere Familien, um Almosen zu erhalten. Dabei sangen sie im Hausgang die 1. Strophe des Liedes Stille Nacht oder sprachen den Reim: Ich bin der kleene K. un gehn in alle Haiser. Laßt mich nit zu lange stehn, denn ich muß noch weiter gehn [KU-Kübelbg u. Umgeb.]; vgl. PfWB Ehrenkönig, PfWB Apfel 1, PfWB Bohne 1. Kinderspiel: Kaiser, wer soll werfe? Die Spieler werden eingeteilt in Kaiser, König, Kurfürst, Graf, Edelmann, Bettelmann, Bocksoldat, erster Bauer, zweiter Bauer usw. Ein Gummiball wird im Kreise der Beteiligten in ein Loch gelegt. Der König beginnt mit der Frage: »Herr Kaiser, wer darf werfen?« Der Kaiser antwortet z. B.: »Der Edelmann!« Während sich dieser nach dem Ball bückt, flüchten alle, bis er »Halt« ruft und versucht, einen der Spieler »abzuwerfen«. Vgl. auch PfWB Bauer1 1 b, PfWB Kaiserchens, PfWB Soldat.
2.
a. K. Alexander, eine Apfelsorte [ ZW-Battw]. —
b. K. Friedrich, 'Tabak', scherzh. [Wilde 239]. —
c. Im Spiel Kaiserchens heißt der dickere Klicker K.
d. s. PfWB Donnerkaiser. — Südhess. III 1041; RhWB Rhein. IV 55; LothWB Lothr. 271; ElsWB Els. I 474; Bad. III 50.
 
  
Kaiser-apfel m.: eine Apfelsorte, -appel [ RO-Dielkch]; vgl. PfWB Apfel. Südhess. III 1042; Rhein.

[Bd. 4, Sp. 17]
IV 57; Bad. III 50. — -ball m.: ein Ballspiel, s. PfWB Kaiser 1, -ball [Groh Wörschw 189]. Bad. III 50. — -bart m.: 'zweigeteilter Bart, wie ihn Kaiser Wilhelm I. trug' [(1930) vereinzelt]; vgl. Kaiser-Wilhelm-Bart. Südhess. III 1042; RhWB Rhein. IV 57. — -berg m.: FlN in KU-Frohnf Krottb BZ-Dettw. — -birne f.: eine Birnenart, -beer, -bier [ BZ-Dierb LA-Mörzh]; vgl. PfWB Birne 1 a. Bad. III 50. — -blume f.:
1. 'Kornblume (Centaurea Cyanus)' [Wilde 148 (mittl. VPf)]; vgl. PfWB Kaiserliebling. —
2. 'Margaretenblume (Chrysanthemum leucanthemum)' [ZW-Gr'steinhs PS-Geisbg Wilde 171]; vgl. PfWB Kaiserkopf, PfWB -krone 1 b. Syn. s. PfWB Margerite. —
3. 'Königskerze (Verbascum thapsiforme)' [ ZW-Bottb]. Syn. s. PfWB Kunkel. — Südhess. III 1042; RhWB Rhein. IV 57; Bad. III 50. — -brot n.: 'Gebäck aus Mandeln, Zitronen und Rosinen' [ NW-Frankeck].
 
  
Kaiserchens n.: ein Klickerspiel, Kaiserches [ KL-Miesb]. Spielregel: Man zieht einen geraden Strich auf eine Mauer hin. Wo er auf die Mauer stößt, setzt man einen etwas dickeren Klicker, den Kaiser 2 c. Die Mitspielenden stellen sich an das andere Ende des Striches und zielen mit dem Schießklicker auf den Kaiser. Wer ihn vom Strich herunterschießt, dem gehört er. Andernfalls muß von jedem Spieler ein Klicker auf den Strich vor den Kaiser gesetzt werden. Wer dann den Kaiser trifft, bekommt sämtliche Klicker; wer einen Klicker aus der Reihe trifft, bekommt nur diesen, und das Spiel beginnt von neuem.
 
 
Kaiser-dom m.: 'der Dom in Speyer'; Kaiserdum [Rohr 4]; vgl. PfWB Dom. — -eck n.: FlN in [ KU-Frankb]. —