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heilen bis Heiligen-häuschen (Bd. 3, Sp. 767 bis 769) | |||
heilen, schw. Heiler heilig, Adj. Heilig-abend heiligen, schw. Heiligen-berg, m. Heiligen-bild, n. Heiligen-born, m. Heiligen-brunnen, m. Heiligen-driesch, m. Heiligen-feld, n. Heiligen-häuschen, n. Heiligen-moschel, ON Heiligen-stein, ON Heiligen-woog, m. Heilige(r), m., f. Heiliggrab-andacht, f. Heilig-kreuz, n. Heilig-kruzifix, n. Heilig-küchelwetter, n. Heilig-sakrament, n. Heil-künstler, m. heil-los, Adj. heilsam, Adj. Heils-armee, f. Heil-tee, m. Heil-wurz, f. heim, Adv. heimen, Adv. Heim, n. heim-antworten, schw. Heimat, f. Heimat-dorf, n. Heimat-land, n. Heimat-liebe, f. Heimat-lied, n. Heimat-schein, m. Heimat-schuß, m. Heim-bach heim-bampeln, schw. heim-begleiten, schw. Heim-berger heim-bezahlen, schw. heim-blasen, st. heim-bringen, st., schw. heim-bündeln, schw. Heim-bürger, m. Heimchen, n. Heimel(chen), n. Heimerle, n. Heimches, n. heim-dampfen, schw. heim-duckeln, schw. Heimel(chen) Heimeldinger, Pl. heimelig, Adj. Heimeligkeit, f. Heimel-maus, f. heimeln, schw. Heimel-schütz, m. Heime-maus, f. heimen Heimen-apfel, m. Heimer-, m. Heimen-kehr, f. Heimerchen, n. Heimer-katze, f. Heimerle Heimer-maus, f. heimern, schw. Heimer-weh, n. heimerzen, schw. Heime(s)-kommens, n. Heimets-apfelbaum, m. heim-fahren, st. Heim-fahrt, f. heim-fallen, st. heim-führen, schw. Heim-gang, m. heim-gebacken, Adj. heim-geben, st. heim-gehen, st. heimen-, st. heim-geigen, schw. heim-gemacht, Adj. Heim-gereite, f. heim-gesponnen, Adj. heim-gnappen, schw. heim-gratteln, schw. heim-gucken, schw. heim-heischen, schw. heim-hickeln, schw. heim-holen, schw. heimig, Adj. heimisch, Adj. heim-kommen, st. Heim-kommens heim-krabbeln, schw. heim-lassen, st., schw. heim-laufen, st. | 1. intrans., wie schd., hääle (hlə) [weithin herrschend], heele (-ē-) [mancherorts westl. WPf vereinzelt VPf], haale (hālə) [verbr. westl. NPf u. Orte an der pfälz.-elsäss. Grenze], (hlə) [verbr. östl. NPf], häile (hęilə) [vereinzelt südl. VPf]. Zs. PfWB ver-, PfWB zuheilen. 's häält schun [KL-Fischb, verbr.]. Kleine Kinder, die sich wehgetan haben, tröstet man: Bischde (bis du) heiratscht (auch: bischde Großmutter bischt), is es wirrer gehäält [ LU-Opp]. Scherzh. Heilsegen (dabei streicht man über die schmerzende Stelle): Hääle, hääle, Katzedreck, morje frih is alles eweg [PS-Geisbg, verbr., auch Don Gal Buch]; Var. s. PfWB drei 3, PfWB Hünkelsdreck, PfWB Meisenkar; vgl. auch PfWB brauchen 1 c. Volksgl.: Wammer 's bees Ding am Finger hot, därf mer numme jo ken Zwiwwle esse, schunscht heelt's sein Lewe net [Fogel Beliefs Penns Nr. 1407]. — 2. a. trans.; de Bruch h. [ ZW-Battw]. Mer saat, de groo Star kennt mer h., de schwarze net [ KL-Reichb]. Sein Arm is schlecht gehäält worr, er is steif [ KL-Reichb]. Einen VR. s. PfWB Heeger. Einen Heilsegen s. PfWB dreierlei. — b. refl. Er hot sich widder gehäält 'wirtschaftlich erholt' [ LU-Opp]. Dodran hot er [Bd. 3, Sp. 768] sich gehaalt 'Er hat viel davon gegessen' [ KU-Kaulb]. — Südhess. III 223/24; RhWB Rhein. III 428; LothWB Lothr. 224 häle; ElsWB Els. I 321; Bad. II 599. 1. a. 'von göttlicher Art', heilich (hailiχ) [verbr.]; de h. Geischt [LA-Wollmh, verbr.]. a. 1358: in der helien kirchen [MüPfUrk., Fasz. 183, Nr. 2621]. — b. 'von der Kirche geheiligt, geweiht', auch iron.; vgl. Heilige(r) 1; die h. Mutter Gottes [PS-Dahn, verbr. (kath.)]; de h. Josepp [ KU-Brück LU-Opp]; d' h. Mess [LA-Wollmh, verbr.]; 's h. Grab [ NW-Geinsh]. Loß das leie, das is jo h., von der Bibel, die vom Kind nicht berührt werden darf [ Gal-Dornf]. In Ausrufen: Heilicher Florian! [ KU-Brück]. O heil'ger Krischbinus! [Hartmann Unkel 84]. RA.: Er macht e Gesicht, wie wann er 's heilig Öl verschütt't hätt [Hebel 14]. Die werd noch h. g'sproche, von einer eifrigen Kirchgängerin [ LU-Böhl]. Das bassiert alle heiliche Zeide emol [KU-Trahw, verbr., auch Don Gal Buch]. Er kummt hinnenooch wie die h. Fasenacht [ KB-Bischh]. Volksgl.: Heilich Wasser kummt vun Märzeschnee un is gut fer wehe Age [Fogel Beliefs Penns Nr. 1275]. Einen Brauchspruch s. PfWB Blutstropfen 1. a. 1333: vor des heilien cruces dage (14. September) [MüHArch. K 112, L 2, Nr. 88]. a. 1491: vor den helligen winachten [HornbGb.]. o. J.: vnd so der tag ist bestimpt, zu halten den heilligen sent 'geistliches Rügegericht', so soll der clein zehenden des abends den senthernn emphangen salb dritt [PfWeist. I 78 (FR-Batbg)]. a. 1737: brod und wein zum heyligen abendmahl [ebd., II 582 (NW-Freinsh)]. — c. 'sehr fromm', vgl. PfWB scheinheilig. Die is halich [ KU-Herchw], hälich [lothr. SWPf]. Die isch gar heilich [ LA-Gommh]. Er dut arich heilich [KU-Bedb, verbr.]. SprW.: Je heilicher, je schlechder [ NW-Frankeck]. — d. 'weihevoll'; de heilich Owend 'Christabend' [allg., auch Don Gal Buch]; die h. Woch 'Karwoche' [Beam Penns 52]; die heiliche zwelf Nächt 'Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönigstag' [ KB-Gauh, mancherorts]. — e. in Flüchen und Verwünschungen: Heilich noch emol! [KU-Brück, verbr.]; heilicher Bimbam! [ KU-Brück ZW-Battw]; heiliches Kanonerohr! [ LA-Venn]; heilicher Strohsack! [ BZ-Dierb, mancherorts]; heilicher Schnappsack! [ ZW-Battw]; heilich Dunnerwedder (noch emol)! [ LU-Oggh NW-Geinsh LA-Wollmh GH-Kand]. Do sell e heilich Dunnerwedder neinschlache [ LA-Gommh, mancherorts]. — 2. a. 'ernst gemeint, unverrückbar'; eppes hoch un heilich verspreche [KU-Schmittw/ O, verbr., auch Don Gal Buch]. Die Erzwiller schwören heit noch hoch un heilisch, ich wär derjenische gewesst ... Denne Erzwiller war's heilischer Ernscht [Feierowend Nr. 28/1965, S. 4]. — b. 'gewiß, wahrhaftig', heilich [ NW-Haßl Spey]. Des is h. un klar [ Don-Schowe Torscha]. [Bd. 3, Sp. 769] Ich kumm morje sicher un h. [verbr. Gal]. — Unter dem Einfluß der Kirchensprache hat sich in der lebenden Mda. mit wenigen Ausnahmen die schriftspr. Form durchgesetzt. Die historischen Belege zeigen die lautgesetzlichen Formen. — Südhess. III 224/25; RhWB Rhein. III 429 ff.; LothWB Lothr. 236; ElsWB Els. I 321; Bad. II 599/600. 1. 'als heilig achten'; de Feierdag heiliche [vereinzelt]. — 2. 'heiligsprechen', iron., in der RA.: Geh in die Hell un loß dich h. [ Gal-Brotschk]. — Südhess. III 225; RhWB Rhein. III 439 and. Bed.; Bad. II 600. 1. 'Quelle beim Heiligenberg': a. 1565 Heiligenborn, a. 1600 Heiligenbörnchen. Heute heißt der Pumpenbrunnen am Westeingang des Heiligenbergtunnels das Heljebrinnche. — 2. Am Kapellenberg bei St. Ingbert heißt eine Stelle Am Heljebrunne; hier soll die Klause des Missionars Ingobert gestanden haben, der um 587 das Christentum einführte [Feierowend Nr. 37/1966]. — Bad. II 600. — -driesch m.: 'Driesch im Besitz eines Klosters'. a. 1577: Willerung zum Heiligen Trisch [Zweibr. I, A. 1363/2, Bl. 16 (HB-Walsh)]. — -feld n.: FlN in KL-Hoheck. Das von Vellmann 1600 genannte Heiligenfeld grenzte an die Gemarkung von KL-Dansbg. — -häuschen n.: 1. 'Heiligenbild mit Überbau', auch 'kleine Feldkapelle', Heiljehaisje [ KB-Kerzh], Heilichhaisje [ Don-Hatzf]. — 2. FlN. Heljehaisje, a. 1533 Helgenhuslin [ KB-Ilbh], Hälljehaisel, a. 1532 Helgenhusel [ NW-Dürkh]; Im Hellauser Daal, a. 1570 Heyligen Heyslin [ KL-Bann]. In Kaislt ein Straßenname Am Heiligenhäus'chen. — Südhess. III 226; RhWB Rhein. III 438. —
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