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Herr-gott bis Herrgott-himmelsackerment (Bd. 3, Sp. 871 bis 874) | |||
Herr-gott, m. Herrgott-donnerkeil, m. Herrgott-donnerleder, n. Herrgott-donnerstag, m. Herrgott-donnerwetter, n. Herrgott-feuerdonnerkeil, m. Herrgott-feuergewitterdonner-keil, m. Herrgott-gewitter, n. Herrgott-gewitterdonnerkeil, m. Herrgott-himmeldonnerwetter, n. Herrgott-himmelsackerment, n. Herrgott-million(en)donnerstag Herrgott-donnerwetter Herrgott-gewitterdonnerkeil herr-gottig Herrgotts-acker, m. Herrgott-sakrament, n. Herrgotts-arm, m. Herrgotts-batzen, m. Herrgotts-bäuerlein, n. Herrgotts-bild, n. Herrgotts-blume, f. Herrgotts-blut, n. Herrgotts-boben, m. Herrgotts-brot, n. herrgotts-einig, Adj. Herrgotts-frucht, f. Herrgotts-frühe, f. Herrgotts-gabel, f. Herrgotts-gaul, m. Herrgotts-herz, n. herr-gottsig, Adj. herr-gottig, Adj. Herrgott(s)-käfer, m. Herrgott(s)-kerl, m. Herrgott(s)-kraut, n. Herrgott(s)-krone, f. Herrgott(s)-länge, f. Herrgott(s)-münkelchen, n. Herrgott(s)-nagel, m. Herrgott(s)-nessel, f. Herrgott(s)-schäfchen, n. Herrgott(s)-schnitzer, m. Herrgott(s)-schuh, m. Herrgott(s)-sonnenwelt, f. herrgott(s)-sonnig, Adj. Herrgott(s)-streich, m. Herrgott(s)-täpchen, n. Herrgott(s)-tier, n. Herrgott(s)-trendler, m. Herrgott(s)-trottel, m. Herrgott(s)-vogel, m. n. Herrgott(s)-vögelchen, m. n. Herrgott(s)-wein, m. Herrgott(s)-welt, f. Herrgott(s)-wetter, n. her-richten, schw. Herrin, f. herrisch, Adj. herr-je, Interj. herr-jemine, Interj. Herr-jerem, m. herr-jerem, Interj. herr-jerum, Interj. herr-jess(es), Interj. Herr-jörgel, Pl. herrlich, Adj. Herrlichkeit, f. her-rollen, schw. Herr-sau Herrschaft, f. herrschaftlich, Adj. Herrschafts-garten, m. Herrschafts-haus, n. Herrschafts-köchin, f. Herrschafts-wald, m. Herr-schak, m. herrschen, schw. her-rücken, schw. her-rufen, st. her-rühren, schw. her-rutschen, schw. her-rütschen, schw. Her-rütscher, m. Herr-wat, f. her-sagen, schw. her-schaffen, schw. Hersch-berg, ON her-schenken, schw. her-schicken, schw. her-schieben, st. her-schießen, st. her-schlagen, st. her-schleichen, st. her-schleifen, schw. her-schleppen, schw. her-schleudern, schw. her-schmeißen, st. her-schubsen, schw. her-schucken, schw. | 1. a. 'Gott', Herrgott (ˈhärgod) [fast allg.], (hargod) [ PS-Erfw BZ-Dierb]; vgl. PfWB Gott 1. Du kannscht unserm H. danke, daß er deer des Glick erspart hot [Feierowend Nr. 28/ 1965, S. 4]. In Beteuerungen und Ausrufen: Unser H. im Himmel sell's wisse, daß ich recht hab [ PS-Erfw]. Unser H. soll mer helfe (soll mer gnädig sein) [ LU-Oggh]. Ei du mein liewer H.! [NW-Frankeck, verbr.]. Ei du mein liewes Herrgottche! [ ZW-Battw, RO-Dielkch]. O du liewer H.! [ NW-Elmst]. H., was macht eem der Wein zu [Bd. 3, Sp. 872] schaffe! [Hartmann Unkel 59]. Wenn es donnert und blitzt, droht man den Kindern: Unser H. schlagt der sein Klippel uf de Kopp [ BZ-Dernb]; der H. schlaat der e Naal (Nagel) in de Kopp [Don-Bulkes, verbr. Don Gal Buch]. Verwünschungen und Flüche: H. noch emol! [NW-Frankeck, verbr.]. H. noch enen! [ WD-Niedkch]. H., Sack uf am Bännel! [ PS-Saalstdt]. H., Dunnerkeil noch emol! [ NW-Freinsh]; vgl. PfWB Herrgottdonnerkeil. H., Gewidder noch emol! [ KL-Matzb]; vgl. PfWB Herrgottgewitter. H., Sakrament! [RO-Sippf, verbr.]; vgl. PfWB Herrgottsakrament. H., Sapperment! [verbr.]. H., Sapperlott noch emol! [ LA-Nd'hochstdt]. Ausruf der Ungeduld: H., mach emol voran! [ LU-Oggh]. H., Galoot, mach daß de loskimmscht! [ KU-Kaulb Kreimb]. Unser H. im Himmel muß doch emol e Einsehe hawwe! [ LU-Opp]. RA.: An dem hot unser H. 's Mooß verlor [Gal-Reichb, verbr. Don Gal Buch]. Denne hot unser H. gezäichelt, von einem Menschen mit einem auffallenden Gebrechen [ KU-Schmittw/O]. Er macht e Gesicht, als ob er unserm H. de Dindekrug umgeschott hätt (de Essich ausgesoff hätt), von einem Griesgram [ PS-Geisbg, Gal-Sap]. Wer nichts kann und nichts leistet, ist unserm H. sein Garnix [ NW-Haßl, mancherorts]. Wer sich um nichts sorgt, ist 'm H. sein Allerliebschder [ ZW-Battw]. Die lossen unsern H. e gude Mann sein, dass. [FR-Kirchh, verbr.]. Der Faulenzer stiehlt unserm H. de Dag ab (die Daa, die Zeit ab) [LA-Impfl, verbr., Hebel 21 Don-Schowe]. Er lebt wie de H. in Frankreich [ LU-Opp]. Dem kann unser H. aa nix recht mache, von einem Nörgler [ NW-Freinsh]. Wann denne unser H. net besser kennt, is er verlor [verbr. Gal]. Unser H. hot allerhandfor Koschtgänger, von einem Sonderling [ LU-Limbghf, KU-Schmittw/O]. Do war unser H. net deheem, darum ist es passiert [vereinzelt WPf]. Er kehrt immer dort ein, wu unser H. de Arm rausstreckt, vom Wirtshausbesucher [ GH-Kand, mancherorts]. SprW.: Unser H. kann's net jedem (net alle Leit) recht mache [RO-Dielkch, verbr.]. Unser H. läßt kän Bääm in de Himmel wachse [ BZ-Hermbghf GH-Kuhdt]. Unser H. loßt de Gääß de Schwanz nit zu lang wachse, sunscht wedelt se sich die Aage raus [ BZ-Schweighf BZ-Wind]. Was der H. will erhalle, werd weder verfriere noch verkalle (kalt werden) [ Don-Gottlob]. Die Kinn, wo mer zu lieb hot, hot unser H. noch liewer (und läßt sie sterben) [Kaislt]. Wann unser H. e Narr han will, loßt er 'me alde Mann sein Fraa sterwe [PS-Th'eischw, verbr., auch Don Gal Buch]. Unser H. strooft aach Spetter, die Totteler 'Stotterer' hat er schun (gestrooft) [Kaislt, KB-Bischh]. Unser H. strooft net streng, awwer mit de Läng [ebd.]. Wo de H. e Kapell hinbaut, baut de Deiwel e Wertshaus denewe [Land, PS-Erfw]. Wammer de H. zum Unkel hot, braucht mer net zu [Bd. 3, Sp. 873] bede [Neustdt]. Mer soll unserm H. net vorgreife (mit dem Sterben) [ KU-Schmittw/O]. Wem der H. Segen gebbt, der soll 'ne behalle, Warnung vor dem Abtreiben der Leibesfrucht [ Don-Gert, mancherorts Don Gal Buch]. Bei unserm H. isch alles meeglich [ PS-Erfw]. Mer muß unserm H. for alles danke [NW-Hardbg, verbr.]; dass. mit dem Zusatz: wann's aach e bißche mehner is [ Gal-Josbg]. Eine Ortsneckerei s. PfWB Alsenborn. KR.: Sunne, Sunne, scheine, fahr iwwer Rheine, fahr iwwer's Glockehaus, gucken drei Madame raus; die ään spinnt Seire, die ään wickelt Weire, die dritt spinnt en goldne Rock for unsern liewe H. [ NW-Geinsh LU-Opp LA-Altd]; Var. s. PfWB Puppe 2 b, PfWB Herrenhaus. Aus einem Kindergebet: Liewer H., brech mein Köppel, sunscht werr ich 'n armes Tröppel! [Schandein Bav. IV/2, S. 352]. — b. 'Christus; die gekreuzigte Christusgestalt'; das Herrgeddel [ LU-Opp]; unsern H. kisse [ NW-Geinsh]. Sie sieht aus wie unser H. am Kreiz [ KL-Weilb]. Ein Herrgottsschnitzer aus Gal-Ebenau pries seine Erzeugnisse wie folgt an: Ehr Leit, kaafen Herrgettle aus Beerebaameholz, stark wie der Deiwel! a. 1525: Item ein hültze vergült Creutz mit einem kupferin vbergulten hergott [SpeyDomKl.]. — c. 'die Abendmahlshostie'; der H. [ GH-Rh'zab]; unser H. [ IB-Heckdh]. — 2. a. 'Gegenstand übermäßiger Wertschätzung, Idol', Harrgettel [Beam Penns 50]. 's Geld is sein H. [ KU-Schmittw/O]. Ehr Mann is ehr H. [ NW-Hardbg]. — b. Neckname für die Bewohner von RO-Stahlbg (der Ort liegt hoch): die Herrgotte. — c. Schwarzer H. heißt die berühmte Weinberglage in KB-Zell. — 3. im Pflanzennamen 'm H. sein Geldbeidel 'Hirtentäschelkraut' [Wilde 105 (um Zweibr)]; vgl. PfWB Herrgottsherz. — Südhess. III 335 ff.; RhWB Rhein. III 557 ff.; Lothr. 239/40; ElsWB Els. I 246; Bad. II 642/43. [Bd. 3, Sp. 874] werrer [ KU-Schmittw/O]. — -himmelsackerment n.: dass., -himmelsakerment [Hebel 35]. —
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