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Pfälzisches Wörterbuch 
 
geck bis Ge-danke (Bd. 3, Sp. 98 bis 99)
 
   geck Adj.: 'verrückt'. Er is geck (gęg) [ HB-O'bexb Lu'thal KU-Haschb Wolfst Jettb Nd'eisb], jeck (jęg) [PS-Glashtt Pirmas Kaislt KL-Siegb Olsbr Neukch KL-N'hemsb Dörnb Gundw KB-Eisbg LA-Queichh Land BZ-Mühlhf]; vgl. PfWB Geck, PfWB geckig. Syn. s. PfWB verrücken 2 a. Südhess. II 1149/50; RhWB Rhein. II 1082 ff.
 
  
Geck m.:
1. 'Modenarr, eitler Mensch, Wichtigtuer', Geck [verbr.]. Syn. s. PfWB Prahlhans. WR.: Wann de erscht Schnee fallt in de Dreck, so is de ganz Winter e G. [KL-Weilb, verbr.]. —
2. Geckelche (Dim.) 'weibliche Person von fahriger Art' [ GH-Zeisk]. — Südhess. II 1149; RhWB Rhein. II 1085ff.; Bad. II 315.
 
  
geckig Adj.:
1. 'übermütig, närrisch', geckich [vereinzelt NWPf Don-Lenauh Lovrin Gal-Dornf]; vgl. PfWB gäckelig 2 a. Syn. s. PfWB verrücken 2 a. Sei doch net so g.! [ KU-Kaulb KL-Hirschhn]. Er kummt so g. doher [ FR-Carlsbg]. —
2. 'verliebt' [ IB-Heckdh]. — Südhess. II 1150; RhWB Rhein. II 1093/94; Saarbr. 75; LothWB Lothr. 186.
 
 
Ge-dach n.: 'Dach'. a. 1612: 200 Latten seindt vff dem Closter ahn den gedachen, sonderlich ahn die Neuw gemachte Gauppen verbraucht worden [DisibSchR, Bl. 250].
 
 
Ge-dächtnis n.: wie schd., Gedächtnis (gədeχdnis) [verbr.]; e schlechdes (e gudes) G. [verbr.]; karz im G. 'vergeßlich' [Beam Penns 40]. Des bleibt mer ewig im G. [Holler 15]. RA.: Er hat e G. wie e Hinkel [Hebel 15], wie e Katz [Krieger 42]. Weibsleit hän lange Hoor un e korzes G. [ Rußl-Worms]. So bleibt der Dah uns im Gedächtnus [Schandein Ged. 210]. a. 1702: Nach altem Brauch zog der Dachdeckergeselle zum Gedächtnuß an die getane Arbeit auf der äußersten Turmspitze eines der zwei Paar geschenkten Strümpfe an [Küchler 536/37 (Kaislt)]. Südhess. II 1150; RhWB Rhein. I 1221; LothWB Lothr. 187; ElsWB Els. II 651; Bad. II 315.
 
 
Gedächtnis-kasten m.: 'Kopf', scherzh., Gedächtniskaschde [PS-Lembg KB-Albish mancherorts

[Bd. 3, Sp. 99]
VPf]; vgl. PfWB Hirnkasten. Syn. s. PfWB Kopf. Südhess. II 1150.
 
 
Ge-daisch s. PfWB Gepäusch; Ge-dajens s. PfWB Dajens.
 
  
Gedakes n.: 'hitziges Fieber', im Fluchwort: Du sellscht 's Gedippel un 's Gedaages krieche! [ BZ-Dernb]. — Zu jidd. kadachass, PfH 1975, S. 27.
 
  
Ge-dämmer n.: 'anhaltendes Trampeln', Gedämmer [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB dämmern2 1. Südhess. II 1342 Z. 51; Rhein. I 1233 Z. 5; Bad. II 315.
 
  
Ge-danke m.:
1.
a. wie schd., Gedanke (gədaŋgə), Pl. Gedanke [allg.]; uf e gure G. kumme [LU-Opp, verbr.]. Ewe isch mer e G. kumm [IB-Ballw, verbr.]. Dodriwwer muß mer sich G. mache [KL-Lind, verbr.]. Mer muß emol G. druf han 'beachten' [ KU-Kaulb Kreimb Kaislt]. Hall emol G.! 'Gib acht!' [Rockhs]. Der Unaufmerksame hat sein G. immer wu annerscht [ZW-Battw, verbr.]. Wu bischt dann mit deine G.? [NW-Haardt, verbr.]. Er is met de G. fort [ KL-Lind]. Des war uhne G. 'ohne Absicht' [ RO-Semb]. Er kann G. lese [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er flieht met seine G. im Himmel erum [ KB-Kriegsf]. Er is so voll G. wie de Esel voll Färz [ Don-Gottlob Gal-Ottenhs]. Er is in G. wie der Hund (der Mops) in de Fleh [verbr. Don Gal Buch]. SprW.: Die gure G. un die lahme Gäns (auch: lahme Geeße) kummen hinnenooh [KB-Bischh, verbr., Zahn Pläsier 209]. Lange Hoorkorze G. (haben flatterhafte weibliche Personen) [ BZ-Dierb KB-Bischh]. Volksgl.: Wammer 'me Mensch ebbes annäht, wann er's anhot, näht mer'm die G. fescht [Fogel Beliefs Penns Nr. 2011]. Zs. Heirats-, Hundsgedanke. —
b. 'Gedächtnis'; ken G. han 'vergeßlich sein' [ KU-Bedb GH-Leimh]. 's is mer aus de G. kumm [ KU-Schmittw/O]. Du hoscht so karzi G. [Beam Penns 40]. —
2. 'eine Kleinigkeit' 's fehlt noch e G. [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Idee. — Südhess. II 1150/51; RhWB Rhein. I 1243; LothWB Lothr. 186; ElsWB Els. II 692; Bad. II 315/16.