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Pfälzisches Wörterbuch 
 
hauen bis Häufelns (Bd. 3, Sp. 700 bis 703)
 
hauen, st.,  schw.
Hauener, m.
Hau(en)-öhr, n.
Hau(en)-schneide, f.
Hauen-stein, ON
Hau(en)-stiel, m.
Hauer, m.
hauern
häufeln, schw.
haufeln, schw.
Häufeln, n.
Häufelns, n.
Häufelchens, n.
Häufelns-klöße, Pl.
Häufelchens-klöße, Pl.
Häufel-pflug, m.
Haufel-pflug, m.
Haufen, m.
haufen, schw.
häufen, schw.
haufens-dick, Adv.
haufen-weise, Adv.
Haufen-wolken, Pl.
haufig
häufig
haufig-weise, Adv.
Häufler, m.
hauftig-voll, Adj.
Haufung, f.
Haug, n.
Häugel, n.
Häugel-acker, m.
Haug-gewanne, f.
Haug-graben, m.
Hau-hau, m.
Hau-hechel, (Gen.
Hau-hepe, f.
Hau-klotz, m.
Hau-messer, n.
Hau-mich-blau, n.
haupern
Haupt, n.,  selten  f.
häupt, Adj.
Haupt-altar, m.
Haupt-auge, n.
Haupt-brief, m.
häupteln, schw.
Häuptel-salat, m.
Haupt-emmes, m.
häuptern, schw.
Häupter-salat, m.
Haupt-feger, m.
Haupt-fehler, m.
Haupt-gasse, f.
Haupt-gäßler, m.
Haupt-gauner, m.
Haupt-geld, n.
Haupt-gleis, n.
Haupt-graben, m.
Haupt-gut, n.
Haupt-held, m.
Haupt-herbst, m.
Haupt-jagd, f.
Haupt-kerl, m.
Haupt-kirbebursche, m.
Haupt-kissen, n.
Haupt-knecht, m.
Haupt-köchin, f.
Haupt-krischer, m.
Haupt-lese, f.
Häuptling, m.
Haupt-lügner, m.
Haupt-mäher, m.
Haupt-maler, m.
Haupt-mangel, m.
Haupt-mann, m.
haupt-männisch
Haupt-person, f.
Haupt-pfülben, m.
Haupt-pläsier, n.
Haupt-recht, n.
Haupt-sache, f.
Haupt-sächer, m.
haupt-sächlich, Adv.
Haupt-schapiter, m.
Haupt-schlüssel, m.
Haupt-spaß, m.
Haupt-spitzbube, m.
Haupt-stadt, f.
Hauptster, m.
Haupt-straße, f.
Haupt-stuhl, ON
Haupt-summe, f.
Haupt-tracht, f.
Haupt-ursächer, m.
Haupt-versammlung, f.
Haupt-wache, f.
Haupt-wein, m.
Haupt-wurzel, f.
Haus, n.
   hauen st., schw.:
1. 'Schläge versetzen, prügeln', haue (hauə, hāuə) [verbr. bes. WPf], hauje [KU-Elschb Erdb Föckbg Haschb/R Nanzw Theißbgstg HB-Nd'bexb ZW-L'wied Rimschw Land], hauwe (hauwə, hāuwə) [verbr. WPf], haawe [ KU-Altkch Börsbn Dittw Eßw Frohnhf Ginsw Hüffl Kübbg Langb Ob'alb Relsbg Rothsbg Rutsw/L PS-Th'frösch], haa(e) (hāə, hə, hā, h) [verbr. NPf nördl. VPf], hääe (hə) [verbr. südl. VPf], hää (h) [ PS-Fischb], hääje (hjə) [RO-Als Nd'mosch Sitt KL-Heilmosch verbr. südl. VPf], (hə) [ BZ-Schweig GH-Hagb Max'au Rh'zab], haage (hāöə, höə) [verbr. VPf], haaje [ LU-Hochd NW-Rödh SP-Schiffstdt]; vgl. PfWB Haue1. Konjug. s. F. Dem muß mer e paar h. [ KU-Ulm IB-Heckdh]; dadderich h. [ PS-Winz]; dollhernich h. [ebd.]; dorch dick un dinn h. [ ZW-Battw]; narrich h. [ PS-Winz]; schwarz un bloo h. [GH-Kuhdt, verbr.]; noh Noode h. [ KL-Reichbstg]; aus'm Fundament h. [ KU-Schmittw/O]; h., daß er die Engel im Himmel heert peife [ FR-A'lein NW-Frankeck]; h., daß die Rippe krache [ KU-Bedb LU-Friesh]; h., daß die Lappe fliegen [ GH-Schwegh]; h., daß'm die Schwart kracht [RO-Dielkch, verbr.]; de Aarsch (de Hinnere) h. [KL-Matzb, verbr.]. Ich hau der ääni an de Backe [ ZW-Bechhf], an de Ditzel, daß der Siehn un Heere vergeht [ KU-Kaulb], an de Geewel [ WD-Bub]; an die Kohlrab [Pirmas], ans Kapital, daß die Zinse wackele [ IB-Ballw], an de Hals, daß der kän Kraa mehr baßt [ebd.], an die Ohre (uf die Ohre) [KU-W'mohr, verbr.], an (uf) die Leffel [KU-Patb, verbr.], ufs Aag [ LA-Göckling], uf die Auedeckel, daß es Feier ewegfährt [ ZW-Battw, IB-Rubh KU-Eschau], uf die Batterie, daß der die rot Brih erauslaaft [ KU-Kaulb], ufs Bläß [ KU-Eschau], ufs Dach, daß die Ziele rappele [KU-Kaulb, verbr.], ufs Depoo [ KL-Erlb], uf de Hernkaschde [ KB-Orb], uf de Hochaldar, daß der die Meßdiener uf'm Buckel erumdanzen [ LU-Oggh], uf die Rummel [ KU-Eschau], of die Werwel [ WD-Niedkch], uf de Wersching [ ZW-O'hs Pirmas], ufs Zindhitche [Pirmas], uf de Rissel [ KU-Eschau], uf die Schnuss [ebd.], uf die Gusch, daß die Zähn hinne nausfahren [ PS-Rodalb], uf die Nas [ RO-Lohnsf], uf die Stern [ KU-A'glan], uf die Zähn, daß die rot Brih erausspritzt [ RO-Lohnsf], uf de

[Bd. 3, Sp. 701]
Dokes [ KU-Eschau], hinner die Ohre [FR-Eppst, verbr.], in die Fress [GH-Berg, verbr.], ins Genick wie 'me Stallhas [ KL-Hütschhs Pirmas], in die Ank [Pirmas], in die Halskaut [ KL-Hütschhs KU-Eschau], ins Gesicht [ LU-Altr], ins Gesicht, daß de määnscht, Oschdere un Pingschde wären uf ään Dag [ FR-Bockh], ins Gesicht, daß de de Mond for e Kucheblech ansiehscht [ LU-Limbghf]. Ich hau der iwwer de Grind [ KU-Kaulb], werre de Backe [ NW-Wachh], werre de Wersching [ RO-Lohnsf], werre 's Gesangbuch, daß der die Melodie die Backe erunnerlaaft [ KB-Bubh]. Mer sett die Kinner net zu hart hage [Buffington Penns Var. 247/51]. Sie hän'n zum Krippel gehaue [NW-Kallstdt, verbr.]. RA.: ääne iwwer 's Ohr hääe 'beim Pferdehandel betrügen' [LA-Dammh, verbr.]; uf die Pauk (ufs Perd) h. 'prahlen' [Pirmas]. Haagschde mein Jud, haag ich aa dein Jud 'Wie du mir, so ich dir' [ NW-Hardbg]. —
2.
a. 'mit einer scharfen Waffe, einem scharfen Werkzeug schlagen, stechen'. Er hat sich mit de Ax ins Bään gehäät [ PS-Erfw]; mit der Sichel h. [Kus]. RA.: Er haut e gudi Kling, vom Vielesser [Pirmas]. 's es net gehaa un net gestoch, von schlechter Arbeit, auch von etwas Ungewissem [ RO-Dielkch, mancherorts]. Volksgl.: Sobald als du dich geschnitten oder gehauen, so sprich: Glückselige Wunde, glückselige Stunde, da Jesus Christus geboren war [RO-Sippf, Brauchformel um 1820]. a. 1518: Item wan eyner eynen stuche oder misselwonden heyche 'steche oder Meißelwunden hiebe' [PfWeist. I 212 (PS-Burgalb)]. —
b. die Katz haut [ KL-Kindsb NW-Speybn Ruppbg]; vgl. PfWB hacken 3 b. —
3. 'hineinschlagen'; e Naal in die Wand h. [mancherorts]; vgl. PfWB schlagen. RA.: Ich hau der die Zähn in de Hals, Androhung von Schlägen [ ZW-Bechhf]. Ich hau dich ungespitzt in de Boddem [ PS-Rodalb Kaislt]. —
4. sich auf etwas h. 'hinlegen'; sich uf die Klapp h., ins Bett, um zu schlafen [ KU-Quirnb]. —
5.
a. 'abhacken, fällen'; de Wald, de Baam h. [verbr. NWPf HB-Kirrbg LU-Altr]. a. 1532: were da buweholtz hauwet [PfWeist. I 269 (KB-Dreis)]. a. 1547: in dießem alten waldt hauwen die Mauspacher, Althornbacher vndt Aspacher [ZweibrOABannb. 8]. a. 1614: er habe gehecks beim Gang gehaut [Groh Wörschw. 122]. —
b. 'mit dem Beil, der Axt zerkleinern', vgl. PfWB hacken 1 a; Holz h. [verbr.]. a. 1531: vor 1 wagen Spelter Holtz zu Hawen [GgHospR]. —
6.
a. iwwer die Schnur (die Sträng) h. 'die Grenze des Erlaubten überschreiten' [KL-Katzw, verbr.]. Wann ich alsemol iwwer die Schnur hau, dann hau ich aach als wirrer eriwwer [Schandein Sprachsch.]. —
b. in de Sack h. 'sich davonmachen' [ KL-Wörsb HB-Kirrbg]. — Zs.: PfWB ab-, PfWB ane-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB be-, PfWB daneben-, PfWB darauf-, PfWB darüber-, PfWB tot-, PfWB durcheinander-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB voll-, PfWB heraus-, PfWB herum-, PfWB herunter-,

[Bd. 3, Sp. 702]
PfWB hinan-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB über-, PfWB um-, PfWB wider-, PfWB zu-, PfWB zusammenhauen. F.: Die Formen mit dem Gutturallaut (haache, hääche) aus mhd. houwen/hüwen sind typisch für die mittl. u. südl. VPf, vgl. Bertram § 194. Präs. Sing. 1: haa NPf teilw. nördl. VPf, haau(e) NWPf, hau mittl. u. südl. WPf, haag/haach teilw. nördl. u. mittl. VPf, hää mittl. u. südl. VPf, hääch Südteil der südl. VPf; in der 2. Pers. tritt die Endung -sch(t) an, in der 3. Pers. die Endung -t. Die Pluralformen enden auf -en bzw. -e; hierzu vgl. die F. bei brauchen und K. 7a im DSA. Part. Perf.: gehaa NPf u. teilw. nördl. VPf, gehaau NWPf, gehau mittl. u. südl. WPf, g(e)haage/ g(e)haache teilw. nördl. u. mittl. VPf, g(e)hääche/g(e)hääe südl. VPf, gehaaje NW-Kallstdt, gehäät PS-Erfw, g'haut BZ-Dernb, g'haat PS-Busbg, gehaagt LA-Böbing GH-Jockgr, gehaabt KU-Relsbg. — Südhess. III 162 ff.; RhWB Rhein. III 311 ff.; LothWB Lothr. 233; ElsWB Els. I 394/95; Bad. II 574/ 75.
 
 
Hauener m.: 'wer mit der Haue (nicht mit dem Pflug) den Acker baut', vgl. PfWB Hauer 1 a. a. 1581: Wan ein hausgeses ... abstirbe, es sey gleich ein pflug oder hauener, so sollen die allmen den beden gemeinen (Böhell vnd Iggelheim) vorfallen sein [PfWeist. I 171 (LU-Böhl)].
 
  
Hau(en)-öhr n.: 'Öhr der Hacke', Haueehr [ WD-Niedkch]. Südhess. III 166. — -schneide f.: 'Schneide der Hacke', Hauschneid [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Hackenschneide, PfWB Haue 2. Südhess. III 166.
 
 
Hauen-stein ON: Dorf im Kr. PS, Hääschde (hdə). Seine Bewohner tragen den Uznamen Hääschdener Kerl. Nach Christmann SN I2 224/ 25 benannt nach dem Felsen am Dorfeingang, der bei der Anlage der Straße durchhauen wurde.
 
  
Hau(en)-stiel m.: 'Stiel an der Hacke', Hauesteel (hauədēl) [ ZW-Battw L'wied KL-Matzb], Hauwe- [ KL-Hütschhs], Haawe- [ KU-Obw/T], Hauw- [ KL-Hütschhs], Hau-[ WD-Niedkch], Haustiel [ HB-Kirrbg KL-Reichb PS-Fehrb Gersb]; vgl. PfWB Hackenstiel. Südhess. III 166; Rhein. III 325/ Z. 52; Bad. II 575.
 
  
Hauer m.:
1.
a. = PfWB Hauener. a. 1415: Item iglich gewonlich pflug, der vonen der gemeinde in dem dörff zu Fridelßheim vßgehett, gibtt denn herrn des gerichts alle jar ein malter beedekorns, vnd die häuwer, die nicht pflug haben, geben den herrn jars gemeintz vierzehen vnntz heller [PfWeist. II 595 (NW-Friedh)]. a. 1530: were zu Schlettenbach sitzet und z'acker get mit eim pfluge, der gibt ein clein achtel haberns, ... und ein hawer ein virnzel haberns [Grimm Weist. V 546 (BZ-Ob'schlettb)]. —
b. s. PfWB Balken-, PfWB Daugen-, PfWB Voll-, PfWB Gassen-, PfWB Grabstein-, PfWB Holz-, PfWB Keil-, PfWB Stein-, Stock-, PfWB Straßenhauer. —
2.
a. 'Eckzahn des Wildschweines', Pl., Hauer

[Bd. 3, Sp. 703]
[ KU-Schmittw/O NW-Elmst], Haaer [ GH-Schwegh]. —
b. 'langer Vorderzahn des Menschen'. Pl., Haauer [ KU-Diedk], Hauer [ KU-W'mohr RO-Dielkch]. — Südhess. III 166/67; RhWB Rhein. III 326; Bad. II 575 and. Bed.
 
 
hauern s. PfWB haudern2.
 
  
häufeln, haufelnschw.:
1. 'mit Pflug oder Hacke Erde um die Pflanzen aufhäufen', hainfele [verbr. vorn. WPf NPf verbr. Gal], hainfle [verbr. VPf Don-Schowe Torscha], hoinfle [mancherorts mittl. VPf (Bertram § 137)], haufele [ KU-Dietschw]; vgl. PfWB haufen 2. Morje gehn mer Grumbeere (Bohne, Riewe, Erbse) h. [verbr.]; Duwak h. [verbr. mittl. u. südl. VPf]. Zuruf an Leute, die mit Häufeln beschäftigt sind: Haifle? [ BZ-Nd'ottb GH-Kand]; Werren se gehaifelt? [ GH-Schwegh]; Wenner Grumbeere h.? [ PS-Busbg]. —
2. 'Heu auf Haufen setzen', hoifele [ KB-Gauh]; vgl. PfWB haufen 1. — Südhess. III 167; RhWB Rhein. III 333; LothWB Lothr. 242 hiffeln; ElsWB Els. I 309 hüflen; Bad. II 576.
 
 
Häufeln n.: ein Hasardspiel [Klein Prov. 180]. RhWB Rhein. III 333 häufeln 3; Bad. II 576 häufeln 2.
 
  
Häufelns, Häufelchensn.: ein Spiel mit Klickern, Haifels [ SP-Hanhf BZ-Annw], Hoifels [ NW-Mußb], Hiffelches [IB-Eschring]. Jeder Spielteilnehmer setzt ein Häufchen von vier Kugeln. Aus einer Entfernung von 2 m wird nach den Häufchen gezielt. Wer ein Häufchen trifft, darf sich drei Kugeln nehmen. — Zum -i- in Hiffelches vgl. die Linie Is/Eis der K. 1. — ElsWB Els. I 309 Hüflis.