Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Herd bis Herd-farren (Bd. 3, Sp. 849 bis 850)
 
Herd, m.
herd-bar, Adj.
Herd-bein, n.
Herd+-ber, m.
Herd-bock, m.
Herde, f.
Herdegärtsch
Herden-hund, m.
herden-weise, Adv.
Herder-messe, f.
Herd-farren, m.
Herd-fasel, m.
Herd-feuer, n.
Herd-fuß, m.
Herd-hammel, m.
Herd+-kessel, m.
Herd-kitsche, f.
Herd-klotz, m.
Herd-meister, m.
Herd-platte, f.
her-drehen, schw.
her-dreschen, st.
her-dressieren, schw.
Herd-ring, m.
Herd-rohr, n.
Herd-rost, m.
her-drücken, schw.
Herd-stall, m.
Herd-stange, f.
Herd-statt, f.
Herd-stein, m.
Herdstein-gretchen, n.
Herd-stier, m.
her-ein, Adv.
herein-blinkeln, schw.
herein-bringen, st.,  schw.
herein-dachsen, schw.
herein-donnern, schw.
herein-drehen, schw.
herein-drücken, schw.
herein-duckeln, schw.
herein-dürfen, st.,  schw.
her-einer, Adv.
herein-fahren, st.
herein-fallen, st.
herein-fliegen, st.
herein-führen, schw.
herein-gabeln, schw.
herein-gaffen, schw.
herein-gehen, st.
herein-gehurgeln, schw.
herein-gratteln, schw.
herein-gückeln, schw.
herein-gucken, schw.
herein-hauen, schw.
herein-heben, st.
herein-helfen, st.
herein-holen, schw.
herein-hulchen, schw.
herein-klettern, schw.
herein-kommen, st.
herein-können, schw.
herein-kriegen, schw.
herein-lachen, schw.
herein-lacken, schw.
herein-lassen, st.
herein-laufen, st.
herein-legen, schw.
herein-lesen, st.
herein-locken, schw.
herein-nehmen, st.
herein-pferchen, schw.
herein-platzen, schw.
herein-plumpsen, schw.
herein-purzeln, schw.
herein-putzen, schw.
herein-reden, schw.
herein-regnen, schw.
herein-rennen, schw.
herein-rollen, schw.
herein-rufen, st.
herein-rütschen, schw.
herein-sausen, schw.
herein-schaffen, schw.
herein-schielen, schw.
herein-schlagen, st.
herein-schläppeln, schw.
herein-schleichen, st.
herein-schleifen, schw.
herein-schlenkern, schw.
herein-schleppen, schw.
herein-schlupfen, schw.
herein-schlurpsen, schw.
herein-schmecken, schw.
herein-schmeißen, st.
herein-schnausen, schw.
herein-schneien, schw.
herein-schucken, schw.
herein-schütten, st.
herein-sehen, st.
   Herd m.:
1. 'Küchenherd', Herd (hǟrd) [verbr.], (hǟÄrd) [ KU-Kaulb Kreimb]; e ufgemauerder H. [ KU-Bedb]; e gusse H. (aus Gußeisen) [ebd.]. Für die Zeit um 1930 kann der Emailleherd mit verschlossener Feuerung als allg. verbr. angenommen werden; um 1970 gibt es auch auf dem Lande den Gas- und Elektroherd. Zs.: PfWB Feuer-, PfWB Gas-, PfWB Koch-, PfWB Küchen-, PfWB Sparherd. Die Mudder steht grad drenn am H., for 's Feier anzezinne [Keiler 17]. —
2. 'herdähnlicher Platz' in PfWB Vogel-, PfWB Seidenherd. — Südhess. III 312; RhWB Rhein. III 544/45; LothWB Lothr. 239; ElsWB Els. I 371; Bad. II 631.
 
 
herd-bar Adj.: 'zur Herde passend'. a. 1751: heerdbares Vieh (solle) nicht besonders

[Bd. 3, Sp. 850]
gehütet, ... sondern mit der Heerde ... getrieben werden [Zweibr. I, Altstadter Dorfordnung]. RhWB Rhein. III 547.
 
 
Herd-bein n.: 'Gestell für das Brennholz', Herdbein [Feierowend Nr. 6/1967]; vgl. Feuerbock.
 
 
Herd+-ber m.: 'Zuchteber', vgl. PfWB Ber1. a. 1790: Herdbeer [Dimel 227]. — -bock m.: 'Ziegenbock'. a. 1655: Wäre es aber sach, dass arme leut vorhanden, so keine kühe könnten erhalten, sondern geissenviehe hätten, müssen solche bestände auch einen herthbock stellen [PfWeist. I 155 (LA-Böbing)].
 
  
Herde f.:
1.
a. 'eine Schar Weidetiere', Herd (hǟrd) [verbr.]; e H. Gääße (e H. Kih, Sai, Hammel, Schoof, Vieh) [verbr.]. Zs.: PfWB Vieh-, PfWB Geißen-, PfWB Hammel(s)-, Schafherde. Das is e groß H. Gäns [ KU-Schmittw/O]. Ich muß mein H. zammetreiwe (zammehalle) [PS-Gersb, verbr.]. Du kannscht mit de H. hämfahre [PS-Geisbg, verbr.]. Vgl. u. RA.: Sie komme doher wie e H. Schoof [Rockhs]. Die sin ausenanner wie e H. Geeße, von einer auseinanderlaufenden Menschenschar [ ZW-Battw]. Das es e Läppscher, der geht käner H. noo, von einem Sonderling [ KL-Reichb, BZ-Albw Dernb]. Er trinkt net, er raacht net un laaft de H. net noo [ FR-Saush]. Er sieht un heert net un lääft kener H. nooch [LA-Nd'hochstdt, verbr., auch Gal]. SprW.: Wie de Hert (Hirte), so die H. [ FR-Tiefth, mancherorts]. In jeder H. is e grindiches Schoof [ Gal-Reichb]. Äin räurich (räudiges) Schoof steckt die ganz H. on [ KU-Schmittw/O]; Var. s. PfWB grindig 1 b. a. 1504: ein apt von Hornbach soll saweber (Saueber) vnder die herdt bestellen [PfWeist. II 674 (LA-Godrst)]. —
b. 'eine Schar sonstiger Tiere'; e H. Hinkel(cher) [vereinzelt]. —
2.
a. 'eine Schar Menschen'. Er hot am liebschde e H. Leit um sich erum [ KU-Schmittw/O]. (Dort isch 'ne) glei e ganzi H. fremde Kinner noochgeloffe [Hartmann Unkel 51]. —
b. in der Verb. eine H. mal 'oft'. Ich hab die Hinkel e H. mol fortgejaat [ FR-Carlsbg]. — Südhess. III 312/13; RhWB Rhein. III 546/47; LothWB Lothr. 239; ElsWB Els. I 371/72; Bad. II 633.
 
 
Herdegärtsch 'Häher' s. PfWB Herrengärtsch.
 
  
Herden-hund m.: 'Hund, der die Herde zusammenhält', Herdehund [ RO-Dielkch]; vgl. PfWB Hirtenhund. RhWB Rhein. III 547.
 
  
herden-weise Adv.: 'scharenweise'; herdeweis kumme [ KU-Schmittw/O]. Südhess. III 313; RhWB Rhein. III 547.
 
 
Herder-messe f.: a. 1540: Item, wan unser lieben frauen tag, genant Herdermesz, für kumpt, so hat macht ein ieder gemeinsmann, ein tag strauszel (Streusel) zu machen in dem bruch [Grimm Weist. VI, Vollgerichtsspruch zu Leimersheim]. — Zum ersten Wortteil vgl. mhd. herdäre 'Hirte'.
 
  
Herd-farren m.: 'Zuchtstier bei einer Rinderherde',

[Bd. 3, Sp. 851]
Herdfarrn [ KU-Gangl], -farre [ KU-Friedhs. WD-Niedkch]; vgl. PfWB Herdfasel, PfWB -stier. Syn. s. PfWB Farr 1. a. 1751: Zu Nutz der Vieh-Zucht soll der Heerd-Farren ... gestellet und wohl unterhalten werden [Zweibr. I 671, Altstadter Dorfordnung]. —