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Pfälzisches Wörterbuch 
 
lunzeln bis luren (Bd. 4, Sp. 1072 bis 1073)
 
   lunzeln schw.: 'leicht schlummern, ein Schläfchen machen', lunzele (lundsələ) [Kus], lunzle [vereinzelt Don Gal], lunsele [ KU-Bedb]; e bißche l. [ KU-Bedb]. Abl. zu PfWB lunzen. Südhess. IV 445.
 
 
lunzen schw.: 'leicht schlummern, ein Schläfchen, Nickerchen machen', lunse (lunsə), lunze (lundsə) [KU-Eschau Wolfst ZW-Marthh PS-Lu'wink KB-Rüssing FR-Tiefth N'lein Lu'haf NW-Dürkh BZ-Dörrb Schandein Bav. IV,2 236 Kühn Hamet 123 PfId. 90 mancherorts Don Gal Buch]. — Zu mhd. lunzen 'leicht schlummern, schlummernd verweilen' ( Lexer Lexer I 1985). — Südhess. IV 445/46; RhWB Rhein. V 625.
 
  
Lupe f.: wie schd., Lupp [ KU-Brück]. Südhess. IV 446; RhWB Rhein. V 626.
 
  
lupfen, lüpfenschw.:
1. 'heben, anheben', luppe (lubə) [KU-Schmittw/O Pirmas (Kieffer 52) LU-Altr NW-Deidh Geinsh Haßl Spey, mancherorts Don], lippe (libbe) [KL-Gimsb u. Umg. LU-Altr LA-Nußd Venn Land BZ-Dierb Christmann Kaulb 61 Höh 81 Kieffer 51 Mang 112 Otterstetter 189 Wilms Alph. 35 PfId. 87 Lambert Penns 100]. Den Stän kann kenner l. [Bayer Hackm. 39]. Libb dich emol! 'Erhebe dich!' [Wilms Alph. 35]. Noh hot er bissel draa geluppt [Birmelin Penns Poems 96]. Unn duhschd vunn unne die Falldeer e bissel l. [Kunnrädel 110]. RA.: De Zorn lippt mich als in d' Heh [ LA-Nußd]. —
2.
a. 'einen trinken', luppe [ SP-Dudhf LA-Kl'fischl], lippe [ HB-Erb O'bexb Webh ZW-Nd'aub NW-Frankeck LA-Nd'hochstdt Siebdg Venn BZ-Albw Dörrb Sarnst], lipfe [ BZ-Schweig Steinf GH-Schaidt]; vgl. einen heben (heben 2 c), lüpfsen. Allo! Bring emol en zum Libbe! [Heeger Kerwe 13]. Der hat schun sei Däl gelibbt [Bayer Hackm. 39]. Ee Kriggel und Gläs'l ums anner wird g'lipfd [PfMHk. 49/1932 50 (BZ-Steinf)]. —
b. 'verhauen', in der RA.: Ehm die neint Haut libbe [ BZ-Dernb]. — Südhess. IV 446; RhWB Rhein. V 633; LothWB Lothr. 346; ElsWB Els. I 603.
 
 
Lupf-sack m.: 'Rucksack', Lobbsack [IB-Ensh (Glass 60)]. RhWB Rhein. V 633; ElsWB Els. II 343.
 
 
lüpfsen schw.: 'Schnaps trinken', lippse (libsə) [Kaislt Gal-Obl]. Abl. zu PfWB lüpfen 2 a.
 
  
Luppert n., m.:
1. ein Versteck- und Fangspiel der Kinder (n.) sowie der Fänger in diesem Fangspiel (m.), Lubbert [RO-Obd Semb Lu'-

[Bd. 4, Sp. 1073]
haf, Feierowend 9/1957], Lubat [Pirmas], Lubatsche [ KL-Ottbg]. Spielregel: Ein durch Los bestimmter Spieler, der L., versteckt sich und ruft dann »Lubbert«. Auf dieses Signal hin beginnen die anderen Kinder ihn zu suchen. Sobald sie ihm nahegekommen sind, bricht er aus seinem Versteck hervor und versucht, eines der Kinder vor dem Erreichen des Freiplatzes zu fangen. Die Gefangenen werden zum Helfer des Fängers, bis letztlich alle gefangen sind. —
2. ein Ballspiel der Knaben [ KU-Lauteck]. — Wohl zu frz. loup 'Wolf', vgl. FEW V 457 jouer au loup 'Versteckspiel'. Südhess. IV 448; RhWB Rhein. V 633; Hess.-Nass. II 194.
 
 
lurbsen s. PfWB lurpsen
 
   Lurche, Lürchef.: 'altes, baufälliges Haus', Lorch (lǫrχ) [ RO-Gonb KL-Morb KB-Bennhs Bubh Stett FR-Carlsbg Kirchh N'lein Tiefth], rch (lärχ) [ KB-Kerzh Rams FR-Höning NW-Hardbg Seeb]; vgl. PfWB Gelurch 1, PfWB Gelärr 1; Syn. s. PfWB Hütte; meist erweitert: aldi L. [ RO-Gonb, mancherorts]. — Zur Etym. kann für die pfälz. Formen (wegen des teilweise fehlenden Umlauts) nur bedingt von einer unmittelbaren Weiterbildung zu ahd. (gi-)lāri 'Wohnung' ausgegangen werden. Mit Südhess. II 1232 ist ebensogut u als Stammvokal denkbar (vgl. Borsch 'Bursche', rschche Dim.). — Südhess. IV 449.
 
 
lurchen 'faul herumliegen' s. PfWB lorchen.
 
  
luren schw.:
1.
a. 'angestrengt (heimlich) beobachten, auf eine günstige Gelegenheit warten, auflauern', lure (lūrə) [verbr. NPf mittl. WPf, mancherorts VPf, WPf, Krämer Gal 144 mancherorts Don]; vgl. PfWB lauern 1 a; Zs.: PfWB aus-, PfWB ver-, PfWB ge-, PfWB hinein-, PfWB herumluren. Do hot 'r awwer g'luurt! [ LU-Opp]. Do kannsch'de lang druf l.! [ RO-Mannw]. Der lurt uf das Mädche [ KL-Olsbr]. —
b. 'auf Mäuse lauern', von der Katze [ KB-Bennhs KL-Neukch NW-Weish/S GH-Max'au]. —
c. 'beim Kartenspiel zusehen' [ RO-Bennhs FR-Gerolsh]; Syn. s. PfWB kiebitzen. —
2. 'lauschen, aushorchen, angestrengt hinhören' [mancherorts VPf NPf vereinzelt WPf, Mang 126]; vgl. K. 274; Zs.: PfWB abluren. — Im Gegensatz zu PfWB lauern, von dem sich luren nicht dialektgeographisch abgrenzen läßt, kann wegen der fehlenden Diphthongierung nicht unmittelbar von mhd. lūren, sondern von einer Form mit kurzem Stammsilbenvokal ausgegangen werden (vgl. Kluge-Mitzka20 426). — Südhess. IV 449/50; ElsWB Els. I 608.