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Pfälzisches Wörterbuch 
 
halten bis Hambacher (Bd. 3, Sp. 611 bis 616)
 
halten, st.
halten-bleiben, st.
Halter, m.
Halte-ring, m.
Halte-stelle, f.
halt-machen, schw.
Halunke, m.
Halunken-gesicht, n.
Halunkes, m.
Ham-bach, ON
Hambacher, m.
Ham-balle
Ham-bampel
Ham-balzer
Ham-bascht
Ham-bebel
Ham-brossel
Ham-buche
Ham-bumpel
Hambocks-land, n.
Hamburger, m.
Ham-butte(l)
Hamdam-dottel, m.
Ham-ecker, m.
Hamen, m.
Hamer, m.
Hamer-garn, n.
Hamer-maus
Hämes'chen
Hamfel
Hämfel
hämisch, Adj.
Hamm, m.
Hammen, m.
Hamme, m.
Hammer, m.
Hammel, m.
Hammel
Hammel, m.
Hammel, m.
Hammel-beine, Pl.
Hammel-biene
hammeln, schw.
Hammel(s)-bock, m.
Hammel(s)-braten, m.
Hammel(s)-brunnen, m.
Hammel(s)-brust, f.
Hammel(s)-bug, m.
Hammel(s)-dieb, m.
Hammel(s)-essen, n.
Hammel(s)-fell, n.
Hammel(s)-fleisch, n.
Hammel(s)-gelünge, n.
Hammel(s)-hals, m.
Hammel(s)-hannes, m.
Hammel(s)-herde, f.
Hammel(s)-hoden, Pl.
Hammel(s)-keule, f.
Hammel(s)-kopf, m.
Hammel(s)-kotelett, n.
Hammel(s)-lamm, n.
Hammel(s)-laus, f.
Hammel(s)-milch, f.
Hammel(s)-pferch, m.
Hammel(s)-ragout, n.
Hammel(s)-rippe, f.
Hammel(s)-rücken, m.
Hammel(s)-schere, f.
Hammel(s)-scherer, m.
Hammel(s)-schlegel, m.
Hammel(s)-schnute, f.
Hammel(s)-schur, f.
Hammel(s)-sohlen
Hammel(s)-stall, m.
Hammel(s)-stirn, f.
Hammel(s)-tanz, m.
Hammel(s)-wampen, m.
Hammel(s)-weide, f.
Hammel(s)-wolle, f.
Hammen
Hammer, m.
Hammer
Hammer
Hammer-bahn, f.
Hammer-fläche, f.
Hämmerle
Hammer-mann, m.
Hämmer-maus
hämmern, schw.
Hammer-öhr, n.
Hammer-schlag, m.
Hammer-schmied, m.
Hammer-schneide, f.
Hammer-see, m.
Hammer-spitze, f.
Hammer-stiel, m.
Hammertchen, n.
Hammertchen
Hammer-zeichen, n.
Hämmes'chen, n.
   halten st.:
I. trans.
1. 'gefaßt haben und nicht loslassen', halle (halə, seltener -ḁ-, vgl. hierzu PfWB alt, PfWB all) [verbr. WPf NPf nördl. VPf, vgl. K. 186, allg. Don Gal Buch], halde (haldə, seltener -ḁ-) [verbr. bes. mittl. u. südl. VPf Ost-PS, Lambert Penns 77]. Syn. s. PfWB festhalten. Er loßt sein Bu die Lein h. [KB-Bischh, verbr.]. 'm kranke Kind muß mer 's Hännche h. [ZW-Battw, verbr.]. Der Hausmetzger beim Schlachten des Schweines im Scherz zum zuschauenden Kind: Du muscht 's Schwänzche h. [KU-Bedb, verbr. Gal]. Einem, der sich erbricht, de Kopp h. [ZW-Gr'bundb, verbr.]; 's Kind h. 'auf den Armen tragen' [KU-Bedb, verbr.]. RA.: Do kann mer sich vor Lache de Bauch h. [RO-Dielkch, verbr.]. De Herrgott soll'm die Kerz h. [ Don-Schowe]. Dem muß ich die Stang h. 'für ihn eintreten' [KL-Hirschhn, verbr.]. Dem kann ich die Wooch (Waage) h. 'es ihm gleichtun' [ NW-Frankeck, LA-Wollmh GH-Kand]. Wenn Kindern das Spielzeug weggenommen wird, rufen sie: halle-halle! [NPf]. SprW.: Der de Sack halt, esch so gut, wie der wu neinschitt [ BZ-Dierb]. Eppes es immer, wo de Himmel hält 'Auch in der größten Not findet sich ein Ausweg' [ KU-Kaulb Kreimb]. —
2. jemand, etwas h. 'zurück-, festhalten'. Sie hun'n om Orem (am Arm) gehall [KU-Schmittw/O, verbr.]. Er kann 's Wasser (den Urin) nimmi h. [RO-Dielkch, verbr.]. Hall emol Gedanke! 'Paß auf!' [Rockhs]. Halt dein Maul! [Beam Penns 49, verbr.]. De Oonzug hält käin

[Bd. 3, Sp. 612]
Farb [KU-Schmittw/O, verbr.]. RA.: Denne hallen kee zehn Gail [Gal-Brig, verbr.]. Er schafft, als wann 'ne eener h. dät [ KU-Trahw Bechb]. De een halt's un de anner loßt's net gehn [ KU-Trahw]. Er kann die Finger net h., vom Dieb [ PS-Geisbg]. Unser Geldbeidel hält kään Geld [ BZ-Dernb]. SprW.: Eher halt mer e Hand voll Fleh als wie e Mädel, wann's 17 Johr alt is [ LU-Limbghf]. —
3. 'einer Verpflichtung nachkommen'; die Gebodder (Gebote) h. [Gal-Josbg, verbr.]. Er hot Wort gehall [KL-Hirschhn, verbr.]. Er halt net, was er verspricht [KB-Bischh, verbr.]. —
4. 'durchführen, veranstalten'; e Redd h. [RO-Mannw, verbr.]; en Leichims h. (nach der Beerdigung) [LA-Nd'hochstdt, verbr.]; Kerch, Schul h. [GH-Kand, verbr.]; Handsträäch h. 'Verlobung feiern' [ KL-Weilb]; Hochzet h. [ PS-H'einöd, allg.]. a. 1529: so möge er sein jhargeding anheben vnnd haltten [PfWeist. I 112 (IB-Bierb)]. a. 1563: Und wird gemeinlich mit erwählung des gerichts gehalten wie folgt [ebd. I 87 (FR-Beindh)]. —
5. 'beachten'; Ordnung h. [allg.]. Er halt sein Klääder in de Reih [KL-Neukch, verbr.]. Ich muß heit noch Randewoo h. 'aufräumen' [ RO-Duchr, KU-Rathsw]; Ränzefuhr h., dass. [ KU-Konk KL-Olsbr]; Randekuh h. [ RO-Potzb]. WR.: De April kann rase, wann nore de Mai hält Maße [ KU-Nerzw]. —
6.
a. 'für etwas ansehen'; ääm for e Freind h. [PS-Dahn, verbr.]. ('s Evekätt) is do im Haus als Mad gehall [Schandein Ged. 216]. Ich loß mich net for de Narr h. [BZ-Barbr, verbr.], zum beschde h. [PS-Hermbg, verbr.]. Des hätt ich nie for meeglich gehall [Krieger 39]. —
b. 'wertschätzen'. Er halt viel uf sich [KU-Hundh, verbr.]. Er hält viel ufs Esse un Trinke [KU-Bedb, verbr.]. —
7.
a. an einen bestimmten Ort h.; die Hand vor die Aue h. [Kaislt, verbr.]. RA.: Er halt'm die Fauscht unner die Nas 'droht ihm' [KB-Bennhs, verbr.]. Der Geizhals halt die Hand uf'm Sack [ GH-Schwegh]. Iwwer denne muß mer die Hand h. [NW-Kallstdt, verbr.]. —
b. in einem bestimmten Zustand h.; de Kopp steif h. [ NW-Kallstdt]. RA.: Er muß 's Maul h. [FR-Bockh, verbr.]. Do muß mer die Ohre steif h. [ Gal-Königsbg]. Er halt de Kopp wie e Herregaul [verbr. Gal]. Dem muß mer 's Maul sauwer h. [PS-Nd'simt, verbr., auch Don Gal Buch]. a. 1327: allezit in gudem buwe halten [OttbgUrkb. 360]. —
8. 'zum eigenen Nutzen und Vergnügen bei sich haben'; sich e Hund h. [verbr.]; sich e Zeidung h. [verbr.]. SprW.: Wer verderwe will un wääß nit wie, der halt sich nor viel Federvieh [NW-Kallstdt, KL-Hirschhn Don-Alexanderhs verbr. Gal]. —
9. subst., vgl. PfWB Halt 2. Do hot's kään Halle mehr gewwe 'Alle rannten davon' [ NW-Leistdt]. SprW.: 's Verspreche is ehrlich, awwer 's Halte schwerlich [Penns]. —
II. refl.
1. 'sich festhalten'. Hall dich, daß de net runnerfällscht [KB-Bischh,

[Bd. 3, Sp. 613]

verbr.]. —
2. 'sich behaupten'. Er kann sich (geschäftlich) nit h. [PS-Dahn, verbr.]. 's Werrer (Wetter) hält sich [ KB-Bennhs]. Er kann sich vor Lache nimmi h. [Zweibr, verbr.]. RA.: sich uf'm Trapp h. [ KL-Lind]. Abschiedsgruß: Adjee, hallet eich munder! [KU-Körbn, verbr.]. Begrüßung nach längerer Abwesenheit: Du hoscht dich awwer gut g'halde [ GH-Kand]. SprW.: Eß, was d'r schmackt, un hall dich gut, dann brauchschde kään Dokder [ ZW-Battw, mancherorts]. —
III. intrans.
1. 'im gleichen Zustand verharren'.
a. mit sachl. Subj.
α. 'haltbar sein'. Der Strick hält (net) [RO-Obd, verbr.]. Mein Zähn halten ganz gut [Zahn Pläsier 34]. RA.: Das halt vun elfe bis es lait (läutet) 'Das hält überhaupt nicht' [ KL-Fischb]. Das halt aach vun zwelf bis Mittag, dass. [ Gal-Dornf]. Er hot kriet, was 's Zeich hält [KU-Schmittw/O,

[Bd. 3, Sp. 614]
verbr.]. (Sie hot) gekrische, was d' Gorgel halt [Zahn Pläsier 228]. SprW.: Doppelt genäht halt besser [verbr. Don Gal Buch]. —
β. 'andauern, nicht wechseln', vom Wetter. 's hält vun owwerunner, von einem heftigen Regen [ KB-Bennhs]. WR.: 's Wedder halt nit, die Schwalwe flien se dief [ ZW-L'wied]. —
γ. 'von Dauer sein'. Die halt, von einer Ohrfeige [ GH-Zeisk]. —
b. mit persönl. Subj. Die Feldhinkel halle gut 'lassen den Jäger herankommen' [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er hält wie e Lämmche [ RO-Dielkch LU-Maud]. —
2. 'behalten'.
a. mit sachl. Subj. Das Faß halt (halt nit), vom dichten (undichten) Faß [GH-Schaidt, verbr.]. —
b. mit persönl. Subj. Die Kuh hält nimmi 'ist unfruchtbar' [ GH-Leimh]; vgl. PfWB behalten 2 a. —
3. 'anhalten, rasten', vgl. PfWB haltmachen. Der Zug

[Bd. 3, Sp. 615]
halt vor der Station [verbr.]. Hall mol! [ZW-Marthh, verbr.]. RA.: hinner'm Berg h. 'verheimlichen' [ KU-Bedb]; hinner Hehl h., dass. [ KL-Neukch]. — Zs.: PfWB an-, PfWB auf-, PfWB auseinander-, PfWB aus-, PfWB be-, PfWB bei-, PfWB daran-, PfWB darauf-, PfWB ein-, PfWB feil-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB frei-, PfWB haus-, PfWB hehl-, PfWB herunter-, PfWB hin-, PfWB hinter-, PfWB hoch-, PfWB mit-, PfWB sauber-, PfWB stand-, PfWB über-, PfWB unter-, PfWB warm-, PfWB wider-, PfWB zu-, PfWB zusammenhalten. — F.: Part. Perf. gehall [WPf NPf mancherorts nördl. VPf], g(e)halde [mittl. u. südl. VPf Ost-PS mancherorts nördl. VPf]. Präs. Sing. 1. hall bzw. halt [weithin herrschend], halle [mancherorts NWPf]; Sing. 2. hallscht bzw. haltscht [weithin herrschend], hällscht [verbr. NWPf teilweise NPf], hältscht [mancherorts VPf]; Sing. 3. halt bzw. hält, vgl. Sing. 2; Pl. hallen, seltener halle [herrschend WPf NPf mancherorts nördl. VPf], halden, seltener halde [herrschend mittl. u. südl. VPf Ost-PS mancherorts nördl. VPf]. Imp.: hall bzw. halt. Südhess. III 68 ff.; RhWB Rhein. III 146 ff.; LothWB Lothr. 225; ElsWB Els. I 329; Bad. II 542/43.
 
  
halten-bleiben st.: 'steckenbleiben, stocken', hallebleiwe [ NW-Frankeck]. Südhess. III 71 Z. 52 ff.; Rhein. III 155 Z. 16 ff.
 
  
Halter m.:
1. sachl.
a. 'Schreibgerät', Halder [ NW-Hardbg]. Zs. PfWB Griffelhalter. Syn. s. PfWB Federhalter. —
b. 'Christbaumständer' [ LA-Hainf, mancherorts]. Zs. PfWB Kristbaumhalter. —
c. 'unteres Spannholz am Erntewagen' [ NW-Lambr]. Zs. PfWB Bodemhalter. Syn. s. PfWB Spannholz. —
d. 'Stift auf der Deichsel, der das Herausgleiten der Haltekette verhindert' [ KU-Ehw]. —
e. in PfWB Auf-, PfWB Büsten-, PfWB Hosen-, PfWB Kerzen-, PfWB Kleider-, PfWB Kochlöffel-, PfWB Leinen-, PfWB Leitseil-, PfWB Sprenkel-, PfWB Wiesbaumhalter. —
2. persönl. in PfWB Bock-, PfWB Post-, PfWB Buch-, PfWB Fasel-, PfWB Gast-, PfWB Hätschen-, Hengst-, Stab-, PfWB Stammhalter. — Südhess. III 72; RhWB Rhein. III 168 and. Bed.; Bad. II 543.
 
  
Halte-ring m.: 'Ring am Zuggeschirr für den Strang', Haltring [ KL-Siegb PS-L'mühl]. — -stelle f.: nach dem Schd., Haldestell [verbr.]; vgl. PfWB Station. Bad. II 543.
 
  
halt-machen schw.: wie schd., haltmache [verbr.]. Am Wasser hän mer haltgemacht [ LU-Böhl]; vgl. PfWB Halt 2, PfWB halten III 3. Südhess. III 67 Z. 31/32; Rhein. III 166 Z. 11/12.
 
  
Halunke m.: wie schd., Halunk (haˈluŋg) [verbr.]; e dermliger Hallunk [Kühn Schnitze I 77]. Syn. s. PfWB Gauner. Dem guckt der H. aus'm Gesicht [ KU-A'glan]. Südhess. III 72; RhWB Rhein. III 170/71; LothWB Lothr. 225; ElsWB Els. I 319; Bad. II 543.
 
  
Halunken-gesicht n.: wie schd., Halunkegesicht [ KU-A'glan WD-Niedkch].
 
 
Halunkes m.: = PfWB Halunke, Halunkes [Beam Penns 49]. — Abl. von Halunke, wie Lumpes von Lump; vgl. ZfdMa. 1963/64, S. 227 ff. — Südhess. III 72.

[Bd. 3, Sp. 616]

 
  Ham-bach ON.: seit 1969 Stadtteil von Neustdt, Hambach (hḁmbḁx). Eine Ortsneckerei s. PfWB verschnäuken 1 a. a. 1600: 9 Malter Korn und solches Hambacher Maßung, so 8 Simmern zum Malter gerechnet [PfW 1908, S. 163]. — Der erste Wortteil zu mhd. hagen 'Dornbusch' (Christmann SN I2 217); vgl. PfWB Hag, PfWB Hagen 2. — Südhess. III 72.
 
 
Hambacher m.: 'Barttracht, die Wangen und Kinn frei läßt und nur die Halspartie bedeckt', urspr. als Sympathiebekundung für die im Hambacher Fest von 1832 hervorgetretene demokratische Bewegung getragen, später Barttracht der vorderpfälzischen Winzer (vgl. Becker Volkstr. 106), Hambacher, auch Hambacher Bart; vgl. PfWB Freischärlerbart. Er tragt en H. [VPf]. Südhess. III 72.