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Pfälzisches Wörterbuch 
 
hell bis hellen (Bd. 3, Sp. 799 bis 801)
 
   hell Adj.:
1.
a. 'reich an Licht, leuchtend', hell (hęl) [weithin herrschend], hall [ RO-Rehborn PS-Bruchw Nothw]. Steigerungsformen: heller, am hellschde [allg.]. Zs.: PfWB tag-, PfWB glocken-, PfWB licht-, PfWB mond-, PfWB sonnen-, PfWB stern(en)-, PfWB wetterhell; vgl. PfWB heiter, PfWB klar. Sie hän e h. Kich [ NW-Frankeck]. Drauß is's schun h. [PS-Schmalbg, verbr.]. De Wald werd h. 'lichtet sich' [ KL-Trippstdt]. Die Scheier is h. [ FR-Bockh]. D' Sunn scheint h. [LU-Alsh, verbr.]. De Vollmond macht die Nacht h. [ GH-Vollmw]. 's is e helli Mondnacht [RO-Sippf]. Du stehscht m'r im Helle [RO-Dielkch, verbr.]. 's war zwische hell un

[Bd. 3, Sp. 800]
dunkel 'in der Dämmerung' [ KB-Mauchh Kriegsf]. RA.: Geh mer aus'm Helle, dein Vadder war kään Glaser! [ NW-Ellstdt]. Scherzfr.: Was is das Hellscht in de Kerch?De alde Weiwer ihr Nasetröppel [Sunndag 14.9.1958]. Was is heller wie Glas?'s Treppche unner deiner Nas [ Gal-Neuchrusno]. Neijohr h. un klar, gibt's e gudes Weinjohr [ LA-Altd]; Var. s. PfWB Ägid 1, PfWB Flachsjahr, PfWB Januar, PfWB Lichtmeß.
b. von hellen Farbtönen; e helles Klääd [KL-Reuschb, verbr.]; helle Hoor [ ZW-Bechhf]; helli Haut [NW-Wachh, verbr.]; e hell Bier (auch: e Helles) trinke [ LU-Oggh, allg.]. Die Trauwe werre h. 'reifen' [LA-Rhodt, verbr.]. De Duwak werd schun h., dass. [GH-Kuhdt, verbr.]. Es macht sich h. 'Es heitert auf' [ ZW-Hornb]. 's Gewelk macht sich h. 'Die Wolken verziehen sich' [ LU-Alsh]. RA.: Bei dem werd's aa schun h., von starkem Haarausfall [ PS-Rodalb]. —
c. von hohen Lauten; e helli Stimm [verbr.]. Des brennt in heller Stimm, vom Ofenfeuer [Kaislt]. Durch Klopfen mit dem Finger prüft man, ob der Eisentopf keinen Sprung hat, ob die Sense aus gutem Stahl gemacht ist: Es muß h. klingle [ PS-Erfw]. —
2.
a. 'rein, klar'. Die Luft isch h. [ SP-Heiligst]. Heit isch h. Wedder [ LA-Freimh]. De Himmel is heit schään h. [ KL-Stelzbg]. Es reent beim helle Himmel [ KU-Hefw]. Des Wasser esch sou h. wie die Sunn, mer kann bis uf de Boddem sehne [ LA-Nd'hochstdt]. De Wein werd h., nach dem Gärungsprozeß [BZ-Heuchh, verbr.]. Was des Kind helle Äächlich (Äuglein) hot! [LA-Herxh, verbr.]. RA.: Alleweil werd's m'r h. 'Jetzt fällt es mir ein' [ PS-Schönau]. Er guckt so h. wie e Krott [Land]. SprW.: Wasserschnell 'Wassersuppe mit gebrannten Zwiebeln' macht die Aue h. [Don-Alexanderhs, Gal-Landtreu Obersd Rußl-Worms]. —
b. 'intelligent, klug'. Das Bibche is h. [ KU-Schmittw/O]. Er hat e heller Kopp [ZW-Marthh, verbr.]. Er hat e h. Gesicht [ KU-Wolfst]. Er is h. im Kopp [ZW-Gr'bundb, verbr.]. Pälzer Leit sin h. im Kopp [Münch Weltgesch. 30]. Er es h. uf de Platt, dass. [ KL-Hirschhn, mancherorts]. Er is net h. im Kopp 'dumm', auch 'verrückt' [KU-A'glan, verbr.]. Des isch e ganz Heller, von einem Schlauen [SP-Schiffstdt, verbr.]. RA.: Du bischt so h. wie drei Schoppe Teer [ KU-Lauteck]. Er is net h. 'verrückt' [Schandein Sprachsch.]. —
3. Verstärkung ausdrückend.
a. am helle Daach schlooft er [LA-Birkw, verbr.]. Du träämscht am helle Daach [Feierowend Nr. 31/1965, S. 5]. Am helle Middag leit er noch im Bett [RO-Steinb, verbr.]. Am helle Daa hat 's Licht gebrennt [ PS-Erfw]. Der setzt sich am helle Middag ins Wertshaus [ KL-Matzb]. RA.: Heit am helle Sunndag will ich net fluche, awwer morje soll dich e Gewinnerdunnerkeil sammeschlaae [ KU-Reiffb]. a. 1737: Von jedem morgen weingarthen ... vier maß wein, wie

[Bd. 3, Sp. 801]
solcher von der kelter kombt, in heller eich 'im richtigen Maß', vgl. PfWB Eiche2 2 [PfWeist. II 584 (NW-Geinsh)]. —
b. 'ganz und gar'. Das is e helli, wahri Schann [Kaislt]. Herrjee, war des e helli Frääd [Keiler 8]. Ich schlaa d'r ins Fress, daß de h. die Kränk kriescht [ RO-Alsbr]. — Südhess. III 254/55; RhWB Rhein. III 490; LothWB Lothr. 237; ElsWB Els. I 319; Bad. II 612/13.
 
 
Hell s. PfWB Hölle.
 
  
Hella f.: Name für Hündinnen mittlerer Größe, Hella [ LU-Alsh]. Südhess. III 255; RhWB Rhein. III 495.
 
  
hell-blau Adj.: wie schd., hellbloo [verbr.]; hellblooer Himmel [ PS-Windsbg]. RA.: H. is bairisch, grien scheiße die Gäns [ KL-Reichb]. Südhess. III 255; RhWB Rhein. III 494; Bad. II 613 Z. 23. — -braun Adj.: wie schd., -brau(n) [verbr.]; e hellbrauner Hengscht [ ZW-Battw]. Südhess. III 255.
 
 
hellchen Adj.: 'angenehm hell'. Heit owend is so wunnerschee, so hellche [Schandein Ged. 31]. — Das Diminutivsuffix -chen auch bei arm, brav, fein, klein, knapps, langsam, mager, sauber, schmal, schön, schwach, still, warm.
 
  
Helle f.: 'Helligkeit, Licht', in Wendungen wie: Du stehscht m'r in de Helle [ PS-Hintwdth]. Geh m'r aus de H.! [ ZW-Ernstw, mancherorts]; dass. auch mit dem Zusatz: Du hascht dick Glas an d'r [ HB-Kirrbg]; Var. s. PfWB Glaser 1. Vgl. PfWB Helling. Südhess. III 255/56; RhWB Rhein. IX 1296; LothWB Lothr. 237; ElsWB Els. I 320 Helli; Bad. II 613.
 
 
Helle-barde f.: 'mittelalterliche Hieb- und Stoßwaffe'. a. 1507: wo jemant einen weg hinaußfuret vnd ein baum in hindern wurt an seinem geferdt, so soll vnd mag er ein helbarth nemen vnd vff die achß deß wagens steen vnd fegen vnd abhawen, was im hinderlich ist [PfWeist. II 551 (LA-Frankw)]. Südhess. III 256; RhWB Rhein. III 495; Bad. II 613.
 
  
Helle-böbchen n.: 'Glühwürmchen', Hellebeebche [ HB-Medh], -bebelche [ IB-Ensh]; vgl. PfWB Feuerböbchen. LothWB Lothr. 237. — -macher m.: 'das mit ausgebreiteten Beinen über das Wasser gleitende Wanzentier', -macher [ WD-Niedkch]. Syn. s. PfWB Wasserläufer.
 
  
hellen schw.:
1. sich h. 'hell werden', vom Wein, vgl. PfWB hell 2 a. De Wein hot sich schän gehellt [ KB-Zell]. De Wei hellt sich [ NW-Kallstdt]. —
2. s. PfWB aufhellen. — RhWB Rhein. III 495.