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Pfälzisches Wörterbuch 
 
los-tippeln bis Lot-bier (Bd. 4, Sp. 1035 bis 1036)
 
  los-tippeln schw.: 'sich zu Fuß auf den Weg machen'. Wammer's in de Füß drin kribbelt / Un die Sunn vum Himmel lacht, / Werd frischfröhlich losgedippelt [Wurstmarkt 1926]; vgl. PfWB tippeln. Südhess. IV 396.
 
 
Losung f.: 'Abgabe'; a. 1346: uzgenomen solicher wingülte, da die von Heimbach losunge an habent [MüPfUrk. 2177]; vgl. PfWB Kirchenlosung.
 
  
Losungs-tag m.: = PfWB Lostag, Pl. Losungsdaache [ NW-Haardt].
 
 
los-weise Adv.: 'stückweise'. a. 1783: Weillen Einige stückere nicht an Ihren Wert gekommen, so wurden die äckere loosweis ausgebotten [Kurpf., Fasz. 859].
 
 
los-werden s. PfWB los I 1 e.
 
  
Los-wiesen Pl.: FlN, amtl. Hinter den Looswiesen [ KL-Gimsb].
 
  
los-ziehen st.:
1. 'sich auf den Weg machen, weggehen', los-, louszieche, -ziehe, s. PfWB los und PfWB ziehen [mancherorts, Lambert Penns 100]; Syn. s. PfWB weggehen. Er isch losgezoo [ KB-Kerzh]. Zieh los! 'Geh weg!' [Pirmas]. —
2. 'die Meinung sagen, tadeln', bes. in der Wend. iwwer ene l. [ KU-Bedb, mancherorts]. Südhess. IV 396/97; Rhein. V 549; ElsWB Els. II 898. — -zittern schw.: 'sich auf den Weg machen'. So kann ich ungesteert loszittere, zunächscht dorch die Hauptstroße [PfPr. 19. 9. 1927]. Südhess. IV 397.

[Bd. 4, Sp. 1036]
-zuckeln schw.: 'sich in gemütlichem Trott auf den Weg machen', loszuckle (lōsdsuglə) [Otterstetter 211].
 
  
Lot n.:
1. 'Senkblei', Maurerspr., Lot (lōd) [verbr., Krebs 24 Mang 123 Krämer Gal 143], Lout [mancherorts SOPf]; RA.: eppes in's L. bringe 'eine Sache wieder in Ordnung bringen' [Krämer Gal 143, vereinzelt]. —
2.
a. alte Gewichtseinheit, um 1930 aus der ganzen Pf vereinzelt als Gewichtseinheit für Gewürze, Wolle und Sämereien gemeldet. Die Angaben zur Maßrelation schwanken meist zwischen 15, 16, 16 2/3 Gramm, davon abweichend 1/12 Pfund [ BZ-Dernb], 28 Gramm [ WD-Niedkch], 32 Gramm [ RO-Dielkch] und 100 Gramm [ NW-Frankeck]. Pl. wie Sg.; zwää Lot Peffer [ NW-Freinsh]. Bring e L. Zimmet met! [ KU-Schmittw/O]. Das Wort hat sich bes. in RA. erhalten: kää L. 'sehr wenig, so gut wie nichts' [ GH-Berg, mancherorts]. Es fehlt kee L. 'Es fehlt nichts' [LA-Impfl]. Sie hän noch kään L. Schmalz im Haus, von armen Verhältnissen [ NW-Haßl]. Ich kaaf ke L. meh bei'm 'Ich kaufe nichts mehr bei ihm' [ KU-Herschw/Petth]. Der hat kää L. Flääsch an sich, von einem Mageren [ ZW-Battw]. SprW.: Freunde in de Not, gehe hunnert uf e L. [ LU-Opp]. VR. s. PfWB Krebs 1. a. 1522: 12 alb. vor 4 lott Saffaron [Landsbg-KellR]; a. 1537: wigt zusammen acht lott ein quintlein ... dritthalb lott Anderthalben quintten [SpeyTreudInv.]. a. 1568: Eß soll der pfenningsweck wolgebacken wiegen 15 lott [StArch. Kaislt Ratsprotokoll 67]. —
b. aus 2 a entstanden, '(abgebundener) Teil eines Stranges Wolle', ein Strang Wolle war meist in 5 oder 10 Lot abgeteilt (1930), Lot [verbr. NPf MPf mancherorts übrige Pf], Lout [mancherorts SOPf]; Syn.: PfWB Gebinde, PfWB Klüngel, PfWB Knack 2, PfWB Lage 1 b β, PfWB Maß, PfWB Schneller, PfWB Strippe, Strippsel. Südhess. IV 397; RhWB Rhein. V 559; LothWB Lothr. 343; ElsWB Els. I 624.
 
 
Lot-bier n.: 'Freibier', Lotbier [Lu'haf]; vgl. Südhess. IV 403 Lottwein 'Freiwein'.