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Hexe bis Hexen-fett (Bd. 3, Sp. 973 bis 976) | |||
Hexe, f. hexen, schw. Hexen-acker, m. Hexen-besem, m. Hexen-bettchen, n. Hexen-brücke, f. Hexen-brunnen, m. Hexen-buch, n. Hexen-drücken, n. Hexen-eiche, f. Hexen-fett, n. Hexen-feuer, n. Hexen-fuß, m. Hexen-garten, m. Hexen-geschichte, f. Hexen-gesicht, n. Hexen-glauben, m. hexen-gläubig, Adj. Hexen-haar, n. Hexen-hübel, m. Hexen-kessel, m. Hexen-klamm, f. Hexen-knöchelchen, n. Hexen-kraut, n. Hexen-kümmel, m. Hexen-licht, n. Hexen-mal, n. Hexen-meister, m. Hexen-milch, f. Hexen-nacht, f. Hexen-pfetze, f. Hexen-platz, m. Hexen-ring, m. Hexen-säckel, m. Hexen-schlag, m. Hexen-schnüsse, f. Hexen-schublade, f. Hexen-schuß, m. Hexen-spruch, m. Hexen-stein, m. Hexen-stich, m. Hexen-stock, m. Hexen-strang, m. Hexen-stuhl, m. Hexen-sturm, m. Hexen-tanz, m. Hexen-treppchen, n. Hexen-turm, m. Hexen-wald, m. Hexen-wind, m. Hexen-zähne, Pl. Hexen-zettel, m. Hexen-zwirbel, m. Hexerei, f. Hexer-klicker, m. Hexerlich, m. hexe-sacker-jux, Interj. hi, Interj. hi Hick-auf, m. hicke Hicke-hacke, Pl. Hicke-hacker, Pl. Hickel-bank, f. Hickel-bein, n. Hickelchens, n. Hickeler, m. Hickel-kreide, f. hickeln, schw. Hickel(n)-häus'chen, n. Hickel(n)-häus'chens, n. Hickeln(s), n. Hickelsisch Hickel-stein, m. hicksen, schw. Hickser, m. hie, Adv. hie-aus hie-außen Hieb, m. Hiebe-dorn, m. Hiefen-mark, n. hie-her hie-herum, Adv. hieig, Adj. hie-inn(en) Hielich, (Gen. Hielich-pfennig, m. Hielich-tag, m. Hiene, f. hie-oben hier, Adv. hier-ein, Adv. hier-her, Adv. Hieronymus, m. hiesig, Adj. Hieße, f. hießen, schw. hie-üben Hiffelches | 1. 'Zauberin, die nach dem Volksgl. mit dem Teufel im Bunde stehen soll', Hex, Pl. Hexe (hęgs, -sə) [verbr.], Hax [ RO-Rehborn]. Eich bin net awerglääwisch un glaawe an keen Hexe [KU (Potzbg)]. Sie is fix wie e H. 'schnell in ihrem Handeln' [ KU-Schmittw/O]. Die hat e Maul wie e H. 'hat eine scharfe Zunge' [ KU-A'glan]. [Bd. 3, Sp. 974] Unser Kuh werd vun're H. geploogt (geplagt) [GH-Lingf, mancherorts bes. WPf (1925)]. Früher hielt man bestimmte alte Frauen für Hexen; wenn die H. der Kuh ans Euter greife, gebe die Kuh am nächsten Morgen keine oder nur blaue Milch [ PS-Vinn Kröpp]. Die H. bedient sich eines Zaubersprüchleins [ PS-L'mühl]. Hexen sind im Besitz des 7. Buches Mosis, mit dessen Hilfe sie sich in Katzen und Schlangen verwandeln können, um unerkannt bei Mensch und Tier Unheil anzurichten [ KU-Hohöll]. So e H. verlangt owends Kehl (Kohl) em Haus, un nachts melkt se dann de Leit die Kih [ WD-Niedkch]. Nachts kommen die H. zu den noch ungetauften Kindern und setzen sich ihnen auf die Brust; am nächsten Morgen findet man die Kinder keuchend und mit blauen Flecken in ihren Bettchen [ KU-Heinzhs, NW-Weish/Sd]. Wer vom Albdrücken geplagt wird, sagt: Hexe ware an meer [ KU-Bedb]. Besonders in der Nacht zum 1. Mai sollen die Hexen ihr Unwesen treiben [ HB-Bexb, mancherorts]. Das es e H., die met der Nacht geht [ WD-Niedkch]. Von dem in der ersten Mainacht verursachten Schabernack heißt es: Das hän die Hexe geschafft [ LU-Alsh]. Kinder schreckt man: Bleib weg, do sitzt e schwarze H. drin [ LU-Oggh]. Du kimmscht bei die schwarz H. [ RO-Feilbg]. Kumm erin, die Hexe kumme! [ IB-Bliesmg/Bolch, BZ-Stein]. Als Schutz gegen Hexen malte man früher in der ersten Mainacht drei Kreuzeszeichen an die Stalltür [ HB-Beed, vereinzelt]. Mer macht e schwarzes Kreiz an die Stalldir, daß die Hexe net ans Vieh kännen [ LU-Altr]. Frischmelkige Kühe stellt man an einen anderen Platz; außerdem malt man ein Pentagramm an die Stalltür [ KU-Bedb]. Wammer drei Kreiz an die Hausdeer micht, kenne die Hexe net ens Haus komme [ WD-Niedkch]. Man schützt sich gegen die Hexen, indem man geweihte Sträucher in die Speicher und Scheunen hängt [ LU-Böhl], ebenso einen geweihten Würzwisch [Becker Vk. 262]. Man hilft sich gegen das von Hexen verursachte Albdrücken, wenn man mit einem Besen aus Birkenreisig bei geöffnetem Fenster nach allen Richtungen hin schlägt und dann das Zimmer mit dem gleichen Besen fegt [ KU-Bedb]. En Kindbetterin sott (sollte) der Hochzichring net ausdun, schunscht hän die Hexe Gewalt iwwer sie [Fogel Beliefs Penns Nr. 1876]. Uf der Kärfreidag därf mer net mischde (misten), schunscht macht mer de Hexe die Dier uf [ebd. Nr. 1302]. Wammer die Räder zrickzus dreht, wammer der Wage schmiert, kumme die Hexe hinnich em [ebd. Nr. 1964]. Wammer 'n Leeb Brot ins Wasser schmeißt, vertreibt's die Hexe [ebd. Nr. 631]. Von einem Menschen in bunt geflickten Kleidern sagt man: An den gehen die Hexe nit [ NW-Neidfs]. Einen einzelnen Pfennig soll man immer im [Bd. 3, Sp. 975] Geldbeutel haben: er es for die H. [ KU-Altkch Ulm]. Beim Butterstoßen sagt man: Butter, Butter, klimbel dich, 's gebt ke greßeri H. als ich [mancherorts Gal]. Weitere Beispiele zum Hexenglauben s. Journ. 1790, S. 142-144. — 2. a. 'böses Weib' [verbr.]. Zs.: PfWB Burgunder-, PfWB Dorfhexe. Syn. s. PfWB Hausteufel 2. Das es e H. wie se em Buch steht [ WD-Niedkch]. Das isch die reinscht H. [Pirmas]. Das is e H. am Bännel [ KU-Schmittw/O]; e aldi H. [ LA-Wollmh]. SprW.: Junge Kräckse, alde Hexe 'In der Jugend kränklich, im Alter bösartig' [ KU-Diedk, Don-Kernei]. Variante zum VR. bei Polizei: Eins, zwei, Polizei; drei, vier, Grenadier; finf, sechs, aldi H.; sieben, acht, gudi Nacht; neun, zehn, schlafen gehn; elf, zwelf, kummen die Welf; dreizeh, verzeh, loß kee Färzche; fufzeh, sechzeh, fahren mer fort; siebzeh, achtzeh, bleiwen mer dort; neinzeh, zwanzich, kummen mer heem [ Gal-Dornf]. AR.: Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, die Hex, die kocht die Rüben, die Hex, die kocht den Speck, und du bist weg [ KU-Hundh]. — b. α. 'weibliche Person von auffallendem Aussehen, auffallender Art'. Das is mol e schwarzi H. [KU-W'mohr, verbr.]; e roodi H. [LU-Opp, verbr.]; e kuschelichi H. 'eine Flatterhafte' [ LU-Opp]; e richdichi H. 'eine Temperamentvolle', 'eine Streitsüchtige' [KU-Bedb, verbr.]. Zs.: PfWB Teufels-, Feuerhexe. — β. von einem herzigen kleinen Mädchen. Isch das e liewi, klääni H. [Pirmas LU-Oggh]. Zs. Zauberhexe. — 3. a. Hundename [verbr.]. — b. s. PfWB Milchhexe. — c. Pl. 'schwarze Bohnen' [Wilde 25]. — d. s. PfWB Wasserhexe. — e. 'ganz kleiner Klicker' [ HB-N'alth KU-Brück RO-Callb SP-Schiffstdt]; vgl. PfWB Hexerlich. — f. 'der zwischen Speyer und Schiffstdt verkehrende Triebwagen' [Spey]. — g. s. PfWB Grundbirnenhexe. — h. 'Wirbelwind' [ KL-Ramst Weilb NW-Haßl]; vgl. PfWB Hexenwind. Zs.: PfWB Wetter-, PfWB Windhexe. — i. 'Kochtopf, der durch die Herdringe in das Feuer gehängt wird' [ KB-O'wies]; vgl. PfWB Kesselhenke. Zs. PfWB Kaffeehexe. — Südhess. III 471 ff.; RhWB Rhein. III 608 ff.; LothWB Lothr. 241; ElsWB Els. I 396; Bad. II 685. 1. a. 'zaubern', hexe (hęgsə) [verbr.], haxe [ RO-Rehborn]. Zs.: PfWB an-, PfWB be-, PfWB ver-, PfWB weghexen. Die Klickerspieler fahren mit dem Finger quer über die Bahn und rufen: Hex, hex, do riwwer! [ PS-Erfw]; ähnlich die Verwünschungsformel in Gal-Dornf: Hexe, hexe, driwwer naus! Auch: Hexe, hexe, iwwer de Grawe, der Heinrich soll kee Glick hawe [ebd.]. — b. 'sehr schnell arbeiten' [ LA-Gommh]. Ich kann doch nit h. [LU-Opp, verbr.]. Das geht wie gehext [ ZW-Battw]. RA.: Mit dem is nimmi viel se h., von einem alternden Mann [Pirmas]. — 2. vom Wirken der Spaßvögel in der Nacht zum 1. Mai. Die Borsch ware widder h. [ KU-Roßb Aschb Miesau PS-Geisbg]; dafür auch Spuchde mache, s. [Bd. 3, Sp. 976] PfWB Spuchten. — Südhess. III 474; RhWB Rhein. III 614/ 15; Lothr. 241/42; ElsWB Els. I 397; Bad. II 684. 1. 'durch einen Pilz hervorgerufene besenartige Wucherung an Bäumen', Hexebessem [vereinzelt]. Uf dere Kiefer isch e H. [ LA-Gommh]. — 2. 'Mistel (Viscum album)' [Wilde 176 Neustdt PS-Heltbg Pirmas]; vgl. PfWB Hexenstock. — 3. 'Besen aus Birkenreisig' [Wilde 18]. — 4. 'unordentliche Frauenfrisur' [ GH-Büchbg]; vgl. PfWB Hudelwisch. — Südhess. III 474; RhWB Rhein. IX 1302; ElsWB Els. II 98; Bad. II 685. — -bettchen n.: 'Frau, die Schlechtes über andere redet'. Das isch e richtiges Hexebettche [ ZW-Bubhs]; vgl. PfWB Quatschmaul. — Das Grundw. ist Kurzform von Elisabeth 1 a. — RhWB Rhein. III 611/12 Hexenbett. — -brücke f.: FlN in GH-Zeisk [Vogel 12]; vgl. PfWB Teufelsbrücke 1. — -brunnen m.: FlN in Germh, Hexenbrunnen; vgl. PfWB Teufelsbrunnen. Bad. II 685. — -buch n.: 'Buch mit Beschwörungsformeln', Hexebuch [Lambert Penns 80]; vgl. PfWB Hexenzettel. — -drücken n.: 'Druck auf der Brust während des Schlafens', -dricke [ BZ-Steinf]; vgl. PfWB Albdrücken, PfWB Drückemännchen 1 a. Bad. II 684 Hexendruck. — -eiche f.: 'auf einem Berggipfel stehende alte Eiche, um die sich Gespenstergeschichten ranken', -ääch [ KL-Hirschhn]. — -fett n.: 1. Mittel in der Volksmed. a. In der RA.: Dem is 's Maul geschmeert mit Hexefett [Hebel 22, mancherorts, auch Don Gal Buch Rußl]. — b. 'Speichel, den die Mutter ihrem Kind auf die wehe Stelle am Körper streicht'. Kumm, ich mach d'r e bissel H. uf dein Wehweh [ LU-Opp]. — 2. 'künstlicher Dünger' [ FR-Bobh]. Syn. s. PfWB Dünger. — Südhess. III 474/75; RhWB Rhein. III 612. —
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