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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Menschen-blut bis Menschen-haut (Bd. 4, Sp. 1297 bis 1298)
 
   Menschen-blut n.: wie schd., Mensche-, Minscheblut, s. PfWB Mensch [mancherorts]. M. kann ich halt känns sehne (sehen) [ PS-Erfw]. Südhess. IV 631. — -doktor m.: 'Arzt', im Ggs. zum PfWB Viehdoktor, -dokder [KU-Brück Schmittw/O Beam Penns 70]. Südhess. IV 631. — -dreck m.: 'Menschenkot'. Volksmed.: Wann en Gaul gfaundert (< engl. founder 'lahmen'), nemm en frischer Menschedreck, wickel en in en willner (wollenen) Lumbe un du'n um'm Gaul sein Gebiß [Fogel Beliefs Penns Nr. 799]. — -fleisch n.: wie schd., bes. in dem Kinderspiel Sitze uff Menschefleesch. Spielbeschreibung: Eine Anzahl Mädchen sitzen in einer Reihe auf einer Treppe oder an der Mauer. Ein anderes Kind mit verbundenen Augen läßt sich auf dem Schoß eines der sitzenden Kinder nieder und sagt: Menschefleesch geb dei' Stimm her! Das betreffende Kind antwortet mit hu. Gelingt es dem blinden Kind, an der Stimme das antwortgebende Kind zu erraten, so werden die Rollen vertauscht [KB-Kriegsf (J. Hoffmann Chronik des rheinpfälz. Dorfes Kriegsfeld. 1897 70)]. Südhess. IV 631; RhWB Rhein. V 1082. — -fresser m.:
1. wie schd., Mensche-, Minschefresser [verbr., Lambert Penns 104]. —
2. Bez. für best. Raupen, Insekten [Beam Penns 70]. — Südhess. IV 631; RhWB Rhein. V 1082; ElsWB Els. II 938. — -gedenken n.: wie schd., -gedenke (gəˈdęŋgə) [verbr., Krämer Gal 148], meist in der Wend. seit M. [KU-Kaulb, verbr.]; vgl. PfWB Mannsgedenken. Seit M. hot's kee so harder Winder gebb wie dasjohr [Krämer Gal 148].

[Bd. 4, Sp. 1298]
Südhess. IV 631; RhWB Rhein. V 1082; LothWB Lothr. 364. — -gerippe m.: 'Knochengerüst des Menschen', -geripp [ LU-Opp]. — -gesicht n.: 'Stiefmütterchen (Viola tricolor)', -gesicht [ KU-Cronbg], -gesichdelche Dim. [Pirmas (Wilde Notizen)]; vgl. PfWB Gesicht 2 c; Syn. s. PfWB Stiefmütterchen. Südhess. IV 631/32; RhWB Rhein. V 1082. — -gewimmel n.: wie schd., -gewimml [ HB-Kirrbg]. — -hand f.: wie schd., nur Pl., in der RA.: Was Menschehänn (Minsche-) net alles mache kenne, hot des Weib (selli Fraa) gsaat, wie's de Esel gsieh hat [PS-Saalstdt, KU-Diedk Hebel 49 Feierowend 31/1955 7, mancherorts Don]. — -haut f.:
1. wie schd., -haut (-haud) [ KU-Brück LU-Opp GH-Kand]. —
2. 'durchsichtiges Papier, Gelatinefolie' [ KU-Föckbg KL-Katzw Miesb Ottbg U'sulzb KB-Albish Dreis]; vgl. PfWB Hauchpapier. RA.: Es gett Leit, die sin nor mit M. iwwerzoo! [ Don-Gert]. Südhess. IV 632; ElsWB Els. I 390. —