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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Kaul-klicker bis Kautchens (Bd. 4, Sp. 142 bis 143)
 
   Kaul-klicker m.: 'der wertvollste Klicker', Kaulklicker [ KU-Etschbg]. — -kopf, Kaulen-m.:
1. = PfWB Kaulquappe, Kaulkopp [KU-Ulm HB-Limb (PfId. 74) NPf (Heeger Tiere II 13) NW-Frankeck], Kaule- [Zweibr], Gaule- [ LU-Muttstdt], Kulle- [Bliesgegend (PfId. 82)]. —
2. 'Mensch mit auffallend dickem Kopf', auch Schimpfw., Kaulkopp [ RO-Dielkch KB-Kriegsf NW-Freinsh]; vgl. PfWB Kaul 2, PfWB Kaulbach. Syn. s. PfWB Wasserkopf. — Südhess. III 1218; RhWB Rhein. IV 327; LothWB Lothr. 319; ElsWB Els. I 460. — -quappe f., -quappen m.: 'Froschlarve', Kaulquapp, Pl. -e [Pirmas (neben Mollekopp) LU-Altr Limbghf BZ-Dierb], Gaul- [ LA-Nd'hochstdt]. Er hat e Kopp wie e Kaulquappe [Krieger 46]. Syn.: Dick- 2b, PfWB Gauls- 2a, Kaul-, PfWB Mollenkopf. Südhess. III 1218; RhWB Rhein. IV 328; Bad. III 96. — -wiese f.: FlN, die Kohlwiese (Pl.) [ HB-Einöd]. a. 1565: kaulwiese [WerschwSchR]. — Zu PfWB Kaule 1, mit späterer Umbildung zu Kohl.
 
  
kaum Adv.:
1. temp.
a. kaum [verbr.], kaam (kām) [mancherorts], kumm (kum) [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)].
α. 'gerade erst'. Ich war kaum aus de Schul, do hab ich schun Korn gesät [ NW-Gimmdg]. —
β. 'eben noch'. Mer konnte die Haaifuhr (vor dem hereinbrechenden Ungewitter) kaum noch in die Schaier dricke [ Gal-Dornf]. —
γ. 'fast nicht'. Da hat mer kä Minut Ruh, 's langt kaam zum Esse [ ZW-Battw]. —
b. in Verbindung mit der Konj. daß 'kurz nachdem'. Kaum daß 's Haus fertich war, is er gestorb [ KL-Enkb]. —
2. mod. 'beinahe nicht, fast nicht'. Ich han dich jo kaam angerehrt [ RO-Semb]. — Südhess. III 1218; RhWB Rhein. IV 336; LothWB Lothr. 319; ElsWB Els. I 438; Bad. III 96/97.
 
 
kauscher s. PfWB koscher.
 
  
käuscht Adj.: Er isch nimmi keischt 'geistig nicht mehr normal' [ GH-O'lustdt]. ElsWB Els. I 475 kauscher; nit k. 'nicht geheuer'.
 
 
Kaut, Käut m.: 'Tausch'. a. (15)55: und ob es sach were, daß in des apts bezirk keut oder kauf geschehen, solle das gewehrt werden, wie vor alter hero recht gewesen [Weistum im Hof zu Queidersbach]; a. 1567: vnd kein kaut ohn wisßen vnd willen dickbenenter vnserer g(nedigen) herrschafft gemacht werden [PfWeist. I 321 (Ebernburg)]. — Mhd. kūt m., *kiut (zu mhd. kiuten 'tauschen'). — Südhess. III 1220.
 
  
Kau-tabak m.: wie schd., Kauduwak [ KU-Schmittw/O]. Südhess. III 1220; RhWB Rhein. IV 315; Bad. III 97.

[Bd. 4, Sp. 143]

 
  Käutchen 'eine Kleinigkeit' s. PfWB Keidchen, PfWB Keidel.
 
  
Kautchens, Käutchens, Kautelns, Käutelnsn.: 'Klicker oder Bohnen nach bestimmten Regeln in eine Kaute (ein Käutchen) werfen oder schnellen', ein Spiel der Kinder, Kautches [ KU-Erdb Dunzw KL-Rodb], Kaitches [ HB-Nd'bexb], Kautchers [ FR-Gr'niedh], Kaitchers [ FR-N'lein Albsh], Kaudeles [ FR-Merth Spey], Kaudels [ PS-Trulb NW-Lach/Speyd SP-Ottstdt LA-Nußd], Kaurels [ BZ-Klingmst], Kaidels [ PS-L'mühl LU-Fußgh BZ-Annw GH-Bellh Schaidt]; Kaudels mache [ LA-Nußd]. Mer spiele Kaitches [ HB-Nd'bexb]. Ein Beispiel: Es wird eine kleine Grube (Kaute) gegraben. Wer mitspielt, muß einen Klicker einsetzen. Ungefähr zwei Meter von dem Grübchen entfernt wird ein Strich als Ziel gezogen. Gegen dieses Ziel wird der Klicker geschubbelt. Die Klicker bleiben an der Stelle liegen, wohin sie gerollt sind. Wer dem Ziel am nächsten gekommen ist, darf zuerst seinen Klicker gegen das Grübchen schubbele. Rollt der Klicker in die Kaute, so bekommt der Spieler alle Klicker, die darin sind, andernfalls kommt der nächste Spieler an die Reihe. Vgl. auch die Spielbeschreibung bei Kaule 1 f. Bezeichnungen ähnlicher Spiele: PfWB Kautenballchens, -klickerns, -picken, -schmeißen. Zu PfWB Kaute 1 g.