Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
moffeln bis Möglichkeit (Bd. 4, Sp. 1383 bis 1386)
 
   moffeln schw.: = PfWB muffeln1 1, moffele [ WD-Niedkch GH-Neubg], mofele [ KU-Hüffl].
 
  
möfteln schw.: 'faulig, modrig riechen'. Das Flääsch mefdelt [ LA-Mörzh]; vgl. PfWB böckseln, PfWB muffzen. Südhess. IV 722 möffelig 'faulig riechend'.
 
 
Möge f.: 'Gewalt, Rechtskraft'. a. 1444: ein iglicher wurt odir wurtynne sollen moge und macht han (um Zechschulden zu pfänden) [ZweibrLuRb. 82r]. a. 1481: Item eyn yglicher brudermeyster der soll moge vnd macht han so wyth die Graueschafft von Zweynbrucken reychet [ZweibrUrkb. 76]. — Mhd. müge, möge 'Macht, Vermögen, Fähigkeit' ( Lexer Lexer I 2217). — Schwäb. IV 1727.
 
  
Mog(e)ler m.: 'Betrüger', Mogeler [ KU-Schmittw/O], Mogler [ KB-Orb].
 
  
Mogelerin, Mogelersinf.: 'Betrügerin', Mogelern, Mogelersche [ KU-Schmittw/O].
 
 
mogelich s. PfWB mockelig 1.
 
  
mogeln schw.: 'betrügen', insbes. beim Spiel, mogele (mōgələ) [verbr. WPf mancherorts VPf], mogle (mōglə) [mancherorts VPf vereinzelt WPf, Otterstetter 217], moggele [vereinzelt NPf], maugele [ HB-Kirrbg], mougele (mōugələ) [KL-Lind (Höh 142)], maugle [ GH-Leimh], mouchle [ GH-Bellh]; vgl. PfWB bemogeln; Syn. s. PfWB betrügen.

[Bd. 4, Sp. 1384]
Er hot gemogelt [BZ-Nd'ottb, verbr.]. Südhess. IV 722/23; RhWB Rhein. V 1219.
 
  
mögen unregelm.:
1. Modalverb mit Inf.
a. 'Lust haben, wollen, wünschen', mee'e (mēə) [WPf], meeche (mēχə, mēöə) [verbr. SOPf mancherorts VPf vereinzelt südl. WPf, IB-Ensh (Glass 63) Pirmas (Otterstetter 65)], mäiche (męiχə) [vereinzelt SOPf], meeje [Lambert Penns 103], meege (mēgə) [mancherorts VPf vereinzelt NPf, Schandein Bav. IV,2 255], maane (mānə, mnə) [verbr. SWPf westl. WPf mancherorts übrige WPf LA-Venn Schandein Bav. IV,2 255 Schandein Sprachsch. 40 Henn Mda.-Int. 99, 125], määne (mnə) [ KL-Katzw]; Weiteres s. F. Mit dere määncht ich nix se dun han [ KU-Kaulb]. Der maan sich nit de Kopp verreiße 'Der will sich nicht den Kopf zerbrechen' [ HB-Breitft]. Mäicht wisse, wer do ghaust ghatt hot! [Runck Du un ich 74]. Wer mahn se nit heere: die lejchte Liedcher vom Glick [Kraus Gutsjer 5]. Die Sunn, die mahn net unnergeh' [Schandein Ged. 31]. Drum mahn ich Mad' un' Mädcher âh / Zelebdah (zu Lebtag) nimi hewe! [ebd. 45]. RA.: In demm seiner Haut mecht ich nit stecke [ NW-Freinsh, mancherorts]. Do mecht mer aus de Haut fahre [ KU-Bedb, mancherorts]. Do mäicht mer grad in d' Luft gäih (gehen) [ GH-Leimh, mancherorts]. Alsemol mecht mer mit Knippl ninhaue [ ZW-Battw]. Do mecht mer doch gleich die Schwindsucht kriege [ LU-Limbghf]. Do mecht mer sich e Bää ausreiße [ ZW-Battw]. Einen VR. s. PfWB hoch 2 a. a. 1298: Wer es aber, daz Ioh. von sante Albine dyse vorgenannte vestenungen von dem lehenhern nit erwerben mochte [OttbgUrkb. 216]. —
b. 'können, in der Lage sein, möglich sein' [vereinzelt]. 's maan sein wie's will: scheen iss es doch [KU-Lauteck (Weber 64)]. Do mon's gehn, wie's will [ Don-Schowe]. In demm seim Hernkaschde maan's aa aussihn! 'Wie mag es in seinem Kopf aussehen!' [ RO-Semb]. Es maan dich aa betriwe 'Es mag dich auch betrüben' [Firmenich III 247]. BR.: Am fuffzehde April, do muß de Guckuck rufe, er maan stecke wo er will [ RO-Odh]. a. 1291: daz recht, daz ich vnde mine erben an sime deile des vorgenannt zehenden hatten oder mochten han [OttbgUrkb. 193]. a. 1480: Item ein jglicher armer hait recht jm stickswerde holtz zu lesen vnd wasz er mit dem axse ore (Axtöhr) magk abgeschlagen, da hat der armen recht zu [MHVPf 4/1870 4 (Weist. GH-Hagb)]. a. 1504: ob einer, der nit eyn pharcher sy, eyn scheffen moge syn [PfWeist. 347 (LA-Edh)]. —
c. 'sollen, dürfen, die Erlaubnis haben' [vereinzelt]. Ier zwee meechd gee, wan ier wod 'Ihr zwei könnt gehen, wenn ihr wollt' [Buffington Penns Var. 237/44 (mit weiteren Var.)]. 's mag jeder glaawe, was er will [Birmelin Penns Poems 30]. BR.: Vor Johannisdag kein Gerscht m'r

[Bd. 4, Sp. 1385]
lowe mag [ LU-Rh'gönh]. a. 1594: und wollts ettwan ein nachpwr duncken, es giengh ongleich zu in der müllen, der mac ein botten setzen in die mühlen, bis im das seine gemahlen ist [PfWeist. 203 (KB-Bubh)]. —
2. Vollverb. '(etwas oder jemanden) gern haben, wollen' [verbr.]. Meechener? 'Möchtet ihr?' [IB-Ensh (Glass 63)]. Ich maan net! [ KU-Trahw, mancherorts]. Ich mag net! [ NW-Haßl Spey]. Das maan ich nit [ KU-Theisbgstg]. Den mecht ich net (als Mann) [ KL-Bann]. Ich mecht gere eppes [ LU-Altr]. Ich maan e Stick Brot [Zweibr (Wilms Alph. 36)]. RA.: Wann ich neimool (neunmal) net meecht - ich muß! [Kaislt]. Hanjob, steh uf, m'r dresche! - Äh, maa net! (mag nicht) — Hanjob, steh uf m'r fresse! - Wo is dann mein großer Leffel? [KL-Weilb, mancherorts (Var. s. PfWB Löffel 1)]. VR.: Den ich gar net mag, / den sehn ich alle Dag. / Den ich gere hätt, / der isch so weit eweg [ BZ-Dernb]. — F.: Der Inf. ist in zwei Typen (oft nebeneinander) bezeugt: mee'e, meeche, mäiche, meege sind zu nhd. mögen zu stellen, während das besonders in der WPf bezeugte maane als Rückbildung des Inf. aus den Formen der 1.-3. Pers. des Ind. Präs. gedeutet werden kann. Flexionsformen dieses Typs (Verbr. wie Inf.): Ind. Präs. Sg. 1. ich maan (mān, --), 2. du maansch(t), 3. er maan, Pl. wie unten. Bildung des Ind. Präs. Sg. wie im Schd. ist seltener: 1. mag [vereinzelt VPf, Lambert Penns 103], 2. magscht [ebd.], 3. mag [ebd.]. Pl. 1.-3. mee'e [mancherorts WPf], meeche(n) [verbr. VPf mancherorts WPf]. Konj. Prät. Sg. 1., 3. mecht [mancherorts], mescht [KU-Rothsbg (Mang 147)], meecht (mēχd) [PS-Schindhd KU-Rothsbg (Mang 91) Kaislt Buffington Penns Var. 237/44 Krämer Gal 150], määscht (md) [Henn Mda.-Int. 125], määncht (mχd) [ KU-Kaulb KL-Katzw], mäicht (męiχd) [mancherorts SOPf], 2. mescht, meescht [mancherorts, Krämer Gal 150], Pl. 1.-3. meechde(n) [mancherorts]. Part. Perf. gemeecht [ IB-Bliesmg/Bolch]. — Südhess. IV 723 ff.; RhWB Rhein. V 1220 ff.; LothWB Lothr. 351 manen; ElsWB Els. I 656/ 57.
 
  
möglich Adj.:
1. wie schd., mielich (mīliχ) [verbr. NPf mancherorts übrige Pf Christmann Kaulb 22, 92 Kühn Hamet 124 Mang 113 Lambert Penns 103 Gal-Josbg], meelich [ KU-Schmittw/O], meejlich [Lambert Penns 103], määlich [RO-Sippf], meechlich (mēχliχ) [NW-Gimmdg Karch Dahn/Wilgws/Iggb 72 Otterstetter 65 Beam Penns 69], meeglich [Krieger 17, 39 Beam Penns 69], mieglich, mieklich [Beam Penns 70 Danner Penns 90]; Superl. meeglischt [ BZ-Nd'horb], meeglichst [ KL-H'spey]; vgl. PfWB all-, PfWB menschen-, PfWB unmöglich. So dapper wie m. 'So schnell wie m.' [SOPf (Heeger Nachl.)]. Wann's eischt 'irgendwie' m. esch [ NW-Gimmdg]. Der macht des wunnerbar, mer sett's

[Bd. 4, Sp. 1386]
(sollte es) nit for m. halde! [ NW-Gimmdg]. M'r sollts uff dere Welt, Ehr Leit, / Doch net for m. halle [Kühn Schnitze I 30]. RA.: Bei Gott es alles m., nach Lk. 1,37 [ RO-Dielkch, mancherorts]. Was m. is, dricke mein Küh! [Hebel 45]. a. 1518: wo eß jemen miglich, gantz vnd gar zu eyner guten wißen machen sollen [Kurpf. 165915 (NW-Weidth)]. a. 1594: gebott vnd verbott zu machen, die zimlich, möglich und ongefählich sein [PfWeist. 202 (KB-Bubh)]. —
2. 'groß, außergewöhnlich'; vgl. PfWB allmöglich 1. Do hodd uns newe uf de Perme / Deß Glickere mihlig Schpaß gemacht [Kühn Schnitze II 34]. Un knawwert wie e Haas im Klee / Sein mihlig große Lattwerjflade [Kühn Palz 47]. — Mhd. mügelich (Lexer I 2217/18). — Südhess. IV 725; RhWB Rhein. V 1223/24; LothWB Lothr. 358; ElsWB Els. I 657.
 
  
möglicher-weise Adv.: wie schd., mielichgerweis [SOPf (Heeger Nachl.)], mielierweis [ KL-Obernh], meejlicherweis [Lambert Penns 103]. Südhess. IV 725.
 
  
Möglichkeit f.: wie schd., Meechlichkeit [ KB-Kriegsf]. Südhess. IV 725; RhWB Rhein. V 1224.