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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Heinz bis Heirats-antrag (Bd. 3, Sp. 789 bis 791)
 
Heinz, (f.
Heinzel-männchen, n.
heio
Heio
Heiraspelerei, f.
heiraspeln, schw.
Heiraspels-gedanken, Pl.
Heirat, f.,  m.
heiraten, schw.
heiratern, schw.
Heiraterei, f.
heiraterisch, Adj.
heiratig, Adj.
Heirats-antrag, m.
Heirats-ballen, m.
Heirats-büro, n.
heirats-fähig, Adj.
Heirats-fimmel, m.
Heirats-gedanken, Pl.
Heirats-geschäft, n.
Heirats-gut, n.
Heirats-jahre, Pl.
Heirats-kandidat, m.
heirats-lustig, Adj.
Heirats-makler, m.
Heirats-mann, m.
Heirats-markt, m.
heirats-närrisch, Adj.
heirats-närricht, Adj.
heirats-narrig, Adj.
Heirats-schalen, Pl.
Heirats-stieben, Pl.
Heirats-stifter, m. f.
Heirats-stifter(s)in, m. f.
heirats-töricht, Adj.
heirats-törig, Adj.
heirats-torig, Adj.
Heirats-vermittler, m. f.
Heirats-vermittlerin, m. f.
Hei-rauch
heirig
heisa, Interj.
heisch, Adj.
Heische, f.
Heische-buben, Pl.
Heische-frau, f.
Heische-mann, m.
Heische-mensch, n.
heischen, schw.,  st.
heischen
Heischer-küche, f.
Heisel
heiser, Adj.
heisengerich, Adj.
heiserig, Adj.
Heiser-rohr, n.
heiß, Adj.
heiß-blütig, Adj.
heißen, st.,  schw.
heischen, st.,  schw.
heiß-hungrig, Adj.
heiß-laufen, st.
Heister, m.
Heister-tor, n.
heit
Heit, f.
Heite, (f.
heiter, Adj.
heiweln
heizen, schw.
Heizer, m.
Hekes, m.
Hektar, n.
Hekto, n.
Hekto-liter, m.
Hektor, m.
Hel, f.
hela, Interj.
he-labas, Interj.
Helben, Pl.
Helben-korb, m.
Helbling, m.
Held, m.
Helde
Helden-tat, f.
Helene, f.
Helenen-schnitten, Pl.
helfen, st.
Helfen-bein
Helfer, m.
Helfers-helfer, m.
helig
helingen
helings
Helje-berg
Helje-brunnen
hell, Adj.
Hell
Hella, f.
hell-blau, Adj.
   Heinz (f. ?):
1.
a. 'Katze', Kinderspr., bes. 'Schmeichelname und Lockruf für die Katze', Heinz (hainds, hḁinds) [verbr. WPf NPf, s. K. 193, BZ-Gossw Gal-Brig Josbg]; Dim. Heinzche, Pl. Heinzcher [verbr. WPf NPf], Heinzi [ebd.], Heinzerche [ KU-Schmittw/O Rehw RO-Rehborn]; vgl. PfWB Heims, PfWB Minze. Heinzche, kamm! bswsws! [KL-Miesb, verbr.] —
b. 'Lockruf für ein Schäfchen'. Heinzi, kumm! [ KU-Schmittw/O]. —
2.
a. Verkleinerungsform zu PfWB Heinrich, in der RA.: Er eßt wie de Heenz vun Lichteberg, der angeblich das ganze Brot auf dem Weg aus der Stadt nach Hause in Gedanken aufaß [ KU-Diedk]. Du Heenz! 'Du Fresser!' [ebd.]. —
b. Pl. Heinze 'fabrikmäßig hergestellte Heuböcke' [ LU-Alsh]. — Südhess. III 241; RhWB Rhein. III 462.
 
 
Heinzel-männchen n.: wie schd., Heinzelmännche [vereinzelt]. Südhess. III 241 Z. 32; RhWB Rhein. III 463.
 
 
heio, Heio s. PfWB heia, PfWB Heia.
 
 
Heiraspelerei f.: = PfWB Heiraterei, Heiraschplerei [mancherorts NPf]; vgl. PfWB heiraspeln. Met der H. vun unserm junge Dokesmakaimer 'Lehrer' is aa nix mehn [NPfGV Nr. 8/1934].
 
  
heiraspeln schw.: 'heiraten', heiraschbele (hairabələ) [ KU-Sand IB-Nd'würzb ZW-L'wied KB-Göllh]; vgl. PfWB verheiraspeln. — Mischbildung aus heiraten und raspeln.RhWB Rhein. III 464; ElsWB Els. II 294; Bad. II 607.
 
 
Heiraspels-gedanken Pl.: = PfWB Heiratsgedanken, Heiraschbelsgedanke [Lambert Penns 79].
 
  
Heirat f., m.: wie schd., Heirat (ˈhairad) [mancherorts], (ˈhairād) [ KU-Dietschw Kaislt LA-Edk]; vgl. PfWB Partie 3. Er macht e guri H. [ PS-Saalstdt]. Er hot e schlechdi H. gemacht [ GH-Kand]. Einen VR. s. PfWB Dritthalb. — Genus m. belegt für [ LA-Edk]. — Südhess. III 242; RhWB Rhein. III 471; LothWB Lothr. 245 Hirot; ElsWB Els. II 298 Hirat; Bad. II 608.
 
  
heiraten, heiraternschw.:
1. wie schd., heirade (hairadə, -ḁ-) [weithin herrschend, auch Gal], (hairādə, --) [mancherorts], (hęirādə) [ HB-Medh], (hāiradə) [ KU-Rutsw/G RO-Gaugrw LA-Nußd], heirare [mancherorts, vorn. WPf], heierade (haiəradə) [KU-Diedk Nerzw mancherorts südl. VPf], (-rādə, -rdə) [ KU-Kaulb Kreimb Altkch NW-Freinsh GH-Westh], hei-

[Bd. 3, Sp. 790]
radere [ RO-Gundw], heirere [ RO-Würzw]; vgl. PfWB er-, PfWB verheiraten, PfWB heiraspeln, PfWB heiern, PfWB kopulieren. Er geht h. [verbr. westl. WPf SWPf]. Sie heirat morje [verbr.]. Er dut sich h. 'sich verheiraten' [Ingb LA-Diedf BZ-Ingh]. Sie is schun geheirat 'schon verheiratet' [ KU-Herschw/Petth, IB-Hass NW-Gönnh GH-Westh]. Sie es alt genung, sie kann h. [ KB-Kriegsf]. Die hän h. misse, weil das Mädchen schwanger wurde [NW-Freinsh, verbr.]. Er heirat reich (gut, schlecht) [PS-Schmalbg, verbr.]. Er heirat 's Geld 'wegen des Geldes' [IB-Gersh, verbr.]. Er heirat aus'm Dorf 'in einen anderen Ort' [ KL-Reichb]. Er heirat ääns aus de Zeidung, durch eine Zeitungsanzeige [ KU-Bedb]. Sie heirat in die Stadt [verbr.]. Wie kammer nor so'n Halbstiwwel 'so einen alten Junggesellen' h.? [ BZ-Dernb]. RA.: Du kannscht mich h., Ablehnung eines Anliegens [PS-Hermbg, verbr.]. Sie hän enanner jo net geheirat 'Sie können ohne Umstände auseinandergehen' [ KL-Trippstdt]. Das Mäde kann schun Brot backe, dann kann's aach h. [verbr. Gal]. Sie kann jo de Pannkuche (beim Backen) rumschnicke, do kann se aach h. [Don-Alexanderhs verbr. Gal Buch]. Sie hätt selle s'eerscht h. un dann sich kisse losse, von einem Mädchen, das vor der Heirat schwanger wurde [ PS-Erfw]. Morje is Freidaach, nemm die Katz un h.! [ LU-Opp]. SprW.: Geheirat isch gleich, aber ungewiß ist der Bestand der voreilig geschlossenen Ehe [ FR-N'lein]. Heirade es in die Lotterie gesetzt [ KU-Kaulb KL-Hirschhn]. Heirat iwwer de Mischt (nicht so weit weg), so wääschde wer se is [ PS-Geisbg, mancherorts]. Gut gess speert mer de ganze Dag, gut geschlacht's ganz Johr, gut geheiratselebdag 'das ganze Leben lang' [ RO-Als]. E Ochs soll e Ochs h. [Hebel 46]. Wer als Bu(b) heirat, bleibt e Bu(b) sein Lewe lang [ FR-Bockh]. Volksgl.: Wer dienschdags heirat, hot Glick in de Eh [ FR-A'lein]. Wer rauhe Hoore hot, heirat reich [ FR-Hettleidh]. VR.: E scheckig Paar Ochse, e bucklichi Kuh, die gebbt mer mei Vatter, wann ich h. du [Schandein Bav. IV/2, 364]; dass. mit dem Anfang: Zwee schwarzbraune Ochse un e bucklichi Kuh [verbr. Gal]. Andere VR. s. PfWB Papier 1 a, PfWB Bauernbube. a. 1737: Zum Wachdienst in den Obst- und Weingärten werden die hiesige burgerssöhn, so verehelicht, auch diejenige, so burgerstöchter und wittwen heürathen ... gezogen [PfWeist. II 585 (NW-Freinsh)]. —
2. s. Geheiratete. — F.: Konjugation: ich (er) heirat, du heiratsch(t), Pl. heirade u. heiraden; vgl. die Formen bei brauchen. Südhess. III 242 ff.; RhWB Rhein. III 464 ff.; LothWB Lothr. 245 hiroten; ElsWB Els. II 297/98; Bad. II 608.
 
  
Heiraterei f.: 'das Heiraten', abfällig, Heiraderei [ FR-Hettldh]; vgl. PfWB Heiraspelerei. Südhess. III 244; Rhein. III 470 Z. 44.

[Bd. 3, Sp. 791]

 
   heiraterisch, heiratigAdj.: = PfWB heiratslustig, heiraderisch [ KB-Kerzh FR-Albsh]. Er is heiradich wie e Gardedeer [ KU-Rutsw/L]; vgl. PfWB heierig.
 
  
Heirats-antrag m.: wie schd., umgspr., Heiratsandrag [mancherorts], -oondrag [ KU-Schmittw/O]. Südhess. III 244. —